Wochenlang haben wir uns über diese WM im Winter aufgeregt. Und dann schafft es ein einzelner Nationalspieler durch seinen Skiurlaub, dass wir im Januar alle über Sommer reden. Und dabei geht es ausnahmsweise gar nicht um den Klimawandel. Auch wenn auf unserem Platz Samstag 10:30 mehr weiß zu erwarten ist, als auf so mancher Skipiste in den Bergen. Aber Skifahren ist nicht nur für die Kaderplanung der Bayern gefährlich. Man muss nur drei Jahre zurückdenken, um diese Freizeitbeschäftigung rundweg abzulehnen. Die dazugehörige Hüttengaudi hat schließlich unter anderem dafür gesorgt, dass nur wenige Wochen später Spiele abgesagt wurden und sogar Amateursportstätten geschlossen wurden, die mit Abfahrt und Après-Ski gar nix zu tun hatten. Insofern ist es natürlich doppelt unverständlich, wenn man als Fußballer sich jemals wieder Skier unter die teuer versicherten Haxn schnallt. Zwar lauert beim Skiurlaub nicht die Gefahr, dass man später zum Absingen kroatischer Volkslieder eingeladen wird. Aber ansonsten lebt diese Art von Sport eher davon, dass man Toren ausweicht. Wenn man allerdings noch eine Knifte mitführt, kann man wenigstens dem alltäglichen Wunsch nach Schießen und Treffen gerecht werden. Nicht umsonst werden große Biathlon-Events schon länger in der Arena auf Schalke ausgerichtet. So haben auch Zuschauer in Gelsenkirchen die Chance ab und zu mal einen Treffer zu bejubeln. Jetzt wird das Stadion aber erst einmal wieder für Bundesligafußball benötigt. Aber nach der Saison kehrt der bis dahin vom Beinbruch genesene Sohn der Stadt Manuel Neuer bestimmt gerne zurück, wenn man ihm die Leupe ausrollt.
14. Januar 2023 – Knut
Völlerverbot
Im Nachhinein werden wir Jogi Löw doch noch irgendwie dankbar sein. Okay, er ist ungefähr sechs Jahre zu spät zurückgetreten und seine Fummeleien an der Seitenlinie sind immer noch sehr verstörend. Aber langfristig hat er uns wahrscheinlich vor großem Leid bewahrt. Man muss nur gucken, wer beim DFB und den entscheidenden Posten der Fußballmacht immer wieder ans Ruder gelassen wird, um zu erkennen: wir haben ein Sturmproblem. Aber mit ehemaligen Stürmern. Golden Oldboy Bierhoff hat nach Jahrzehnten des Verharrens in seinem Büro gerade erst seinen Schreibtisch geräumt, da werden schon die nächsten ehemaligen Nationalstürmer in die erste Reihe geschoben. Rudi Völler und Fredi Bobic wird tatsächlich zugetraut, den DFB zu modernisieren. Vermutlich weil Rudi vor 20 Jahren bei einer WM Vize geworden ist, als man eigentlich in der Vorrunde hätte ausscheiden müssen. Schon damals war Rudi Völler eine Verzweiflungsidee für den Teamchef, weil es keine bessere gab und Christoph Daum doch kein ganz so reines Gewissen hatte. Der Rumpelfußball mit Oli Bierhoff im Sturm war allerdings schwer zu ertragen. Nach dem Turnier beendete Bierhoff seine Stürmerkarriere beim DFB, um kurze Zeit später als Funktionär wieder aufzutauchen. Seinen Platz im Sturm nahm Fredi Bobic ein und musste mit Rudi noch schlimmeren Rumpelfußball zur EM 2004 abliefern, bevor mit Klinsi der nächste ehemalige Nationalknipser das Chef-Ruder übernahm. Was Klinsi wirklich außerhalb des Strafraums qualifizierte, konnte er bei Bayern, Hertha und Facebook Live allerdings nicht nachhaltig nachweisen. Sein DFB-Nachfolger Jogi Löw war natürlich auch ein Stürmer, aber nachdem Miro Klose in Rente ging, spielte er immer seltener mit einem klassischen Stürmer. Und damit endet hoffentlich irgendwann die Linie an Strafraumkanten, die noch Jahrzehnte nach ihrer aktiven Karriere niemals an den besser postierten Mitspieler abspielen und damit reihenweise beste Chancen vergeben. Bis dahin wird es allerdings noch etwas dauern. Wir machen uns besser schon mal sehr viel Popcorn. Direkt nach dem Kopfgrätschen Samstag 10:30 mache ich die Pfanne heiß.
