Das Nerdderby: Wer bin ich? (Folge 1)

So, ihr kleinen Racker. Jetzt hört ihr mal auf dauernd die Kronkorken durch die Wohnung zu kicken und setzt euch brav vor den Bildschirm. Der Papa hat ein Rätsel für euch. Ein sogenanntes Karriere-Rätsel wie es über Ostern öfter durchs Netz geisterte. Ihr müsst nur erraten wer ich bin. Ich spielte Ligaspiele in Vereinen mit:

Diego Maradona
Diego Simeone
Bodo Illgner
Thomas Häßler
Stuart Pearce
Zé Roberto
Frank Lampard 
Daniel Bierofka
Rio Ferdinand
Clarence Seedorf
Christian Panucci
Marc Overmars
Alexander Manninger
Uwe Ehlers

Wer bin ich? So, damit seid ihr doch bestimmt für eine Viertelstunde beschäftigt die Kickerausgaben aus den letzten 100 Jahren zu durchforsten und der Papa kann in der Zwischenzeit die Telko mit dem Management und den Stakeholdern machen. Ach ja, noch ein kleiner Tipp: bei dem gesuchten Spieler steht inzwischen „Präsident“ auf der Visitenkarte. Nur falls irgendjemand meint, das wäre ’ne ganz kleine Nummer. Und nun viel Erfolg beim Knobeln. Wer diese Nuss knackt, kann sich als nächstes beim DSF Superfan anmelden.

Maskenball (Virtual Event)

Verstecken ist ja der Osterskill schlechthin und in diesem Jahr kommen zu den Eiern auch noch die Gesichter dazu. In diesem Feld haben wir in den letzten Jahren eine gewisse Kompetenz aufgebaut. Das hat natürlich einerseits mit unserem Spirit Animal Aubameyang zu tun, der gerne mal die eine oder andere Superheldenmaske hinter dem Tor versteckte, um dann beim Torjubel mit seiner Comic-Belesenheit anzugeben. Diese popkulturellen Referenzen haben wir natürlich wohlwollend in unseren Kopfgrätsche-Alltag übernommen:

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Eine Maske, die es in diesem Zusammenhang auch auf ein Kopfgrätsche-Foto aus besseren Tagen geschafft hat, findet sich auch aus einem prophetischen Klassiker aus dem Jahre 2013 wieder. In diesem hilfreichen Video-Tutorial wird gezeigt, wie man ganz einfach im Home Office eine Pandemie verbreitet, um die Kurve auf dem Immobilienmarkt ein wenig zu flatten. Der Hauptprotagonist ist durch seine Maske klar im Vorteil, auch wenn er darunter tierisch schwitzt. 

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Aber Ostern ist nicht nur die inoffizielle Weltmeisterschaft im Verstecken. Nein, es hängen ja auch ein paar christliche Feiertage an dem Kreuz im Kalender. An Ostern endet offiziell die Fastenzeit, die nach Karneval begann. Christen dürfen jetzt wieder beim Essen und Trinken übertreiben und Ausflüge nach Blowatz oder Moidentin machen. Die Maskenhochzeit vor der Fastenzeit im Rheinland haben wir in diesem Jahr trotzdem noch mitgenommen. Und was soll man sagen? Am Aschermittwoch war tatsächlich so gut wie alles vorbei. Hoffen wir, dass wir wie der Heiland nach Ostern langsam wieder hochfahren können.

Wat och passeet… Kopfgrätsche-Kamelle!
Spürbar anders: der Effzeh hoch auf dem roten Wagen

Für den Nacken ohne Wacken

Und schon Blasen an den Synapsen vom Gehirnjogging? Dann wird es Zeit für die Kopfgrätsche-Hausaufgaben. Für den ultimativen Effekt sollte das Home-Schooling von Jemandem überwacht werden, der nur rudimentäre Kenntnisse hat und schnell genervt ist. Am besten druckt ihr euch die Polylux-Schaubilder beidseitig (wegen der Umwelt) auf A4 quer aus. Danach protokolliert ihr den Fortschritt mit 3 verschiedenfarbigen Textmarkern. Bitte gut leserliche Druckbuchstaben, 12 Punkt, anderthalbfacher Zeilenabstand. Und wer keinen Rand zum korrigieren lässt, kann gleich noch einmal von vorne anfangen. Rot ist die Farbe des Schiedsrichters! Aktuelles Datum plus zu erwartende Nachspielzeit in die obere rechte Ecke. Und bringt bloß nicht die Reihenfolge der Blätter durcheinander. Die Seitenzahlen starten mit 5, bis 17, dann 32 bis 46, dann 3, 4 und zum Ende noch das Motivationsbild mit dem Frosch im Storchenhals. Das aber nur zum Schmunzeln. Spaß muss auch mal in der Pause sein. Die klassischen Pausen, in denen man früher schön die Lungen angeteert und die Hausaufgaben vom Dümmsten aber Fleißigsten abgeschrieben hat, macht ja nun auch jeder für sich alleine. Aber Struktur ist wichtig. Die für Kopfgrätschen so wichtige Nackenmuskulatur auch ruhig mal mit exzessivem fassungslosen Starren auf das Display fordern. Ansonsten viel Erfolg beim Bewältigen des angehängten Trainingsplans in 18 Einzel-PDFs á 12 MB. Wer damit fertig ist scannt die Lösungen mit 1200 dpi ein und lädt sie dann bis zu den Osterferien bei Stayfriends hoch.

