Was ich im Grätschen traf (Meine eigene Nationalhymne)

Was ich auf dem Platz tat
Das war bestimmt nicht immer richtig
Ich nahm den Ball auch manchmal an
Und nahm doch manches nicht so wichtig

Wenn ich auch ganz gewiss
Mich nicht von Schuld und dich vorm Tor frei seh
Verzeihen Sie, wenn ich sag
I gräscht it my way

Ich kenn das auf und ab
Den Jubel und die bittren Tränen
Ich stand auch oft am Rand
Das brauch ich wohl nicht zu erwähnen

Es ist für mich ein Trost
Daß ich trotz Lockdown nicht entzwei geh
Verzeihn Sie wenn ich sag
I grätscht it my way

Und dennoch denk ich gern zurück
Ich hatte Glück verdammt viel Glück
Ich kann zu vielen Freunden gehn
Die von Ferne winken, wenn sie mich sehn
Und ohne Groll den Satz verstehn
I grätscht it my way

Ich hab kein Publikum
Und darauf kann ich mich verlassen
Drum nimmt niemand niemals nix krumm
Ich kann es trotzdem noch nicht lassen

Ich hab auch eine Frau
An der ich jetzt verschämt vorbei seh
Zu oft hat sie gehört
I grätscht it my way

Stehgeiger im Bewegungsradius

In dieser Woche wurde viel über Bewegungsradien gesprochen und jeder versucht auf seine Art diese Distanz in vorstellbare Relationen zu setzen. Braucht man 10.000 durstige Menschen vor einer geschlossener Kneipe bei akkurat eingehaltenem Mindestabstand oder lieber 30.000 Corgis, die sich direkt am Hintern schnüffeln? Egal, die beruhigende Botschaft für den Profi-Fußball ist weiterhin: sollen doch die Amateure, die inzwischen ein Wort wie „Bewegung“ erst einmal googeln müssen, fett werden, wir können problemlos weiterspielen, bzw. weiter laufen. Ein schneller Blick in die ran-Datenbank offenbart: selbst die lauffreudigsten Spieler in der Bundesliga schaffen nicht mehr als 15km in einem Spiel. Die laufen ihre 11 bis 12 Kilometer und dann sind die 90 Minuten meistens rum. Erstaunlich: auch ohne „Lauf-du-Arsch“-pöbelnde Fans bleibt die Laufleistung seit Jahren in diesem Bereich. Mannschaften, die ungern den Ball haben und oft hinterherlaufen haben naturgemäß höhere Werte. Wenig laufen Teams, die Ballbesitzfußball spielen und Schalke 04. Gespannt guckt Fußballdeutschland dieses Wochenende, ob es den Schalkern dennoch gelingt, trotz vorbildlichster Bewegungseinschränkungen den Tasmania-Rekord zu verpassen. Es wäre doch nur konsequent, wenn sie nicht einmal diesen Titel annehmen. Der Gegner, der zwischen ihnen und dem Rekord steht, ist die TSG Hoffenheim und übrigens nicht viel lauffreudiger. Bevor man dieses Steherrennen verfolgt, läuft wohl jeder Amateur besser mal seine 15km ab. Aber Warnung: meistens muss man die dann auch zurück.

Das Nerdderby: Wer bin ich? (Folge 5)

Gute Nachrichten für die Birne: der Mystery-Kandidat der letzten Woche wurde tatsächlich erraten. Die geistige Fitness ist also immerhin noch bei 100%. Gesucht war Andrea Pirlo, der Fixstern des italienischen Mittelfelds über sehr viele Jahre. Zwischen Mailand und Brescia geboren, machte er seine ersten kurzen Schritte in Brescia an der Seite von Manni dem Libero Binz. Als Interfan wurde er bei den Nerazzurri den großen Erwartungen nicht gerecht. Milan und später natürlich Juve haben mit ihm dann Titel in Serie gefeiert. Sechs italienische Meisterschaften, 2 Champions-League-Titel und der WM-Pokal sprechen für sich. Noch heute wacht Jogi Löw schweißgebadet auf, wenn er an die Duelle mit Italien bei der WM 2006 oder der EM 2012 denkt. Den kleine Regisseur hatten sie irgendwie immer übersehen. Auch als er 2011 mit 32 von Milan zu Juve wechselte, dachte man, dass er vielleicht noch zum Abschluss seiner Karriere ein paar Spiele machen wird. Vier Jahre und vier Meistertitel später ging er zum wirklichen Abschluss seiner Karriere für ein halbes Jahr nach New York. Der Uber-Eats-Spot für die WM2018 passt gut in die Zeit. Pirlo guckt Fußball auf der Couch und lässt sich Essen liefern – es könnte nicht aktueller für uns sein.

