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Kopfgrätsche PC small group
MW: »Team – Einsetzung einer Kopfgrätschegruppe für die Koordinierung von Ballspielterminen, insbesondere für die nächsten 120 Stunden (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00). Mein Deputy zieht ein Tiger Team auf Deputies/Agency-Chief-of Staff-Level zusammen, direkt nach dem Handlungsauftrags-Meeting im Sitzungsraum an diesem Morgen, zur Aussendung später an diesem Vormittag.«
MW:»Pls versorgt uns mit den besten Staff POC von eurem Team, zwecks Koordinierung für die nächsten Tage übers Wochenende bis Mittwoch. Thx.«
JD:»Team, ich bin heute raus, aufgrund einer ökonomischen Veranstaltung in Michigan. Aber ich denke wir machen einen Fehler.«
JD:»3 Prozent aller Ballaktionen gehen über den Kopf. 40 Prozent über den dicken Onkel. Es besteht ein reales Risiko, dass die Öffentlichkeit nicht versteht, warum das nötig ist. Der stärkste Grund es zu tun ist, wie der Präsi schon sagte, um eine Botschaft zu senden.«
JD:»Ich bin nicht sicher, ob dem Präsi bewusst ist wie inkonsistent das ist mit seiner aktuellen Botschaft an die Kopfgrätscher. Da besteht ein weiteres Risiko, dass wir eine weitere moderate Verlängerung der Tageslichtzeit sehen werden. Ich bin gewillt den Teamkonsens zu unterstützen und die Bedenken für mich zu behalten. Aber es gibt starke Argumente, ab sofort auch Mittwochs 18:00 zu spielen. Da muss man wahrscheinlich jetzt einen Monat Messaging Work machen, warum das wichtig ist, gucken wie die Beteiligung ist, etc.«
JK:»Es gibt nichts Zeitkritisches, das die Timeline beeinflusst. Wir haben exakt die gleichen Tageslichtbedingungen in einem Monat.«
MW:»„Wie wir bereits im ersten PC erklärt haben, haben wir die grundsätzliche Entscheidung, die Spieltage zu verdoppeln. Vom Standpunkt der Nachrichtenübermittlung aus gesehen, werben wir absolut damit, warum die Kopfgrätscher in ihre Mittwochsteilnahme investieren müssen.“
JD:»Ich werde ein Gebet für den Sieg sprechen.«
MW:»Amazing Job.«
JR:»A good Start.«
MW:»👊🏴☠️🔥
SM:»Great work all. Powerful start.«
SW:»🙏🙏💪🏴☠️🏴☠️«
TG:»Great work and effects!«
JG:»…📸
Sonnenkönigsklasse
Noch ist es für uns zu früh, um über den Mittwoch als Spieltag nachzudenken. Die aktuellen Planetenverhältnisse erlauben nur Samstag 10:30 in unserem Spielplan. Aber so verpassen wir immerhin keine Sekunde vom Super-Mittwoch nächste Woche. Und da zählt nicht nur jede Sekunde. Nein, sogar das Blinzeln kann man nicht einmal empfehlen. Wenn alle 18 Spiele der letzten Rutsche der Champions-League-Vorrunde stattfinden, ist die Konferenz eine Herausforderung für jeden Geist. Durchschnittlich 5 Minuten pro Begegnung sind drin, aber wie in jeder Konferenz wird sich die Dramatik ihren Weg suchen. Und am Ende sind von Young Boys Bern gegen Roter Stern Belgrad vielleicht nur 10 Sekunden zu sehen. In diesen 10 Sekunden wird man die schwarz-gelben Berner vermutlich trotzdem noch mit den Dortmundern verwechseln. Und das nicht unbedingt