An der Plumpelé
Das adaptierte Sgt.-Pepper-Motiv mit den verstorbenen Persönlichkeiten des letzten Jahres wurde auf den letzten Metern doch noch täglich angepasst. Obwohl es schon ziemlich voll und maximal prominent besetzt war. In der letzten Reihe breiten nun Papst Benedikt und Maxi Jazz ihre Arme aus. Irgendwie beide Gott-Experten: Wir sind Papst aber God is a DJ. In der ersten Reihe wurde etwas für die Godmother of Punk Vivienne Westwood gerückt. Und dann musste natürlich im Zentrum noch ein Platz für die brasilianische Fußballikone Pelé gefunden werden. Michael Gorbatschow wird es schon verstehen. Er darf immerhin neben einer Legende stehen und muss sich dafür nicht auf infantile Infantino-Art blamieren. Wahrscheinlich versuchte dieser mit dem aberwitzigen Vorschlag: in jedem Land sollte ein Fußballstadion nach Pelé benannt werden, nur von den unangemessenen Unsis auf der Trauerfeier ablenken. Im ersten Moment denkt man natürlich: was soll das? Das haben wir doch noch nie so gemacht und sollten Stadien nicht nach regionalen Fußballgrößen wie Bruno Plache, Alfred Kunze oder Ernst Abbe benannt werden? Eigentlich schon, aber einer von den drei genannten ist leider „nur“ Optiker. Für Schiedsrichter also durchaus relevant. Bei anderen Stadien kommt man allerdings kaum noch hinterher. Oder weiß spontan jeder ob das Stadion in Hamburg aktuell von AOL, Imtech, HSH oder Barclaycard benannt ist? Angeblich soll es sogar aktuell wieder Volksparkstadion heißen und demnächst wird es wohl nach einer weiteren 2022 verstorbenen Fußballpersönlichkeit benannt werden, die ich bisher auf dem Stg.-Pepper-Wimmelbild vergeblich gesucht habe. Also gut, dann sagt Gianni meinetwegen Bescheid, dass das mit der Pelé-Kampfbahn für uns klar geht. Wir kopfgrätschen bereitwillig Samstag 10:30 darin, wenn er sie uns irgendwo hinbaut. Wir passen vielleicht sogar die Domain www.wismarena.de an.