Die Bonduelle-Konserve der Pandora

Hast du auch gedacht: jetzt ist endlich mal Zeit die Sporttasche auszuräumen und die Klamotten in die Kochwäsche zu tun? Dabei ein dickes Buch anfangen oder eine andere Sprache zu lernen? Oder endlich mal die Wand zu streichen bevor die Farbe dafür eingetrocknet ist. Aber hätte Tom Hanks bei Cast Away damit schon in der zweiten Woche begonnen? Dafür ist später immer noch Zeit. Erst einmal müssen Ersatzhandlungen gefunden werden, die die bisherigen Gewohnheiten so gut wie möglich simulieren. Z.B. Freitag beim Frühstück eine Spielankündigung schreiben für ein Spiel, das nicht stattfinden wird. Darauf hinweisen, dass am Wochenende die Uhr gestellt wird. Was wiederum bedeutet, dass es unter der Woche lang genug hell ist, um auch Mittwoch nicht zu spielen. Aber diese Zeit kann man wie gewohnt trotzdem mit seinen Lastern verbringen. Auf kopfgrätsche.de finden sich genug Beiträge für das nostalgische Relive-Erlebnis. Und in der Erinnerung wird so manches Tor noch spektakulärer, so mancher Trick noch trickreicher und so mancher Gesichtstreffer um ein vielfaches lustiger. Mit einer weiteren Europameisterschaft könnte man ja auch so lange warten, bis alle historischen Spiele noch einmal gesendet wurden. Die EM in diesem Jahr wäre ja sowieso für die UEFA eine Art Best of geworden. Die letzte Euro war somit 2016 und Ende März diesen Jahres haben wir uns auch auf die Eröffnung der Unterderwochesaison gefreut:

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Mit Kunstrasen, Hasenohren und Hefeweizen guckten wir unbeschwert in die Zukunft. Und auch den Mittwoch können wir relive erleben. Die kleine Zeitreise in das Jahr 2012 ist eine tierische Angelegenheit:

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Wau! Die Sporttasche kann noch eine Weile warten…

Ausgangssperren ohne Ball

From the ashes of this golden age of confusion
The leather recruits came to be
known as the Apocalypse Dudes

So you think you had a Serie A? Ball not like this!
So you think you had a Premier League? Ball not like this!
So you think you had a Spanish Liga? Ball not like this!
So you think you had a Bundesliga? Ball not like this!

You got nothing to lose but Kloppo does
Gonna wear his crappy shave tonight
You got nothing to lose but Anfield does
Gonna make a motherfucking shutdown tonight

Alright!

So you think you had a Champions League? Ball not like this!
So you think you had an Euro Twenty-twenty? Ball not like this!
So you thought you could make your own? Ball not like this!
So you thought you should stay at home? Ball not like this!

You got nothing to lose don’t spread the virus
Gonna wear them scary mask tonight
You got nothing to lose don’t spread the virus
Gonna make a motherfucking lockdown tonight
Motherfucking lockdown tonight!

Clock strikes 10:30!

Apocalypse Dudes got nothing to lose
Gonna rest some weary heads tonight
Apocalypse Dudes got nothing to lose
Gonna cause some motherfucking panic
Tonight…tonight…tonight..well alright!

The WHO must go on

Auch wir hatten die Ansage aus dem Gesundheitsministerium heute morgen im Fax und haben sie in entspannter Panik gründlich überflogen. Was blieb hängen? Bei über 1000 Teilnehmern und unter drei drohen Geisterspiele. Das sind Spiele, wo man glaubt die Eltern der Spieler reinrufen zu hören. Aber die sind gar nicht da, weil die draußen die Sky Konferenz beim Public Viewing verfolgen. Wir werden trotzdem versuchen Samstag 10:30 ganz ruhig durch die Jogginghose zu atmen. Diese könnt ihr quasi nach dem Home Office gleich anbehalten. Aber dennoch könnt ihr ruhig mal vor die Tür gehen. Oder wollt ihr ewig Bundesliga Classics auf DSF schauen? Dort kann man natürlich in 4:3 bewundern, wie das Krafttier aller Jogginghosenträger durch matschige Strafräume hechtet. Die Wiederholung des 6:1 von Hertha gegen den HSV darf man eigentlich nicht verpassen:

»Zurück zum Außergewöhnlichen. Irgendwann zwischen dem 4:1 und 5:1 fängt Herthas Torwart Gabor Kiraly den Ball. Es ist einer der vielen harmlos vorgetragenen Angriffe des Hamburger SV an diesem warmen Sonnabend Nachmittag vor 76 000 Menschen im ausverkauften Olympiastadion zu Berlin. Die härtesten Hertha-Fans in der Kurve hinter Kiralys Tor feiern seit einer Stunde. Da überlegt der Torwart plötzlich drei, vier Sekunden lang. In der einen Hand hält er den Fußball, die andere zeigt gegen die Querlatte seines Gehäuses. Kiraly will fragen: Leute, soll ich jetzt das Ding mal machen?