Aber nun die Staffelstabübergabe an den Prominenten im Sack von dieser Woche. Ich spielte in meiner Karriere zusammen mit:

Karim Benzema
Fernando Morientes
Éric Abidal
Sylvain Wiltord
Nwankwo Kanu
James Milner   
David James
Sol Campbell
Olof Mellberg
Fabio Grosso
Patrik Berger
Zvjezdan Misimovic
Markus Babbel
Ugur Inceman
Gábor Király

Auch ich hatte eine lange Karriere. Wahrscheinlich haben viele schon gedacht, dass ich schon längst in Rente bin. Das hat mich aber nicht davon abgehalten noch lange nach meinen Karrierehöhepunkten weiter zu spielen. Besonders das eine Turnier war ärgerlich, wo ich Mitglied einer der besten Mannschaften meines Landes war. Aber wir flogen aus dem Turnier, weil wir 105 Minuten gegen die Maurermeister spielten und die zweite Hälfte der Verlängerung nach dem unglücklichen Gegentor in der Nachspielzeit der 1. Hälfte der Verlängerung nicht mehr angepfiffen wurde. Es war das erste und einzige Tor dieser Art. 

Das Nerdderby: Wer bin ich? (Folge 4)

Eine Woche nach dem kleinen Nordderby kommt hier wieder das große Nerdderby. Auch wenn für viele das Rätsel warum wir nicht nach draußen zum Kopfgrätschen dürfen groß genug ist, wartet hier auch eine harte Nuss. In meiner langen Karriere habe ich mit einigen namhaften Spieler zusammengespielt:

Roberto Baggio
David Beckham
Jaap Stam
Patrice Evra
Robbie Keane
Frank Lampard
Nicklas Bendtner
Paulo Sousa
Kevin-Prince Boateng
Marcio Amoroso
Ronaldo
Ronaldinho
Rivaldo
David Villa
Kingsley Coman
Manfred Binz

Da kann man sich denken, dass der Trophäenschrank fast nichts zu wünschen übrig lässt. Leider bin ich bei meinem Lieblingsverein gescheitert, um dann beim Erzrivalen den Durchbruch zu schaffen. Bei der letzten WM war ich tatsächlich auch noch dabei. Zwar hatte sich mein Land nicht qualifiziert, aber in den Werbepausen konnte man dennoch mein schauspielerisches Talent genießen. Das soll nun aber an Worten zu mir reichen.

Wachen, lesen, lange Spielankündigungen schreiben

Für die Profis war schon vor der Saison klar: wir machen es diesmal auf die feine englische Art. Na gut, nicht ganz. Das würde ja bedeuten, dass man den Boxing Day zwischen Frühstück und Gänsebraten im Stadion verbringen kann. Aber sonst wird natürlich schon fleißig versucht, den Terminstau mit englischen Wochen und ohne Winterpause aufzuholen. Da ist es natürlich kontraproduktiv, wenn die Amateure auch noch selbst spielen. Sonst geht einem wichtiges Fernsehpublikum verloren. Deshalb bleiben wir im November in Reichweite des TVs oder Livestream, um bloß nichts von den professionellen Ballkünsten zu verpassen. Dazu passt am besten eine Tasse heißes warmes Wasser und Biscuits. Streng nach der Ted-Lasso-Methode, dessen sonniges Gemüt einem die raren Pausen zwischen den Profi-Matches im November Rain aufhellen kann. Aber nur falls ihr tatsächlich einen Überblick habt, ob nach DAZN, Sky, Magenta TV, Netflix, Hulu und Disney+ Geld für noch mehr Streaming übrig ist. Am Samstag 10:30 gilt es aber sich noch einmal eine große Portion frische Luft abzuholen. Bis sich irgendwann das letzte Tor hinter uns schließt. Nächste Woche bleibt dann nur noch den Ball aus der Tasche zu holen und ihm diese Zeilen zur Beruhigung vorzusingen:

Sometimes I need some time on my own
Sometimes I need some time all alone
Everybody needs some time on their own
Don’t you know you need some time all alone

And when your fears subside and shadows still remain
I know that you can love me when there’s no one left to blame
So never mind the darkness, we still can find a way
‚Cause nothin‘ lasts forever, even cold November rain.

