
Einer dieser Samstage, die noch einen kurzen Besuch um Kai danach erlauben. Immerhin zum ersten Mal im Jahr 2025: Müffeln und Süffeln nach einer gepflegten Kopfgrätsche.


Einer dieser Samstage, die noch einen kurzen Besuch um Kai danach erlauben. Immerhin zum ersten Mal im Jahr 2025: Müffeln und Süffeln nach einer gepflegten Kopfgrätsche.

Der Tabellenrechner läuft langsam heiß. Das nahende Saisonende könnte man an zwei Händen abzählen, trotzdem ist es einfacher mit einer Kicker-Stecktabelle. Oder mit einer großen Tafel wie sie Donald Trump gerade überall hochhält. Aber die scheint wenig flexibel. Wenigstens mit Magneten hätte man da arbeiten können. Vor allem weil sich da doch täglich etwas ändern kann. Momentan sind wir beim POTUS auf Vizekusen-Kurs, aber das heißt ja nicht, dass wir uns nicht gegen Arminia Lesotho blamieren können. Oder diese Insel mit den Pinguinen. McDonald Island. Die offensichtlich nur dabei sind, weil die zu wenig von Onkel Donalds Lieblingsrestaurants eröffnet haben. Früher konnte man dort immerhin angehende Europameister treffen wie einst die Dänen 1992. Aber seitdem dort eigentlich nur noch Trump und Söder abwechselnd in die Burger spucken, sind die Golden Arches in der Nährwerttabelle auf den Relegationsrang abgerutscht. Als Überraschung im Happy Meal, das damals noch Junior Tüte hieß, hatten die Dänen neben dem EM-Titel auch noch Grönland gewonnen. Die Krone Europas ist im Vergleich zu dieser Insel sicher nicht mehr ganz so viel Wert. Die nächsten großen Titelträger als Club- und Nationen-Weltmeister werden schließlich schon bald in den USA produziert. Die Produktion von Kopfgrätschen wird trotzdem exklusiv Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 hier lokal durchgezogen. Selbst wenn wir damit wahrscheinlich die letzte echte Werkself sind, die neben Wolfgang Grupp und dem Trigema-Affen ausschließlich in Deutschland produziert. Das Weltniveau, auf dem Bauch mit dem Kopf voran Richtung Ball und Gegner zu rutschen, macht uns so leicht doch niemand nach. Das trauen wir maximal noch den verdammten McDonalds-Pinguinen zu.
MW: »Team – Einsetzung einer Kopfgrätschegruppe für die Koordinierung von Ballspielterminen, insbesondere für die nächsten 120 Stunden (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00). Mein Deputy zieht ein Tiger Team auf Deputies/Agency-Chief-of Staff-Level zusammen, direkt nach dem Handlungsauftrags-Meeting im Sitzungsraum an diesem Morgen, zur Aussendung später an diesem Vormittag.«
MW:»Pls versorgt uns mit den besten Staff POC von eurem Team, zwecks Koordinierung für die nächsten Tage übers Wochenende bis Mittwoch. Thx.«
JD:»Team, ich bin heute raus, aufgrund einer ökonomischen Veranstaltung in Michigan. Aber ich denke wir machen einen Fehler.«
JD:»3 Prozent aller Ballaktionen gehen über den Kopf. 40 Prozent über den dicken Onkel. Es besteht ein reales Risiko, dass die Öffentlichkeit nicht versteht, warum das nötig ist. Der stärkste Grund es zu tun ist, wie der Präsi schon sagte, um eine Botschaft zu senden.«
