

I fell in love again
All things go, all things go
Drove to Chicago
All things know, all things know
We sold our clothes to the state
I don’t mind, I don’t mind
I made a lot of mistakes
In my mind, in my mind
You came to take us
All things go, all things go
To recreate us
All things grow, all things grow
We had our mindset
All things know, all things know
You had to find it
All things go, all things go
Sehr gut erkannt. Das ist natürlich „Chicago“. Nee, nicht von Clueso. Sondern von einem Musiker aus Detroit. Dieser Song war natürlich auf dem Illinois-Album, dem zweiten Album in einer Reihe die Sufjan Stevens über alle US-Bundesstaaten machen wollte. Mit seinem Heimatstaat Michigan hatte er angefangen. Nach Illinois hatte er schon keine Lust mehr auf das Konzept. Aber zu zwei Konzeptalben hat es immerhin gelangt und man kann nur hoffen, dass der Flugkapitän des Siegerfliegers über den großen Teich, den Nationalspielern dieses Album nach den Sicherheitshinweisen über die Bordlautsprecher eingespielt hat. Vielleicht lässt sich so der schlechte Vibe von 1994 aus der DFB-DNA herausexorzieren. Immerhin wurde der Song Chicago für eines der schönsten Roadmovies verwendet. Auch darin macht sich eine kaputte Familie auf dem Weg zu einem Wettbewerb, den sie gewinnen will. Am Ende von Little Miss Sunshine gewinnen sie diesen natürlich nicht. Aber weil der Wettbewerb, also die Little-Miss-Sunshine-Wahl so beschissen ist, ist das auch nicht weiter schlimm. Also wenn am Ende Manuel Neuer, Nico Schlotterbeck und Deniz Undav zu Lennart Karl auf die Bühne springen und zu „Superfreak“ abspacken, dann bringt das doch bestimmt mehr als wenn sich die Nationalspieler den Mund zu halten. Oder sie lassen sich inspirieren von „The Bear“, das nicht nur in Chicago spielt, sondern wo zuletzt auch Sufjan Stevens Song in einer Demo-Version auftauchte. Leider ohne diese sakralen Streicher, aber auch sehr gut. Und passend zu einem Typen der nach Chicago kommt, am Anfang komplett damit überfordert ist ein Team zu führen und sich am Ende einen Stern erkocht – vielleicht kann Julian damit etwas anfangen. Für unsere eigenen Bemühungen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 bleibt leider doch nur „Superfreak“.
Läuft euch auch schon das Wasser im Mund zusammen? WM-Zeit ist auch die Zeit, in der die Chance hoch ist, dass die BILD Fußball und Kulinarik gemeinsam denkt. Meistens dann, wenn die Enttäuschung groß ist, übernehmen die Frustesser in der Redaktion. Z.B. 2004 als die deutsche Elf in Bukarest von Rumänien „1:5 abgebraten“ wurde. Die „Wurst-Truppe“ bestand aus 11 unterschiedlichen Wurstspezialitäten und sehr wahrscheinlich wurde hier die Grundlage für diverse spätere Entschuldigung-Grillerchen des HSV gelegt. Das „Debakel von Bukarest“ war zwar nur ein Testspiel, aber für Rudi Völler war es doch ein echter Tiefpunkt. Nicht wie dieses Unentschieden auf Island ein halbes Jahr zuvor, nach dem er Waldi Hartmann zum „Weizen-Waldi“ machte und somit wahrscheinlich seinen Abstieg zum peinlichen Nius-Onkel einleitete. Einige der Bundes-Würste fanden sich zwei Jahre später unter Jürgen Klinsmann auf einer Pizza wieder. Philipp Lahm, Torsten Frings, Arne Friedrich und Bernd Schneider bekamen nach der 1:4 Testspielniederlage gegen Italien in Florenz vor der Sommermärchen-WM eine Anschlussverwendung. Was nur logisch ist, weil Pizza auch ein ideales und nachhaltiges Reste-Essen ist. Man sollte nur nicht zu viele Zutaten drauf tun. Trotzdem musste „Salami-Ballack“ diesmal eine Wurst sein. Und die Frage der BILD „Kann ich mich noch zum Italiener trauen?“ beantwortet sich mit dem Blick auf „Ananas Lahm“ eigentlich von selbst. Dennoch spekulierte die BILD, ob nicht Didi Hamann auch bekannt als „Didi-Null-Bock-Wurst“ Deutschland retten könnte. Jürgen Klinsmann sagte nein, Didi wurde zu „Didi-beleidigte-Leberwurst“, trat aus dem Kochclub aus, Deutschland kam bis ins Halbfinale. Da jubelten wieder die Italiener, aber die BILD war zu stolz für einen Nachtisch. Zwischen unseren nächsten Testspielterminen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 muss die Nagelsmann-Elf noch gegen die USA ran. Bei BILD sammelt man schon fleißig 11 Burger-Zutaten und ihr könnt ja schon schon einmal darauf wetten, wer diesmal eine Gurke sein muss.