Die Kampfbahn der gewöhnlichen Fußlümmel

Die Gentlemen Spieler treffen sich im Park Samstagvormittag (10:30) und Mittwochnachmittag (17:00). Und bald überall trat man gegen den Ball – am Samstagvormittag. Das ist nur eine Mode und schnell vorbei, das dachten die Bürger um 1903. Doch Arbeiter und Schüler und die Gentlemen Spieler sie liebten die Fußlümmelei. Nimm mich mit, nimm mich mit zum Spiel. Denn die Menschen, der Lärm, die halbleeren Ränge, der Rasen, das Licht, die obszönen Gesänge geben mir ein gutes Gefühl – Oh, nimm mich mit zum Spiel. Programmhefte voll mit Zahlen, vergebene Elfer und Höllenqualen, im Gästeblock ein bengalisches Feuer, Chancentod und Kopfballungeheuer. In der Pause läuft wieder „Eye of the Tiger“, die Typen spielen wie die Absteiger. „Wie lange noch nach deiner Uhr?“ Der Torwart hat eine bizarre Frisur. Die Kampfbahn im Sonnenschein wartet auf den letzten großen Bohemian außerhalb von Prag. Alle Ampeln stehen auf Gelb und versprechen Frustration und Herbstferien für immer. Aber wärst du nicht hier wo wärst du dann? Die Welt braucht mehr Leute so wie dich. Als fünfter Four Top läufst du links, rechts, geradeaus. Du denkst: so primitiv, hässlich und faul, Musik und der HSV. Aber ich sage dir: you are great but people are shit. Denn meine Kicks krieg ich von dir. Und das Beste: ich bin gut genug für dich. Es kann schon sein, dass mir Talent fehlt. Ein Umstand der mich nicht sehr quält. Tausch und Gebrauchswert sind mir einerlei denn: Mein Metier ist die Liebhaberei. In der Kunst sind doch oft die Interessanten, die Underachiever und die Dilettanten. Ich hätte zwar nichts gegen Geld oder Ruhm, doch bin ich nicht gemacht für’s Profitum. Vielleicht ergibt der Quatsch für Dich keinen Sinn. Und trotzdem wurschtel ich weiter vor mich hin. Das ist mein Stil und den mag ich sehr. Und deshalb bin und bleib ich ein Amateur.

Kom binnen en zoek het uit

Eindhoven? Wirklich? Da haben wir uns also wieder einmal ordentlich vertan. Brazzo holte zwar am Deadline Day alles was kurz vor dem Lockdown noch im Regal lag, inklusive einer Rolle Butterbrotpapier, einer Tüte Senf und Eric-Maxim Choupo-Mouting. Zwar hatte ihn Uli Hoeneß nur mal kurz für eine Flasche 4711 und etwas Bartöl zu Douglas geschickt, aber er hatte das wohl falsch verstanden. Uli war trotzdem erleichtert, denn immerhin hatte Brazzo nicht 47,11 Mio ausgegeben. Mario Götze muss er dennoch aus Versehen übersehen haben. So war am Ende auch der Weltmeistermacher selbst überrascht, dass er nun in eine Stadt zieht, die erst um 1900 durch eine Glühlampenfabrik wirklich erst den Dorfstatus ablegen konnte. Aber dort haben ja doch durchaus namhafte Kicker das rot-weiß-gestreifte Trikot getragen. Es hat sogar Ronaldo (den Dicken) schlank gemacht. Und auch Granaten wie Romario oder Ruud van Nistelrooy haben es genossen hier in jeden Spiel zwei bis drei Buden gegen Zwolle, Waalwijk oder Almelo zu erzielen. Das kann man MG19 nur wünschen. Ein anderer Deutscher hatte in Eindhoven nicht ganz so viel Glück. Die magere Torausbeute mag natürlich an seiner Position gelegen haben. Aber auch sonst machte Georg Koch als er 1997 aus Düsseldorf zur PSV wechselte nicht viele Spiele. Immerhin war eins in der Champions League dabei. Dennoch holen wir voller Vorfreude die orangenen Leibchen von der Leine und schwitzen sie Samstag 10:30 und Mittwoch 17:00 dunkelorange.

Die Sandmannschaft

Liebe Bürgerinnen, liebe Bürger der Kopfgrätsche,
Wenn man einmal das Wunder erlebt hat, unseren roten oder grünen Platz aus der Nähe des Bodens zu betrachten, sieht man die Dinge anders. Dort unten in den Weiten des Kunststoffgranulats kommt einem das Leben der Menschen klein und unbedeutend vor. Man fragt sich was die Menschheit erreicht hat? Welche Ziele hat sie sich Samstag 10:30 und Mittwoch 17:00 gestellt? Und welche hat sie verwirklicht? Unser Platz hat morgen Spieltag. Aus dem Kosmos gesehen ist es ein sehr kleiner Platz. Und doch sind in den letzten Jahren tausende Menschen zu uns gekommen. Menschen, die wir früher als Gegenspieler gesehen haben, die heute hier mit uns kopfgrätschen wollen. Wir wissen, dass unser Platz nicht perfekt ist. Aber das woran wir glauben, begeisterte immer wieder viele Menschen aus aller Welt. Vielleicht haben wir unser Tor manchmal aus den Augen verloren. Doch wir haben uns besonnen. Kopfgrätsche, das heißt nicht sich einzumauern. Kopfgrätsche, das heißt auf den Anderen zuzugrätschen. Mit dem Anderen zu leben. Nicht nur von einer besseren Halbzeit zu träumen, sondern sie wahr zu machen. Ich habe mich daher entschlossen, die Grenzen der Kopfgrätsche zu öffnen und den Ball über den Zaun ins All zu schießen.

