Filoflix im Faxbus

So langsam muss man sich ein Filofax zulegen. Jede Liga, jeder Verein, ja sogar jeder Spieler hat seinen eigenen Zeitplan. Früher haben wir uns noch über eine WM im Winter aufgeregt, weil dieser Saisonrhythmus heilig war. Die Bundesliga leistet es sich sogar, dass alle Vereine an den letzten 2 Spieltagen zeitgleich spielen, obwohl das für die Vermarktung in Asien jetzt nicht so clever ist. Dabei sind einige Teams trotzdem schon gefühlt beim Saisonabschluss auf Malle, während sich andere wie in einer Knochenmühle bei Tönnies Fleisch fühlen, weil sie den Corona-Stau alle 3 Tage wegspielen müssen. Wiederum andere wälzen den Kalender, um herauszufinden, wann man sich den Wecker für die Relegation stellen muss und fragen sich: könnte man eigentlich Timo Werner von Chelsea ausleihen, weil er keine Champions-League-Termine mehr hat? Deshalb hier noch mal zum mitrechnen: Timo spielt bis zum 27. Juni Bundesliga. Am 1. Juli muss er nach London und verpasst den 37. Spieltag in der dritten Liga, d.h. Hansa kann ihn nicht für das letzte wichtige Heimspiel gegen Uerdingen ausleihen. Aber am 2. Juli kann er mit dem Speedboot über den Ärmelkanal und in Bremen oder Hamburg anlegen, um Relegation zu spielen. Der letzte Drittligaspieltag ist dann am 4. Juli. Wäre mit dem Flixbus nach Chemnitz problemlos machbar, wenn er nicht sein Heimdebüt gegen Watford geben müsste. Relegationsrückspiel am 6. Juli, ggf. Relegation zur zweiten Liga am 7. Juli wären drin, falls er nicht vorher Hansa zum Aufstieg schießen kann. 8. Juli gegen Crystal Palace und dann hat er erst mal noch bis Ende Juli Premier League Termine. Ab Mitte August wäre Champions League in Lissabon oder Euro League bei Tönnies. Aber vielleicht will Timo dann lieber auch mal ein paar Wochen Badeurlaub an der Ostsee machen. Ein wenig kicken Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 wäre ja trotzdem möglich.  

Fußball für Pappe, Wodka für alle

Also ich bin bereit. Die Schlandfahne hängt am eSUV und ich habe sogar diese schwarz-rot-goldenen Masken organisiert und über die Außenspiegel gezogen. Das Sammelalbum von Duplo und Kinderriegel ist allerdings wieder nicht rechtzeitig voll geworden. Einerseits liegt das daran, dass ich viel Zeit verschenkt habe, unzählige Packungen Hanuta zu essen, bis ich gemerkt habe, dass da gar keine Aufkleber mehr drin sind. Naja, und dann gibt es natürlich wieder Motive die wirklich niemand hat. Aber Hauptsache jeder hat 5 bis 8 mal Marcus Sorg. Vor 10 Jahren haben wir alle mit Vuvuzelas um den Verstand gebracht. Damit könnte man heute beim Eröffnungsspiel bestimmt Viren bis in die gegnerische Fankurve pusten. Bei der letzten EM war ich noch vor Ort und habe zwei durchschnittliche Vorrundenspiele mit schiedlich friedlichen Unentschieden gesehen. Diesmal habe ich für Ukraine vs. Österreich oder das Wodka-Derby Finnland vs. Russland leider keine Tickets für meinen Pappkameraden bekommen. Aber mit einem pervers großen neuen Fernseher wird es sicher auch ganz schön. Ich habe gehört Media Markt schenkt uns die Mehrwertsteuer, wenn Deutschland ins Finale kommt. Das ist doch ein sicheres Ding. Es startet in Rom und endet auf dem Römer. Ich hab gehört das ZDF hat sogar ein Vorstandsmitglied vom FC Bayern als Experten engagiert. Mal gucken, ob ich bis zum Sportschauclub aus dem Europapark Rust mit den europäischen Stargästen Alfons, Giovanni Zarrella und Ross Anthony wach bleiben kann. Ich muss ja Samstag 10:30 früh raus. Hoffentlich habt ihr auch Mittwoch 18:00 trotz des Krachers Türkei vs. Wales in Gruppe A Zeit.

Tafeldienst

Nachdem uns letztens fast durchgerutscht ist, dass das allseits beliebte Elfmeterschießen 50 Jahre wurde, sind wir bei den nächsten wirklich wichtigen Jubiläen natürlich mit dabei. So darf z.B. der Videotext tatsächlich 40 Kerzen auf der Torte auspusten. Jetzt könnte man vortrefflich streiten, ob das wirklich ein relevantes Alter ist, wenn man jünger als Claudio Pizarro ist. Aber für mich waren die Pixel aus der Austastlücke über viele Jahre mein treuer Diener für die Neuigkeiten aus der Fußballwelt. Deshalb blättern wir heute noch einmal sentimental die schönsten Teletexttafeln um. Als die Bundesliga noch bei ran und ranissimo von Reinhold, Wonti und Johannes B. präsentiert wurde, waren die rosa Zahlen im Sat1-Text ab Tafel 220 die unbestechliche Quelle am Samstagnachmittag. Auf Premiere lief schließlich nur ein Topspiel als Ameisenkino verschlüsselt und beim NDR musste man teilweise lange warten bis der Block aus Nachrichten, Wetter, Verkehrsfunk, I can’t dance von Genesis und Hope of Deliverance von Paul McCartney vorbei war, bis man den lang ersehnten Ausgleich von Sabine Töpperwien vermeldet bekam. Da war der Videotext doch oftmals schneller. Und bis die Zahlen nicht blau wurden, war noch alles drin. Wenn hingegen ein gelber Name plötzlich rot leuchtete, wusste man sofort: jetzt wird’s schwer. In der Halbzeitpause konnte man ab Tafel 210 sich die neusten Transfergerüchte abholen, die mit einer halben Woche Verspätung frisch aus der Sportbild und dem Kicker-Sonderheft mühsam abgetippt wurden. So, dieser Text endet hier abrupt. Die wichtigen Infos findet ihr auf Seite 4 dieser Blättertafel… 

