Kopfgrätscher kennen das: wenn 112 gewählt wird und der Wagen mit Blaulicht in Sichtweite kommt, ist schlimmes Aua angesagt. Durch glaubwürdiges Herumwälzen am Boden unterstreicht man die Tragweite der Verletzung. Aber was ist mit dem Schmerz, der durch verbale Fouls entsteht? Für Fußballfans gilt im Zweifelsfall die alte Rapper-Regel: lieber zweimal nachdenken. Schlagfertigkeit klingt schon vom Begriff her ganz schön martialisch. Und trägt nicht zur Beliebtheit bei. Wenn sogar Enfant terribles wie Bushido lieber ihren Frust an Postfilialen oder Nahverkehrsbetrieben auslassen, ist Vorsicht geboten beim Meckern. Wir haben diesen Trend schon lange erkannt. Meckerköppe und Phlegmatiker werden so geschickt aufgeteilt, dass am Ende nicht nur ein gefühltes Unentschieden im Spielergebnis sondern auch seelisches Gleichgewicht bei den Mitspielern entsteht. Es soll ja schließlich niemand mit dem Gefühl nach Hause gehen, dass man sich das nächste mal besonders anstrengen müsste, um den Anderen etwas zu beweisen. Auch dieser Samstag (10:30) steht wieder im Zeichen der guten Laune. Die wird im Vorfeld extra noch einmal aufgepumpt. Und wer seinen unbedingt Ärger loswerden will, kann doch einfach „Fuchs du hast die Gans gestohlen“ oder ähnliches singen.