JD:»Ich bin nicht sicher, ob dem Präsi bewusst ist wie inkonsistent das ist mit seiner aktuellen Botschaft an die Kopfgrätscher. Da besteht ein weiteres Risiko, dass wir eine weitere moderate Verlängerung der Tageslichtzeit sehen werden. Ich bin gewillt den Teamkonsens zu unterstützen und die Bedenken für mich zu behalten. Aber es gibt starke Argumente, ab sofort auch Mittwochs 18:00 zu spielen. Da muss man wahrscheinlich jetzt einen Monat Messaging Work machen, warum das wichtig ist, gucken wie die Beteiligung ist, etc.«
JK:»Es gibt nichts Zeitkritisches, das die Timeline beeinflusst. Wir haben exakt die gleichen Tageslichtbedingungen in einem Monat.«
MW:»„Wie wir bereits im ersten PC erklärt haben, haben wir die grundsätzliche Entscheidung, die Spieltage zu verdoppeln. Vom Standpunkt der Nachrichtenübermittlung aus gesehen, werben wir absolut damit, warum die Kopfgrätscher in ihre Mittwochsteilnahme investieren müssen.“
JD:»Ich werde ein Gebet für den Sieg sprechen.«
MW:»Amazing Job.«
JR:»A good Start.«
MW:»👊🏴☠️🔥
SM:»Great work all. Powerful start.«
SW:»🙏🙏💪🏴☠️🏴☠️«
TG:»Great work and effects!«
JG:»…📸
1900 muss einiges los gewesen sein. So ein neues Jahrhundert motiviert wahrscheinlich noch mal ganz anders, wenn man Silvester mit der Sektflöte auf dem Balkon steht und nach guten Vorsätzen sucht. Und da es damals noch keine Abos für Fitnessstudios gab, hat man dann halt mal fix einen Verein oder Verband gegründet. Zwischen der Gründung des DFB und des FC Bayern liegen im Jahr 1900 dann auch nur vier Wochen. Und wo macht man so eine Gründung? Man braucht ein wenig Platz und der eine oder andere bekommt beim Verfassen der Satzung vielleicht auch Durst. Der DFB wurde deshalb im Restaurant „Zum Mariengarten“ in Leipzig gegründet. Der FC Bayern im Café Gisela in der Fürstenstraße. Wenn man heute nach dem Café Gisela sucht, findet man allerdings nur einen seelenlosen Imbiss in Fröttmaning in einer Multifunktionsarena am Autobahnkreuz München-Nord. Am Gründungsort des DFB in der Büttnerstraße 10 findet man heute einen Friseur und eine Thai-Massage. Etwas Warmes zu Essen oder eine Büchse Energy-Brause gibt es hier wohl nicht mehr. Sogar der Hundesalon The Doggy Style nebenan hat vorübergehend geschlossen. Schräg gegenüber kann man immerhin eine MPU Begutachtung bekommen, aber besonders schräg ist, dass die Wäscherei Schmidt nur ein paar Nummern weiter im Web unter „Textilpflegeatelier Müller“ zu finden ist. Welches Easteregg hat der DFB hier mit seinem Jubiläumstrikotspot versteckt? In der näheren Nachbarschaft gibt es inzwischen fünf Fitnessstudios. Bei PoleFitness in der Salomonstraße lernt man an einer Stange zu turnen, was durchaus für Torwarte eine interessante und innovative Trainingsform sein könnte. Auch Kopfgrätscher könnten hier vor ihrem Einsatz Samstag 10:30 sich kopfüber an der Pole vorbereiten bevor sie ohne Stange frei über den Platz grätschen. Der Kopfgrätsche-Gründungsort ist verrückterweise schließlich immer noch der Spielort. Und wenn die Historiker in hundert Jahren bei GoogleMaps zwischen Drewespark und Wonnemar nach unseren zerfurchten Schädeln buddeln, tragen sie dabei hoffentlich das limitierte Kopfgrätsche-Anniversary-Trikot für die Ewigkeit aus der Seifenblase.
