
Automatthäusmen
Damit nicht nur Zweitligafußball in der nächsten Saison im Berliner Olympiastadion gastiert, lässt man ab Herbst zusätzlich noch ca. 3 mal die Champions-League-Hymne vom Band laufen. Wer beim diesjährigen DIA-Turnier dabei war, kann bestätigen welche Kraft diese künstlich zusammengeremixte Melodie auf Fußballer jeder Qualität und Klasse ausübt. Sofort sieht man vor seinem geistigen Auge die großen blendenden Flutlichtmasten aus Madrid, Barcelona oder Mailand. Dass Köpenick da nicht ganz in diese Reihe passt, lässt sich zum Glück dadurch ausgleichen, dass im Berliner Westend im vorigen Jahrhundert olympische Sommerspiele ausgerichtet wurden. Die DIY-Arena von Union reicht aber immerhin für Spiele gegen Heidenheim, Darmstadt und Sinsheim. Den Gästen aus dem westdeutschen Grünheide kann man die selbstgebauten Tribünen gerade noch zumuten. In der Champions League hat man schließlich erst einmal Handwerker gesehen als damals das Tor in Madrid umfiel. Diese patenten Leute könnten wir beim Kopfgrätschen (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) ganz gut gebrauchen. Falls sie jetzt in Madrid mit dem Tor losfahren, könnte es rechtzeitig zum Spielbeginn auf dem Platz stehen. Um die Abhängigkeit von Menschen, die nicht rechtzeitig daran denken ein Tor zu besorgen, zu vermindern, wird die Bespielbarkeit von Plätzen inzwischen vermehrt automatisiert. Rasenmäherroboter erledigen den Job, den Lothar Matthäus beim FC Bayern sowieso nie hätte machen dürfen. Und auch das akkurate Abkreiden ist nicht mehr davon abhängig, dass der Platzwart in den großen Stadien die Fluchten richtig einschätzt nach dem Frühschoppen. Nach der Instandsetzung des Gummis ist also damit zu rechnen, dass sich der Belag selbstständig reinigt und pflegt und versenkbare Tore bei Bedarf aus der Erde hochfahren. Dann kaufen wir uns auch den smarten Ball mit eingebauter Machete, der sich selbstständig aus der Brombeerhecke hinterm Platz schneidet, sobald das zeitgesteuerte Licht- und Soundsystem das Flutlicht einschaltet und die Hymne erklingen lässt.
22. Juli 2023 – EVB olé olé
Herthinho Matata
Jetzt haben wir uns letzte Woche gerade erst auf einen Namen für diesen Bären geeinigt und nun kommt hier schon das nächste exotische Tier um die Ecke gestreunt. Stand jetzt wird die Löwin von Kleinmachnow immer noch wie wild gesucht, weil noch nicht alles Gags zu dem Thema gemacht wurden und weil man der Meinung ist, so eine Raubkatze passt jetzt nicht unbedingt nach Berlin. Exotische Fische auf der Straße sind noch in Ordnung. Aber die anderen Tiere, die nun alle eine Stufe in der Nahrungskette abgerutscht sind, finden das jetzt auch nicht so cool. Herthinho wurde auch sicherheitshalber eingeschlossen. Er wird schließlich ab nächster Woche im Hertha-Mittelfeld dringend gebraucht. Begegnungen oder auch Verwechslungen mit der Löwin kämen für ihn zur Unzeit. Die Rolle als unscharf dokumentiertes Sommerlochtier füllt die Löwin aber sehr gut aus. Kaiman Sammy wäre stolz und der hat immerhin nur einen Baggersee okkupiert. Die Katze mag jetzt eher kein Wasser, aber da kommt ihr die Steppe von Brandenburg natürlich entgegen. Wir müssen jetzt aber nicht damit rechnen, dass uns beim regelmäßigen Suchen des Balls im Unterholz (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) ein paar Katzenaugen anfunkeln. Dennoch empfiehlt es sich weder Löwen noch Mitspieler laut anzubrüllen oder ihnen Schläge anzudrohen. Also am besten das vermeiden was Javid als „Casino“ bezeichnet. Ob er dabei jetzt an Siegfried und Roy wegen der Löwen gedacht hat oder an das lose Mundwerk von Joe Pesci, ist noch zu klären. Aber am besten nonverbal und ohne hektische Bewegungen. Wir versuchen einfach den Eindruck zu erwecken wir wären ganz durchschnittlich talentierte, zähe Freizeitkicker mit dürren Beinen und keine leckeren Rummelboxer. Das gilt auch für Marius Gersbeck.