17. Dezember 2022 – Spiel ohne Ball (mit Video)
3 Zimmer, Küche, Skihalle
Im Oktober letzten Jahres war doch alles klar. Die deutsche Mannschaft aka #DieMannschaft hatte sich frühzeitig für die WM in Katar qualifiziert. Schon damals rätselten wir welches originelle Quartier sich Oliver Bierhoff für Deutschland exklusiv unter den Nagel reißen wird. Aber wer kennt das nicht? Du surfst abendelang durch Booking, AirBnB und Expedia und am Ende ist das Angebot einfach unüberschaubar. Man muss Oliver Bierhoff aber auch verstehen. Bei jedem Anbieter steht: nur noch 3 Zimmer in dieser Kategorie verfügbar. Und dass kann natürlich stressen, wenn du einen ganzen Spielerkader, ein umfangreiches Trainerteam und dann noch den gesamten Staff unterbringen musst. Zudem vergleichst du jede mögliche Herberge mit dem Traumurlaub im Campo Bahia. Nach dem Ausscheiden war schnell klar: es hat sich doch verbucht. Eigentlich machte das Zulal Wellness Resort einen ganz passablen Eindruck. Die Anfahrt zu den Pressekonferenzen wurden allerdings von 90% der Reisenden als ungenügend beschrieben. Leider fehlte auch die obligatorische Skihalle, die jede durchschnittliche Mall in Doha zur Freizeitgestaltung im Angebot hat. Da verwundert es nicht, dass Manuel Neuer direkt nach der Abreise aus Katar sich sämtliche Binden vom Reklamierarm riss und in den Schnee warf. Wenn schon Winter-WM, dann lieber mit DJ Ötzi auf der Hüttn als mit DJ Ötzi im Megapark. Auch hier kann Katar noch nachrüsten. Der Kunstschnee in der Skihalle wäre aber bestimmt fluffiger gewesen und hätte verhindert, dass sich Manu beim Schneeengelmachen das Bein bricht. Nicht jeder Fußballer kommt mit Schnee gleich gut klar. Messi z.B. ist auf dem Untergrund bestimmt nicht besser als Götze. Für Kopfgrätschen am Samstag 10:30 eignet er sich allerdings ganz famos. Wir sollten ernsthaft überlegen den nächsten Sommer in einer Skihalle in Doha zu spielen.
10. Dezember 2022 – Frostrating (5 von 6 Sternen)
26. November 2022 – Mannschaftsfoto à la Wales (ein Versuch)

Warum die walisische Nationalmannschaft auf ihren Mannschaftsfotos immer so komisch rumstehen, wissen wir nicht.
… aber wir wollten es mal ausprobieren. Hat aber nicht wirklich geklappt. Mit auf dem Foto dabei sind aber zwei #Kopfgrätsche-Veteranen. Die Brüder Sascha und Artem! Sie kommen immer mal wieder vorbei – auch mal mit Anton oder gleich zu Dritt.
Fußballmärchen aus 1001 Love
Jetzt hätten wir tatsächlich ein Terminproblem. Samstag 10:30 Kopfgrätsche vs. Tunesien gegen Australien. Gegen diesen fußballerischen Leckerbissen am zweiten Spieltag der WM-Vorrunde hätten wir doch niemals eine Chance gehabt. Jeder hätte verstehen können, wenn potenzielle Mitspieler sich entschuldigt hätten, weil man lieber den Stars um Jackson Irvine und Mohamed Dräger zuschauen möchte. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass die One Love zum Selberkicken diesmal etwas größer sein wird. Man geht natürlich davon aus, dass das Duell in Gruppe D ein weiteres lahmes 0:0 in einem halbleeren Stadion wird. Dann lieber gar kein Publikum, aber dafür Buden satt auf dem roten Platz. Auch sonst findet sich in der Fußballhistorie nirgendwo etwas, dass das Kräftemessen der Adler von Kathargo und der Socceroos in irgendeiner künstlichen Art interessanter machen würde. Bisher spielten beide Nationen zweimal gegeneinander. Wer aber das letzte Spiel der beiden beim ConfedCup 2005 in der Gruppe A verpasst hat, muss jetzt auch nicht mehr unbedingt einsteigen. Tunesien und Australien spielten damals mit Argentinien und Deutschland in dieser Gruppe. Am letzten Spieltag war diese allerdings schon entschieden, weil sowohl Argentinien als auch Deutschland ihre Spiele gegen die Nordafrikaner und Ozeanier gewannen. Es sollte uns also wundern, wenn Tunesien die 0:2 Niederlage gegen Australien damals als große offene Rechnung wertet. Das 2:2 im Spiel zwischen Argentinien und Deutschland war ein Jahr vor der WM2006 sicher viel interessanter. Für Jürgen Klinsmann war das ein wichtiger Gradmesser in Nürnberg, ob Spieler wie Mike Hanke, Thomas Brdaric oder Marco Engelhardt bereit sind für das Sommermärchen. Wenn ich heute an Nürnberg denke, dann natürlich an Elisenlebkuchen und erzgebirg’sche Volkskunst auf dem Christkindlmarkt. In diesen Disziplinen sind wir doch immer noch Weltmeister, oder?