Ins Weiße Haus kommen wohl nicht nur Bettler und Hausierer, die frech rüstigen Rentnern Sicherheitsgarantien aus dem Sparstrumpf quatschen wollen. Nein, auch ganze Drückerkolonnen im Anzug werden bereitwillig und naiv hereingebeten. Und schon hat Opa etwas unterschrieben, was er vorher nicht genau durchgelesen hat. Einerseits, weil es bestimmt auch ein länger Text in 7 Punkt Schriftgröße war. Andererseits, weil Opa zu eitel war die Brille aufzusetzen. Der nette Mann von der FIFA hat aber einen ganz seriösen Eindruck gemacht und hat von drei Superbowls am Tag bei der WM 2026 geredet. Da kann man ihm schon mal nachsehen, dass der Ball immer noch viel zu rund ist und in jeder Halftime nicht mindestens drei Teslas beim Superschuss verlost werden. Aber das kann man bestimmt später noch rausverhandeln. Zwar gibt es Gerüchte, dass der „King of Soccer“ gar kein echter Adliger sei, aber das sind die nigerianischen Prinzen ja auch selten. Was soll also schon schief gehen? Die „White House Task Force“ wurde jedenfalls schneller gegründet als wir Samstag 10:30 Kopfgrätsche-Teams bilden können. In der ersten Amtszeit hatte Opa Donald diesen World Cup teuer eingekauft, aber es hatte ihm wohl keiner gesagt, dass die Lieferung ein paar Jahre dauert. Nun, dank seiner zweiten Amtszeit kann er sich das Spektakel doch noch live angucken. Vladimir hatte das schließlich 2018 auch geschafft. Nun also bringt er das Megaevent zum ersten mal in diesen Teil der Welt. Seine Lieblingsband die Village People hätten ihm eigentlich persönlich sagen müssen, dass sie schon einmal 1994 mit ein paar hüftsteifen Deutschen für ein Soccer-Turnier in Baseballstadien gesungen haben. Aber bei denen hat sich die Besetzung seitdem leider auch schon vier mal geändert. Egal, 2026 wird huge. Aktuell denken die Mexikaner und Kanadier noch, dass sie auch dieses Turnier ausrichten. Aber Grenzen sind keine kalibrierten Linien und können jederzeit vom VAR neu festgelegt werden. Als besonderen Wettbewerbsanreiz wird der POTUS persönlich im White House Keller bei langweiligen Ballschiebereien einfach neue Strafzölle beschließen, die der Schiedsrichter über das Stadionmikrofon verkünden muss. Mann kann nur hoffen, dass dieser nette Schweizer Superbowl auch richtig verstanden hat und nicht mit „Millions of People“ und drei superben Eulen anrückt.

15!!! Kopfgrätscher! Allerdings waren nicht mehr alle beim Fotoschooting dabei. Zwei sind auf speziellem Wunsch per Photoshop ins Bild gekommen: Quelle ist ein etwa ein Jahr älteres Bild. Zwei andere junge Premierenspieler sind mitten im Spiel abgehauen. 15 ist übrigens auch die Temperaturangabe für diesen Kopfgrätsche-Samstag.
Hiermit möchten wir noch einmal klarstellen, dass German Brainrot nicht das Ergebnis von zu viel Kopfgrätschen ist. Man kann ja auch nicht vom Küssen schwanger werden. Nun gut, man könnte denken, dass der Kopf in einem Sport, der „Fuß“ im Namen trägt, eher ungeeignet ist, um ihn häufiger gegen Bälle und Waden zu kloppen. Das mag sein, aber das passiert seltener als man erwarten könnte. Das mit dem Kopfgrätschen ist eher eine Ausnahme oder eine Kuriosität, die sich aufgrund technischer Limitierung und fehlender Kontrolle über die eigenen Körperteile einstellt. Geplant ist sie selten. Natürlich könnten wir jetzt eventuell profitieren, wenn wir auch in kurzen Social-Media-Clips einen Kopfgrätscher statt eines Fisches in der Luft vertikal rotieren lassen. Müssen wir vielleicht sogar mal ausprobieren. Bei Asterix war das ja auch ganz lustig. Den Effekt würde man sicher Samstag 10:30 auf dem Platz messen können. Wenn dann plötzlich ganz viele neue Mitspieler mit einem TikTok-Account über den Platz rotieren, kann man sicher am Freitagmorgen ein paar Haupt- und Nebensätze einsparen. Über die Qualität des Spielermaterials müsste man aber noch einmal kritisch drüber gucken. Die TikTok-Pausen wären bestimmt länger und häufiger als die Trink- und Zigarettenpausen. Das Mitzählen der erzielten Tore wäre wie bisher komplett subjektiv und willkürlich. Da würde sich nicht viel ändern. Das mit der Kniehöhe beim Einschießen kann sich sowieso seit Jahren niemand merken. Ja nö, eigentlich sind wir wohl bereit für Idiocracy x Kopfgrätsche. Das Problem ist nur, dass wir gerade über einen Trend nachdenken, der morgen bei Spielbeginn schon wieder komplett out sein könnte. Aber wenn es uns gelingt in Zukunft weniger nachzudenken, sind wir bestimmt auf dem richtigen Weg.