What becomes of the broken Herzi?
Was Hansi Flick bisher nicht gelungen ist, soll nun Albärt erreichen: Vorfreude auf die EM 2024 im eigenen Land. Immerhin wurde bei der Namensgebung darauf geachtet, dass der Name des EM-Maskottchens den Namen des Bundestrainers an Lächerlichkeit übärbietet. Aus diesem Grund konnte der Vorschlag „Herzi von Bär“ leider auch nicht das Rennen machen. Herzi und Hansi – da hätte es auf jeden Fall unwürdige Matchups gegeben. Zu jedem Namensvorschlag gab es auch noch einen Subtext, der den abstimmenden Fans die Entscheidung etwas leichter machen sollte. Albärt wird dabei als „little bear with big ideas“ und „the perfect buddy for every football fan“ beschrieben. Herzi von Bär dagegen als „little bear who is all heart and lives for the love of the game“. Die Fans wollten also liebär den Buddy. Vielleicht mussten sie dabei wehmütig an Ted denken und konnten sich vorstellen mit Albärt unter der Decke den Donnersong zu singen bis das Unwetter eines peinlichen Vorrundenaus vorübärgezogen ist. Immerhin wurde nicht Bärnado gewählt, der großkotzig angekündigt wurde als „a german bear ready for the global stage“. Da steckt leider zu viel Raubtier drin und einige sehen vor ihrem geistigen Auge angstvoll wie Bärnado Schafe, Jogger und Kleinstaaten zum Frühstück frisst. Natürlich haben die Netzwitzbolde noch diverse alternative Namensvorschläge eingebracht. Zwei davon haben mir persönlich sehr gut gefallen. Juan Bärnat – „eager and happy to be blamed for everything“ wurde offensichtlich von Uli Hoeneß persönlich eingebracht und spiegelt den urdeutschen Wunsch immer einen Schuldigen zu finden sehr gut wieder. Umbärto hätte ich natürlich auch sehr gern gesehen. Allein für den gespielten Witz: „Hallo mein Name ist Umbärto und ich bin hier, um ihnen zu sagen, dass Deutschland in der Vorrunde ausgeschieden ist.“ „Um was…???“ „Umbääärto!“
Nun habe ich noch zwei Kopfgrätsche-Termine für euch zur Auswahl:
Saturday (10:30) : an all heart game day that counters the friday hangovers better than a beer
Wednesday (18:00) : an after work appointment with open end and lovely sunsets
12. Juli 2023 – Style & das Feld
08. Juli 2023 – 🥵
Col and the Gangschaltung
Wenn man sich Samstag 10:30 und / oder Mittwoch 18:00 auf den Drahtesel schwingt und zum Platz braust, denkt man auf dem einen oder anderen Teilstück des Weges: vielleicht fährt man einfach weiter und erkundet mal ein paar andere Büsche, als die die gerade im Sommer bereitwillig jeden Ball verschlucken und nur widerwillig preis geben. Jetzt wäre doch die Jahreszeit, in welcher man bei jedem Anstieg die Chance hätte, dass einem Menschen am Wegesrand zujubeln oder gar zum Gipfel brüllen. Man kann natürlich auch an einem Samstagnachmittag nach dem Kopfgrätschen faul auf der Couch liegen und anderen dabei zusehen wie sie sich abstrampeln. Währenddessen sieht man ganz viel ländliche Landschaft mit Feldern, in die Kornkreise in Fahrradformen gemäht sind und pittoreske Örtchen mit gewaltigen Kathedralen und hübsch bepflanzten Kreisverkehren. Man lernt ganz viel über regionalen Käse und Wurst und die örtlichen Heiligen, die hier vor Jahrhunderten mal Lahme zum Gehen oder gar Radeln gebracht haben. Dabei kann man in aller Ruhe ein Nickerchen machen, weil die abgefilmten Radprofis die meiste Zeit wie ein einziger raupenähnlicher Organismus über die Straßen kreiseln. Kurz vor Schluss wird es dann meistens etwas hektischer, wovon man rechtzeitig sanft geweckt wird, bevor es um die regionale Wurst und die schönen bunten Trikots geht. Selbst wenn man dem strategischen Wettkampf mit den Anfahrern in Ausreißergruppen und Wasserträgern in der Führungsarbeit des Pelotons nicht hundertprozentig folgen kann, das Sightseeing zwischen „Zu Tisch in…“, „Länder, Menschen, Abenteuer“ und „Die Schönsten Bahnstrecken“ ist ausreichend für den Mythos dieser Rundfahrt. Wenn ich die Abfahrt ins Dreveswäldchen unfallfrei absolviert habe und aus dem Sattel gehe beim Anstieg, wartet am Ende leider kein Col mit meinem Namen auf der Straße sondern nur die hässliche Bürgermeister-Haupt-Straße. Dann biege ich doch wieder lieber schnell zum Fußballplatz ab.
