Scheiß Spiel, gut gedreht

Rostock, Samstagabend, kurz nach 8: Olli Schulz zeigt sich solidarisch mit Sabia Boulahrouz und erklärt, dass er als HSV-Fan, der unweit des Stadions aufgewachsen ist, kein Problem damit hätte, sich einen anderen coolen Verein zu suchen, wenn der Dino absteigt. Nur weil dieser grad in so ‘ner Phase ist, wo er viel im Tabellenkeller rumhängt, hat das letzte Königskind keinen Bock auf unten mit dem King und zeigt sich offen in jede Richtung. Weil die Zeit sich so beeilt, hat er keine Zeit zu bluten. Wenn es gut ist, wird es schön sein und ein Leben lang passieren, wenn es böse ist, dann beisst es und wird ständig verlieren. Irgendetwas fehlt im Moment oder vielleicht ist auch schon lange was defekt. Aber ich kenn’ da ein, der es Samstag (10:30) und Mittwoch (18:00) trotzdem immer wieder probiert. Zwischen „So muss es beginnen“ und Medizin hat die schrecklich schöne Welt „Passt schon!“ gepackt. Rostock, Samstagabend, kurz nach 8: Keiner hier bewegt sich. Dann kommt die Pushnachricht. Jetzt gerade ist der HSV gut. Im Rückspiegel erscheint der Effzeh. Der Dino schmeißt alles rein und gewinnt.

Des Königs neue Turnhalle

Am 25. April ist es wohl endlich soweit. Die Amsterdam ArenA in Zuidoost bekommt ein neues Logo. Sie wird ab der Spielzeit 2018/19 offiziell umbenannt. Zum Glück nicht, weil die Namensrechte an einen Scheich verkauft wurden. Die Amsterdamer ehren vielmehr den größten holländischen Spieler aller Zeiten und taufen ihr Stadion Johan Cruijff ArenA. In der Zwischenzeit hält Kopfgrätsche für den König gern ein wenig den Platz warm. Und wo John schon einmal dabei war, hat er mit der Kopfgrätsche noch Raubkatzen und andere martialisch dreinblickende Köpfe gecrossed. Die Fankultur bei Ajax hat eine lange jüdische Tradition. Und auch wenn die Kombination rot-schwarz-weiß mit Kreuzen irritiert – am Ende ist es doch nur die Flagge der Stadt.

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Zweite Reihe vs. dritter Frühling

Lange Hose, Schal, Mütze – ohne diese erfahrene und eingespielte Dreierkette wäre ich letztes Wochenende nicht losgelaufen. Das winning Team muss ich Samstag 10:30 wohl doch aufgrund äußerer Umstände leicht anpassen. Vielleicht bekommt die Sonnencreme einmal eine Chance. Sie bietet sich im Training seit Wochen an, aber bisher fehlte die Gelegenheit sie zu bringen. Auch das Schweißband hat sich lange ohne zu Murren auf die Ersatzbank gesetzt. Das muss man endlich mal honorieren. Ein Extremfall ist sicherlich das isotonische Erfrischungsgetränk auf Hopfenbasis. Das fand lange keine Berücksichtigung nach den dürftigen Leistungen in den letzten Monaten und versauerte auf der Tribüne. Jetzt kommt die große Chance der zweiten Reihe, die sie hoffentlich nutzen. Jetzt können sie zeigen, dass man nicht auf sie verzichten kann. Mal gucken wer als Überraschung für das große Turnier empfehlen kann. Mütze und Schal werden ihren Platz sicher nicht kampflos räumen. Wir erwarten einen heißen Kampf um die Plätze. Aber eigentlich wissen wir schon bescheid. Diejenigen die bereits Werbespots gedreht und für Klebebilder posiert haben, müssen schon im Badezimmer auf die Parfümflasche treten, um zu Hause zu bleiben.

0 zu 0 bei unter 0 von O bis O

Na, wo hat er sich versteckt? Die Bayern haben ihn nicht im Osterkörbchen gefunden. In Paris und London suchen sie noch. Bei irgendeinem Traditionsverein (oder Osterverein wie man aus religiösen Gründen wieder sagen sollte) wird der Tuchel doch wieder auftauchen. Die sozialen Netzwerke drehen durch und man fragt sich ruhelos welche kulinarische Spezialität der Thomas wo vom Speiseplan verbannt. Die Herausforderung wäre sicher in England am größten. Die kennen schließlich Gemüse nur vom Einlegen oder Hörensagen und frittieren sogar Schokolade. Deshalb war es sicher schlau von ihm, sich nicht vor Ostern festnageln zu lassen. Vielleicht wartet er auch nur darauf, welchen Meister die Bundesliga unter dem letzten Schnee versteckt hat. Mit der GoPro am Glühweinbecher bleiben die Hände schön warm. Das Anpacken der Meisterschale ist von O bis O nur mit Handschuhen zu empfehlen. Auch wir müssen Samstag 10:30 auf dem Platz ein wahres Osterfeuer abbrennen, damit wir nicht im Abseits wie seinerzeit Ailton festfrieren. Auch so ein Kandidat, der bei Tuchel weniger zu futtern gehabt hätte, als im Dschungelcamp. Aber da waren die wenigstens die Kakerlaken heiß frittiert.

