Lahm Duck

Jahrelang führt er einem vor Augen, was man selbst alles falsch gemacht hat auf dem Weg zum Weltklasse-Fußballer. Und als ob das noch nicht genug ist, verlässt Philipp Lahm das Feld auch noch in einem Zustand, den wir nie erreichten. In einem Alter, wo unsereins noch geglaubt hat, dass das mit der Weltkarriere jeden Moment losgehen müsste. Das verhöhnt doch den gemeinen Kopfgrätscher mehr als es jedes Plakat auf der Dortmunder Südtribüne könnte. Vielleicht haben wir nicht genug Stolz, um zu verhindern, dass Talente, die halb so alt sind wie wir (aber trotzdem älter aussehen als Philipp) uns Talentfreiheit und Alter in jedem Spielzug vor Augen führen. Aber dann prallt plötzlich bei einer Ecke der Ball blöd auf und plötzlich steht man vorm leeren Tor und schiebt mit dem Schienbein ein. In dem Moment ist das Gefühl doch ganz nah an dem was Philipp mit dem Weltmeisterpokal in der Hand in Rio gehabt haben muss. Oder wenigstens an dem, das er jedes Jahr mit der Meisterschale auf dem Marienplatz hat. Naja, vielleicht auch nur was der Telekom-Cup so bei ihm auslöst. Die traurige Wahrheit ist wahrscheinlich, dass er sich im Alter von 33 komplett leergejubelt hat. Wenn ihr noch etwas Jubel in euch übrig habt, ich kenne einen Ort, an dem dieser Samstag 10:30 besonders gut zur Geltung kommt.