nur wegen der Farben. Wichtig ist deshalb, dass die alten Radiolegenden reaktiviert werden, die durch unzählige letzte Bundesligaspieltage wenigstens wissen wie man durch 9 parallele Endspiele auf sich aufmerksam macht. Tooooor in Lillllle!!! Elfmeeeeter in Giroooonaaa!!! Rooote Kaaarte in Graaazzz!!! Wir melden uns vom Abgrund. Es ist ein wilder Zappingmarathon zu erwarten, an dessen Ende niemand weiß, ob der Schaum am Mund wirklich noch vom Bier kommt. Die Aufregung ist eigentlich nur mit der am Deadlineday zu vergleichen, der praktischerweise eine halbe Woche danach stattfindet, so dass man die teuren Stars, mit denen man sich für das mögliche Erreichen des Achtelfinales komplett übernommen hat, rechtzeitig noch auf den Grabbeltisch werfen kann. Das startet dann Anfang März. Auch dann sehen wir die Sonne immer noch zu früh untergehen, wie einen gehypten Topstar, der unbedingt den nächsten Schritt machen will. Aber zum Viertelfinale greifen wir unter der Woche auch endlich wieder ein und sagen dann wahrscheinlich so komische Dinge wie: „Lass mal letztes Tor machen, ich will noch Brest gegen Bergamo gucken.“
EuroPa aufs Maul
Die letzte Champions-League-Saison endete ja mit dem sehr häufigen Absingen der Europahymne. Also die mit der ersten Zeile „Erste Runde Krankenschein…“. Bevor der BVB nun also in den ersten Spieltag dieses aktuellen Wettbewerbs startete, wärmten die Social-Media-Kanäle des Clubs den alten Gassenhauer wieder auf. Ob die reformierte Königsklasse dazu einlädt dieses Liedgut wieder zu intonieren, muss sich zeigen. Es gibt schon einmal ein Auswärtsspiel mehr in der Vorrunde, für das der gemeine Lohnarbeitende also noch eine weitere halbgare Entschuldigung beim Arbeitgebenden einreichen muss. Für ein Spiel am Donnerstagabend könnte ja wenigstens die Einführung der 4-Tage-Woche im Betrieb gerade noch rechtzeitig kommen. Die Spieler, die sich dann aber wie dahergelaufenes Europa-League-Vieh fühlen, das am Freitagmorgen noch auf einem Provinzflughafen darauf wartet, dass das Nachtflugverbot abläuft, fangen schon an Streikschilder zu malen. Hochdekorierte Ballon-D’Or-Kandidaten holen die Trillerpfeifen raus und ziehen sich eine hässliche Mülltüte über den Oberkörper. Ach nein, das ist ja nur das diesjährige Wiesn-Trikot. Die Botschaft dürfte trotzdem klar sein. Der Donnerstag muss eine Ausnahme bleiben. Solange es allerdings noch Tageszeiten ohne Spitzenfußball gibt, kann es bei der UEFA keine Denkverbote geben. Samstag 10:30 scheint bis auf weiteres noch ein ungeliebter Slot für die Champions League zu sein. Was für ein Glück für uns. Aber Mittwochs 18:00 lässt es die UEFA jetzt extra früher dunkler werden, damit wir demnächst brav um diese Uhrzeit vor den Fernseher wandern. Oder noch die eine oder andere Überstunde erarbeiten, um die Serenaden von der Auswärtsfahrerromatik zu erweitern. Nächste Woche können wir aber getrost Mittwochs noch spielen, da sind nur die Europa-League-Reisenden aus der Holzklasse an der Reihe.