Zlatan Shake auf Facebolt

Hmmm, mal überlegen, was könnte man Facebook noch Neues erzählen? Also das Meiste sollten die nun inzwischen wissen. Dass wir uns Samstag 10:30 zum kopfgrätschen treffen, ist ja inzwischen ein alter Hut. Das wird nicht mal großartig gespeichert. Und die Serverfarm spuckt keine brauchbaren Empfehlungen aus. Dafür müssten wir schon Usain Bolt zum Probetraining einladen. Der hat aber schon irgendetwas anderes vor. Wahrscheinlich muss er dabei weniger laufen. Aus dem selben Grund wechselt wohl auch das Kopfgrätsche-Krafttier Zlatan den Kontinent. A prospos Laufen: weil sich die Nationalmannschaft zum WM-Test extra Laufkundschaft eingeladen hat, produziert die Bundesliga dieses Wochenende nur Gossip. Nicht einmal der HSV wird dieses Wochenende verlieren. Sie müssten wohl mal wieder den Trainer rauswerfen, um in den Trends berücksichtigt zu werden. Auch ein Punkt, an dem sich wieder rächt, dass wir gänzlich auf Training verzichten. Vielleicht müssen wir uns wieder an irgendwelche aktuellen Trends hängen, um sichtbar zu sein. Ich plane extra so ein verrücktes Harlem Shake Video und habe mir schon die Schritte für den Gangnam Style ausgedruckt. Oder ich bringe noch einen Eimer Eiswasser mit. Dann sollten wir mindestens bei Facebook (wenn nicht sogar bei StudiVZ und MySpace) die Disketten zum Glühen bringen.

Minister Dahoam

Hallo, Aufgewacht! Der Schnee ist weg. Der Winterschlaf ist vorbei. Verträumt reibt ihr euch den Schlafsand aus den Augen und fragt euch: „Was hab ich verpasst?“ Zurecht, denn ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Also, es gibt tatsächlich eine neue Regierung und für uns ist jetzt Horst Seehofer zuständig. Als Innenminister hat er traditionell den Sport in seiner Verantwortung. In den nächsten Monaten wird er vor allem diverse Fanschals auftragen und sich in Russland bei der WM die Zehen abfrieren müssen. Angeblich unterstützt er den FC Ingolstadt. Das ist aber wohl nur eine versteckte Botschaft dafür, dass ihn Fußball null interessiert. Crazy Horst ist die Antwort, die Teile der Fußballfans also tatsächlich verunsichert sollte. Ich hätte mir lieber Per Mertesacker gewünscht, aber den bräuchten wir als Gesundheitsminister. Per hätte mehr als nur eine Eistonne beitragen können. Darum, dass ihr euch auch weiterhin die Kopfgrätsche-Mannschaftsfotos zeilenweise angucken könnt, kümmert sich auch weiterhin die CSU. Mit Parolen wie „Das Breitband gehört nicht zu Deutschland“ wird hier nachhaltig verhindert, dass wir noch mehr Kopfgrätscher an den eSport verlieren. Stattdessen treffen sich die Zocker wie zu Franz-Josef-Strauß-Zeiten Samstag 10:30 mit dem Lederball unterm Arm, um das legendäre Match Ober- gegen Untergiesing nachzuspielen. Danach legen wir uns wieder hin. So für ca. dreieinhalb Jahre.