19. November 2022 – Dancing with DJ Caleb

Immer wenn Caleb da ist, ist auch Musik dabei. Seine Boom-Box sorgt afrikanische Pop-Musik während des ganzen Spiels. Und beim #Kopfgrätsche-Foto.
12. November 2022 – Maladez Luka
Filmkritik: Das Nominierungsvideo
In der Nominierungswoche für das größte Fußballturnier der Welt hat sich ein komplett neues Filmgenre etabliert, das seinen eigenen Regeln folgt. Machwerke dieser Art werden mit dem Smartphone hochkant exklusiv für die großen Portale produziert. Gemacht sind sie für den Augenblick und entfalten ihre gewünschten Effekt im Livemoment. Dennoch potenzieren sie ihre ganze Wirkung erst, wenn eine Kopie davon auf allen anderen Plattformen landet und diese im besten Fall so viral geht, dass sie etwas später auch über die Nachrichtenportale all jene erreicht, die sich noch per Bild-Push-Nachricht informieren. Die Auflösung dieses Debüts ist abhängig von den Bandbreite, die während des Streamens herrscht und kann schon mal an einen Dogma-Film in der Tradition eines Lars von Triers oder Thomas Vinterbergs erinnern. Stilbildend ist natürlich der Screen im Screen, auf dem live zu sehen ist, was der Hauptdarsteller live miterleben muss. In der Situation vor der Gewissheit sieht man ihn leidend, wie es zuletzt eigentlich nur Leonardo di Caprio bei seiner oscarreifen Performance in The Revenant gelungen war. Wenn dann der Moment gekommen ist, an dem der Name des Protogonisten in der Nominierungspräsentation des Heimatverbandes fällt, verlässt die Kamera unmittelbar ihre Ruheposition und nutzt alle Achsen gleichzeitig. Das muss in einem Tempo erfolgen, bei dem der Autofokus komplett überfordert ist. Ein Mittel wie man es z.B. aus dem Horrorgenre kennt, in den Augenblicken maximaler Todesangst. Nur hier ist es natürlich ein Freudenmoment, in dem sich all das Leiden der bisherigen Karriere des Helden emotional entlädt. Oft wird in diesem Akt das Genre des Musicalfilms gestreift, eine ausgefeilte Darbietung wie in La La Land ist allerdings aufgrund der andauernden Ekstase nicht zu erwarten. Dafür verstecken die Macher kleine Eastereggs in ihren Produktionen, die sich nur entdecken lassen, wenn man das Nominierungsvideo Bild für Bild und Ton für Ton von Lippenlesern und Sprachwissenschaftlern analysieren lässt. Diese Interpretationen lassen das Video noch ein paar Stunden länger überleben, bevor es sich wie Aktionskunst zeitlich überlebt. Nur einige wenige Snippets schaffen es eventuell in späteren Remixen zurück in die Meme-Kultur. Bei der Gelegenheit wollten wir euch sagen, dass ihr für Samstag 10:30 nominiert seid. Wir sind gespannt auf eure Nominierungsvideos.