Das Ding ist nämlich das: Herthas Torwart möchte zu gern einmal einen Abschlag unter Zurhilfenahme der eigenen Torlatte zeigen. In einem richtigen Spiel, wenn es um Punkte und Tore geht und viele Menschen zusehen. Kiraly hat es immer mal wieder im Training geübt. Er wirft dann den Ball aus fünf, sechs Metern Entfernung so gegen die Latte, daß der Ball möglichst weit von da ab ins Spielfeld prallt. Man muß kein Fußballer sein, nicht mal Torwart, um zu erkennen, worin der Knackpunkt dieser Übung liegt. Trifft er sie nicht, könnte der Ball vielleicht auch übers Tor gehen, bestenfalls. Das Runde könnte aber auch – schlechterdings – ins Eckige fliegen. Meistens soll es geklappt haben, manchmal nicht.

Also, Herthas Torhüter deutet sein Vorhaben an. Und wer ihn einigermaßen kennt, weiß, daß er in diesem Augenblick nah dran ist, ganz nah sogar. Die Masse im Olympiastadion tobt, aber am Spielfeldrand auch Jürgen Röber, Kiralys Chef. Der Ungar wird sich im Folgenden für die konventionelle Art des Abschlagens beziehungsweise Abwerfens entscheiden. Alles nimmt seinen gewohnten Lauf.« (Der Tagespiegel, 30.05.1999)

Ob der HSV danach wie gewohnt zum Grillen einlud, ist nicht überliefert. Aber tobende Massen würden sich natürlich alle in diesen Tagen wünschen. Stattdessen muss man sich aber schon über ein paar tobende Mitspieler freuen. Solange Gianni Infantino oder die WHO nicht persönlich jeden Bolzplatz absperren, steht dem nichts im Wege. Höchstens Jürgen Röber.

Eintrag ins Muttiheft

So, letzte Warnung. Noch ein Hassplakat und das Wort Hurensohn wird zum Weltkulturerbe. Und was das für die Deutschrapszene bedeutet, kann sich wohl jeder denken. Da müssten ganze Lebensläufe von Mitmusiker-Müttern neu geschrieben werden. Geschrieben wurde in der letzten Woche eine ganze Menge. Teilweise gab es so viel auf den Tribünen zu lesen, da reichten 90 Minuten kaum aus. In der ganzen Textwüste, dann die Beleidigung zu finden, hat so manchen Schiedsrichter überfordert. Also lieber mal kurz das Spiel unterbrechen und erst einmal in Ruhe schmökern. Sicher nur ein Zufall, dass der DFB seine Schiedsrichterteams gerade um Germanistikstudenten und Poetry-Slammer erweitern möchte. Da muss man ja doch dankbar sein, wenn das eine oder andere Bild im Block dabei ist und die Ultras noch einen Rahmen drumherum malen. Noch schöner wäre es natürlich, wenn die Motive gestickt wären. Im Fadenkreuz-Stich lassen sich erstaunliche Ergebnisse erzielen. Das Literarische Quartett am Sonntag Morgen aus dem Hotel Hilton am Münchner Flughafen lieferte dann auch erwartungsgemäß schlimme Fehlinterpretationen des Buchstabensalats. Selbst der Weinkönig vom DFB war überfordert von so viel analogem Getwitter auf Bettlaken. Kein Wunder, tagelang waren Farbeimer und Lakierermasken in sämtlichen Baumärkten rund um Bundesligastadien und in Meppen ausverkauft. Das hat die deutsche Bevölkerung extrem verunsichert. Der Beef zwischen Schickhardt und Schickaria hat aber immerhin bisher nicht zu einer peinlichen RTL-Gameshow geführt. Sportschau, Sportstudio und Sport in Baden-Württemberg waren dann doch vom Niveau her nicht zu unterbieten. Das überschaubare Niveau beim Kopfgrätschen Samstag 10:30 möchten wir an dieser Stelle mit einem Disclaimer versehen. Die Qualität würde wahrscheinlich diverse Hassplakate rechtfertigen, ist aber absolut unverdächtig auch nur im Entferntesten mit modernem Fußball zu tun zu haben. Und wir versprechen immerhin, über die Berufe eurer Eltern hinwegzusehen.

