29. September 2018 – Allivortor

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„Der Krater im Strafraum unseres Bolzplatzes (Samstag 10:30) ist immerhin schon beinahe so groß, dass fast nur noch der Kopf des Torwarts hinausschaut“ stand in dem vorangegangenen Kopfgrätsche-Text „Alligator, Agitator und Tor“. Zum #Kopfgrätsche-Foto-Termin war der Krater schon so groß, dass unser Torwart verschwunden war, dafür aber ein Krokodil darin schwamm.

Übrigens: Wir bräuchten einen neuen Torwart.

Alligator, Agitator und Tor

Nach der maximalen Depression im Sommer hat der DFB gestern doch noch für Erfolgsmeldungen in diesem Jahr gesorgt. Mit der erfolgreichen EM2024-Bewerbung haben sie erreicht, dass in den nächsten sechs Jahren nicht über ein anderes Land gelästert werden kann, weil es mit den Stadionausbauten und -sanierungen dem Zeitplan hinterherhinkt. Stattdessen darf Philipp Lahm das machen, was er schon als Aktiver gut konnte: die Lage mit nichtssagenden Worthülsen schönreden. Wahrscheinlich exklusiv auf LinkedIn. Dort wo auch Oliver Bierhoff seine Stakeholder trifft. Dabei ist in der Türkei durchaus jetzt schon das eine oder andere Stadion EM-reif. Und auch so mancher Bolzplatz macht neidisch, wie diese Woche Yiğit mit Bildern aus Bursa bewiesen hat. Die Timsah Arena in Bursa verfügt zudem über einen ganz besonderen Knüller. Seit diesem Jahr hat das Stadion einen Krokodilkopf. Der war von Anfang an geplant, fehlte aber noch 2015 als das Stadion eröffnet wurde. Seit Mai 2018 spielen die grünen Krokodile von Bursaspor nun endlich mit Köpfchen. Darauf ist man bei anderen Stadien noch nicht gekommen. Das Kölner Stadion mit Geißbock- oder die Leipziger Arena mit Bullenkopf hätten doch auch was. Oder man könnte wenigstens den Rasen im Berliner Olympiastadion in den Farben von Herthinhos Frisur färben. Der Krater im Strafraum unseres Bolzplatzes (Samstag 10:30) ist immerhin schon beinahe so groß, dass fast nur noch der Kopf des Torwarts hinausschaut. Kurioserweise fehlte im EM-Bewerbungsvideo der Türkei der Krokodilkopf von Bursa. Mit ihm wäre es eventuell anders ausgegangen. Philipp Lahm hat jetzt ja noch sechs Jahre Zeit sich eine ähnlich coole Lösung zu überlegen. Wir werden es erfahren. Auf LinkedIn.

 

Kopfgräçe-Grüße aus Bursa

Inzwischen markiert Kopfgrätsche-Legende Yiğit Tore und Plätze in Bursa, aber er denkt dabei löblicherweise an uns: „hiermit übermittle ich die erfreuliche Nachricht, dass auch in Bursa/Türkei ab jetzt gekopfgrätscht wird und der Platz meinerseits markiert wurde … Viele liebe Grüße an die gesamte Bande“. Çok selamlar, Yiğit und auf ein baldiges Gastspiel in Wismar.

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Livin’ Dar-Vida Loca

Der UEFA-Zirkus ist in der Stadt! Seit dieser Woche heißt es wieder „Eurobbabogaaal“ und unter der Woche werden die letzten fußballfreien Tage gefüllt. Aber Obacht es gibt ein paar neckische Neuerungen, an die man sich erst noch gewöhnen muss. Ab jetzt muss Papi schon 18:55 zum Fußball schalten. Pünktlich, wenn die Blagen gerade das Sandmännchen sehen wollen (im Land der Frühaufsteher kommt das eine Stunde früher). Da ist die Stimmung schon zum Anpfiff im Keller. Im Staatsfunk läuft allerdings um diese Zeit noch SOKO Wismar. Aber auch sonst kann Olli Kahn ab jetzt die Champions League maximal in einer Tipico-Filiale vor Publikum analysieren. Wildes hin- und herschalten zwischen DAZN und Sky, Sky Go und Sky Ticket (je nachdem was gerade nicht abgestürzt ist) bringt dann schnell Klarheit, wo denn nun der Ball rollt. Immerhin reicht beim 21-Uhr-Spiel die erste halbe Stunde und man kann arbeitnehmerfreundlich mit Ronaldo Feierabend machen. Diese Zeitumstellungen sind die ersten Maßnahmen nach der Abstimmung, wo ihr alle für die Abschaffung der Winterzeit gestimmt habt. Eigentlich wollten es alle früher hell und später dunkel haben, aber das wird wohl wieder nichts. Dieses Jahr wird es auf jeden Fall noch die Winterzeit geben. Das merkt man zum Start der Mittwochskopfgrätsche 18 Uhr noch nicht, aber spätestens eine Stunde später dämmert es einem dann doch. Nur Samstag 10:30 bleibt stabil. Vielleicht wechseln wir irgendwann mal auf 10:25, dann haben wir noch etwas Zeit die Logos von Toblerone, Pneu Continental, Dar-Vida, Longines und Red Bull zu überkleben.