Die (unvollständige) DIA-Turnier-Historie
2024 | Die Wiese war gemäht, aber ein Turnier gab es nicht.
2023 | Am 9.07.2023 gab es wieder ein DIA-Turnier. Die Fotos davon werden noch entwickelt.
2022 | Stattgefunden, aber ohne #Kopfgrätsche-Beteiligung (teils wegen Corona-Erkrankung)
2021 | Nicht stattgefunden weil keine DIA
2020 | … unbekannt, in Recherche.
2019 | … unbekannt, in Recherche.
2018 | … unbekannt, in Recherche.
2017 | 08. Juli 2017 – Das DIA-Fußballturnier: „Confetti Cup“

2016 |
2015 |
2014 |
2013 | 13. Juli 2013 – DIA Turnier „7 Bürgen müsst ihr sein!“ (Gruppenfoto)

Bildergalere 01/02 – 13. Juli 2013 / 7 Bürgen-Turnier / Bildgalerie
Bildergalerie 02/02 – 13. Juli 2013 DIA-Turnier 2013
Hier das grandiose Plakat zum Turnier
2012 | 07. Juli 2012 Kunst am Ball (warhol.edit)
2011 |
2010 |
2009 |
Lebenslanglauf down & under
Dass die Saison vorbei ist, merkt man eindeutig daran, dass teilweise nur noch jeden zweiten Tag Fußballspiele im Fernsehen gezeigt werden. Profis gönnen sich gern eine sogenannte Sommerpause, aber wir spielen natürlich schon immer durch (Samstag 10:30, Mittwoch 18:00). Hauptsächlich deshalb, weil wir uns partout nicht daran erinnern können, wann unsere Saison angefangen hat. Das wäre den Profis fast auch passiert, weil in der Frühherbst- bis Spätwinterpause ja auch noch eine komplette WM stattgefunden hat. Da braucht man sich dann auch nicht wundern, dass, nachdem das Tafelsilber verteilt wurde, noch Länderspiele ausgetragen werden mussten. Dass man dabei soviel Motivation wie bei einem Hallenmasters in der Bördelandhalle hat, ist dann wahrlich nicht überraschend. Es ist eben alles ein wenig durcheinander mit den Jahreszeiten. Manuel Neuer wollte schon wieder reflexartig den Arm hochreißen, um den Skilift zu rufen. Aber dann fiel ihm auf, dass er seine Urlaubstage schon aufgebraucht hat. Um die Verwirrung perfekt zu machen, findet demnächst noch die Frauenfußball-WM im australischen Winter statt. Die kommt allerdings wie gerufen, um von den Leistungen der Männer abzulenken. Jene haben sowieso gerade mal ein verlängertes Wochenende um sich auszuruhen. Pushmitteilung: der Spielplan für 2023/24 ist da und in 4 Wochen geht der ganze Bumms doch schon wieder los. Und Effes- und Audi-Cup wollen schließlich auch vorher noch gespielt werden. Es soll sogar am Sonntag den 09. Juli ein DIA-Turnier geben, für Leute mit Lücken im Fußballkalender und Lebenslauf. Manuel würde vielleicht kommen, wenn klar ist, ob es eine Rasenheizung gibt.
