Ein Spiel dauert 90 Minuten.
Ein #kopfgrätsche-Samstag dauert 180 Minuten.
(Während des Abschluss-Fotos saßen die meisten schon am Mittagstisch.)
Natürlich kann Samstag 10:30 gespielt werden. Zur Not „Malefiz“, „Fang den Hut“ oder „Spitz pass auf“. Irgendein Spielfeld findet sich immer. Gut, am Dienstag in Lotte wurde zur angesetzten Spielzeit parallel die Wattolümpiade ausgetragen. Bei Doppelbuchungen kann man wenig machen. Ihr könnt ja mal versuchen Dame und Mühle gleichzeitig zu spielen. Aber wenn man sich über das Spiel einig ist, kann man durchaus Spaß haben. Am besten nimmt man eins, dass für 9-99 Spieler in ähnlicher Altersspanne funktioniert. Wer bei der Festlegung der Regeln dabei sein will, sollte pünktlich kommen. Geht nicht über Los und lasst die 4000 Mark liegen. Die Bank gewinnt sowieso immer. Und am Ende dürfen alle in eure Karten gucken. Lukas Podolski hat leider auch nie erreicht, dass sich Schach mit Würfeln durchsetzt. Jetzt geht er nach Japan, um seine Mikado-Skills zu verfeinern. Ohne Widerschlag, in der Kevin-Großkreutz-Erweiterung. Ich muss in der aktuellen Spielrunde leider aussetzen und schone meine Spielfigur. Aber dafür darf ich das nächste mal dreimal würfeln, oder?
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(Aber Vorsicht, es könnte sein, dass Christoph dann das Spielbrett umschmeißt.)
Ihr sollt den Samstag nicht vor dem Sonnabend loben
Ihr habt den trojanischen Ball durch die Tore eures Platzes geschoben
Ihr habt gedacht, ihr könntet uns trainieren
Doch wir haben euch überlistet und zerstören euch von innen
Das war als Taktik schon ganz schön ausgefuchst und gilt es bis heute als Blaupause für jeden Underdog. Und wer hat’s erfunden? Natürlich die Griechen 2004. Bzw. Otto Rehakles (u.a. auch Erfinder der Halbangst), der viele Jahre vorher als Maler, Anstreicher und Kind der Bundesliga in Deutschland diese Taktik perfektioniert hat. Die überrumpelten Trojaner von damals kamen eigentlich aus Portugal und haben erst im letzten Jahr dieses Trauma besiegen und die Taktik selbst erfolgreich einsetzen können. So kommt der trojanische Ball ganz schön rum und sorgt immer mal wieder dafür, dass die beste Mannschaft nicht immer gewinnt. Die Hoffnung, dass er morgen 10:30 in der Wismarena Station macht, ist wie immer groß. Wolle mer’n rein lasse?

Fünf Jahre nach dem eigentlichen Eintrag, war dieser #kopfgrätsche-Sonnabend Facebook noch mal eine Erinnerung wert:
Dabei fiel auf, dass dieses Foto noch nicht auf www.kopfgrätsche.de archiviert, sondern exklusiv im Social-Media-Monster gefangen war. Dieser Mangel ist hiermit behoben.
Auch ohne physisch vorhandene Tore, die an den Zäunen des Platzes festgekettet waren, gab es reichlich Tore (maximal unter Kniehöhe) bei einem ordentlichem Spielchen mit Neun gegen Neun. Zwei Mal war Jürgen kurz davor den Notruf zu
wählen, aber die beiden Schwerstverletzten (nach dem ersten Eindruck) konnten Minuten später wieder auf Torejagd gehen.
Und ja, die Prophezeiung der #kopfgrätsche-Mail vom Vortag „Ein Gefühl, tiefer als Spaß“ ist so ungefähr in Erfüllung gegangen, obwohl es zwischenzeitlich sogar eine unrühmliche Kopfgrätsche-Premiere (Kleine Keilerei) gegeben hat.