Kick-off am Point of no Return on Invest

Liebes Tagebuch,

Heute muss ich dir mal wieder schreiben. In der Sportbild sind noch ein paar Zeilen frei und letzte Woche waren wir auch kein Thema für den Doppelpass. Also muss ich noch ein paar Insights aus den letzten Meetings leaken. Hilft ja nix. Das Gedächtnisprotokoll ist lückenhaft, aber in dieser Lügenkultur  interessiert die Wahrheit ja eh niemanden. Also letzte Woche war ich mal wieder auf dem Platz und was ich dort an Spirit gesehen habe, genügt internationalen Requirements nicht. Da wird zu wenig outside the box and into the woods gedacht. Mit diesem Mindset convinced man die Stakeholder nicht. Der Trust in Innoweschn ist mental absolut nicht da. Die jahrelangen katastrophalen Versäumnisse in allen Bereichen, die mit Leistungssport zusammenhängen, haben sogar unseren Performance-Manager zum Weinen gebracht. Wo wird denn da der Mehrwert bis zum Point of no Return on Invest to the next Level gesteigert? Seit Jahren kickt man hier den Ball Richtung Tor. Immer in die gleiche Direction. Immer der Ball. Immer mit dem Fuß. Immer meistens Samstag 10:30. Ein absoluter gestreamlinter No-brainer. Wen will man damit in Asien hinter der Buddahstatue vorlocken? Wir brauchen quasi einen Paradigm-Shift und ein Commitment, dass wir auch mal big thinken. Bisher powert nur der Doc. Der hat uns auf dem Radar und weiß wenigstens wie mit irgendwelchen Geräten Geld gemacht werden kann. Vielleicht laden wir den das nächste mal zum Closing Diner ein. Alle anderen haben ja meist was besseres vor. Mit diesem Urlauber-Approach wird es am Ende des Tages auch diese Woche maximal für einen Kick-off auf Kopfgrätsche-Niveau reichen.

Nach Diktat verreist 

Auf die Pfütze

Ich lehne mich mal vorsichtig aus dem Fenster, aber eine obligatorische Schneekopfgrätsche wird in diesem Winter und somit auch Samstag 10:30 sehr unwahrscheinlich. Gefühlt ist doch schon Ostern seit der letzte Weihnachtshohlkörper aus dem Schokofach den eigenen Körper gefüllt hat. Die Schneematches im Schneematsch waren aber stets besondere Highlights, die sämtliche Fähigkeiten am Ball wegmarginalisiert haben. Man lag viel am Boden und erzielte unmögliche Tore aus der Kategorie Zufall. Am Ende waren die Wangen rot und die Schuhe nass. Der regelmäßige Niederschlag aktuell bildet leider nur große Pfützen in den Kratern des Platzes. Darin lässt sich wiederum eine andere Randsportart ausprobieren. Wasserball assoziiert man hierzulande eher mit aufblasbaren Präsenten für Payback-Punkte. Guckt man Richtung Balkan wird da aber ein mitreißender Wettbewerb draus, bei dem Kroatien, Serbien und Ungarn regelmäßig um die Titel kämpfen. Bei der Fußball-EM 2016 lief Vedran Corluka nach einer Kopfverletzung mit einer Wasserballkappe auf. Und auch für die Fans der Kockasti gehört die Kopfbedeckung zur Standardausstattung. Man sieht damit aus wie der Kohlsuppe-futternde Außerirdische in „Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe“ und hört wahrscheinlich auch schwer. Ob sie sich für eine anständige Kopfgrätsche eignet, müsste man testen. Wenn man sich aber die Kleiderschränke anguckt, die erfolgreich Wasserball spielen, merkt man schnell, dass das ähnlich körperlich intensiv wie Handball ist. Nur dass man es nicht sieht, wenn man unter der Wasseroberfläche fies getreten wird. Es rächt sich also, dass die Füße nur untergeordnete Aufgaben bekommen. Wenn sie keinen Ball streicheln dürfen, fallen sie negativ auf. Wie die Arme und Hände beim Fußball, über die man auch dauernd diskutiert und deren Vergehen in Superzeitlupe ausgewertet werden. Solange wir nicht das Gefühl haben, dass wir mit den Händen sinnvollere Dinge tun können, als einen imaginären VAR-Screen in die Luft zu malen, bleiben wir also doch lieber beim gewohnten und entspannten Ball-hin-und-her-Geflippere per Fuß. Bei Sonne, Regen, Schnee, Schneeregen, Hagel, Niesel, Graupel, Sturm und Sonne-Wolkenmix.