Best of Best

Die Beziehung von Fußball und Musik ist manchmal eine seltsame Angelegenheit. Das Gerücht, dass Toni Kross großer Pur-Fan sein soll, hält sich seit Jahren. Die Polonäse mit Helene Fischer 2014 vor dem Brandenburger Tor hat es erst möglich gemacht, dass sich viele Fans ein Vorrundenaus bei der WM in diesem Jahr heimlich herbeigesehnt haben. Bei Michael Ballacks Hochzeit vor 10 Jahren musste Sir Elton John die deutsche Nationalhymne spielen, was er sicher sogar besser gemeistert hat als Sarah „Brüh im Lichte“ Connor. Als Mehmet Scholl hingegen zu seinem Abschied die Hidden Cameras einlud, reichte das, um Olli Kahn von der Party zu vertreiben. Nein, von Seiten des Fußballs kann die Liaison mit der Musik nicht wirklich als vorbildlich bezeichnet werden. Da muss die Musik meist die Beziehung retten. Seit sich Marteria auf Musik statt auf Fußball konzentriert, kann tatsächlich mal wieder ein Rostocker das Ostseestadion füllen. Als die englische Band The Wedding Present 1987 ihr erstes Album veröffentlichte, wollte sie es nach dem legendären Belfast-Boy George Best benennen. Immerhin eine bessere Idee als es „Best of“ zu nennen. George Best gab sein Okay und war tatsächlich zu einem Fotoshootings für das Album bereit. Ob der fünfte Beatle wirklich etwas mit der Musik der Band aus Leeds anfangen konnte, ist bis heute unklar. Nun ist es aber Zeit mal wieder die ganz alte Platte aufzulegen:
A Seite: Samstag 10:30
B Seite: Mittwoch 18:00

theweddingpresent

09. September 2018 – Vertikale Kopfgrätsche

Handspiel dringend erforderlich! Ein #Kopfgrätsche-Auswärtsspiel mit ganz besonderen Regeln: Für einen Junggesellenabschied ging es überraschenderweise zum Bouldern bei den Felshelden in Warnemünde.

01_20181008_Junggesellenabschied-Felshelden_quer_01Plötzlich war das Kräfteverhältnis des Kopfgrätsche-Fußball-Platzes dahin: Alles Anfänger an der Wand. Aber warum steht da eine Leiter? Später mehr dazu.

02_20181008_Junggesellenabschied-Felshelden_quer_0308_20181008_Junggesellenabschied-Felshelden_hoch_05Nach einer kleinen Einführung durch Kopfgrätscher Jano wurden wir alle an die Wand geschickt. Nix mit Horizontal-Pass und Manndeckung. Vertikales Denken und ein überlegtes Stellungsspiel waren hier gefragt. Ähnlich grazil wie auf dem Tartan-Platz, hingen die alten Kopfgrätscher in der Wand.

03_20181008_Junggesellenabschied-Felshelden_quer_02Das lies auch mal ungeante Perspektiven zu, die wir sonst in unserem ständigen horizontalem Rumgekicke nie hatten. Aber auch nicht brauchten. Anders als sonst hatten wir dieses Mal aber auch einen extrem guten Fotografen dabei.