Bottiglia vuota

Ciao Ragazzi! Comme stai? Comme ci, comme ça, Fideralala? Italiano è una linguini simplissimo. Parlo italiano colloseum. Ma c’è una pui bella cosa della vita non capiche. Scusi, perchè il nome di una squadra di calcio è Juventus e vecchia signora? Perchè, Stronzo? Vaffanculo! Questo è bello e impossibile. Mangi la crosta da Chiellini quattro stationi? Con aglio e olio? Delizioso come gelato. E mio nuovo collega, se passo il test. In bocca al lupo. Il treno dei desideri. Se bastasse una bella canzone. Barça dice: via con me! Con te partirò. Mio Piano Beta? Vamos à la playa? Ohohohohoh no! Ecco la testa a cavallo. Si si. Calcio il sabato 10:30 e il mercoledì 17:00. Un po‘ Frutti di mare. Causa della luce. O sole mio. Estate è finito. Bella ciao. A domani, Luigi Suárez.

Wake me up before Thiago

Wann wäre noch mal ein guter Zeitpunkt, um die Töppen an den Nagel zu hängen? Und was sollte man mindestens im Xing-Profil  eingetragen haben, bevor man getrost sagen kann: „Macht’s gut ihr Trottel!“ Mario Götze hat diese Frage jetzt für sich beantwortet und bewiesen: er ist kesser als Messi und verzichtet auf einen Vorruhestand auf die André Horst Schürrle-Art. Einmal noch die Champions League gewinnen, das fehlt dem Weltmeister noch im Portfolio und sollte auch seinem Berater noch eine nette Prämie bescheren. Kevin Großkreutz hätte zwar auch noch einen besonders hübschen Teil seines Körpers für ein Henkelpott-Tattoo reserviert. Aber ob er warten kann, bis der Uerdingen-Russe Europa erobert hat? Da machen vorher doch die Knochen schlapp. Aber Uns Mario kann ja durchaus noch ein paar Jährchen in Bella Italia sich das Pastabäuchlein vollschlagen und damit die Tattoofläche großzügig erweitern. Das wurde auch schon Messi (4 Champions League Tattoos) angedichtet. Dieser hatte zwar recht deutlich „Macht’s gut, ihr Trottel!“ gerufen, dann aber peinlicherweise vergessen, rechtzeitig die Kündigung von seinem Vater einreichen zu lassen. Nun bleiben die Messis doch noch länger und müssen so tun, als ob sie ganz viel Lust auf ein weiteres Jahr Barcelona haben. Auch bei den Alabas hat der Papa bisher immer brav alles unterschrieben, was ihm Uli Hoeneß vorlegte. Doch der bescheidene und bodenständige Schwabe wähnt sich inzwischen im Club Las Piranhas und musste zuletzt aufgrund horrender Forderungen Thiago nach England verschenken. Nicht, dass der FC Bayern am Ende gezwungen ist, seinen Kader mit Weltmeistern aufzufüllen, die noch einmal die Champions League gewinnen möchten. Mein Berater hat mir geraten Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 etwas kleinere Ziele anzupeilen. Maximal der DIA-Turnier-Pokal wäre noch drin. Dafür halte ich zwischen Goldener Eins und der Leuchte des Nordens einen Ehrenplatz auf meinem Rücken frei.

Risikobegegnung der dritten Art

Mea culpa. Mea maxima culpa. Das hätte so ein schöner Warntag 2020 werden können. Alles war vorbereitet. Die Sirenen, Hörner, Glocken, Rasseln und Apps waren scharf gestellt. Sogar die Flitzerblitzer-Warner im Radio und Karl Lauterbach im Lanz-Studio waren bereit für eine apokalyptische Minute voll Panik. Und es hätte natürlich super zu 2020 gepasst. Aber 2020 wäre nicht 2020, wenn auch das nicht komplett in die Hose gegangen wäre. Irgendwie hat sich niemand so richtig vollumfänglich gewarnt gefühlt. Leider können auch wir uns nicht komplett aus der Verantwortung rausnehmen. Wo war denn die Kopfgrätsche-Warnung für Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00? Es ist doch nicht zu unterschätzen, wenn ohne Vorwarnung der Nüschel des Verteidigers über den Rasen rutscht, um Ball, Wade und Grasnarbe gleichmäßig abzutragen. Ich meine, damit rechnet doch keiner. Das muss man doch irgendwie ankündigen. Mit diesem verspäteten Ernstfall-Alarm hoffen wir, dass ihr euch dennoch auf alle unvorhersehbaren Eventualitäten Samstag und Mittwoch seelisch vorbereiten könnt. Rechnet besser mit allem. Dieses runde Ding ist unberechenbar und bringt menschliche Körper in Ausnahmesituationen. Ob Jubel, Trauer, Freude oder Wut – alles steht Kopf und macht die Grätsche. Und da ich persönlich wieder ins Geschehen eingreife, möchte ich einen zusätzlichen Disclaimer an die nächsten Spieltermine hängen. Es besteht die akute Gefahr, dass ich besonders gelungene Schüsse urplötzlich mit dem Gesicht abfange. Wärmt also eure Lachmuskeln unbedingt auf. Es kann sonst zu schlimmen Zerrungen kommen.