Arschbombe ins Bällebad

Inzwischen haben es wirklich alle mitbekommen, dass der Bolzplatz wieder offen ist. Also erzählen wir es besser nicht mehr überall herum. All die Basketballer, Handballer, Footballer, Tennisspieler und Rhönradfahrer nutzen eine der wenigen Sportstätten, die etwas Bewegung verspricht. Da sieht es schnell aus wie in einem Freibad in Wuhan. Seit dieser Woche pilgern sogar wieder Bundeslandfremde herbei und alle haben Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 ordentlich aufzuholen. Manch einer wurde sogar schon mit Jadon Sancho verwechselt und das liegt nicht daran, dass das Trikot zu heiß gewaschen wurde. Plötzlich muss man sich erinnern. Wie war das noch mal als mehr als 3 Leute auf dem Platz standen. Was spielt man da? Lässt sich Fußballtennis auch als Mannschaftssport betreiben? Warum will dieser andere Mensch in meiner Spielhälfte meinen Ball? Ungewöhnliche Umstände, die zur Kreativität zwingen. Diese Markierungsdinger, die man sonst maximal als Pfosten auf dem Halbfeld benutzt werden, werden umfunktioniert um Teams auseinanderzuhalten. Weshalb man sie sogar ab und zu waschen muss. Aber was sollen die Leute auch zu Hause? Die Bundesliga ist längst entschieden und Sky will für den Rest der Saison tatsächlich auch noch Geld sehen. Zum Glück müssen Engländer und Italiener nur noch ein paar Tage ihr neu adoptiertes Lieblingsteam aus Sandhausen und ihren Goalgetter Dennis Diekmeier verfolgen bis wieder der echte spannende Fußball startet. Liverpool wird wohl doch noch Meister, allerdings erst nach dem FC Bayern im Juni. Wer hätte darauf gewettet?

Drei Ecken, ein Pythagoras

Es brauchte wohl erst einen Virus, um Fußball in Wismar in die internationale Fachpresse zu mogeln. Weil in den letzten Wochen recht wenig aktiver Fußball außerhalb von Weißrussland stattfand, holte 11Freunde für die jüngst erschienene Juni-Ausgabe zur großen Deutschlandreise zu magischen Fußballorten aus. Obwohl MV erst ab Montag wieder Ostwestfalen ins Land lässt, hat es die Autoren auch nach HWI verschlagen. Natürlich nicht bis in die Wismarena, aber das Kurt-Bürger-Stadion ist für den Anfang ja auch ganz okay. Vor allem weil dort der 60 Jahre alte Kinderfilmklassiker „Der neue Fimmel“ spielt, der die Fußball-Cineasten glatt „Flucht oder Sieg“ und „Potato Fritz“ vergessen lässt. Kuddel Moll und das weiße Schiff im Stadion haben die Redakteure offensichtlich hochgradig beeindruckt. Dabei haben die Spielszenen maximal unser Niveau. Die Hoffnung der Erwachsenen im Film, dass die Begeisterung der Kinder für den neuen Fimmel namens Fußball eine Modeerscheinung ist, habe unsere Angehörigen und Karl Lauterbach schon längst aufgegeben. Gerade in der fußballfreien Zeit wurde von uns gerne alles Ballähnliche mitgenommen und auch bereitwillig noch mal ein Vorrundenspiel vom Audi-Cup in der Wiederholung angeguckt. Hätte die Bundesliga also nicht den Neustart gewagt, hätten wir recht bald überprüfen können, ob wir uns wirklich so nah am Fußball der Sechziger bewegen. Die nächsten Gelegenheiten uns fußballerisch Richtung 70er Jahre zu bewegen besteht Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Aber nur, wenn ihr eure Mathe-Hausaufgaben fertig habt.

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https://www.facebook.com/JensundOtto/videos/2544690795799399/

Lost in the Supermarket

Nachdem sich die Bundesliga beim Spiel „Wahrheit oder Pflicht“ ganz eindeutig für „Pflicht“ entschieden hat, kommen nun doch ungewollt ein paar Wahrheiten ans Licht. Nicht alle eignen sich für einen Hollywood-Blockbuster oder ein Facebook-Live-Video, aber im Kuriositätenkabinett der Menschheit findet sich immer noch ein Platz dafür. So wie die etwas zähe Einkaufsstory von Heiko Herrlich, die dazu geführt hat, dass der Augsburg-Coach, der seit zwei Monaten auf sein Pflichtspieldebüt warten muss, sein erstes Spiel nicht im Stadion betreuen kann. Quasi der erste Trainer, der gefühlt dauerhaft ins Home Office wechselt. Und das nur, weil er das erste mal nach 1999, als er ein Mundwasser für Oli Kahn suchte, wieder zu Schlecker gehen wollte und merken musste, dass Quarantäne keine Hautcreme ist.