18. September 2024 – Let there be Croc
Auf der Kniehöhe der Zeit
Fußballexperten hassen Ahnungslosigkeit. Dauernd werden sie von Leuten zu Dingen gefragt, die eigentlich nur sie wissen können. Na gut, in der Wahrnehmung der Experten ist das vielleicht so. Das Gegenüber versucht eigentlich nur die komische Stille in der Kaffeeküche zu überbrücken. Da fragt man halt mal naiv nach dem umstrittenen Handelfmeter vom Wochenende. Weil der nun mal knapp unter dem Boxkampf Halmich vs. Raab in den Trends war. Aber man kann ja nicht ahnen, dass daraus ein stundenlanger Vortrag über die Handspielregel bis zu den Anfängen des Rugbysports folgen wird. Hätte man doch lieber nicht gefragt. Fußballexperten können keine kurzen Antworten. Wenn sie zusammensitzen, reicht die Nachspielzeit gerade so, um alles überflüssige Nerdwissen von den Turnieren ’88 bis ’96 mit in die Gesamtbetrachtung von Rasenmähtechniken einzubringen. Deshalb ist es auch so gemein, wenn sich doch einmal Dinge ändern, die schwer zu verstehen sind. Es wird wohl dazu führen, dass an den ersten Champions-League-Spieltagen viele Experten in den Sportsbars rumsitzen und wortkarg grübeln, was es denn nun bedeutet, dass da gerade ein Tor in Brest gefallen ist. Auf die Fünfjahreswertung hat es bestimmt irgendeinen Einfluss. Das geht immer, wenn man sonst nichts kapiert hat. Oder man quatscht zur Ablenkung über die Nations League. Auch die ist gemeinhin ein Mysterium, aber das lag bisher vielleicht auch daran, weil Deutschland in dem Wettbewerb sich sowieso keine Mühe gegeben hat. Jetzt wo wir kurz vor dem Gewinn stehen, wird der Spielmodus bald von jedem Kaffeeküchengammler als Allgemeinbildung angesehen. So kann es also passieren, dass die einzigen, die schon wieder streberhaft die neue Champions League auswendig herbeten können, Bayernfans sind, weil sie auf ein Finale Dahoam spekulieren. Diese sollte man also unbedingt als Mitzuschauer meiden, wenn man nicht als der Ahnungsloseste in der Sportsbar enttarnt werden möchte. Dann doch lieber Brest gegen Graz als Einzelspiel. Oder Kopfgrätsche vs. Kopfgrätsche (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00). Da gelten auch gefühlt seit 20 Jahren die gleichen Regeln. Auch wenn das mit der Kniehöhe ähnlich schwer zu verstehen scheint, wie die aktuelle Handspielregel.
11. September 2024 – Edeljoker
Mailand oder Madrid – Hauptsache Handgeld
Fast ohne Warnung
Irgendwie haben sie es geschafft
Das Ende des Transferfensters, das wir kannten
Ein kurzes Rauschen nur
Das ganze Geld der Scheichs verzockt
Erst fielen die Börsen und dann fielen die Staatsfonds
Dortmund hofft, dass es nicht stimmt
Mailand kämpft und London trinkt
Auch in Paris ist jemand reich
Der Deadlineday macht alle gleich
Transfermarkt hört einfach auf
Du weißt es und du siehst es auch
Dass Hamburg heute Nacht Angst hat
Vor den letzten Faxgeräten dieser Stadt
Es war wie ein Kartenhaus
Und Fabrizio fragte sich
Pletti, wie haben sie das bezahlt?
Und sie hören die Roma singen
Für unsere Fahnen spielt jetzt Mats
Für deine Fahne niemals mehr
Dortmund hofft, dass es nicht stimmt
Mailand kämpft und London trinkt
Auch in Paris ist jemand reich
Der Deadlineday macht alle gleich
Transfermarkt hört einfach auf
Du weißt es und du liebst es auch
Dass Hamburg heute Nacht Angst hat
Vor den letzten Faxgeräten dieser Stadt
Für alle, die für Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 schon auf dem Spielberichtsbogen stehen, kann man nur hoffen, dass nicht noch ein spontanes Angebot aus Belgien oder Polen reinkommt. Dort schließt erst heute das Sommer-Transferfenster. Es ist aber in ziemlich vielen Ländern noch recht lange geöffnet. Also keine Eile. Oh wie schön, nach Panama kann man sogar noch in den nächsten 85 Tagen wechseln, kleiner Bär.