Was schenkt man jemandem, der schon alles hat? Schwierig. 125 Jahre wird der FC Bayern und macht immer noch keine Anstalten sich mal ein wenig im Schaukelstuhl zurückzulehnen. Wie so ein Berufsjugendlicher, der immer noch die Jungen auf dem Skateboard überholt oder alle anderen Verkehrsteilnehmer mit dem Liegefahrrad wegklingelt und dabei mit Pokerface und ohne Schweiß auf der Stirn hinter der Spiegelsonnenbrille feist grinst. Nur der Uli, da auf dem Tandem mit dem Karlheinz scheint ein wenig rot im Gesicht. Aber eigentlich nur aus purer Identifikation mit der Vereinsfarbe. Bei 125 Jahren wäre es doch wirklich okay, wenn man langsam mal auf beige oder andere Erdtöne umsteigen würde. In der letzten Saison schien man nach 11 Meisterschaften am Stück auch etwas altersmilde, aber kaum geht es auf das Jubiläum zu, wird schon wieder ein Hangar für die zu erwartenden Geschenke freigeräumt. Die Gratulanten stellen sich brav in eine Reihe und warten bis der rüstige Jubilar unter endlosen Huldigungen bis zum Titel dahoam durchgewackelt ist. Bis dahin gibt’s noch ein paar Rückblicke auf ganz viele Legenden und unzählbare Triumphe. Die wenigen Irrtümer, die das Feierbiest im Jubiläumstrikot menschlich erscheinen lassen könnten, muss man dezent auch einstreuen. Aber natürlich nur als erzählerische Rampe für noch größere Triumphe. Vor 125 Jahren sahen die aktuellen Spieler auch nicht anders aus wie ein paar Kopfgrätscher am Samstagmorgen 10:30. Sie mussten auch nicht schneller laufen als diese, was aufgrund der schweren Lederstiefel und des Schweineblasenklumpens, der noch von Mund aufgeblasen werden musste, auch nicht möglich war. Also besser wir machen von uns noch ein paar ikonische Bilder. Wer weiß, ob die nicht noch beim 125jährigen Kopfgrätsche-Jubiläum gebraucht werden. Unser Sondertrikot solltet ihr jetzt schon mal sicherheitshalber vorbestellen.
Was war noch mal so vor zwölf Jahren los? Na klar, da fällt euch bestimmt ein, dass es ein deutsches Finale in der Champions League gab, an dem u.a. ein gewisser BVB teilnahm, der zweimal in Folge Meister geworden war. An den Trainer bei den Schwarzgelben denken die meisten Fans nur noch mit apathischem Wippen zurück, während ihre toten eingefallenen Augen ins Leere starren. Dass der Pöhler-Vulkan von einst inzwischen als schäbiger Dosenverkäufer geendet ist, während man ihn dringend als Erlöser bräuchte, ist doppelt tragisch. Aber vor zwölf Jahren trug sich noch weiteres nahezu Unglaubliches zu. Es gab tatsächlich eine Spielankündigung mit dem Titel „Ball-o-mat für Abschlussschwache“, weil natürlich eine Bundestagswahl stattfand. Diese hatte eine dritte Amtszeit von Angela Merkel als Bundeskanzlerin zum Ergebnis. Der Herausforderer der SPD Peer Steinbrück musste mit seinen lumpigen 25,7% als Juniorpartner in eine große Koalition eintreten. Einen Kabinettsposten nahm er aber nicht ein. Da musste der unverbrauchte Niedersachse Siggi Gabriel ran. Die Opposition bestand aus Grünen und Linken, während die FDP und die im Februar 2013 neugegründete AfD den Einzug in den Bundestag knapp verpassten. Das Fernsehduell der beiden Spitzenkandidaten richteten ARD, ZDF, RTL und ProSieben gemeinsam aus. Die Spitzenkraft, die ProSieben dafür entsandte, war ein gewisser Stefan Raab, was natürlich der einzige Aufreger des gesamten Wahlkampfs war. Aber am Ende waren sich die Meisten einig, dass die freche Ulknudel eine Bereicherung für die Runde war. Er nagelte Kanzlerkandidat Peer Steinbrück für seine Haltung, nur bei einem Wahlsieg der Bundesregierung anzugehören, mit folgenden Worten an die Wand: „Das ist doch keine Haltung zu sagen: Ich will nur gestalten, wenn ich ‚King of Kotelett‘ bin. Oliver Kahn ist auch als Nummer 2 zur WM gefahren. Warum? Weil es der Sache dient! Und das nötigt den Leuten Respekt ab. Überlegen se sich das noch mal, dann kriegen sie mich vielleicht auch noch.“ Wer mit diesen flammenden Worten nicht on Fire as fuck für Samstag 10:30 ist, dem ist auch nicht mehr zu helfen.