»Wir sind im Hotel in Quarantäne und sollen da eigentlich auch nicht rausgehen, aber es gibt halt Situationen, die es einfach erfordern. Ich habe keine Zahnpasta mehr oder die ist am ausgehen und habe keine Hautcreme mehr gehabt und dann bin ich mit meinem Trainingsanzug in der Nähe zu einem Supermarkt, den ich nicht nennen möchte, gegangen. Auf dem Weg dahin habe ich gemerkt, dass ich meine Schutzmaske vergessen habe, bin nochmal hoch aufs Zimmer, habe die geholt. Ich bin dann da rein und da war zufällig eine Verkäuferin, die mich direkt darauf hingewiesen hat, dass man hier nur mit Wagen reinkommt. Ich hatte 20 Euro in der Tasche mitgenommen und habe ihr dann gesagt, dass ich nur Zahnpasta und Hautcreme mitnehmen möchte und zwei Hände habe und das auch ohne Wagen schaffe. Dann sagt sie: ‚Nein, das sind Vorgaben. Da halten sich alle dran, da muss sich jeder dran halten und wir müssen drauf achten.‘ Dann habe ich sie nochmal versucht zu überreden, habe ihr gesagt, dass ich nur einen 20-Euro-Schein habe und kein Kleingeld und mir gar keinen Wagen holen kann. Dann hat sie gesagt, dann wechsele ich Ihnen das an der Kasse. Dann bin ich mitgegangen zur Kasse und dann hat sie mir das gegeben. Dann habe ich das 1-Euro-Stück gehabt und bin rausgegangen, musste dann durch den Ausgang wieder raus und während dem Rausgehen war ich dann wieder mit anderen Dingen beschäftigt im Kopf – auf das Spiel – und bin rausgegangen und in Gedanken bin ich wieder reingegangen und stand dann plötzlich wieder vor der Hautcreme und Zahnpasta und habe mir das in die Hand genommen und habe gemerkt, irgendwas passt nicht, irgendwas fehlt. Und dann ist mir aufgefallen, ich muss ja eigentlich den Wagen holen. Dann bin ich wieder rausgegangen, an der Kasse vorbei. Die Frau hat mich komisch angeschaut. Ich habe den Wagen draußen geholt und bin dann reingefahren mit dem Wagen und habe die Zahnpasta und die Hautcreme in den Wagen gelegt, bin an die Kasse gegangen und war in dem Moment froh, dass ich die Schutzmaske aufhatte, in der Hoffnung, dass sie mich nicht erkennt. Die hätte sich auch gedacht, was haben wir da für einen Trainer geholt, wenn sie mich erkannt hätte.«

Gut, wenn man jetzt Supermarkt durch Transfermarkt ersetzt und Zahnpasta durch Jadon Sancho sowie Hautcreme durch Timo Werner dann könnte da doch noch eine aufregende Story draus werden. Aus den 20 Euro werden dabei fix 200 Mio und schon kann das mit der Kalou-Story von letzter Woche mithalten. So oder so wird es leider wohl das Spannendste an dem Spiel Augsburg gegen Wolfsburg bleiben. Nun ja, wir werden es bestimmt trotzdem angucken, um zu sehen wie die Profis mit den Kopfgrätsche-Bedingungen klarkommen. Das Original ohne Zuschauer aber mit frisch geputzten Zähnen gibt es wieder Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Nach den Erfahrungen der letzten Woche empfehlen wir vorher Sonnencreme aufzutragen. Wo es welche für unter 20 Euro gibt, entnehmt ihr bitte den Angebotsprospekten der Tagespresse. 

Are they f**king with us?

Ab nächster Woche sind sie wieder in den Arenen. Die German Gladiators machen dann auf dem internationalen Fernsehmarkt den Weißrussen ordentlich Konkurrenz. Dabei können sie die Hygiene- und Abstandsregeln wahrscheinlich genauso gut einhalten wie die Guys vom World Wrestling Entertainment. Und sie können ähnlich konspirative Videos hinter den Kulissen machen. Das Script liest sich dann tatsächlich auch so als ob sich Hulk Hogan mit Kevin Nash und Scott Hall zur nWo zusammenschließt: „They are making a lot of money with us“, „They are Crazy. I don’t fucking understand, why do they do that?“ „I will ask them, are they fucking with us?“, „We already signed the fucking paper.“ Danach wird laut Drehbuch einem der vermeintlichen Buddys ein Klappstuhl über den Kopf gezogen und ein Weiterer per Chokeslam in die Absperrgitter geschleudert. Dann folgen ein paar Fistbumps für die neuen Verbündeten. Kurzer Beef mit dem Undertaker, der gerade per Closeline einen Abstrich macht und schon geht’s raus in den Ring. Der Erfolg auf dem amerikanischen Markt sollte der Bundesliga also gewiss sein. Im klassischen Tagteam-Fight bleibt jeder in seiner Laienschauspiel-Gruppe und klatscht wenn möglich nur mit der Leiter ab, die zufällig neben dem Spielfeld aufgestellt wurde, um nach dem Spektakel noch gründlich die Decke zu weißen. Jeder Zweikampf tut allerdings nur weh, wenn man nicht weiß, wann man fallen und über den Boden rollen muss. Insofern sollten Bundesligaspieler sehr gut vorbereitet sein. Nur wir müssen uns noch etwas weiterbilden und üben Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 noch ein paar Backbreaker, Brainbuster und Pildedriver.