04. September 2024 – Seltene Dokumentation von zwei scheuen Kopfgrätschern

Schnell noch ein Ussie vor Einbruch der Dunkelheit: Da kamen die scheuen Tim und André nicht so schnell aus dem Bild. Und ja: Disclaimer: Es gab mehrere Ussies. André habe ich aus einem anderen Bild noch eingefügt. Auf den anderen guckten immer irgendjemand anders blöd. Ach! Und hier ein bisschen Zeitraffer-Gerbrimmsel, da ich aufgrund von Altersbeschwerden viel Zeit am Spielfeldrand verbracht habe:
Wonderball (Remastered 7th Anniversary Edition + Bonus Tracks)
Hello, Hello, it’s good to be back, it’s good to be back. Listen up (again) please. Er wird wieder reichlich voll genommen, der Big Mouth. Oasis-Fans wittern tatsächlich dank des überraschenden Masterplans aus dem Hause Gallagher Morning Glory. I hope, I think, I know, dass der Kartenvorverkauf am Samstagmorgen nicht potentielle Mitspieler bis weit nach 10:30 outta Time in der Warteschlange versauern lässt. Neben starken Nerven könnten Cigarettes and Alcohol helfen. Some might say: diese sind nicht förderlich für die Form. Ein überstürzter Step out aus der Warteschlange bedeutet aber, dass es weder per Supersonic all around the World nach Manchester oder Dublin geht. Going nowhere oder zum Kopfgrätschen, quasi ein Be here now oder Stand by me, ist dann der logisch vorgezeichnete Weg. All my people right here right now, they know what I mean. Neben den unanständig teuren Konzerttickets zu Mondpreisen Up in the Sky erspart man immerhin dem eigenen Girokonto ein Falling down. Leider aber auch ein Roll with it ohne Ball in Wembley. Mit Spielzeit am Samstag und Mittwoch (18:00) aber ohne Oasis-Karte bleibt am Ende hoffentlich kein Look back in Anger. Stop crying your heart out. Whatever, wer tatsächlich beides schafft, hat after all doch noch kunstvoll über die Wonderwall geschlenzt. Der aktuelle Trainer von Aarhus GF, seines Zeichens auch eine Legende des Fußballs in Manchester und Sachsen, wird aber nun zurecht kritisch fragen: hat denn Noel seit der für vor sieben Jahren unmöglich gehaltenen Reunion schon einen Song für Liam geschrieben? Well…
28. August 2024 – Licht am Handy, Licht am Handy…
Die Reklamierkralle schlägt wieder zu
Warum gibt es noch mal die Bundesliga? Fragt man sich bestimmt gerade in Asien. Schließlich wollen die grauen Herren aus Alemannia, dass man fleißig einschaltet und dabei auch noch was löhnt. Nun, die Bundesliga hat fast exklusiv Altstars wie Thomas Müller oder die Reklamierkralle Manuel Neuer, die man von dem Kaliber sonst nur in Saudi-Arabien spielen sieht. Natürlich treten die auch noch in der Champions League auf, aber in der Nations League machen sie sich rar. Was noch? Fantastische und kreative Fans! Wo sonst werden auch mal Tennisbälle und Kamelle geworfen, um Botschaften zu unterstützen? Und die Reime auf den Bannern sind fett. Momentan nur in komischem Deutsch, dass man schon nicht mehr versteht, wenn man aus dem benachbarten Landkreis kommt. Aber demnächst übersetzt das die KI simultan live in alle Dialekte. Auch für Leute, die nur Hochdeutsch verstehen. Dann kann man in der Bundesliga eine überaus spannende Anwendung des VAR beobachten, die so mysteriös und unlogisch erscheint, dass man auf jeden Fall Montags auf der Arbeit immer noch höchsten Diskussionsbedarf hat. Ob es in Asien bisher entsprechende Kaffeepausen gibt, in denen man aufgeregt den Bundesligaspieltag auswertet, muss noch einmal mit der Marktforschung herausgefunden werden. Aber zur Not müssen halt wie überall die Social-Media-Kanäle vollgepöbelt werden. Die Wut bei TikTok rauszutanzen sollte inzwischen etablierter Standard sein. Da ist schließlich auch der Müllerthomas und kann seine krummsten Tore noch einmal zu Pferde nachstellen. Welche Liga bietet das sonst? Eben. Auch wir müssen neidlos anerkennen, dass wir da nicht mithalten können und deshalb auch in dieser Saison die Nebenzeiten Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 besetzen, um nicht mit der Bundesliga konkurrieren zu müssen. Das kann sich eigentlich weltweit nur eine Liga erlauben und das ist bekanntlich die Zweite Bundesliga.