28. Juni 2023 – 🤯
14. Juni 2023 – Sundowner am Zaun
Rolling and Schilling
„Kommt ein Mann in die Vierzig…“ wer hier sofort mitsummt, hat einmal zu viel den Fußballklassiker der DEFA „Nicht Schummeln, Liebling!“ geschaut. Andere werden verzweifelt jammern, dass sie auf diesem Wege schon wieder genichtschummelnlieblingt wurden. Das Kopfgrätsche (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00)-Äquivalent zum Rickrolling. Ja genau, dieser fiese 80er-Ohrwurm, den die Männer um die Vierzig schon in ihrer Kindheit ertragen mussten. Im Alter wechseln sie deshalb gerne mal in eine sogenannte Operettenliga. Was früher eigentlich bedeutete, dass man seine Karriere in Österreich beim Viervierteltakt in drolligen Stadien mit Fans, die mehr vom Wintersport verstehen, ausklingen ließ. Dafür reichte es meist noch, aber international war es unter den großen Ligen also der Oper anzusiedeln. Heute geht man für den letzten dicken Gehaltsscheck natürlich nicht mehr nach Österreich. Die Frage: „Woas moachd dös in Schilling?“ hat man lange nicht mehr gehört. Woanders gibt es schließlich Dollar oder Saudi-Riyal. Messi und Benzema unterschrieben für einige dieser Scheinchen in Ligen, die man bei der Fußballmusik eher mit dem Musical vergleichen kann. Für das passende Geld von Disney singt Lionel Rich eventuell sogar „Let it go“ oder „Die Sonne kommt immer wieder“. Je nach Wunsch. All das hat Zlatan nicht nötig. Bei ihm war der Abschied schon ein derartiges Gefühlsbonzentreffen, das danach quasi nichts mehr kommen kann. Die Rolle im Asterix-Film kann er schließlich schon von der Bucketlist streichen. Aber wer weiß. Aus der Nationalmannschaft ist er auch gefühlt 15mal zurückgetreten und hat sich trotzdem zu 121 Länderspielen für die ESC-Champion-Nation herabgelassen. Wenn die Umstände stimmen, legt er sich vielleicht doch noch mal für einen Roundhousekick zu den Takten von Mamma Mia! (here I go again) in die Strafraumluft. Never gonna give you up, Zlatan!
Brazzo und der Fluch des Kahn
Nirgendwo ist der Aberglaube größer als in der katholischen Kirche und im Fußball. Rituale sind wahnsinnig wichtig, um irrational und gegen jede Statistik das Glück zu überlisten. Dabei kann es sich der Fußballgott frei aussuchen, welcher Götzendienst ihn mehr anspricht und wohin er sein Füllhorn leitet. Und wenn er Bock darauf hat, dass ein Verein zehnmal hintereinander Meister wird, dann wird er seine Gründe dafür haben. Er darf dann vielleicht auch beim 11. möglichen Titelgewinn ganz subjektiv entscheiden, dass er diesen verhindert solange dieser blondgeföhnte Seuchenvogel mit der schlechten Laune dort auf der Tribüne sitzt. Die Leidenden werden mit der Aussicht bestraft, dass sie am Ende der Saison ihren Namen nicht in Metall gravieren dürfen. Da leitet er willkürlich das Füllhorn zum Tabellensechsten um und lässt ihn in Serie gewinnen bis sie den Typen entfernt haben, der tatsächlich seine Biografie „Ich – ein Buch über Erfolg“ genannt hat. Wie maximal blasphemisch kann man sein? Als ob Erfolg etwas mit Können zu tun hätte. Da der Fußballgott natürlich nicht spricht, sondern nur ab und zu die Signale aus dem Kölner Keller stört, muss man wahnsinnig viel herumprobieren bis man herausgefunden hat was ihm eventuell missfällt. Magst du den Trainer nicht? Oder den Sportdirektor? Sollen wir den Glückspulli wechseln? Oder den Busfahrer? Hilft es wenn wir noch ein drittes Sondertrikot für 120€ herausbringen? Gib uns doch ein Zeichen, oh Herr! Woran unsere Erfolgslosigkeit wirklich liegt, werden wir wohl nie erfahren. Dafür ändern wir zu oft das Setup. Es hilft nicht einmal, dass man immer das gleiche Waschmittel für die Leibchen nimmt. Die anderen Verhaltensmuster wechseln zu oft, obwohl es so simpel wäre, einfach Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 am Platz zu sein, um wenigstens schon mal herauszufinden, ob dem Fußballgott diese Anfangszeiten überhaupt gefallen. Oder ob er am Ende einen persönlichen abwegigen Spaß daran hat, Spieler für ihren Erfolg trainieren zu sehen? Es ist nichts auszuschließen bei diesem kranken Irren.