Kopfgrätscher kennen das: wenn 112 gewählt wird und der Wagen mit Blaulicht in Sichtweite kommt, ist schlimmes Aua angesagt. Durch glaubwürdiges Herumwälzen am Boden unterstreicht man die Tragweite der Verletzung. Aber was ist mit dem Schmerz, der durch verbale Fouls entsteht? Für Fußballfans gilt im Zweifelsfall die alte Rapper-Regel: lieber zweimal nachdenken. Schlagfertigkeit klingt schon vom Begriff her ganz schön martialisch. Und trägt nicht zur Beliebtheit bei. Wenn sogar Enfant terribles wie Bushido lieber ihren Frust an Postfilialen oder Nahverkehrsbetrieben auslassen, ist Vorsicht geboten beim Meckern. Wir haben diesen Trend schon lange erkannt. Meckerköppe und Phlegmatiker werden so geschickt aufgeteilt, dass am Ende nicht nur ein gefühltes Unentschieden im Spielergebnis sondern auch seelisches Gleichgewicht bei den Mitspielern entsteht. Es soll ja schließlich niemand mit dem Gefühl nach Hause gehen, dass man sich das nächste mal besonders anstrengen müsste, um den Anderen etwas zu beweisen. Auch dieser Samstag (10:30) steht wieder im Zeichen der guten Laune. Die wird im Vorfeld extra noch einmal aufgepumpt. Und wer seinen unbedingt Ärger loswerden will, kann doch einfach „Fuchs du hast die Gans gestohlen“ oder ähnliches singen.
Jahrelang führt er einem vor Augen, was man selbst alles falsch gemacht hat auf dem Weg zum Weltklasse-Fußballer. Und als ob das noch nicht genug ist, verlässt Philipp Lahm das Feld auch noch in einem Zustand, den wir nie erreichten. In einem Alter, wo unsereins noch geglaubt hat, dass das mit der Weltkarriere jeden Moment losgehen müsste. Das verhöhnt doch den gemeinen Kopfgrätscher mehr als es jedes Plakat auf der Dortmunder Südtribüne könnte. Vielleicht haben wir nicht genug Stolz, um zu verhindern, dass Talente, die halb so alt sind wie wir (aber trotzdem älter aussehen als Philipp) uns Talentfreiheit und Alter in jedem Spielzug vor Augen führen. Aber dann prallt plötzlich bei einer Ecke der Ball blöd auf und plötzlich steht man vorm leeren Tor und schiebt mit dem Schienbein ein. In dem Moment ist das Gefühl doch ganz nah an dem was Philipp mit dem Weltmeisterpokal in der Hand in Rio gehabt haben muss. Oder wenigstens an dem, das er jedes Jahr mit der Meisterschale auf dem Marienplatz hat. Naja, vielleicht auch nur was der Telekom-Cup so bei ihm auslöst. Die traurige Wahrheit ist wahrscheinlich, dass er sich im Alter von 33 komplett leergejubelt hat. Wenn ihr noch etwas Jubel in euch übrig habt, ich kenne einen Ort, an dem dieser Samstag 10:30 besonders gut zur Geltung kommt.


Die Heimat des Europameisters von 2004 ist sportlich aktuell nicht der heiße Scheiß, aber die Vereinsnamen sind schon immer super gewesen. Olympiakos Syndesmos Filathlon Peiraios oder Athlitiki Enosi Konstantinoupoleos muss man erst einmal toppen. Vielleicht mit einen Trikot des Tatortreinigers Hugo Almeida aus dem AEK-Fanshop?