21. August 2024 – Unnatürliche Handbewegung
Pokal, i hol di mit mei’m Traktor ab
Ist das Finale noch in Berlin? Nee, ich frag ja nur. Ist zwar noch eine Weile hin und es ist auch schwer abschätzbar welche zwei von den 64 Mannschaften am Ende im Endspiel antreten dürfen. Jetzt muss erst einmal die erste Runde gespielt werden. Aber dass man in dieser Phase des Wettbewerbs endlich mal neue alte Sportplätze und verrottete Kampfbahnen kennenlernen kann, ist ziemlich unwahrscheinlich. Inzwischen bleiben die qualifizierten Amateure selten auf ihren Dörfern. Natürlich könnte man den Gegner mit schimmeligen Kabinen und Duschen ohne Warmwasser schocken. Und wahrscheinlich wären die Profis schon anständig vor dem Spiel zermürbt, wenn sie mit ihrem Luxusreisebus dreimal beim Wenden in Misthaufen stecken geblieben sind. Einfach mal das Schild von der Sackgasse abmontieren und schon ist die Erstrundensensation kein Traum mehr. In Wismar schaffen wir uns durch das Schwedenfest ähnliche Bedingungen. Also Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 lieber rechtzeitig losfahren. Aber wenn man im DFB-Pokal dann doch als Underdog unterliegt, hat man nichts an diesem Highlightspiel verdient. Deshalb schaut man beim Frühschoppen im Dorfkrug lieber noch einmal in den Diercke-Weltatlas und sucht eine eingezeichnete Siedlung in der Nähe, die bereits an das Straßennetz angeschlossen wurde und über eine Sportstätte am Zubringer verfügt, in die wenigstens ein paar tausend zahlende Gästefans passen. Wenn die da was kaputt machen, ist es auch nicht ganz so schlimm. Das eigene Dorf wird dann wenigstens nicht durch Wildpinkler und eine Stickerflut am Maibaum entweiht. Selbst muss man sich dann leider auch mit dem Fuhrwerk oder Trecker auf den Weg machen zum Marktflecken, wo komische Leute wohnen, die ihren Müll trennen und Hunde in Handtaschen tragen. In dieser Ausweichspielstätte wird man sich also nicht ganz so zuhause fühlen. Aber so hat man wenigstens schon einmal ausprobiert wie es ungefähr wäre, wenn man es wirklich bis nach Berlin schaffen würde. Das ist dann zwar noch ein paar Nummern größer, aber eine Pferdetränke und ’nen Treckerparkplatz ham die auch nich. Hauptsache man ist Abends wieder zurück am Stammtisch im Dorfkrug und hattn büschen watt zum vertellen.