Verklickt in Berlin

Achtung Spoiler-Alert! Wer die letzte Episode unserer Lieblingstelenovela „Hertha – Wege zum Glück“ bisher nicht gesehen hat, muss kurz mal weghören. Da ging es ja wieder drunter und drüber diese Woche. Was bisher geschah: Eine alte Dame wird von drei Männern umgarnt. Sie sind scharf darauf, in ihrer großzügigen Immobilie aus den Dreißigern ein hippes Start-Up zu gründen. Da ist einerseits der Micha, eine treue Seele. Er ist schon lange an Herthas Seite und möchte, dass sie sich nicht zu schnell bewegt. Liebevoll hat er sie untergehakt und spaziert mit ihr behutsam durch die Bundesliga. Er lässt sie auch mal geduldig auf Platz 10 ausruhen, wenn drumherum die hochgepushten Plaste-Rowdies sie mit ihren Hoverboards anrempeln. Doch seit kurzer Zeit macht der gut situierte Lars ihr schöne Augen. Mit teuren Geschenken zeigt er ganz offen, dass er Hertha eigentlich nur ausgesucht hat, weil sie als Big City Girl naturgemäß ganz nach oben gehört. Nichtsahnend lässt sie es zu, dass er das Geld bei ihr unter die Matratze schiebt. Doch nun will er auch schnelle Erfolge sehen, damit die Scheichs und Oligarchen bald zu Herthas Kaffeekränzchen vorbeischauen. In Lars Windschatten kommt der dritte im Bunde. Aber der windige Jürgen versucht sich mit einem plumpen Enkeltrick an die alte Dame heranzuwanzen. Erzählt rührige Geschichten von seinem Vater und macht romantische Handyvideos. Er bringt sein tolles Netzwerk mit, um ein Himmelfahrtskommando in eine Erfolgsgeschichte zu verwandeln. Plötzlich ist bei Tante Hertha die Bude voll People, weil der Jürgen u.a. als Jay Göppingen selbst viel in der Welt unterwegs ist. Dort hat er überall Kontakte, mit denen er großen Glanz in die alten Gemäuer bringen will. Als er aber feststellt, dass Micha das Geld von Lars lieber in ein paar Stützstrümpfe gegen Abstiegskrämpfe investiert, schreibt er was Bockiges auf Facebook und in der BILD. Er möchte Micha nicht mehr mit Hertha auf der Bank sitzen sehen und ihn stattdessen in den Keller sperren. Das geht aber sogar Lars zu weit. Er überschlägt kurz, wie schnell das schöne Geld alle wäre, wenn Jürgen es ausgibt und lässt das Schloss auswechseln. Wird sich Jürgen so einfach abservieren lassen? Kann Micha auf der Bank sitzen bleiben? Wird Lars noch etwas Geld in der anderen Hose finden? Und was wird aus Herthinho? Das und vieles mehr erfahren wir nach der Werbung und Samstag 10:30 nach dem Kopfgrätschen.  

JoJo Joker dankt Academimimi

Im Fußball gibt es eine Menge hübscher Pokale zu gewinnen. Gut, manche haben eher ideellen Wert. Das Design ist oft bestenfalls originell. Nicht umsonst nennt man sie manchmal leicht despektierlich Radkappe, Vase oder Henkelpott. Wichtig ist: man kann sie einigermaßen gut hochhalten und im optimalen Fall ein paar Liter Schampus draus schlürfen. Als Normalsterblicher kann man sich diese Trophäen in langen Abenden selbst aus Pappmaché basteln oder es gibt eine praktische Aufblasvariante davon, die man mit ein paar Lungenstößen zu einem verblüffend echten Duplikat bringen kann. Auch in Zweitverwendung als Badetier oder Nackenkissen einsetzbar. Eine Plastik wie es sie am Sonntag wieder in L.A. zu gewinnen gibt, sucht man aber im Fußball vergebens. Über die Jahre wurde natürlich dem einen oder anderen Schwalbenkönig in purer Gehässigkeit ein Oscar gewünscht und Arjen Robben hat in seiner Karriere wirklich alles dafür getan, um sich ihm würdig zu erweisen. Aber er wurde härter als Leo diCaprio ignoriert, obwohl er der Trophäe so verblüffend ähnlich sieht. Einer der großen Favoriten ist sicher in diesem Jahr zurecht der Joker, auch wenn man als Fußballfan etwas anderes von dem Film erwartet. In über 120 Minuten wird niemand eingewechselt, der auch nur ein einziges Tor macht. Da haben wir in dieser Saison schon krassere Auftritte gesehen. Bei den beiden Päpsten in The Two Popes haben wir zwar die rechte und die linke Hand Gottes, aber DIE Hand Gottes fehlt, obwohl einer von beiden sogar Argentinier sein soll. Da wurde eine dicke Chance vertan. Immerhin kann man in Rocketman den  Präsidenten des Watford FC beim Singen zuhören. Der Song ist doch objektiv besser gesungen als der neue ICE-Trassenhauer der Eintracht-Fans „Christoph Daum ist wieder da und in Frankfurt kauft er Koka“ zur Melodie von Tom’s Diner. Und dabei hat auch Elton John garantiert schon ähnliche Einkäufe in Deutschland getätigt. Bevor mich die einsetzende Musik von dieser Bühne vertreibt, möchte ich allen danken, die Samstag 10:30 zum Kopfgrätschen nominiert sind und auch diesmal wieder keinen Pokal mit nach Hause bringen.