Mitleid in Paris

Egal wie es Samstag 10:30 oder Mittwoch 18:00 ausgeht, man kann jetzt diese Spiele nicht als Gradmesser nehmen. Die beiden Stürmer von Paris kosten zusammen doppelt so viel wie unsere ganze Stadt. Also die Spiele können nicht zeigen, was wir auf dem Wochenmarkt noch machen sollen, weil das ist einfach nicht drin im Portemonnaie. Selbst wenn wir lange suchen und auch das Sanifair-Bon-Fach aufmachen, wird es trotzdem eng. Ich kann maximal versuchen mir einen Anzug anzuziehen, der so aussieht, als ob sich Mehmet Scholl darauf wund gelegen hätte. In Paris lacht man mich trotzdem dafür aus. Mit einem Familienunternehmen für Erfrischungsgetränke im Hintergrund, das der Opa mit eigener Hände Arbeit mühselig aufgebaut hat, indem er jahrelang Bullenhoden mit der bloßen Faust auspressen musste, kann man eben nicht gegen ganze Länder bestehen. Es sei denn das Land ist Österreich. Da kann man ganz easy eine Flatrate buchen und man kriegt wie bei den Angeboten von Timelife regelmäßig die Tophits ins Haus geliefert. Das ist ein ganz lieb gemeintes Angebot. Aber auch in Österreich sprudeln die Ölquellen schon länger nicht mehr und für Fracking ist das Land leider nicht flach genug. So muss man am Ende selbst als Robin Hood aus Makranstädt doch wieder den Favoriten den Vortritt lassen. Die besten Spieler nach England verschenken und zugucken, wie die Scheichs vorm Finale gar nicht wissen welchen Fanshop sie zuerst am Qatar Airport leer kaufen. Meinen Anzug aus dem C&A-Sale mit den ultraengen Spendierhosen sucht man dort leider vergeblich.  

Flach witzeln, hoch verlieren

Eeees isja… Freunde, Freunde, hier ist ja eine Stimmung wie im Puff. Nur leider ist da heute Ruhetag. Aber Libero ist nicht Libido, sondern der freie Mann. Erklärt das mal meiner Frau. Die hält ja auch eine Liga für eine Kohorte unter Varius Meniskus. Und die Flügelstürmer sind für sie besonders fleißige Pianisten. Aber ich habe sie schon vor der Hochzeit gewarnt: wenn ich Fußball schaue, vergesse ich einfach alles, Marianne. Sagt sie nur: „Ich heiße Bärbel!“ Das war ähnlich schlimm wie letztens als sie in meiner Jackentasche die Streichholzschachtel aus dem Eros Center gefunden hat und mich vorwurfsvoll fragte: „Rauchst du etwa wieder?“ Aber so ist das halt. Letztens sagt sie zu mir: „Setz dich hin beim pinkeln!“ Sag ich: „Das hält das Waschbecken nicht aus!“ Die Dusche wollte ich nicht benutzen. Die war noch voller Head and Shoulders vom Kannibalen. Macht besser einen großen Bogen ums Badezimmer. Das kann allerdings dazu führen, dass euer Kind fragt: „Mutti, Mutti, wo ist den der Waschlappen?“ Und sie antwortet: „Der ist Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 kopfgrätschen.“ Auch dort lauern fiese Fragen, wie: „Sag mal, du hast so einen schwachen Schuß. Bist du Kopfgrätscher?“ Einige laufen so langsam, die müssen von einem Tor zum anderen mal kurz rechts ran, um den Rasenmäher vorbeizulassen. Und das aufm Kunstrasen. Stellt euch das mal vor. Was macht der Kopfgrätscher also nachdem er ein Spiel gewonnen hat? Er schaltet die Playstation aus. In diesem Sinne Fips: eine Beerdigung ist wie eine Hochzeit – nur mit einem Betrunkenen weniger.   

