Staubfänger im Roggen

So, der gelbe Schirm ist besorgt. Ein wenig schade für die Filzer, die nun am Wochenende vergeblich auf Besucher warten. Aber irgendwie müssen wir ja Samstag 10:30 am Platz kenntlich machen, dass es bei uns wahre Kunstfüßchen zu bestaunen gibt. Bei Kunsthandwerk gibt es natürlich Frei- oder Strafstoß, aber Kunstfußwerk hat auch sein Publikum verdient. Und echte Kopfgrätschen in Vollendung haben einen Seltenheitswert, der uns bestimmt Massen an Schaulustigen an den Platz ködert. Unsere kleine Manufaktur (oder wie heißt das, wenn la Mano de Dios nur im Ausnahmefall gestattet sind?) ist zwar nicht gläsern, aber durch den Zaun kann man dennoch prima hindurchgucken. Falls es Interessenten für Stehrümchen und Staubfänger gibt, diese können vereinzelt tatsächlich auch im Angebot sein, bekommen aber meist schnell einen herzlichen Anranzer, dass sie gefälligst zeitnah wieder in der Abwehr mithelfen sollen. Kurz danach verändert sich ihre Gesichtsfarbe zu der von gebranntem Ton, sie verändern japsend ihre Rolle und werden zum Ladenhüter zwischen den Pfosten. Käuflich ist hier nicht viel. Die meisten Kopfgrätscher haben nicht einmal ein aktuelles Preisschild auf transfermarkt.de. Aber das ist ja wie bei so vielen Werkstätten, die man am Kunst-Offen-Wochenende bei einer Landpartie durch die Roggenfelder besuchen kann. Davon findet man selten etwas in den Katalogen der großen Galerien. Darum hoffen wir, dass alle Besucher auch den Exit ohne Giftshop finden und trotzdem auch Mittwoch 18:00 wieder zurück an den Platz kommen, wenn mit der gleichen Ernsthaftigkeit aber ohne Schirm an der perfekten Kopfgrätsche gefeilt wird.