I got you Ball

Jahrelang haben wir drüber gejammert, dass die Bundesliga so langweilig ist, wie Phil Connors Tage in Punxsutawney, weil die Meisterschaft meist Anfang Februar keinen Schatten mehr wirft. Und sehnsüchtig haben wir nach England geguckt, wo es tatsächlich in den letzten sieben Jahren fünf unterschiedliche Meister gab. Dann ging da Jürgen Klopp hin und jetzt ist zum Groundhog Day quasi der Drops schon gelutscht. Nun ja, das macht den Abschied am Ende der Woche dann vielleicht doch etwas erträglicher. Dann wird endgültig die Brexit-Starre aufgelöst und die Premier League erreicht quasi den Status von Ligen aus anderen Murmeltier-Hochburgen – z.B. der Schweizer Super League, von Kopfgrätsche am Samstag (10:30, wenn es ein Morgen gibt) oder der norwegischen Eliteserien. Dort hat bis vor kurzem ja noch Erling Braut Haaland gekickt. Und wo isser jetzt? Eben. Geboren ist er übrigens in Leeds. Aber jetzt spielt er in der aktuell spannendsten Liga Europas. Aber machen wir uns nicht zu viel vor. Am Ende werden höchstwahrscheinlich dennoch die Alpenanwohner zum achten mal in Folge Meister. Vielleicht wird das diesmal mit etwas mehr Spannung sogar erst im Mai entschieden. Falls es doch anders kommt und in der Bundesliga der gut frisierte Brauseklub an der Spitze bleibt, wäre das für Erling auch keine Megaüberraschung. Das kennt er bereits aus Österreich. Dort gab es auch keinen anderen Meister seit Erling 13 Jahre alt war. Am anderen Ende des alpinen Murmeltierhabitats in Italien hofft man auch, dass der Radiowecker morgens ein anderes Lied als Storia Di Un Grande Amore spielt. Man wartet schließlich seit 2011 auf irgendeinen Serie-A-Champion, der nicht Juventus heißt. Vielleicht ist es doch gar nicht so schlecht bestellt um den englischen Fußball. Spätestens wenn sich die Engländer im Sommer zum Europameister murmeln, gucken wir wieder voller Neid auf die Insel. Und hoffen, dass Kloppo nicht nur einmal die Premier League gewinnt. Sechs- bis achtmal in Folge dürften es schon sein.   

Diplomaten-Post von Franz-Josef

Lieber Toni Kroos,

Früher hat man Sie Querpass-Toni genannt. Wenn man es gut mit Ihnen meinte, nannte man Sie einen Ballmagneten. Sie sammelten viele Pässe in jedem Spiel. Die meisten davon waren simpel und ohne Risiko. Risiko ist in der heutigen Zeit nicht mehr gewollt. Risiko ist, wenn man nicht einmal einen Terrorgeneral ausschalten kann, ohne dass gleich der dritte Weltkrieg droht. Dort braucht man nun die Diplomaten. Sie lieber Toni Kross sind wie Hans-Dietrich Genscher (der ist doch noch Außenminister, oder?). Mit Ihnen bleibt das Spiel kontrollierbar. Ein Querpass kann ein Diplomatenpass sein. Nun haben Sie diese Woche einen Eckball direkt verwandelt. Eine Schlitzohr-Aktion wie man sie nicht von Ihnen erwartet. Die letzten Typen der Bundesliga konnten das. Bernd Nickel. Mario Basler. Typen, die nie diplomatisch waren. Die auch mal eine Weizenbier getrunken haben. Die immer Ihre Meinung gesagt haben. Meinungen sind wie Arschlöcher. Sie sind kein Arschloch. Dennoch haben Sie ausgenutzt, dass der Torwart und die Abwehrspieler noch nicht bereit für die Ecke waren. Sie waren nur bedingt abwehrbereit. Das hat schon Franz Josef Strauß gestört. Franz Josef Strauß ist der letzte Typ in der Regierung (der ist doch noch Verteidigungsminister, oder?). Er hat auch mal ein Weizenbier getrunken und immer seine Meinung gesagt. Meinungen sind wichtig. Jetzt werden Sie, lieber Toni Kross für Ihren Schlitzohr-Eckball gefeiert. Was ist ein Tor wert ohne Gegner? Ohne Gegenwehr? Im nahen Osten und auf dem Bolzplatz (Samstag 10:30) wäre es wegdiskutiert worden. Ganz diplomatisch. Das müsste Ihnen doch eigentlich gefallen, oder?