Nature is healing. Und das kann man daran merken, dass nach Saisonende doch nach und nach alle Walexperten wieder auf Bundestrainer umschulen. Also natürlich nicht qua Amt, sondern rein von der Kompetenzvermutung. Das wäre ja auch sonst ziemlich teuer für ’nen gemeinnützigen Verein wie den DFB. Nein, das machen alle ehrenamtlich, weil es ihnen doch wichtig ist, dass „wir“ in Amerika was gewinnen. Dafür basteln sie sogar ein Fähnchen ans Auto. Vor zwanzig Jahren war das noch komisch. Heute ist man zufrieden, wenn es wenigstens die Farben der Bundesrepublik sind und nicht Selbstgebastelte aus dem Reichsbürger-Mailorder. Aber wer unter dieser Fahne spielen soll und darf, ist dann doch ein größerer Zankapfel und die Diskussionen werden uns jetzt ca. 2 Monate beschäftigen, kurz unterbrochen von eigenen praktischen Expertennachweisen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Das Gute dabei: immer weniger Leute gucken auf den sich zur Kugel aufblähenden Wal vor Anholt im Livestream, sondern auf einen Trionda Pro und ob unsere Turnierhoffnung Manuel Neuer, den auch halten kann. Er ist jetzt unser Timmy, wenn nicht sogar Hope. Wen der Bundestrainer sonst noch berufen hat, war dann eigentlich gar nicht mehr von näherem Interesse. Wir haben jetzt dem Manu einen Tracker verpasst und werden in den nächsten Wochen im Livestream verfolgen wie er sich so schlägt. Sogar die Experten für Netze kommen auf ihre Kosten. Auch die Bundesregierung fiebert auch diesen Spielen entgegen. Traditionell braucht man sie, um in ihrem Windschatten zeitgleich die für das Land notwendigen Reformen zu beschließen. Die Kassen sind schließlich leer und der Verkauf des Neuer-Skeletts ist schon fest einkalkuliert. Hat er sich das ausgesucht? Wahrscheinlich schon.
Noch dürft ihr spekulieren und hoffen. Der WM-Kader wird ja erst am 21. Mai bekanntgegeben und bis dahin kann theoretisch noch alles passieren. Aber wer für Julian in Frage kommt, hat bestimmt wenigstens schon einmal einen Hosentaschenanruf von ihm gehabt, bei dem er mit leichten Andeutungen darauf hinweisen wollte, dass der Angerufene sicherheitshalber mal das eine oder andere Social-Media-Posting löschen sollte. Wenn er nicht noch einmal angerufen hat und dem Kandidaten einfach entfolgt ist, dann muss man sich trotz Topleistungen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 nicht mehr allzu große Hoffnungen machen. Bei Manuel Neuer wartet Julian noch etwas ab, ob er nicht doch nach dem letzten Spieltag noch einen kleinen Skiausflug plant. Oliver Baumanns Hobbys sind immerhin nur Puzzeln und laut Sports Illustrated: Spaziergänge entlang des Neckars, kleine Ausflüge in die Natur und entspannte Abende zu Hause. Wahrscheinlich ziemlich unverdächtig, um im Trainingslager in Herzogenaurach Nachts um 3 an der Hotelbar erwischt zu werden. Vielleicht macht er aber beim zweiten Trainingslager einen Spaziergang am Chicago River und besichtigt die Naturschauspiele am Al-Bundy-Brunnen. Ob der zu seinen Vorbildern taugt, ist allerdings zweifelhaft. Klar, er saß auch viel auf der Couch rum, aber wenn seine Frau dazu kam, wollte er doch lieber in die Nacktbar. Clevererweise hat Nagelsmann aber die Nominierung nach den Herrentag gelegt. Einige unangekündigten Anrufe an Himmelfahrt, werden seine Entscheidung fürs Tor bestimmt erleichtert haben.
Es lässt sich aus fast allem was machen. Und wenn man Social Media für die richtig großen Fußballclubs macht, dann freut man sich sogar, wenn der eigene Club 67 Punkte hat. Weil dann kann man ein paar launige Six Seven Reels damit machen. In Dortmund fanden sie das so witzig, dass sie danach eigentlich keine Punkte mehr holen wollten. Jedenfalls nicht so lange bis das dem alten Rivalen aus Schalke auch gelungen war. Wenn auch in einer anderen Liga. Aber das war damals 1997 auch egal. Zwei Europapokalsieger im gleichen Jahr aus der direkten Nachbarschaft – da musste Wolfgang Petry natürlich eine Ruhrgebietshymne drüber singen. Aber über den aktuellen Punktestand macht er wohl diesmal nichts, oder? Deshalb trifft man ihn auch dieses Jahr nicht auf der OMR. Es heißt ja auch nicht Online Marketing Schlagerstars. Obwohl das der viel passendere Name wäre. Schließlich geht es doch darum, die nächsten Trends aufzuspüren, die wie ein Blitz einschlagen. Und das war im eigentlichen ursprünglichen Wortsinne irgendwann einmal ein Schlager. Aber vielleicht reicht es, wenn die Fußballprofis ihren Saisonausklang im Bierkönig oder Megapark bei schlimmer Schlagermucke begehen. Einige können das schon etwas früher beginnen, wenn sie die Saison so clever gespielt haben, dass sowohl nach oben als auch nach unten nix mehr geht. Six Seven Punkte sind genug für eine frühzeitige Schlagersause, während die Gegner noch fleißig trainieren, um ein paar mickrige Pünktchen für den Klassenerhalt zu erkämpfen. Deshalb zählen wir Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 die erzielten Tore nur notdürftig. Nur so ist bis zum Schluß die nötige Schärfe vorhanden und niemand created vor dem Seven Seven zu früh zeitgeistigen Content. Wir spielen übrigens bis Acht. Mindestens.