Für die, die vorher auch genauso wenig über das Bouldern wusste, wie wir: Das ist Klettern ohne Sicherung bis auf Höhen, von den man sicher auf weiche Matten abspringen kann. Anfänger glauben, es wäre ein Kraftsport, dabei ist Technik, Köpfchen und eine gute Grundfitness viel, viel wichtiger. Jede Farbe an der Wand steht für einen Schwierigkeitsgrad. Es gibt immer einen Anfang und Ende der Route. Hier zum Beispiel ist die Gelbe die Einfachste.

Man darf auf einer gewählten Route dann nur seine Farbe berühren. Nutzt man eine andere Farbe ist das Mogeln. Einen Schiedsrichter gibt es hier aber genauso wenig, wie bei Kopfgrätsche.

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05_20181008_Junggesellenabschied-Felshelden_hoch_0106_20181008_Junggesellenabschied-Felshelden_hoch_04Rosa ist in der Boulderhalle, die keine Autofahrstunde von Wismar entfernt liegt, die zweit Schwerste. So besteht die Route, die Jan hier gerade meistert, nur aus drei Griffen. Hat er gar nicht schlecht gemacht für einen Anfänger.

Dabei ist aber gut zu sehen, dass es nicht zwingend um Armkraft geht, sondern um die Kraft und Technik, die aus den Beinen kommt.

So verbringt man schon ein paar Stündchen in der Kletterhalle mit ausprobieren, überlegen und miteinander austauschen. Wie „Kopfgrätsche“ – mit Köpfchen und Beinarbeit.

Mit der Zeit schwand bei uns allen die Kraft. Da konnte man schon mal den ein- oder anderen Griff nicht mehr halten. Aber das war nie schlimm – man fiel weich. Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber dem Tartan-Platz.

Ach ja: Die Leiter. Wenn Kraft und Technik für das obligatorische Kopfgrätsche-Foto nicht mehr reichen, muss geschummelt werden. Der Nummer 24 musste der Weg zum Logenplatz ermöglicht werden. Natürlich unter den Augen der Anfänger und Profis (rechts im Bild).
07_20181008_Junggesellenabschied-Felshelden_hoch_02Vielen, vielen Dank an Felshelden für diesen tollen Nachmittag. Und Danke auch an Lieblings-Fotograf Georg!

If you wanna be my baller

Frau Beckham hatte sich schon drauf gefreut. Endlich war der Alte wirklich zu alt, um sich noch über den Fußballplatz zu schleppen und hätte endlich mal Zeit gehabt, die Pfandflaschen zurückzubringen oder das Garagentor zu reparieren. Aber nein, auch im Ruhestand hatte er immer noch den Fußball im Kopf. Und anstatt irgendwo als Zeugwart oder Busfahrer einzusteigen, musste er ja unbedingt einen eigenen Club gründen. Immerhin im Rentnerparadies Florida. Von da an war klar, dass das Garagentor wieder zugunsten von Fußballtoren zurückstecken muss. Allerdings ist man erst einmal eine Weile lang Fantasymanager und muss ein wenig warten, wenn man nicht ein Brausefranchise eröffnen will. Seitdem frickelt der Alte jede Nacht am Logo rum. 2015 gab es schon ein Design. Linear, modern und frisch in petrol. Aber nach ein paar Folgen Miami Vice traute er sich und wechselte auf die Frage seines Lieblingspolohemdes. Und warum überhaupt musste das ganze nach Fußball aussehen? Das konnte doch wie ein cooler Nachtclub wirken. Und die Bezeichnung als Club International de Fútbol klang gleich lecker nach Cuba Libre und gefährlich nach Toni, das Narbengesicht. Ja, das war es jetzt. Endgültig bis in alle Ewigkeit. Bis zum Spielbetrieb 2020 war ja noch genug Zeit. Aber wer die Evolution des Kopfgrätsche-Wappens (Samstag 10:30, Mittwoch 18:00) mitverfolgt hat, ist nicht überrascht, wenn ich sage: Becks, I feel you.

 

01. September 2018 – Ollis Abschluss

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In seinem letzten Spiel musste Olli natürlich das entscheidende Tor schießen wie es sich für ein echtes kölsches Drama gehört. Hollywood wäre das too much, aber die haben auch nur den Kopf geschüttelt, als Olli sich am Sonntag das 3:5 zwischen St. Pauli und dem Effzeh in Hamburg gegeben hat. Machet jot, Jong!