Herzlichst, Ihr Franz Josef Kopfgrätsche

Pfeilmeldung vom Dosenwerfen

Spieltag für Spieltag in der Champions League versuchen wir bei Heiko einen Blick auf den großen Sport zu erhaschen. Das ist manchmal nicht ganz so einfach. Man sitzt häufiger hinter einem Pfosten oder der nächste gut erkennbare HD-ready-Fernseher läuft noch auf den Voreinstellungen der Biathlon WM. Meistens zeigt man dann auch gerade dort BATE Borisov gegen Dynamo Zagreb im Einzelspiel. Aus Gründen, die nur Ante Sapina und Friends verstehen. Allerdings hätten wir uns vielleicht doch häufiger mal umdrehen müssen, um den wahrhaft großen Sport sehen zu können. Anstatt dauernd genervt die Dartpfeile aus dem Nacken zu ziehen, hätten wir uns all die Jahre lieber damit beschäftigen sollen wie dieser Nischensport Snooker, Kubb und Tischtennis abhängen konnte. Oder wir hätten eventuell sogar die Regeln kapiert und warum es von Vorteil ist den Wurfarm über einen großen Bierbauch abzurollen. Dann wäre unserer Aufenthalt bei Heiko auch ganz klar als Training für Körper UND Geist angerechnet worden. Die AOK würde zufrieden sein und uns nicht am Jahresanfang ein schlechtes Gewissen machen. Jahrelang hat uns der falsche Sport Hoffnungen gemacht und plötzlich realisiert man, dass aus der eigenen Altersklasse nur noch Claudio Pizarro aktiv ist. Und sogar Pizza hat die wichtige Rolle des Bieres für die Zweitkarriere im Darten erkannt. Dass er es aus Dosen trinkt ist natürlich in der heutigen Zeit der eigentliche Skandal. Das können wir besser machen, wenn wir ein Hefeglas nehmen und die dritte Halbzeit etwas früher beginnen. Vorher (Samstag 10:30) können wir ja gerne dem Fußball noch einmal eine letzte Chance geben. Aber nur wegen Claudio.

Aus der Schiefe des Baumes

Die letzten Tage waren wirklich hart. Das lag vielleicht einerseits daran, dass man zwischen den Mahlzeiten kaum Gelegenheit zum Atmen hatte. Aber noch schlimmer waren die Instagram-Fotodokumentationen aus den protzigen Fußballer-Hütten. Eine Parade des ultraschlechten Geschmacks – ganz egal ob dritte Liga oder Champions League. Bäume größer als bei den Clintons, Kugeln in den Farben des Lokalrivalen und eindeutig zu wenig Lametta. Kinder, Tiere und Spielerfrauen die lustige Geweihe, fusselige Weihnachtsmannmützen und ugly Christmassuits tragen müssen, um von der geschmackvollen Inneneinrichtung abzulenken. Weiß gekachelt plus weiße Ledercouch ist anscheinend immer noch der Wohlfühlen-Trend bei Leuten, deren eigenes Fifa-Profil das wichtigste Möbel ist. Da muss man fast froh sein, wenn die Reise nach Dubai geht und das obligatorische Foto in einer Mall geschossen wird. Die Produkte aus den bezahlten Partnerschaften der angeheirateten Influencerin müssen auf jeden Fall mit aufs Bild. Das Logo des persönlichen Ausrüsters als Baumspitze ist was für wahre Könner. Quasi die Goldpanade auf dem Gänsebratensmoothie. Bei diesen Bildern gewöhnt man sich Fußball ziemlich schnell ab. Versöhnen kann nur eine ehrlich Partie unglamoröser Rumpelfußball am Samstagmorgen 10:30. Wir werden auf jeden Fall ein entlarvendes Beweisfoto machen.


Who you gonna ball?

If there’s a footy game
In your neighborhood
Who you gonna ball?
Kopfgrätscher!

If there’s a saturday
And it don’t look good
Who you gonna ball?
Kopfgrätscher!

I ain’t afraid of no goals
I ain’t afraid of no goals

If you see rolling things
Running through your mead
Who can you ball?
Kopfgrätscher!

A deflected shot
hittin‘ in your face
Ow, who you gonna ball?
Kopfgrätscher!

I ain’t afraid of no goals
I ain’t afraid of no goals

If you ball alone
Pick up the phone
And ball…
Kopfgrätscher!

I am filming

Wir haben das nicht so richtig hautnah mitbekommen. Wahrscheinlich weil wir gerade gebannt auf die Glitzerjacke von Frank Zander gucken mussten. Aber die Fotografen richteten in dem Moment ihre Linsen auf eine andere Linse, die wiederum auf sie gerichtet war. Und auf die Fans und Frank, die schon zu Spielbeginn nicht nach Hause gehen wollten. Ist ja für die Meisten auch ziemlich weit per Pedes zum Wohnort. Liegt ja nicht gerade zentral in der Stadt das Stadion. Obwohl die Erbauer vielleicht damals gehofft haben, dass die Stadt da schon drumherum wachsen wird. Aber das ist eine andere Geschichte und muss von Guido Knopp erzählt werden. Also doch lieber Öffis oder privater Partybus für An- und Abreise. Schon kurze Zeit nach dem Mexican Standoff mit Kameras kam allerdings die Meldung, dass sich Klinsi damit schon den ersten Skandal geleistet hatte. Das ging fix. Sollten die Buddhas doch erst in der nächsten Woche geliefert werden. In Berlin nicht unwahrscheinlich, dass die dann beim Nachbarn abgegeben werden. Also bei Union. Dabei machte der schwäbische Bäckerssohn (Yes! Der musste sein…) doch den gleichen Mist wie alle anderen in dem Moment. Er hielt sogar das Smartphone quer und umdribbelte so geschickt die Vertical-Video-Falle. Schöner Schwenk. Der Zoom auf uns fehlt leider, aber das kann man verschmerzen. Wir wissen ja dass wir da waren, weil wir doch in dem Moment auch fleißig rumgeknipst haben. Die Kopfgrätsche-Handyhüllen kamen allerdings nicht rechtzeitig an. Werden wahrscheinlich Samstag 10:30 geliefert und dann beim Nachbarn abgegeben.