Lothar’s Run

Spätestens jetzt wo die Endezwanzigjährigen ihre Karrieren beenden, ist es definitiv klar: das wird nichts mehr in diesem Leben mit dem Ausflug in die Profiliga. Konnte man es sich früher noch schönreden, dass ja Lothar Matthäus oder Claudio Pizarro auch mit 40 noch Topleistungen bringen konnten, kann man heute froh sein, dass es einem mit der 3 vorne beim Lebensalter nicht wie bei Logan’s Run ergeht. Die meisten Teams setzen doch inzwischen auf etwas jüngere Talente. Sogar Manuel Neuer musste sich von der 11Freunde aktuell frech fragen lassen, wann er denn endlich Platz macht für die Jugend. Erwartungsgemäß polterte der renitente Pfosten-Methusalix auch rum, als man ihm die schönen Prospekte vorlegte, die schon Mats Hummels, Thomas Müller und Jerome Boateng durchblättern mussten, als sie nicht freiwillig mit ihrer schönen Weltmeisterprämie ein Wohnmobil kaufen oder eine Kreuzfahrt machen wollten. Wenn sie wenigstens nach dem Motto „je oller, je doller“ ordentlich über die Stränge geschlagen hätten, wäre es sehr viel leichter gewesen sie nicht mehr einzuladen. Das war bei Kevin Kuranyi oder Max Kruse einfacher. Kruse bekommt immerhin in der Uralten Försterei ein eisernes Gnadenbrot. Als Nachfolger von Claudio Pizarro war er dann doch nicht mehr gefragt. Immer weniger Mannschaften leisten sich solch ein knuffiges Risikogruppen-Maskottchen, um auch die älteren Zielgruppen abzuholen. Im November wird dafür Youssoufa Moukoko endlich 16 und darf damit die Bundesliga aufmischen. Wenn Dortmund bis dahin Sancho nicht verkauft, besteht die akute Gefahr, dass tatsächlich ab und zu Zwanzigjährige Instragram-Greise durch seine TikTok-Videos laufen. Aber wie ich höre zeigt sich Old (!) Trafford aufnahmebereit. Wer hingegen sogar bei Otto Rehhagel als Libero aus Altersgründen aussortiert wurde, für den bleibt nur noch Samstag 10:30 oder Mittwoch 18:00.

Fuasboi schaun un spüen

Fühlt sich das an wie Sommerpause? Gut, morgen guckt der Sommer tatsächlich mal vorbei, aber Pause ist ja nun nicht gerade. Bei uns wir natürlich traditionell durchgespielt (Samstag 10:30, Mittwoch 18:00), aber auch die Profis müssen dieses Jahr den Urlaub umplanen. Statt wie sonst 2 Wochen Dubai mit Goldsteak geht maximal eine halbe Stunde Tank und Rast auf der A7. In England, Spanien und Italien wurde der letzte Spieltag grad runtergekurbelt. Die Sporttasche muss allerdings gar nicht erst ausgepackt werden, denn in der nächsten Woche werden noch Europa-League- und Champions-League-Sieger gesucht. Freiwillige vor. Für den zwanghaften Allesgucker geht es also nahtlos weiter. Bei gerechtfertigten Beschwerden aus Familie und Beruf liefert der Nino aus Wien den passenden Entschuldigungszettel. Und jetzt olle:

[Herr Huber sie sind nicht in der Arbeit! Was ist Ihre Entschuldigung? Herr Huber hören Sie mich?]

Lieber Chef bin leider Schnupfen
Kann heut ned ind Hackn hupfen
Mutti wird ma Supperl kochen
Bis i gsund bin in vier Wochen

Doktor sogt blos ned bewegen
Sonne meiden und auch Regen
Bierli zwitschern Schnitzi fressen
Fieber und dann Blutdruck messen

Endlich wieder Fuasboi schaun
Fuasboi schaun Fuasboi schaun
Von fruah bis spät Fuasboi schaun
Fuasboi schaun

Wirtschaftskrise brauch i ned
Fuasboi schaun Fuasboi schaun
Klimawandel eh scho z’spät
Fuasboi schaun

Wos i brauch is jetz vü Ruah
Klimetten an und Fenster zua
Fassl auf und Kistl a
Bis die Augen eckert san

Zwölfe is‘ des woas für Heit
S Betterl ruaft i bin bereit
A letztes Moi ins Wuaschtbrot beissen
Und no gschwind an obireissen

[Herr Huber wo sind Sie? Mir reichts Herr Huber! Ich verwarne Sie Herr Huber!]

Endlich wieder Fuasboi schaun
Fuasboi schaun Fuasboi schaun
Von fruah bis spät Fuasboi schaun
Fuasboi schaun

I wü nix ois Fuasboi schaun
Fuasboi schaun Fuasboi schaun
Hauptsoch i ko Fuasboi schaun
Fuasboi schaun