Das Nerdderby: Wer bin ich? (Folge 3)

Der Wandervogel der letzten Woche war nicht ganz so einfach zu bestimmen. Vor allem weil der sich im Rheinland in jedes mögliche Nest gesetzt hat. Andrej Woronin war über Jahre gefühlt die Brechstange, die man gut noch mal in der zweiten Halbzeit einwechseln konnte, um ein Tor zu erzwingen. Er spielte für ganze 6 Bundesliga-Vereine, sowie in Liverpool und Moskau. Die EM 2012 im eigenen Land war mit dem Vorrundenaus der Ukraine für ihn eine Enttäuschung. Erraten musste ihn natürlich ein Herthaner. Zwar spielte er nur eine Saison für die alte Dame. Aber in dieser Spielzeit bildete er mit Marko Pantelic ein krasses Duo und erzielte 11 Tore. Unter Lucien Favre stand die Hertha sogar ein paar Spieltage auf Platz 1 und verpasste mit Platz 4 am Ende die Champions League nur knapp. Meister wurde tatsächlich der VfL Wolfsburg.   

Nun gut, auch diesmal gibt es wieder einen Spieler zu erraten, der gut rumgekommen ist. Wer bin ich? Ich spielte in Vereinen mit:

Dirk Schuster
Olaf Marschall
René Schneider
Heiko Scholz
Jens Melzig
Michael Ballack
Andreas Köpke
Eike Immel
André Breitenreiter
Manni Schwabl
Michael Frontzeck
Miroslav Stevic
Francisco Copado
Ansgar Brinkmann
Wayne Bridge

Geboren bin ich in einer Stadt, die für ein anderes Spiel weltberühmt geworden ist. Meinem Opa wurde unterstellt ein Fußballstadion kaputt gemacht zu haben. Dennoch darf ich, falls die Bundesliga demnächst wieder mit Geisterspielen startet, als einer der Ersten wieder ins Stadion. Und eigentlich hätte ich in diesem Musikvideo die Hauptrolle spielen müssen:

Das Nerdderby: Wer bin ich? (Folge 2)

Bravo! Pfiffige Ratefüchse haben letzte Woche tatsächlich die Wer-bin-ich-Nuss geknackt. Erster war unser Präsi Swen. Gesucht war Davor Šuker, der aktuell der Präsident des kroatischen Fußballverbandes ist und als Stürmer der Kokasti 45 Tore in 69 Länderspielen schoss. Bekannt ist er natürlich für seine Zeit bei Real Madrid in den Neunzigern. Davor hat Davor allerdings auch 5 Jahre für den FC Sevilla gespielt, wo auch der legendäre Maradona ein Jahr zum Ende seiner Karriere sein Mannschaftskamerad war. Nach seinen Jahren in Spanien versuchte es Šuker noch 2 Jahre in der Premier League bei Arsenal und West Ham. Mit überschaubarem Erfolg. Er traf dort aber auf junge Talente wie Frank Lampard, Michael Carrick und Rio Ferdinand, die danach große Karrieren bei Chelsea und Manchester United starteten. Zum Ende seiner Karriere spielte Šuker noch 2 Jahre in der Bundesliga bei 1860 München bis ihn dort das hoffnungsvolle Talent Benni Lauth verdrängte.

So und hier ist der nächste Prominente im Sack. Wer bin ich diesmal?
Ich spielte in Vereinen mit:

Jürgen Klopp
Stefan Effenberg
Lukas Podolski
Javier Mascherano
Kevin Kuranyi
Jaroslav Drobny
Fernando Torres
Pepe Reina
Sergej Barbarez
Florian Kringe
Jörg Heinrich
Lukasz Piszczek
Jermaine Jones
Landon Donovan
Marc Stein

In meiner Vereinskarriere ist es mir gelungen u.a. für vier rivalisierende Clubs in einer Region zu spielen. Als Nationalspieler nahm ich für mein Land an Welt- und Europameisterschaft teil. Hier bin ich nicht dabei:

Und mit diesen Impressionen können sich all jene trösten, die traurig über die Absage des Oktoberfests sind. Aber das entschädigt doch hoffentlich für die Effenbergs im Käfer-Zelt, oder? Ein Jahr ohne DIA-Turnier wiegt da schon schwerer. Dabei wäre es nach dem Frisör-Kontaktverbot schön, hiervon eine Neuauflage zu erleben:  

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Das Nerdderby: Wer bin ich? (Folge 1)

So, ihr kleinen Racker. Jetzt hört ihr mal auf dauernd die Kronkorken durch die Wohnung zu kicken und setzt euch brav vor den Bildschirm. Der Papa hat ein Rätsel für euch. Ein sogenanntes Karriere-Rätsel wie es über Ostern öfter durchs Netz geisterte. Ihr müsst nur erraten wer ich bin. Ich spielte Ligaspiele in Vereinen mit:

Diego Maradona
Diego Simeone
Bodo Illgner
Thomas Häßler
Stuart Pearce
Zé Roberto
Frank Lampard 
Daniel Bierofka
Rio Ferdinand
Clarence Seedorf
Christian Panucci
Marc Overmars
Alexander Manninger
Uwe Ehlers

Wer bin ich? So, damit seid ihr doch bestimmt für eine Viertelstunde beschäftigt die Kickerausgaben aus den letzten 100 Jahren zu durchforsten und der Papa kann in der Zwischenzeit die Telko mit dem Management und den Stakeholdern machen. Ach ja, noch ein kleiner Tipp: bei dem gesuchten Spieler steht inzwischen „Präsident“ auf der Visitenkarte. Nur falls irgendjemand meint, das wäre ’ne ganz kleine Nummer. Und nun viel Erfolg beim Knobeln. Wer diese Nuss knackt, kann sich als nächstes beim DSF Superfan anmelden.