Why so serial?

Wie oft spielt so eine Profimannschaft die Woche? Wenn nicht gerade Länderspielpause ist, maximal 1 mal. So wie wir Samstag 10:30. Wenn der Club etwas ambitionierter ist als wir: 2 mal. Aber was macht man dann als Fan an den anderen Abenden? Das haben sich auch findige Streaminganbieter gefragt und hatten eine dufte Idee. Wir machen aus dem ganzen Drumherum eine Dokumentation, bei der der Fan auch an den Abenden, wo die eigenen Spieler beim Friseur, im Tattoostudio oder beim Goldsteak-Wettessen sind, dennoch nicht auf den Fußballzirkus verzichten muss. Darum rennen Kameraleute den ganzen Tag hinter Mannschaft, Trainer, Manager her, spulen mehr Kilometer als jeder Sechser ab und warten darauf, dass etwas Entscheidendes passiert. Bisher musste man aufwändig alle Instastories der Spieler abonnieren, um das zu verfolgen. Jetzt gibt es Fachpersonal, dass wenigstens gute Technik hat und nicht immer nur die selbe einstudierte Selfiefresse einfängt. Söhnke Wortmann hat vor 13 Jahren mit seinem Sommermärchen die Kabinentür sehr weit aufgestoßen. Inzwischen gehört so ein Amazon Prime Team doch einfach mit dazu, wenn man als Verein etwas auf sich hält. Diese Woche lohnte sich das Einschalten der Kamera in London auf jeden Fall, als Tottenham seinen Trainer wechselte und mit José Mourinho ein Villain die Bühne betrat wie ihn jede gute Geschichte braucht. Nach dem Joker ist the Special One der zweite Bösewicht, der dieses Jahr gute Zuschauerzahlen garantiert. Viele haben sich um ihn bemüht, aber nur in London wird das zum Highlight in der neuen Amazon Spurs-Doku. Gotham, Tottenham – ich erkenne ein Muster. Noch eine Saison nur mit einem fachlich guten aber ansonsten eher spröden Trainer wollten sie nach Inside Borussia Dortmund und All or Nothing: Manchester City nicht begleiten. Bitte nicht spoilern, aber wir holen uns schon mal Popcorn… 

»Trio …äh Quartett«

Noch nie hat man auf das nächste Literarische Quartett so hingefiebert. Nicht, weil es das letzte mit Volker Weidermann als Marcel Reich-Ranicki sein soll – nein, aber die Menge der Bücher, über die die Bild gerade exklusiv schreibt, lässt Großes erwarten. Erst konnte man wochenlang intime Passagen aus der Aki-Watzke-Biographie erfahren, die jeder als Kloppo-Echte-Liebeserklärungen interpretieren musste. Das Gefühlsleben von Lucien Favre war daraufhin wochenlang von einem ungewöhnlichen Zögern und Zaudern geprägt. Word zählte in Akis Memoiren öfter den Namen Klopp als das Wort „ich“ in Olli Kahns Buch „ICH“. Das wurde vom Quartett auch bisher schändlich übergangen. Ähnlich wie andere Klassiker wie „Ich habs allen gezeigt“ (Stefan Effenberg), „Anpfiff“ (Toni Schumacher) oder der schmuddelig-schwülstige Skandalroman „Alles“ von Bodo und Bianca. Aber an der Neuerscheinung von Mario Basler „Eigentlich bin ich ein Supertyp“ und der kommenden Uli Hoeneß Biographie „Der Brazzo ist ein noch viel größerer Supertyp“ können Christine Westermann und Thea Dorn unmöglich vorbeigehen. Auch wenn es natürlich Schade ist, dass man nicht die Gesichter von Hellmuth Karasek und Sigrid Löffler sehen kann, wenn Uli höchstpersönlich im Quartett anruft und sie auf Linie pöbelt. Vielleicht lädt er sich aber auch gleich selbst zur nächsten Sendung am Nikolaustag ein. Der Matthias Brandt kann doch ein anderes mal in Berliner Ensemble kommen. Der Telefonschreck vom Tegernsee könnte mich auch Samstag 10:30 vertreten, wenn er Lust hat. Lasst ihn nur bitte nicht die Elfmeter schießen.