Wiederholungsspiel

Person. Frau. Mann. Kamera. Ball. Könnt ihr das wiederholen? Es ist sehr schwer. Die ersten Testfragen waren ja noch einfach, aber jetzt wird’s kniffelig. Wenn ihr es in die richtige Reihenfolge bringt, gibt es Extrapunkte. Dann kommen aber erst einmal ein paar andere Fragen und dann frage ich noch einmal, ob ihr das vom Anfang noch einmal wiederholen könnt. Person. Frau. Mann. Kamera. Ball. Wie ich eventuell schon einmal erwähnt habe: wenn ihr es in die richtige Reihenfolge bringt, gibt es Extrapunkte. Aber niemand bekommt es in die richtige Reihenfolge. Normalerweise unmöglich. Also ist es für euch machbar? Das ist keine einfache Frage. In anderen Worten, wenn ich euch fünf Worte geben würde und ihr würdet sie wiederholen, das wäre okay. Also wenn ihr sie durcheinander aufzählt, das wäre okay. Aber wirklich gut ist es nicht. Aber wenn ihr nach 20 bis 25 Minuten noch einmal danach ohne Vorwarnung gefragt werdet, ob ihr es wiederholen könnt und ihr zählt auf: Person. Frau. Mann. Kamera. Ball. Oder fünf andere Worte, die euch zufällig gerade einfallen. Dann sage ich: das ist unglaublich, wie macht ihr das? Das würde ja bedeuten, dass ihr ein wahres Elefantengedächtnis habt oder wenigstens kognitiv anwesend seid. Wenn ihr dann noch das runde Förmchen in das eckige Dings packt, dann sage ich: der Wahnsinn! Was geht ab? Das ist doch gar nicht möglich! Wo ist die versteckte Kamera, Person, Mann, Frau? So und jetzt merkt euch noch mal: Samstag, 10:30, Mittwoch, 18:00, Ball. Vielleicht könnt ihr das später noch einmal gebrauchen.

⚽🥅⛳🏆

Am Internationalen Tag des Emojis hier noch ein paar letzte Buchstaben und Ziffern bevor wir den ganzen Tag mit Hieroglyphen Bilderrätsel lösen dürfen. Eine Spielankündigung nur mit Emojis zu schreiben, könnte ganz nett sein, aber die internationale Verbreitung des Fußballs schlägt sich nicht im Emoji-Angebot nieder. Das ist extrem dünn. Natürlich gibt es einen Ball, in einem Design als Fritz Walter noch aktiv gekickt hat. Als Tor muss man dann schon zähneknirschend ein Hockey-Tor auswählen. Von der Lochfahne vom Golf als schlechten Ersatz für die Eckfahne kaum zu sprechen. Und beim Pokal fehlen eigentlich nur noch die Eiskugeln mit Sahne. Da hat ja selbst die Sport-Bild in dieser Woche hübschere Pokale an die meist gehassten alten Männer im Fußball verliehen. Man möchte reflexartig ein Banner mit dem nicht existenten Emoji für Hurensohn hochhalten. Aber auch hier scheitert man an der Emoji-Library. Für nahezu jeden aktuellen Bedarf gibt es neue Emojis. Aber wie stellt man bildlich eine kroatische Strandbar oder einen Welttorhüter dar? Das Klopp-Emoji ist jetzt auch schon wieder 4 Jahre her und war natürlich nur das Ergebnis einer Kooperation zwischen Liverpool und Skype. Am Ende muss Jan wieder unnötig viel lesen, nur weil die Infos Samstag 10:30, Mittwoch 18:00 zwischen vielen Konsonanten und ein paar Vokalen versteckt sind. Immerhin sind für dieses Jahr noch ein paar wichtige Emojis angekündigt. Auf Dodo, Matroschka, Pinata, Ninja und Bubble Tea haben wir lange gewartet. Wenn das der Dodo und der Bubble Tea selbst noch miterleben könnten.

Once Hu!pon a time

Im März waren wir uns noch einig: diese EM nervt und muss schnellstmöglich abgesagt werden. Der Terminstress wegen der Ligapausen machte es kaum vorstellbar, dass man im Sommer ein Turnier spielen kann, ohne dass Liverpool und Bielefeld um ihren sportlichen Erfolg betrogen werden. Am Ende ging alles gut für Liverpool, Bielefeld und sogar Werder. Ein weiteres Jahr 1. Liga mit dem Nordderby gegen Wolfsburg ist gesichert. Das Länderturnier wäre trotzdem im Moment noch eine schlechte Idee. Niemand würde gerade durchsehen, wo man sich gerade an welche Regel halten muss. Und ab wann pfeift der Schiri Handspiel? Das könnte keiner mehr erklären. Die Fußball-Laien, die auch mal mitgucken, weil sie EM und WM nicht auseinanderhalten können und dauernd fragen, wann wir gegen Brasilien spielen, wollen plötzlich nicht nur das Abseits erklärt haben. Das ist uns erspart geblieben und dennoch vermisst man ein paar exotische Sommerbekanntschaften. Viele gucken natürlich in diesen Tagen 30 Jahre zurück, um die magische WM 1990 im damaligen Fußball-Sehnsuchtsland Italien mit schlecht aufgelösten TV-Bildern in DV PAL zu feiern. Notti magiche in Roma, wo auch dieses Jahr ein Finale stattgefunden hätte. Und dabei hat das Intro dieses Songs übel geleiert im Kassettendeck.