Maskenball (Virtual Event)

Verstecken ist ja der Osterskill schlechthin und in diesem Jahr kommen zu den Eiern auch noch die Gesichter dazu. In diesem Feld haben wir in den letzten Jahren eine gewisse Kompetenz aufgebaut. Das hat natürlich einerseits mit unserem Spirit Animal Aubameyang zu tun, der gerne mal die eine oder andere Superheldenmaske hinter dem Tor versteckte, um dann beim Torjubel mit seiner Comic-Belesenheit anzugeben. Diese popkulturellen Referenzen haben wir natürlich wohlwollend in unseren Kopfgrätsche-Alltag übernommen:

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Eine Maske, die es in diesem Zusammenhang auch auf ein Kopfgrätsche-Foto aus besseren Tagen geschafft hat, findet sich auch aus einem prophetischen Klassiker aus dem Jahre 2013 wieder. In diesem hilfreichen Video-Tutorial wird gezeigt, wie man ganz einfach im Home Office eine Pandemie verbreitet, um die Kurve auf dem Immobilienmarkt ein wenig zu flatten. Der Hauptprotagonist ist durch seine Maske klar im Vorteil, auch wenn er darunter tierisch schwitzt. 

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Aber Ostern ist nicht nur die inoffizielle Weltmeisterschaft im Verstecken. Nein, es hängen ja auch ein paar christliche Feiertage an dem Kreuz im Kalender. An Ostern endet offiziell die Fastenzeit, die nach Karneval begann. Christen dürfen jetzt wieder beim Essen und Trinken übertreiben und Ausflüge nach Blowatz oder Moidentin machen. Die Maskenhochzeit vor der Fastenzeit im Rheinland haben wir in diesem Jahr trotzdem noch mitgenommen. Und was soll man sagen? Am Aschermittwoch war tatsächlich so gut wie alles vorbei. Hoffen wir, dass wir wie der Heiland nach Ostern langsam wieder hochfahren können.

Wat och passeet… Kopfgrätsche-Kamelle!
Spürbar anders: der Effzeh hoch auf dem roten Wagen

Für den Nacken ohne Wacken

Und schon Blasen an den Synapsen vom Gehirnjogging? Dann wird es Zeit für die Kopfgrätsche-Hausaufgaben. Für den ultimativen Effekt sollte das Home-Schooling von Jemandem überwacht werden, der nur rudimentäre Kenntnisse hat und schnell genervt ist. Am besten druckt ihr euch die Polylux-Schaubilder beidseitig (wegen der Umwelt) auf A4 quer aus. Danach protokolliert ihr den Fortschritt mit 3 verschiedenfarbigen Textmarkern. Bitte gut leserliche Druckbuchstaben, 12 Punkt, anderthalbfacher Zeilenabstand. Und wer keinen Rand zum korrigieren lässt, kann gleich noch einmal von vorne anfangen. Rot ist die Farbe des Schiedsrichters! Aktuelles Datum plus zu erwartende Nachspielzeit in die obere rechte Ecke. Und bringt bloß nicht die Reihenfolge der Blätter durcheinander. Die Seitenzahlen starten mit 5, bis 17, dann 32 bis 46, dann 3, 4 und zum Ende noch das Motivationsbild mit dem Frosch im Storchenhals. Das aber nur zum Schmunzeln. Spaß muss auch mal in der Pause sein. Die klassischen Pausen, in denen man früher schön die Lungen angeteert und die Hausaufgaben vom Dümmsten aber Fleißigsten abgeschrieben hat, macht ja nun auch jeder für sich alleine. Aber Struktur ist wichtig. Die für Kopfgrätschen so wichtige Nackenmuskulatur auch ruhig mal mit exzessivem fassungslosen Starren auf das Display fordern. Ansonsten viel Erfolg beim Bewältigen des angehängten Trainingsplans in 18 Einzel-PDFs á 12 MB. Wer damit fertig ist scannt die Lösungen mit 1200 dpi ein und lädt sie dann bis zu den Osterferien bei Stayfriends hoch.