PS: Die lahme Auslosung hat in diesem Jahr tatsächlich dafür gesorgt, dass sogar die Oberligisten aus Koblenz (Gegner: Wolfsburg) und Hildesheim (Gegner: Elversberg) lieber im eigenen Stadion bleiben. Da muss schon der Umzug von Phönix Lübeck ins Hamburger Volksparkstadion als Beweis für die hier angebrachten Thesen herhalten…
Der irre Kick mit dem Selfiestick
Wisst ihr noch bei den EM-Spielen der Portugiesen? Als alle gesagt haben: der Ronaldo ist doch uralt. Der war schon vor zwanzig Jahren bei einer EM dabei. Damals als hochtalentierter Jugendlicher, aber jetzt ist er nur noch etablierter Ballast, der mitgeschleppt wird. Der Joe Biden Portugals, dem niemand traut zu sagen: hier wurde schon lange die Vorfahrt geändert und du kannst da nicht weiter drauf bestehen, dass du zuerst fährst. Das war aber alles nicht so schlimm, weil ja in der Abwehr schließlich Pepe dabei war, der noch einmal 2 Jahre älter als Ronaldo ist und damit der älteste Spieler der EM-Geschichte. Wahrscheinlich baute Pepe sogar den einen oder anderen Bock oder Sprintduellniederlagen ein, damit das Ageshaming nicht allein bei Ronaldo landete. Nun hat Pepe doch mit 41 Jahren seine Karriere beendet. Man sieht ihm die 41 kaum an, weil er gefühlt schon mit Mitte 20 nicht wirklich jünger aussah. Und weil er schon vor Jahren nach gewonnenen Endspielen damit auffiel, alle wie ein Kreuzfahrttourist mit seinem Selfiestick zu nerven. Jetzt im gesetzten Alter ist es vielleicht auch endlich an der Zeit mit dem Kopfgrätschen anzufangen (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) oder den Pennälernamen abzulegen, der nach Wasserbomben und Furzkissen klingt. Mit den Namen Kepler Laveran Lima Ferreira kann Pepe vielleicht doch noch eine Funktionärslaufbahn einschlagen. Es klingt sogar seriöser als Gianni oder Sepp. Und wer Pepes Spielweise aufgrund seines hohen Alters nicht verklärt hat, sondern sich dran erinnert wie er stets am Rande der Unsportlichkeit den Gegnern immer einen mitgegeben hat, der kann sich eigentlich ganz gut vorstellen wie er demnächst oder in 10 Jahren als Dr. Evil im feinen Anzug regelmäßig Turniere in Schurkenstaaten vergibt. Und das alles nur, um von den parallelen Steuerskandalen von Kumpel Ronaldo abzulenken, der mit knapp 50 sein üppiges Handgeld beim Wechsel nach Nordkorea nicht beim Fiskus gemeldet hat.
Frühsport bei Monsieur Mbappé
Der normale Ligaalltag steht kurz bevor und ein wichtiger Indikator ist, dass wochenlange Transferspekulationen das Sommerloch füllen müssen. Natürlich wird aus vielen Gerüchten nichts, aber auch bei Transfers, die passieren, vergehen gefühlt vier Wochen vom Gerücht bis zum halblustigen Social-Media-Video des aufnehmenden Clubs. Da muss wohl im Hintergrund meist noch ganz viel im Vertrag von den Anwälten dazugekritzelt und wieder wegradiert werden. Ausstiegsklausel, Auflaufprämie, Weiterverkaufsbeteiligung, Karnevalsklausel, betriebliche Altersvorsorge, Tankgutscheine, Telefonverträge – das Duell der juristischen Parteien hätte eigentlich einen eigenen Ticker verdient. Damit könnte man auch den Sportteil vollschreiben, aber stattdessen steht dort meistens nur: Wechsel von xy zu yx droht zu platzen. Und das nur, weil noch geklärt werden muss, ob der Spieler in 3 Jahren Vertragslaufzeit mehr kurzen oder weniger langen Content für den vereinseigenen TikTok-Kanal posten soll. Nun ja, muss halt alles geklärt sein. Auch der Wechsel von Kilian Mbappé zu