I know when to go out (saturday 10:30)
Know when to stay in (never)
Get things done
I catch a paper boy, but things don’t really change
I’m standing in the wind, but I never grätsch bye-bye
But I try, I try
There’s no sign of talent, it’s just the power to charm
I’m lying in the snow, but I never grätsch bye-bye
But I try, I try
Never gonna fall for (Modern football)
Walks beside me (Modern football)
Walks on by (Modern football)
Gets me to the pitch on time (Pitch on time)
Terrifies me (Pitch on time)
Makes me party (Pitch on time)
Puts my trust in Club WM (Club WM)
No confession (Club WM)
No religion (Club WM)
Don’t believe in Modern Football Love
It’s not really work, it’s just the power to charm
I’m still standing in the wind, but I never grätsch bye bye
But I try, I try
Never gonna fall for (Modern football)
Walks beside me (Modern football)
Walks on by (Modern football)
Gets me to the pitch on time (Pitch on time)
Terrifies me (Pitch on time)
Makes me party (Pitch on time)
Puts my trust in Club WM (Club WM)
No confession (Club WM)
No religion (Club WM)
Don’t believe in Modern Football Love
PS: Roter Teppich für ein kleines Nerdderby – wer findet die meisten Graugä… äh… Sci-Fi-Filme in diesem Motivationsfilmchen?
Da hatte man nach all den Jahren gedacht, dass Lothar Matthäus fast rehabilitiert ist und dann guckt man sich die Transfers am Deadline Day an und muss feststellen: Pustekuchen. Für die Bundesligamanager soll der Lothar wohl noch etwas länger der Loddar bleiben, der in seinem Frrrängisch alle Namen ungooglebar ausspricht. Schugwugega, Nedegovidsch, Badschuei – der Kreuzbandriss damals in den Neunzigern war nichts gegen das, was Loddars Zunge aktuell erleiden muss. Immerhin muss er sie nicht mehr in sein Dagebuch schreiben. Ohne die FC Hollywood Doku hätten das alle schon längst vergessen und der Ehrenspielführer wäre in verklärter Rückschau endlich der allseits geschätzte Weltfußballer und Weltmeisterkapitän, der als TV-Experte schlaue Analysen liefert und sogar von jungen Spielern respektvoll gesiezt wird. Die Erinnerung malt normalerweise mit goldenem Pinsel, wenn es da nicht noch diese Homestories für die Bunte aus den Neunzigern gäbe, die soviel alte BRD atmen, dass man denkt, man würde gerade die Schwarzwaldklinik sehen, inklusive der pikanten amourösen Verwicklungen von Udo Brinkmann. Mit dem zusammengeknoteten Pulli über der Schulter und der Föhnfrisur im Cabrio auf dem Weg zum Golfen mit den Freunden von der Bild. Was man halt sich so damals gegönnt hat als neureicher Profi, der sich als gelernter Raumausstatter aus einfachen Verhältnissen und einfachen Hauptsätzen nach oben gearbeitet hat. Aber gut, auf die heutigen Jungprofis guckt man natürlich mit ähnlich schüttelndem Kopf. Mit der Streetwear-Haute-Couture in den Knien und dem Edgar-Haarschnitt im AMG auf dem Weg zum Let’s Play mit den Streamern. Jede Zeit hat ihre Pest. Und wer weiß, wer von denen in 30 Jahren in der Halbzeitpause die Highlights des Dobbspiels der Subberlieg verbal analysieren muss und damit kämpft die Namen unfallfrei auszusprechen. Und da irgendwie alles immer wiederkommt, wie Kopfgrätsche am Samstag 10:30, verzweifelt wahrscheinlich ein Finn oder Joshua dann an der Aussprache von klassischen völkischen Namen wie Friedhelm, Eberhard oder Fürchtegott.
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