Die Bonduelle-Konserve der Pandora

Hast du auch gedacht: jetzt ist endlich mal Zeit die Sporttasche auszuräumen und die Klamotten in die Kochwäsche zu tun? Dabei ein dickes Buch anfangen oder eine andere Sprache zu lernen? Oder endlich mal die Wand zu streichen bevor die Farbe dafür eingetrocknet ist. Aber hätte Tom Hanks bei Cast Away damit schon in der zweiten Woche begonnen? Dafür ist später immer noch Zeit. Erst einmal müssen Ersatzhandlungen gefunden werden, die die bisherigen Gewohnheiten so gut wie möglich simulieren. Z.B. Freitag beim Frühstück eine Spielankündigung schreiben für ein Spiel, das nicht stattfinden wird. Darauf hinweisen, dass am Wochenende die Uhr gestellt wird. Was wiederum bedeutet, dass es unter der Woche lang genug hell ist, um auch Mittwoch nicht zu spielen. Aber diese Zeit kann man wie gewohnt trotzdem mit seinen Lastern verbringen. Auf kopfgrätsche.de finden sich genug Beiträge für das nostalgische Relive-Erlebnis. Und in der Erinnerung wird so manches Tor noch spektakulärer, so mancher Trick noch trickreicher und so mancher Gesichtstreffer um ein vielfaches lustiger. Mit einer weiteren Europameisterschaft könnte man ja auch so lange warten, bis alle historischen Spiele noch einmal gesendet wurden. Die EM in diesem Jahr wäre ja sowieso für die UEFA eine Art Best of geworden. Die letzte Euro war somit 2016 und Ende März diesen Jahres haben wir uns auch auf die Eröffnung der Unterderwochesaison gefreut:

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Mit Kunstrasen, Hasenohren und Hefeweizen guckten wir unbeschwert in die Zukunft. Und auch den Mittwoch können wir relive erleben. Die kleine Zeitreise in das Jahr 2012 ist eine tierische Angelegenheit:

http://212.201.36.177/~kopfgraetsche/?p=236

Wau! Die Sporttasche kann noch eine Weile warten…

Ausgangssperren ohne Ball

From the ashes of this golden age of confusion
The leather recruits came to be
known as the Apocalypse Dudes

So you think you had a Serie A? Ball not like this!
So you think you had a Premier League? Ball not like this!
So you think you had a Spanish Liga? Ball not like this!
So you think you had a Bundesliga? Ball not like this!

You got nothing to lose but Kloppo does
Gonna wear his crappy shave tonight
You got nothing to lose but Anfield does
Gonna make a motherfucking shutdown tonight

Alright!

So you think you had a Champions League? Ball not like this!
So you think you had an Euro Twenty-twenty? Ball not like this!
So you thought you could make your own? Ball not like this!
So you thought you should stay at home? Ball not like this!

You got nothing to lose don’t spread the virus
Gonna wear them scary mask tonight
You got nothing to lose don’t spread the virus
Gonna make a motherfucking lockdown tonight
Motherfucking lockdown tonight!

Clock strikes 10:30!

Apocalypse Dudes got nothing to lose
Gonna rest some weary heads tonight
Apocalypse Dudes got nothing to lose
Gonna cause some motherfucking panic
Tonight…tonight…tonight..well alright!

The WHO must go on

Auch wir hatten die Ansage aus dem Gesundheitsministerium heute morgen im Fax und haben sie in entspannter Panik gründlich überflogen. Was blieb hängen? Bei über 1000 Teilnehmern und unter drei drohen Geisterspiele. Das sind Spiele, wo man glaubt die Eltern der Spieler reinrufen zu hören. Aber die sind gar nicht da, weil die draußen die Sky Konferenz beim Public Viewing verfolgen. Wir werden trotzdem versuchen Samstag 10:30 ganz ruhig durch die Jogginghose zu atmen. Diese könnt ihr quasi nach dem Home Office gleich anbehalten. Aber dennoch könnt ihr ruhig mal vor die Tür gehen. Oder wollt ihr ewig Bundesliga Classics auf DSF schauen? Dort kann man natürlich in 4:3 bewundern, wie das Krafttier aller Jogginghosenträger durch matschige Strafräume hechtet. Die Wiederholung des 6:1 von Hertha gegen den HSV darf man eigentlich nicht verpassen:

»Zurück zum Außergewöhnlichen. Irgendwann zwischen dem 4:1 und 5:1 fängt Herthas Torwart Gabor Kiraly den Ball. Es ist einer der vielen harmlos vorgetragenen Angriffe des Hamburger SV an diesem warmen Sonnabend Nachmittag vor 76 000 Menschen im ausverkauften Olympiastadion zu Berlin. Die härtesten Hertha-Fans in der Kurve hinter Kiralys Tor feiern seit einer Stunde. Da überlegt der Torwart plötzlich drei, vier Sekunden lang. In der einen Hand hält er den Fußball, die andere zeigt gegen die Querlatte seines Gehäuses. Kiraly will fragen: Leute, soll ich jetzt das Ding mal machen?

Das Ding ist nämlich das: Herthas Torwart möchte zu gern einmal einen Abschlag unter Zurhilfenahme der eigenen Torlatte zeigen. In einem richtigen Spiel, wenn es um Punkte und Tore geht und viele Menschen zusehen. Kiraly hat es immer mal wieder im Training geübt. Er wirft dann den Ball aus fünf, sechs Metern Entfernung so gegen die Latte, daß der Ball möglichst weit von da ab ins Spielfeld prallt. Man muß kein Fußballer sein, nicht mal Torwart, um zu erkennen, worin der Knackpunkt dieser Übung liegt. Trifft er sie nicht, könnte der Ball vielleicht auch übers Tor gehen, bestenfalls. Das Runde könnte aber auch – schlechterdings – ins Eckige fliegen. Meistens soll es geklappt haben, manchmal nicht.