05. November 2022 – No November Rain – November Sun!
Joy to the World Cup Division
Ich hatte gestern gar keine Lust auf Eis. Vielleicht ist der Sommer doch zart am Abklingen. Die Sommerzeit haben sie uns ja schon genommen, indem sie uns eine Stunde geschenkt haben, die fürs Kopfgrätschen allerdings komplett ungeeignet ist. Aber wir können weiterhin Samstag 10:30 kurze Hosen und die DKW-Sonnencreme tragen. Es sind immerhin noch zweistellige Plusgrade, aber der Katari würde sich doch schon eine Pudelmütze überziehen. In Doha sind schließlich heute und in den kommenden Wochen konstant über 30 Grad zu erwarten. Da legt sich sogar Per Mertesacker als ZDF-Experte gerne den ganzen Tag in die Eistonne. Es wird aktuell davon ausgegangen, dass eine Winter-WM eine einmalige Sache sein wird und man bei den nächsten Turnieren wieder im Sommer spielen wird. Aber ist das wirklich so sinnvoll? In 4 Jahren wird in den USA, Kanada und Mexiko ein neuer Weltmeister gesucht. Mexiko im Sommer ist auch nicht lauschig. Guckt man sich die aktuellen Temperaturen von Toronto an, die auch noch kuschlige 17 Grad haben, bräuchte man für diese WM, wenn sie auch im Winter und in diversen Klimazonen stattfindet, weder Rasenheizung noch Klimaanlage. Und falls die Bewerbung für 2030 von Saudi-Arabien, Ägypten und Griechenland Erfolg hat, will man doch nicht wieder zurück in den Juli? Also vielleicht arrangiert man sich schon einmal mit dem neuen Rhythmus und etabliert den World Cup neben Karneval, Advent und Black Friday in der kurzen Spanne zwischen Herbst- und Weihnachtsferien. Für den gemeinen Kopfgrätscher ist das gar nicht so ungünstig. Im Sommer spielt er ja schließlich selbst zweimal in der Woche und hat kaum Zeit diese ganzen WM-Spiele, die auch immer mehr werden, alle zu gucken. Bei der aktuellen WM wäre das natürlich eine vortreffliche Ausrede, um die WM einfacher zu boykottieren. Aber bei den folgenden Turnieren wird doch wieder alles gut, oder? Spätestens in Saudi-Arabien…
02. November 2022 – Kopfgrätsche Weltweit: Ätna

Ein Kopfgrätsche-Aufkleber klebt nun auch südlich der Stiefelspitze – quasi auf einem unförmigen Fußball namens Sizilien. Das ist nicht der erste Kopfgrätsche-Weltweit-Beitrag von John. In Italien ist er gerne mal – so auch 2019: Notti magiche di un’estate italiana.
Weitere-Beitrage auf Kopfgrätsche unter dem Stichwort „Weltweit„.
29. Oktober 2022 – Kopfgrätsche-Tournament

Kopfgrätsche-Samstag dieses Mal spontan mit Aufschreiben im Turniermodus. Drei Mannschaften spielen in 10-Minuten-Matches gegeneinander. Vier Runden sind es geworden. Beim Tore-Zählen ging es einiges durcheinandern. Sagen wir so: Schätzungsweise ist Komron Torschützenkönig des Turniers.
Team A – Adham, Ahmad, Anas, Mahmoud, Christoph, [Unbekannt]
Team B – André, Vadim, Jan, Komron, Michail, Amin, [Gamlet, Kurzeinsatz]
Team C – Tobias, Deji, Caleb, Jindu, Gweke, Atabek
Runde 01
A vs. B – 0:1
A vs. C – 1:3
C vs. B – 1:2
Runde 02
B vs. A – 0:1
A vs. C – 1:2
C vs. B – 0:1
Runde 03
B vs. A – 1:2
A vs. C – 1:2
C vs. B – 2:1
Runde 04
B vs. A – 0:3
A vs. C – 2:1
C vs. B – 2:2
Endstand
Team C – 13
Team A – 12
Team B – 10
22. Oktober 2022 – Ein ganz gewöhnlicher Oktober-Samstag …
Badischer Abgang