True Snowball Media

Also Kopfgrätsche und Samstag in Neunzig Minuten? No Way! Kopfgrätsche ist so viel mehr, wir haben 1000mal weniger Bandbreite, wir haben 100mal mehr Entschleunigung und wir haben 10mal höhere Latenz. Das ist Kopfgrätsche und das stellen wir dar. Aber denk mal dran: die ganzen Kaffeekränzthemen, denk mal an das Thema Ultra Low Temperature Netzwerke, denk an das Thema Low Bespielbarkeit des Platzes, denk mal an das Thema Deep Inhouse Hocking, denk mal an das ganze Thema der Enteisung von Strafräumen. Die ganzen Use Cases, die wir haben, die wir anstellen, die wir vorstellen wollen. Das Beispiel des Pudelmützen- und Leibchenmanagements, das ganze Thema Final Goal Automation für intelligentes Torezählen, das ganze Thema, was wir brauchen, um entsprechend Spieler zum Platz zu hetzen. All das werden wir auf dem Eisgrätsche World Congress vorstellen. Und wir haben noch die ganzen praktischen Use Cases, die wir haben. Wir sind die Einzigen, die die Schlitterbahn für autonomes Grätschen schon ausgebaut haben. Wir haben Stadtteile von Wismar auf Spikes laufen und wir sind gerade dabei entsprechend den Wismarer Holzhafen zu benetzen mit heißem Birnensaft, um es dem Kunden auch richtig zu zeigen.

Unwiederbringlich

Dein Tor war angekündigt
Der Ball er ging ins Aus
Unwiederbringlich
Schlichst Samstag dich hinaus

Du saßt im Wartezimmer
oder im ICE
Auf dem Weg nach Hause
Durch Felder voller Schnee

Dein Tor war angekündigt
Der Ball er ging ins Aus
Unwiederbringlich
Schlichst Samstag dich hinaus

Es gab noch keine Instas
Nur ein Fototelefon
Als es endlich auslöst
Husten alle schon

Dein Tor war angekündigt
Der Ball er ging ins Aus
Unversöhnlich
Schlichst Samstag dich hinaus

Es gab noch keine Instas
Es war alles Gegenwart
Die Zukunft fand
Ausschließlich
In Science-Fiction-Filmen statt

Von Schopenhauer über Eilenberger zu Schweinsteiger

Seitdem wir nicht mehr leben um zu arbeiten, hat sich die Perspektive doch endlich etwas verschoben. Der große Gesellschaftsphilosoph Julian Draxler hat unter der Bohème in den Pariser Cafés der Rive Gauche im Pfeifenrauch an einer revolutionären Theorie gearbeitet. Laut dieser kann man auch zu einer Weltmeisterschaft fahren, um dort Spielpraxis zu sammeln. Eine Utopie die immer mehr Anhänger findet. Die Existenzialisten um Manuel Neuer und Marco Reus unterstützen dieses Gedankenspiel und sogar der Grand Seigneur der Testspielabsagen und Erkenntnistheoretiker Bastian Schweinsteiger aus Chicago hat schon seine Glückwünsche in Form von alten Paninibildern telegrafiert. Im Doppelpass mit Eilenberger und Schopenhauer. Aber warum bei diesem Paradoxon stehen bleiben? Gibt das uns nicht die Chance, viele Dinge neu zu denken? „Ich denke also bin ich“ von Descartes entsprang doch einem ähnlichen Ansatz. Demnach könnte man an einem Samstag 10:30 einen Fußballplatz im Freien aufsuchen, um sich dort aufzuwärmen. Damit man anschließend die Beine bewegt, um kopf zu grätschen. Und dann das Tor zu treffen, eigentlich nur um sich zu treffen.

You can win, if you want

스포츠 무료! Lange, lange hat es gedauert. Länger als eine Mannschaftsaufteilung bei Kopfgrätsche. Aber endlich haben sie sich geeinigt. Sie bringen die Band wieder zusammen. GroKorea ist kein ferner Traum mehr. Das Heimmannschafts- und das Auswärtsmannschaftsministerium liegen sich in den Armen. Wie geil ist das denn? Die beste Wiedervereinigung seit der Reunion von Modern Talking. Und das war schon ein mittelschweres Wunder. Nun wird also trotz Minus 20 Grad in Pyeongchang aufgetaut. Gemeinsam wird man so romantische Sachen machen wie Langlaufen oder Schiefliegen. Bevor man abends mit roter Nase beim Aprés-Ski „Cherry Cherry Lady“ grölt. Aber es ist dennoch nicht alles eitel Sonnenschein. Schneeball wird aber auch bei diesen Olympischen Spielen an den Katzentisch gesetzt. Abseits aller Harmonie treffen sich die Ausgestoßenen zum Wettbewerb Samstag 10:30 auf einem weit entfernten Außenplatz in Wismar. Ohne Einfluss auf den Medaillenspiegel. Aber vielleicht ist es für die Harmonie besser, wenn Kopfgrätsche und Donald Trump zu Hause bleiben. Sonst kommen so zynische Fragen wie es denn eigentlich gerade zwischen Dieter und Thomas steht. Aber immerhin ihr olympisches Motto „You can win, if you want“ bleibt.