31. Mai 2023 – Ballkunst offen!
27. Mai 2023 – (Zeit)raffaello 2
Staubfänger im Roggen
So, der gelbe Schirm ist besorgt. Ein wenig schade für die Filzer, die nun am Wochenende vergeblich auf Besucher warten. Aber irgendwie müssen wir ja Samstag 10:30 am Platz kenntlich machen, dass es bei uns wahre Kunstfüßchen zu bestaunen gibt. Bei Kunsthandwerk gibt es natürlich Frei- oder Strafstoß, aber Kunstfußwerk hat auch sein Publikum verdient. Und echte Kopfgrätschen in Vollendung haben einen Seltenheitswert, der uns bestimmt Massen an Schaulustigen an den Platz ködert. Unsere kleine Manufaktur (oder wie heißt das, wenn la Mano de Dios nur im Ausnahmefall gestattet sind?) ist zwar nicht gläsern, aber durch den Zaun kann man dennoch prima hindurchgucken. Falls es Interessenten für Stehrümchen und Staubfänger gibt, diese können vereinzelt tatsächlich auch im Angebot sein, bekommen aber meist schnell einen herzlichen Anranzer, dass sie gefälligst zeitnah wieder in der Abwehr mithelfen sollen. Kurz danach verändert sich ihre Gesichtsfarbe zu der von gebranntem Ton, sie verändern japsend ihre Rolle und werden zum Ladenhüter zwischen den Pfosten. Käuflich ist hier nicht viel. Die meisten Kopfgrätscher haben nicht einmal ein aktuelles Preisschild auf transfermarkt.de. Aber das ist ja wie bei so vielen Werkstätten, die man am Kunst-Offen-Wochenende bei einer Landpartie durch die Roggenfelder besuchen kann. Davon findet man selten etwas in den Katalogen der großen Galerien. Darum hoffen wir, dass alle Besucher auch den Exit ohne Giftshop finden und trotzdem auch Mittwoch 18:00 wieder zurück an den Platz kommen, wenn mit der gleichen Ernsthaftigkeit aber ohne Schirm an der perfekten Kopfgrätsche gefeilt wird.
24. Mai 2023 – Now playing: Gwagwalada
Verkatert nach Förderkader
Letzten Mittwoch 18:00, man trifft sich zum gepflegten Kopfgrätschen mit drei Mannschaften. Jede Ballaktion ob gelungen oder nicht ist begleitet von einem Roar, der offensichtlich nicht uns galt sondern aus dem Stadion nebenan herüberschwappte. Aber wer spielt zu dieser Zeit so spektakulär im Stadion, dass es die Menschen so dermaßen von den Sitzen reißt? Können das wirklich Menschen aus Wismar sein, die jetzt nicht unbedingt dafür bekannt sind so geräuschvoll aus sich heraus zu gehen. Sogar entscheidende Spiele um Auf- oder Abstieg sorgen selten für solch eine Soundkulisse. Als Anker 2019 sein Relegations-Rückspiel in den Sand setzte, konnte man die Schultern zucken hören. Auch damals lief parallel ein Kopfgrätsche-Mittwoch, der aber aufgrund dürftiger Teilnahme (kein Wunder alle potentiellen Mitspieler lungerten am Jahn-Sportplatz rum) ein frühzeitiges Ende fand. Na gut, es regnete auch an dem Abend. Deshalb existiert von dem besagten Mittwoch nur ein Mannschaftsfoto der Eventfans in Zivil.
Zurück ins Jahr 2023. Anker steht als aufstiegsunwilliger Meister bereits fest. Das erklärt den Lärm im Stadion am Mittwoch also nicht. Über fussball.de ließ sich später noch recherchieren, dass es das Landespokalfinale der PSV A-Jugend gegen den Förderkader René Schneider war, das erst in einem Elfmeterschießen entschieden wurde. Auch zwei Tage danach lassen sich keine Spielberichte dazu finden, was dafür spricht, dass die, die dabei waren, wohl immer noch siegestrunken sind. Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 freuen wir uns am meisten über Jubelanlässe, die dem eigenen Spiel zuzuordnen sind. Falls diese ausbleiben sollten, nehmen wir aber zur Not auch Fremdjubler aus der Nachbarschaft.









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