Der polnische Abgang hieß im Englischen bisher french Exit. Aber das war ja auch bevor Ronaldo beim Spiel gegen Tottenham den frühzeitigen Heimweg antrat. Jetzt wandert diese Option der mehr oder weniger höflich-gelesenen Fahnenflucht auf die iberische Halbinsel. Dabei ist dieses Phänomen in der Fußballgeschichte nichts Neues. Wir erinnern uns noch an Jens Lehmann in der S-Bahn nach Essen als sein einziger Zettel ein Zweizonen-Ticket war. Er hatte in Leverkusen in der ersten Halbzeit 3 Tore kassiert und Jörg Berger traute ihm wohl nicht zu, dass er in der zweiten Hälfte vier Tore erzielt und probierte es mit einem erfahreneren Torwart. So war Jens nachdem er sich das Geld für die Fahrt geliehen hatte rechtzeitig zur Sportschau zuhause. So wie viele Fans die sich bei den übervollen Autobahnen im Ruhrgebiet fragen, wann sollte ich das Spiel spätestens verlassen, wenn ich Montag pünktlich auf der Arbeit erscheinen will? Deshalb wundert es nicht, dass ein anderer Schalker in Dortmund bei einem Länderspiel gegen Russland zum Inbegriff der treulosen Tomate wurde, weil er keine Lust hatte im Stadion des Erzrivalen eine weitere Halbzeit auf der Tribüne zu frieren. Bei Kevin Kuranyi war es allerdings schwierig die Art des Abgangs umzubenennen. Als Sohn eines Deutschen ungarischer Herkunft und einer Panamaerin wurde er in Rio de Janeiro geboren. Im Zweifelsfall ist Kuranyi natürlich Schwabe, der unter dem Badenser Jogi Löw aus der Nationalelf flog. Der Badenser wiederum verpasste unzählige Gelegenheiten für einen gut getimten Abgang und würde sich erstklassig als Pate für das Gegenteil des polnischen Abgangs anbieten. Bevor man allerdings gehen kann, muss man natürlich erst einmal erscheinen. Das werden wir Samstag 10:30 wieder versuchen. Wann wir unter welchen Umständen den Platz verlassen ist noch offen.
15. Oktober 2022 – Team 3 macht Foto und dann frei
Genetischer Doppel-Wumms aus der Zukunft
Hallo Pep, schön, dass du das letzte mal aufmerksam mitgelesen hast und das Tor-Monster am Mittwoch zum Ausruhen auf die Bank gesetzt hast. Warum es auch immer eine Pause brauchen könnte. Wahrscheinlich um Anlauf zu nehmen für einen nächsten irren Rekord. Aber egal, so konnte man sich in Kopenhagen über einen Punkt freuen, weil der 900.000€-in-der-Woche-Stürmer bezahlten Urlaub neben dem Platz machen durfte. Und wir konnten uns bei Heiko auf dem Hocker angucken, was passiert, wenn Haaland in zwei Mannschaften vermisst wird. Am Ende also nur zwei Tore in Gruppe G an diesem Spieltag. Aber immerhin das Bier und die Fachgespräche hatten viel Gehalt. Die Vorrunde ist in diesem irren Kalender nun auch schon fast rum. In Barcelona fragt man sich wie die Champions League für sie vorbei sein kann, wenn sie doch gerade erst gestern die Spieler dafür anmelden konnten, weil sie spät aber plötzlich noch Geld gefunden hatten. Dabei haben sie sich bestimmt einiges von Olaf Scholz seiner Doppel-Wumms-Kasse abgeguckt. Also wirtschaftlich gibt es doch Ähnlichkeiten. Man pumpt sich das nötige Kleingeld halt bei der Zukunft. Blöd ist nur, wenn man deshalb trotzdem nicht in der Gegenwart die Gruppenphase übersteht. Aber vielleicht sollte die UEFA mal darüber nachdenken noch mehr Spiele in diesem Wettbewerb zu veranstalten, damit man nicht als Dritter oder Vierter schon ausscheiden muss. Unser Turnier mit vier Teams am letzten Samstag 10:30 war doch auch sehr schön. Es bestand nur aus einer Gruppenphase und war vorbei als es anfing zu gewittern. Das Modell kann so gerne wiederholt werden und hat auf jeden Fall allen Spaß gemacht. Mehr Spaß als die Champions League aktuell, die sehnsüchtig darauf wartet, dass endlich der Cousin von Erling Haaland, der aber in Wirklichkeit sein Klon zu sein schein, in dem Wettbewerb aufläuft. Dann könnte man zukünftig auch immer mal einen Haaland schonen, weil dann der andere für den Wumms sorgt. Barcelona klingelt schon mal in Berlin durch für Tipps zu innovativen Finanzierungsmöglichkeiten.







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