Exotisch war es aber auch vor vier Jahren in Nizza. Mit dem Ergebnis, dass kein Spielende, ohne das kultige rhythmische Zusammenschlagen der Hände, verstärkt mit Urlauten aus dem Bauch, zelebriert werden konnte. Vom Dorfplatz (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) bis zur Red Bull Arena wurde dieser spezielle Jubel rumgereicht und jetzt reiht es sich irgendwo zwischen Bubble Tea und der Icebucket Challenge ein.

http://212.201.36.177/~kopfgraetsche/?p=4588

Aber die Isländer können mehr als Hu! und präsentierten diese Woche ihre neue visuelle Identität. Und was soll man sagen? Das Carl-Zeiss-Jena-Wacken-Trikot ist nicht mehr die Nummer eins bei True-Iclandic-Pagan-Metalfans. In Rom zieht man währenddessen nach und druckt das Konterfei eines legendären Maestro und Sohnes der Stadt auf den Ärmel. Damit übernimmt Italien wieder die Tabellenführung. Wenigstens im Walkman auf der Vespa bis zum nächsten Bandsalat.

Zeitreisende soll man nicht aufhalten

Die Geschichte des DIA-Turniers ist eine Geschichte, die niemals bei ZDF History stattfinden wird. Und sogar für »Damals war’s« oder »Unsere Geschichte: wie der Fußball in den Norden kam« ist es einfach zu dünn. Aber in diesem Jahr, wo sowieso Geschichte geschrieben wird, machen wir einfach mal weiter und gaukeln etwas Normalität vor. Normal ist nämlich am DIA-Wochenende auch ein DIA-Turnier. Und wahrscheinlich ist es auch okay, dass es dieses Jahr nicht stattfindet, weil wir sonst am Ende Corona gegen Sars, Männergrippe und Heuschnupfen hätten antreten lassen. Was einem halt so bei Heiko nach dem dritten Grimbergen einfällt. Zum Glück ist die DIA-Turnier-Historie prall gefüllt mit legendären Turnieren, die wir hier noch einmal Paroli laufen lassen.

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Das Turnier ohne Fehlentscheidungen
http://212.201.36.177/~kopfgraetsche/?p=5687
Das Turnier mit Glitzer und Glämmer
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Das perückteste Turnier
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Das betuchteste Turnier
http://212.201.36.177/~kopfgraetsche/?p=2588
Das gesündeste Turnier
http://212.201.36.177/~kopfgraetsche/?p=1584
Das Turnier mit 1000 ganz legalen Steuertricks
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Das Turnier mit der Fettecke
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Das Turnier für die Kochwäsche
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Das Turnier mit allen Sonderfarben
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Das Turnier ohne Sonderfarben
http://212.201.36.177/~kopfgraetsche/?p=2353
Das Turnier, das gleichzeitig das Finale war

Normalerweise wird also nur in Jahren mit einer 8 hinten das Turnier pausiert. Aber wir ziehen immer noch gern die historischen Trikots an, falls mal zufällig ein Ehrenspielführer zur Kontrolle vorbei kommt. Und auch wenn es dieses Jahr keine Kunst am Ball gibt, so gibt es doch demnächst wieder Kunstrasen am Ball, z.B. Samstag 10:30 oder Mittwoch 18:00. Und das ist doch wenigsten auch schon mal was, oder?

Never mind the bollocks, here’s YNWA

All jene, die die Corona-Pause nicht dafür genutzt haben lustige Gifs, alberne Memes, historische Bilder oder emotionale Filmchen für die Meisterschaft des FC Liverpool vorzubereiten, haben den Fußball nie geliebt. Deswegen ist das Internet auch heute früh voll davon und ihr könnt euch den Rest des Tages alles angucken und in eurer Fuba-Bubble verteilen. Und natürlich mussten Kloppo und Co in den Zeiten von Corona auf dem Sofa Meister werden. Am Ende war das Sofa eine Balkongarnitur aus hässlichen Ratansesseln auf irgendeiner Terrasse eines Ibis Budget. Aber Anfield wurde trotzdem in rot getaucht. Die Bilder hätten auch gut zur Night of Lights gepasst und hätte Boris Johnson eine funktionierende Warn-App gefunden, sie hätte bestimmt auch aus Solidarität eine Menge rot angezeigt. Deshalb ist das vollgemüllte Internet am Ende doch aktiver Infektionsschutz. Wer sich all diese Feier-Posts angucken möchte, kommt eine Weile nicht raus. Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 wäre ein Gang vor die Tür aber doch ganz schön. Ich habe immerhin schon meine Hausaufgaben gemacht und bringe noch mal diesen Klassiker: 

This song is for you
Jürgen Norbert Kloppo
It shall guide you through the night
And help you through the day

Whenever things go wrong
I’ll be with you
Whenever clouds are there
We’ll fight it through

You never walk alone (I’ll be with you)
Never walk alone (I’ll be with you)

And when you think you have to cry
Then rest a little by my side
You should know,
You never walk alone