Die Kampfbahn der gewöhnlichen Fußlümmel

Die Gentlemen Spieler treffen sich im Park Samstagvormittag (10:30) und Mittwochnachmittag (17:00). Und bald überall trat man gegen den Ball – am Samstagvormittag. Das ist nur eine Mode und schnell vorbei, das dachten die Bürger um 1903. Doch Arbeiter und Schüler und die Gentlemen Spieler sie liebten die Fußlümmelei. Nimm mich mit, nimm mich mit zum Spiel. Denn die Menschen, der Lärm, die halbleeren Ränge, der Rasen, das Licht, die obszönen Gesänge geben mir ein gutes Gefühl – Oh, nimm mich mit zum Spiel. Programmhefte voll mit Zahlen, vergebene Elfer und Höllenqualen, im Gästeblock ein bengalisches Feuer, Chancentod und Kopfballungeheuer. In der Pause läuft wieder „Eye of the Tiger“, die Typen spielen wie die Absteiger. „Wie lange noch nach deiner Uhr?“ Der Torwart hat eine bizarre Frisur. Die Kampfbahn im Sonnenschein wartet auf den letzten großen Bohemian außerhalb von Prag. Alle Ampeln stehen auf Gelb und versprechen Frustration und Herbstferien für immer. Aber wärst du nicht hier wo wärst du dann? Die Welt braucht mehr Leute so wie dich. Als fünfter Four Top läufst du links, rechts, geradeaus. Du denkst: so primitiv, hässlich und faul, Musik und der HSV. Aber ich sage dir: you are great but people are shit. Denn meine Kicks krieg ich von dir. Und das Beste: ich bin gut genug für dich. Es kann schon sein, dass mir Talent fehlt. Ein Umstand der mich nicht sehr quält. Tausch und Gebrauchswert sind mir einerlei denn: Mein Metier ist die Liebhaberei. In der Kunst sind doch oft die Interessanten, die Underachiever und die Dilettanten. Ich hätte zwar nichts gegen Geld oder Ruhm, doch bin ich nicht gemacht für’s Profitum. Vielleicht ergibt der Quatsch für Dich keinen Sinn. Und trotzdem wurschtel ich weiter vor mich hin. Das ist mein Stil und den mag ich sehr. Und deshalb bin und bleib ich ein Amateur.