Wenn man aktuell nicht in die Zukunft schauen will, hilft es manchmal sich die Zukunft der Vergangenheit anzugucken. Die war auch nicht wirklich rosig, aber meistens lacht man doch drüber. Entweder weil es noch schlimmer kam oder weil man den Menschen tatsächlich solch eine Entwicklung zugetraut hat. Vor zwanzig Jahren hatten alle das Ende der Welt vor Augen, da niemand eingeplant hatte Computer auch nach der Jahrtausendwende zu benutzen. Nur weil unsere Eltern Platz auf den Lochkarten sparen wollten, hätte uns der Y2K-Bug um ein Haar alle ausradiert. Die nächste Chancen auf ein Revival der Millennium-Angst gibt es erst wieder 2027 und 2038. Bis dahin reicht das Internet noch locker. Wenn die größten Internet-Trolle uns zunehmend auch im Reallife trollen, vielleicht sogar noch länger. Die Zeit, die wir dafür in den Hotlinen der Provider verbringen, fehlt uns dann natürlich trotzdem, um endlich mal das fliegende Auto zu erfinden oder den Bot zu programmieren, der selbstständig die Kopfgrätsche-Spielankündigung schreibt und verschickt. Der müsste sich sicher am Anfang auch erst einspielen. Vielleicht vergisst er sogar die Startzeit zu kommunizieren. Spätestens da kommt der Mensch doch wieder ins Spiel und informiert euch notfalls per Brieftaube. Retweet wäre toll. Während wir uns den leuchtenden Hoverwürfel mit unseren intelligenten Botten zupassen, gibt es Straftraining für den Bot. Erste Übung für ihn: Samstagvormittag die Provider-Hotline anrufen.
Ach ja, fast vergessen: Samstag 10:30!
Zugegeben, für den Laien könnte es so aussehen, als ob am letzten Samstag nur 10 Leute am Platz waren. Aber das täuscht gewaltig und alle, die zuhause im Warmen mit einer Tüte Chips sitzen, sehen nur dieses Bild und denken Kopfgrätschen wäre nicht beliebt genug. Tatsächlich waren doppelt so viele Mitspieler anwesend. Schließlich wurden beide Seiten des Platzes und alle Leibchen gebraucht. Das Spielende konnten nicht alle Kicker abwarten. Das Mittagessen stand schließlich schon auf dem Tisch und fing an kalt zu werden. Außerdem ist der Kamerawinkel ungünstig gewählt. Von unten fotografiert wirken wir heroischer. Aber man würde aus diesem Winkel auch auf der National Mall nicht mehr Leute erkennen. Für alle, die immer noch nicht überzeugt sind, schaffen wir Samstag 10:30 alternative Fakten und wiederholen die ganze Prozedur. Und wenn ihr dann immer noch nicht glauben wollt, werden bei Freistößen rigoros Mauern gestellt. Und es wird niemand vom Platz gelassen, bis er nicht sein Soll an Toren geleistet hat. Wer zur Wochenendplanung auf kofgrätsche.de die Seite mit dem Wetterbericht sucht: die hat nie existiert (oder ich habe das Passwort dafür auf Twitter verloren). Zieht ruhig die Hose mit den kurzen Beinen an.
Da ist Uli Hoeneß endlich wieder zurück aus der längsten Winterpause aller Zeiten und niemand redet über ihn und seine Bayern. Unter dem Hashtag #Inauguration diskutieren stattdessen alle über den Einstieg eines anderen Präsidenten, gegen den Uli und die seinen kein Thema sind. Sogar Louis van Gaals Karriereende macht mehr Schlagzeilen als der Rückrundenstart des Rekordrückrundentabellenführers. Dabei wird der Tulpengeneral mit seiner Zweitkarriere als Donald-Trump-Doppelgänger noch 4 bis 8 erfolgreiche Jahre vor sich haben. Ob in diesem Zeitraum niemand anderes als die Bayern Meister wird, ist da doch unser kleinstes Problem. Etwas Kontinuität ist doch auch schön in diesen wilden Zeiten. Also freuen wir uns auf die drölfzigste Meisterfeier auf dem Münchner Marienplatz im Mai, die 20. Staffel In aller Freundschaft, eine weitere Runde 80er im Hitmix des UKW-Radios oder Jogi Löw als ewigen Bundestrainer bis 2020. Und natürlich Kopfgrätsche Samstag 10:30. In dieser kleinen heilen Welt der Konstanz ist es doch wie in einer schönen seichten Soap, wenn die Abteilung Attacke aus München ein provokantes Interview in der Süddeutschen gibt. Woraufhin wochenlang empörte Antworten von Aki Watzke, Ralle Rangnick und Tante Käthe durch den Blätterwald von Kicker und SportBild rauschen. Und das alles ohne Twitter und dass jemand tiefbeleidigt auf den roten Knopf drückt. Einfach himmlisch.