Okay, jetzt können wir es ja zugeben. Georg Baselitz ist der Erfinder der Kopfgrätsche. Am Anfang war es eine ganz ordinäre Grätsche, aber er hatte die Idee diese einfach of den Kopf zu stellen. Und das war dann auch ein Megaerfolg. Niemand wollte mehr eine herkömmliche Grätsche sehen. Irgendwie auch ein Fluch, aber wenn man den ganzen Tag Menschen mit Augen auf Augenhöhe sehen muss, dann freut man sich sogar über Augenkontakt mit den Hühneraugen. Deshalb gelten auch Samstage (10:30) und Mittwoche (18:00) auch als Kurzurlaub fürs Gehirn. Das spart sich immerhin das von den Sehnerven gelieferte Bild umzudrehen. Als wir vor 14 Jahren das DIA-Turnier Kunst am Ball spielten, standen andere Stars der Kunstszene im Rampenlicht. Warhol, Picasso, Richter, Kandinsky waren Teampaten. Beuys hatte die aufregendsten Fettecken, bevor jede Drittligamannschaft die Arsenal-Ecken kopiert hatte, bei denen sich möglichst viele Spieler fett vor dem Torwart aufbauen und der härteste Eisenschädel zuletzt die Murmel wie Günther Uecker ins Netz nagelt. Baselitz wurde nicht eingewechselt, bei der als Fußball getarnten Aktionskunst. Notdürftig eingerahmt wurde das Gebolze von einem bunten Mix aus Bandenwerbung, die sogar das damals noch frische Original-Kopfgrätsche-Design zeigt. Schon deshalb lohnt sich das Videostudium dieser historischen Aufnahmen. Und bei 5:11 haben wir sehr subtil noch einen letzten Gruß an Georg Baselitz versteckt:
Wir sind ehrlich. Der Wal hatte uns schon längst verloren. Vielleicht liegt es daran, weil er schon länger auf Grund liegt als Heidenheim auf dem letzten Tabellenplatz. Aber die Menschen um ihn herum lassen sich immer wahnwitzigere Dinge einfallen, die immerhin sein Schicksal wieder auf den Startseiten nach oben spült. Fußballfans sind spätestens wieder wach geworden als Pyrotechnik in die Diskussion eingebracht wurde. Da ist in der Region auch genügend Material vorhanden. Ein Anruf bei ein berüchtigten Hansa-Suptras kann da der kurze Dienstweg sein. Wir sind sowieso schon in einer Phase, wo nicht mehr so ganz genau nach den Abschlüssen und Führungszeugnissen geschaut wird. Jetzt darf jeder mit einer wilden Idee irgendwas versuchen. Aber die meisten verfahren nach der alten Kreisliga-Devise: wenn wir schon nicht gewinnen können, dann treten wir ihnen wenigsten den Rasen kaputt. Noch ein Argument Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 doch lieber auf Tartan aufzulaufen. Und wer zur Sache gar nichts weiter beitragen kann, darf sich überlegen wie ein Mahnmal für den Wahnwal aussehen soll. Auch hier können Fußballfans durch ihre Erfahrung mit unförmigen Bronzen bestens mitreden. Uwe Seelers Fuß, Christianos Büste oder erst zuletzt der sehr expressionistische Peace-Prize – der Fußball liefert unzählige Referenzen von missverstandenen Bildhauern. Der geneigte Pöbel verlangt maximalen Naturalismus, der Künstler möchte seine Handschrift für die Nachwelt in Metall gießen. Passender als jede von vornherein zum Scheitern verurteilte Darstellung des Tieres, wäre aber Rodins „Die Bürger von Calais“, das auch die Opfer einer Belagerung darstellt. Bestehend aus sechs Einzelfiguren, die kein heroisches Gebaren zeigen, sondern viel mehr innere Bewegung und verzweifelte Stimmung ausdrücken. Das passt nicht nur zu den verwirrten Menschenansammlungen auf Poel, das können wir nach dem Kopfgrätschen auch bestens vom Verliererteam nachstellen lassen.
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