Also, Herthas Torhüter deutet sein Vorhaben an. Und wer ihn einigermaßen kennt, weiß, daß er in diesem Augenblick nah dran ist, ganz nah sogar. Die Masse im Olympiastadion tobt, aber am Spielfeldrand auch Jürgen Röber, Kiralys Chef. Der Ungar wird sich im Folgenden für die konventionelle Art des Abschlagens beziehungsweise Abwerfens entscheiden. Alles nimmt seinen gewohnten Lauf.« (Der Tagespiegel, 30.05.1999)

Ob der HSV danach wie gewohnt zum Grillen einlud, ist nicht überliefert. Aber tobende Massen würden sich natürlich alle in diesen Tagen wünschen. Stattdessen muss man sich aber schon über ein paar tobende Mitspieler freuen. Solange Gianni Infantino oder die WHO nicht persönlich jeden Bolzplatz absperren, steht dem nichts im Wege. Höchstens Jürgen Röber.

Eintrag ins Muttiheft

So, letzte Warnung. Noch ein Hassplakat und das Wort Hurensohn wird zum Weltkulturerbe. Und was das für die Deutschrapszene bedeutet, kann sich wohl jeder denken. Da müssten ganze Lebensläufe von Mitmusiker-Müttern neu geschrieben werden. Geschrieben wurde in der letzten Woche eine ganze Menge. Teilweise gab es so viel auf den Tribünen zu lesen, da reichten 90 Minuten kaum aus. In der ganzen Textwüste, dann die Beleidigung zu finden, hat so manchen Schiedsrichter überfordert. Also lieber mal kurz das Spiel unterbrechen und erst einmal in Ruhe schmökern. Sicher nur ein Zufall, dass der DFB seine Schiedsrichterteams gerade um Germanistikstudenten und Poetry-Slammer erweitern möchte. Da muss man ja doch dankbar sein, wenn das eine oder andere Bild im Block dabei ist und die Ultras noch einen Rahmen drumherum malen. Noch schöner wäre es natürlich, wenn die Motive gestickt wären. Im Fadenkreuz-Stich lassen sich erstaunliche Ergebnisse erzielen. Das Literarische Quartett am Sonntag Morgen aus dem Hotel Hilton am Münchner Flughafen lieferte dann auch erwartungsgemäß schlimme Fehlinterpretationen des Buchstabensalats. Selbst der Weinkönig vom DFB war überfordert von so viel analogem Getwitter auf Bettlaken. Kein Wunder, tagelang waren Farbeimer und Lakierermasken in sämtlichen Baumärkten rund um Bundesligastadien und in Meppen ausverkauft. Das hat die deutsche Bevölkerung extrem verunsichert. Der Beef zwischen Schickhardt und Schickaria hat aber immerhin bisher nicht zu einer peinlichen RTL-Gameshow geführt. Sportschau, Sportstudio und Sport in Baden-Württemberg waren dann doch vom Niveau her nicht zu unterbieten. Das überschaubare Niveau beim Kopfgrätschen Samstag 10:30 möchten wir an dieser Stelle mit einem Disclaimer versehen. Die Qualität würde wahrscheinlich diverse Hassplakate rechtfertigen, ist aber absolut unverdächtig auch nur im Entferntesten mit modernem Fußball zu tun zu haben. Und wir versprechen immerhin, über die Berufe eurer Eltern hinwegzusehen.

Kick-off am Point of no Return on Invest

Liebes Tagebuch,

Heute muss ich dir mal wieder schreiben. In der Sportbild sind noch ein paar Zeilen frei und letzte Woche waren wir auch kein Thema für den Doppelpass. Also muss ich noch ein paar Insights aus den letzten Meetings leaken. Hilft ja nix. Das Gedächtnisprotokoll ist lückenhaft, aber in dieser Lügenkultur  interessiert die Wahrheit ja eh niemanden. Also letzte Woche war ich mal wieder auf dem Platz und was ich dort an Spirit gesehen habe, genügt internationalen Requirements nicht. Da wird zu wenig outside the box and into the woods gedacht. Mit diesem Mindset convinced man die Stakeholder nicht. Der Trust in Innoweschn ist mental absolut nicht da. Die jahrelangen katastrophalen Versäumnisse in allen Bereichen, die mit Leistungssport zusammenhängen, haben sogar unseren Performance-Manager zum Weinen gebracht. Wo wird denn da der Mehrwert bis zum Point of no Return on Invest to the next Level gesteigert? Seit Jahren kickt man hier den Ball Richtung Tor. Immer in die gleiche Direction. Immer der Ball. Immer mit dem Fuß. Immer meistens Samstag 10:30. Ein absoluter gestreamlinter No-brainer. Wen will man damit in Asien hinter der Buddahstatue vorlocken? Wir brauchen quasi einen Paradigm-Shift und ein Commitment, dass wir auch mal big thinken. Bisher powert nur der Doc. Der hat uns auf dem Radar und weiß wenigstens wie mit irgendwelchen Geräten Geld gemacht werden kann. Vielleicht laden wir den das nächste mal zum Closing Diner ein. Alle anderen haben ja meist was besseres vor. Mit diesem Urlauber-Approach wird es am Ende des Tages auch diese Woche maximal für einen Kick-off auf Kopfgrätsche-Niveau reichen.