Eigentlich wird das obligatorische #kopfgrätsche-Foto, wie es hier auf www.kopfgrätsche.de zu Hunderten zu finden ist, mit einer alten Digital-Knipse (Canon IXUS 90 IS) geschossen. Doch wenn der Besitzer zum wiederholten Male die Speicherkarte vergessen hat, muss als Alternative ein iPhone herhalten. Dieses wiederum hatte mal wieder bei nicht-Kalifornischen Temperaturen ein Akku-Problem und verabschiedete sich in den apfligen Winterschlaf. Dann bleibt noch ein leicht betagtes Lumia-Nokia-Smartphone (ja, gibt es nicht mehr zu kaufen…). Sunny rief noch: „Lumia is the best!“ Was er nicht wusste: Auch dieses smarte Fotoschießdings war überfordert mit Selbstauslöser-Fotos im 5-Sekunden-Takt. Darum gibt es dieses mal nur das hier:
Unten rechts sieht man die zwei Daten-Krüppel, die das abstürzende Smartphone zu sichern versuchte.
Was waren das bisher für Fußballweltmeisterschaften? Eine Handvoll Mannschaften spielte den Weltmeister aus. Teilweise waren die Gastgeber und Titelverteidiger schon qualifiziert. Und viele mussten in Quali-Todesgruppen tragisch scheitern, weil die besten Spieler sich für den Audi-Cup schonten. Aber das ist jetzt vorbei. Dank Don Gianni Infantino kullern die Eliten endlich unrund aus ihrer Filterblase. Argentinien, Brasilien, Italien, Frankreich und Deutschland können sich schon mental mit einem blamablen Vorrundenaus gegen Usbekistan oder Holland beschäftigen. Wenn 2014 schon 2026 gewesen wäre, wären die Usbeken sicher dabei gewesen. Genauso wie Venezuela, Panama, Oman, Burkina Faso oder Katar. Eine WM-Teilnahme war noch nie so nah. Und da Katar 2026 als erneuter Gastgeber und Titelverteidiger sowieso dabei ist, kann ja jeder die Reihe der WM-Debütanten weiterspinnen. Also nur falls irgendjemand eine zusätzliche Motivation für Samstag 10:30 braucht. Um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, werden die wir allerdings die Umstände der Antarktis simulieren. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die WM 2026 dann doch nicht erneut in der Wüste stattfindet.
So mucho wir die Direktive des Jubilars vong der Säbener her nach Deutsch in der Kabine pushen würden, es failed schon wegen der Lappalie, dass bei uns nix Kabine. Da wo der Schnee am fallen is, da trecken wir die Botten an und babbeln über Taktik und World Problems. Und wir sind happy über jeden Babo, der nicht für den Afrika-Cup nominiert oder plötzlich durch eine Mega-Offerte aus dem Reich der Mittel shanghaied wurde. Die Temperaturen sind da naturellement a la Bonne heure. 14 Grad in Shanghai, 24 Grad in Libreville, 26 Grad in Abuja – da kann man ruhig im Ferrari-Glitzer-Bling-Bling-Shirt mit passendem Basecap flanieren. Die lange Jogging-Buxe braucht man eigentlich nur bei Galas und Papstaudienzen. Und beim samstäglichen Kopfgrätschen kann sie for sure nicht schaden. Unsere Kick-off-Time Samstag 10:30 a.m. ist extra so gefixt, dass uns die chinesischen Uli-Hoeneß-Fan-Boys beim Paulaner am Stammtisch joinen können. Wenn die Bundesliga meint sich eine Break leisten zu können. Wir jumpen gerne in die Bresche bzw. in die Schneewehe.
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