Brainrot wegen Meckerns

Hiermit möchten wir noch einmal klarstellen, dass German Brainrot nicht das Ergebnis von zu viel Kopfgrätschen ist. Man kann ja auch nicht vom Küssen schwanger werden. Nun gut, man könnte denken, dass der Kopf in einem Sport, der „Fuß“ im Namen trägt, eher ungeeignet ist, um ihn häufiger gegen Bälle und Waden zu kloppen. Das mag sein, aber das passiert seltener als man erwarten könnte. Das mit dem Kopfgrätschen ist eher eine Ausnahme oder eine Kuriosität, die sich aufgrund technischer Limitierung und fehlender Kontrolle über die eigenen Körperteile einstellt. Geplant ist sie selten. Natürlich könnten wir jetzt eventuell profitieren, wenn wir auch in kurzen Social-Media-Clips einen Kopfgrätscher statt eines Fisches in der Luft vertikal rotieren lassen. Müssen wir vielleicht sogar mal ausprobieren. Bei Asterix war das ja auch ganz lustig. Den Effekt würde man sicher Samstag 10:30 auf dem Platz messen können. Wenn dann plötzlich ganz viele neue Mitspieler mit einem TikTok-Account über den Platz rotieren, kann man sicher am Freitagmorgen ein paar Haupt- und Nebensätze einsparen. Über die Qualität des Spielermaterials müsste man aber noch einmal kritisch drüber gucken. Die TikTok-Pausen wären bestimmt länger und häufiger als die Trink- und Zigarettenpausen. Das Mitzählen der erzielten Tore wäre wie bisher komplett subjektiv und willkürlich. Da würde sich nicht viel ändern. Das mit der Kniehöhe beim Einschießen kann sich sowieso seit Jahren niemand merken. Ja nö, eigentlich sind wir wohl bereit für Idiocracy x Kopfgrätsche. Das Problem ist nur, dass wir gerade über einen Trend nachdenken, der morgen bei Spielbeginn schon wieder komplett out sein könnte. Aber wenn es uns gelingt in Zukunft weniger nachzudenken, sind wir bestimmt auf dem richtigen Weg.    

Die spinnen, die Ballier!

An Ostern muss nicht alles brandneu sein, es reicht, wenn es gut versteckt ist. So wie diese Spielankündigung von vor zwei Jahren, die ich jüngst zufällig wiederfand, weil mich ein großer Aufsteller im Kino quasi mit der Nase draufstieß. Damals hatten die Dreharbeiten zum neuen Asterix-Film gerade begonnen und die Meldungen um den Auftritt von Zlatan als Antivirus tickerten um die Welt. Viele dachten sicher: ach guck, jetzt lässt er seine Karriere als kultiger Darsteller wie Vinnie Jones oder Eric Cantona ausklingen. Aber erst vor drei Wochen holte er sich den Serie-A-Rekord als ältester Torschütze und man kann bilanzieren, dass er vielleicht nicht größer als Jesus ist, aber seine aktive Karriere dauert definitiv länger. In der zwei Jahre alten Spielankündigung fehlt allerdings der offensive Hinweis auf die Spielzeiten. Der Grund ist kein Tanzverbot, aber andere Einschränkungen, die sich zwischen den Zeilen herauslesen lassen. Es war halt die Zeit, in der eine Osterruhe wild diskutiert wurde. Was ist heute eigentlich im Reich der Mitte los, wenn unser Tanzverbot quasi verbietet, dass man TikTok überhaupt öffnet? Egal, heute darf auf jeden Fall jeder, endlich die einfach zu findenden Hinweise zu den Anstosszeiten Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 in sein Körbchen legen.