Nach Diktat verreist 

Auf die Pfütze

Ich lehne mich mal vorsichtig aus dem Fenster, aber eine obligatorische Schneekopfgrätsche wird in diesem Winter und somit auch Samstag 10:30 sehr unwahrscheinlich. Gefühlt ist doch schon Ostern seit der letzte Weihnachtshohlkörper aus dem Schokofach den eigenen Körper gefüllt hat. Die Schneematches im Schneematsch waren aber stets besondere Highlights, die sämtliche Fähigkeiten am Ball wegmarginalisiert haben. Man lag viel am Boden und erzielte unmögliche Tore aus der Kategorie Zufall. Am Ende waren die Wangen rot und die Schuhe nass. Der regelmäßige Niederschlag aktuell bildet leider nur große Pfützen in den Kratern des Platzes. Darin lässt sich wiederum eine andere Randsportart ausprobieren. Wasserball assoziiert man hierzulande eher mit aufblasbaren Präsenten für Payback-Punkte. Guckt man Richtung Balkan wird da aber ein mitreißender Wettbewerb draus, bei dem Kroatien, Serbien und Ungarn regelmäßig um die Titel kämpfen. Bei der Fußball-EM 2016 lief Vedran Corluka nach einer Kopfverletzung mit einer Wasserballkappe auf. Und auch für die Fans der Kockasti gehört die Kopfbedeckung zur Standardausstattung. Man sieht damit aus wie der Kohlsuppe-futternde Außerirdische in „Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe“ und hört wahrscheinlich auch schwer. Ob sie sich für eine anständige Kopfgrätsche eignet, müsste man testen. Wenn man sich aber die Kleiderschränke anguckt, die erfolgreich Wasserball spielen, merkt man schnell, dass das ähnlich körperlich intensiv wie Handball ist. Nur dass man es nicht sieht, wenn man unter der Wasseroberfläche fies getreten wird. Es rächt sich also, dass die Füße nur untergeordnete Aufgaben bekommen. Wenn sie keinen Ball streicheln dürfen, fallen sie negativ auf. Wie die Arme und Hände beim Fußball, über die man auch dauernd diskutiert und deren Vergehen in Superzeitlupe ausgewertet werden. Solange wir nicht das Gefühl haben, dass wir mit den Händen sinnvollere Dinge tun können, als einen imaginären VAR-Screen in die Luft zu malen, bleiben wir also doch lieber beim gewohnten und entspannten Ball-hin-und-her-Geflippere per Fuß. Bei Sonne, Regen, Schnee, Schneeregen, Hagel, Niesel, Graupel, Sturm und Sonne-Wolkenmix.

Verklickt in Berlin

Achtung Spoiler-Alert! Wer die letzte Episode unserer Lieblingstelenovela „Hertha – Wege zum Glück“ bisher nicht gesehen hat, muss kurz mal weghören. Da ging es ja wieder drunter und drüber diese Woche. Was bisher geschah: Eine alte Dame wird von drei Männern umgarnt. Sie sind scharf darauf, in ihrer großzügigen Immobilie aus den Dreißigern ein hippes Start-Up zu gründen. Da ist einerseits der Micha, eine treue Seele. Er ist schon lange an Herthas Seite und möchte, dass sie sich nicht zu schnell bewegt. Liebevoll hat er sie untergehakt und spaziert mit ihr behutsam durch die Bundesliga. Er lässt sie auch mal geduldig auf Platz 10 ausruhen, wenn drumherum die hochgepushten Plaste-Rowdies sie mit ihren Hoverboards anrempeln. Doch seit kurzer Zeit macht der gut situierte Lars ihr schöne Augen. Mit teuren Geschenken zeigt er ganz offen, dass er Hertha eigentlich nur ausgesucht hat, weil sie als Big City Girl naturgemäß ganz nach oben gehört. Nichtsahnend lässt sie es zu, dass er das Geld bei ihr unter die Matratze schiebt. Doch nun will er auch schnelle Erfolge sehen, damit die Scheichs und Oligarchen bald zu Herthas Kaffeekränzchen vorbeischauen. In Lars Windschatten kommt der dritte im Bunde. Aber der windige Jürgen versucht sich mit einem plumpen Enkeltrick an die alte Dame heranzuwanzen. Erzählt rührige Geschichten von seinem Vater und macht romantische Handyvideos. Er bringt sein tolles Netzwerk mit, um ein Himmelfahrtskommando in eine Erfolgsgeschichte zu verwandeln. Plötzlich ist bei Tante Hertha die Bude voll People, weil der Jürgen u.a. als Jay Göppingen selbst viel in der Welt unterwegs ist. Dort hat er überall Kontakte, mit denen er großen Glanz in die alten Gemäuer bringen will. Als er aber feststellt, dass Micha das Geld von Lars lieber in ein paar Stützstrümpfe gegen Abstiegskrämpfe investiert, schreibt er was Bockiges auf Facebook und in der BILD. Er möchte Micha nicht mehr mit Hertha auf der Bank sitzen sehen und ihn stattdessen in den Keller sperren. Das geht aber sogar Lars zu weit. Er überschlägt kurz, wie schnell das schöne Geld alle wäre, wenn Jürgen es ausgibt und lässt das Schloss auswechseln. Wird sich Jürgen so einfach abservieren lassen? Kann Micha auf der Bank sitzen bleiben? Wird Lars noch etwas Geld in der anderen Hose finden? Und was wird aus Herthinho? Das und vieles mehr erfahren wir nach der Werbung und Samstag 10:30 nach dem Kopfgrätschen.