Real Madrid hat sich gefühlt 3 Jahre gezogen. Lustiger Move, dass Mbappé dann seinerseits gefühlt spontan einen ganzen Club gekauft hat. Auch hier werden natürlich die Anwälte einiges zu tun gehabt haben, denn unter der Schlagzeile steht, dass seine Firma Interconnected Ventures für 20 Mio. € 80% vom US-Investor Oaktree übernimmt. Ganz ehrlich, das ist jetzt nicht wirklich die romantische Meldung von einem Jungen, der sich seinen Kindheitstraum von einem eignen Fußballclub erfüllt. Und was haben Meldung über die Steuersparmodelle von Superreichen überhaupt im Sportteil verloren? Während die olympischen Spiele in Frankreich laufen, bei denen Mbappé eigentlich mal als wichtiger Sportbotschafter antreten sollte. Aber wer weiß, vielleicht schließt Kilian parallel noch einen Vertrag mit einem Streamingdienst, um eine Kultserie über sein Leben als entnervter Clubbesitzer des SM Caen zu drehen. Darin sieht man ihn dann im Stile kultiger französischer Komödien in der schroffen Normandie wie er regelmäßig seine ungleich weniger talentierten Spieler daran erinnert, dass Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 nicht in die Dorfkneipe gegangen sondern gespielt wird. Unterdessen versuchen die bauernschlauen Einheimischen sich auf amüsante Weise ständig vor der Arbeit zu drücken und tricksen den wohlhabenden Chef eins ums andere mal kreativ aus. Das wird natürlich geguckt.
31. Juli 2024 – Little Green Bag
KonMari by Uli
Die alten Schlüpper jetzt schon mal raussuchen, aber nicht anziehen. Die kommen in den Koffer und werden dann vor Ort nach dem Tragen direkt entsorgt. Dann hat man am Ende vom Urlaub noch genug Platz für den neuen Krempel, den man dort kaufen kann. Und da gibt es bestimmt etwas Exotisches, dass man ansonsten dort gelassen hätte, weil der Koffer ja leider schon voll ist mit der Dreckwäsche. Die wirft man zu Hause genervt in die Waschmaschine, was jeden Urlaubseffekt wie durch Zauberhand verschwinden lässt. Also lieber clever reduzieren oder vielleicht ein paar Tipps von der deutschen Marie Kondo beherzigen. Das dürfte sicher Uli Hoeneß sein, der definitiv über einige Expertise verfügt, weil er schon einmal eine längere Zeit von zu Hause weg war und mit wenig Platz auskommen musste. Nun hat er ein paar wertvolle Hacks für die grünen Jungspunde parat, die daheim seinen FC Bayern sitten, während er versucht sich zu erholen. Natürlich geben die wie alle jungen Leute viel zu viel Geld für sinnlosen Kram aus. Warum noch einen defensiven Mittelfeldspieler? Wir haben doch schon zwei, mit denen du kaum spielst. Damals haben die eine halbe Million Mark gekostet und ein lustloses Ablösespiel, das die Jugendmannschaft bestreiten konnte. Und heute guckt man einmal nicht aufs Festgeldkonto und schon wurde alles in der Premier League auf den Kopp gehauen. Das ist ja schon kurz vor Enkeltrick. Und einen Gelenkbus muss man wahrscheinlich auch noch überteuert dazukaufen, um den 40er-Kader inklusive der Altlasten durch die Gegend zu karren. Komischerweise werden die Spieler, die am liebsten hinter dem Bus herlaufen sollen, damit nicht attraktiver und wertvoller für die Konkurrenz. Aber das soll das Problem der jungen Leute sein. Sollen sie mal kreativ werden und zeigen, dass sie nicht nur Geld rauswerfen können. Können auch mal bei Kopfgrätsche (Samstag 10:30, Mittwoch 18:00) hospitieren. Da kommen jede Woche neue frische Spieler dazu und es können trotzdem alle spielen.
Think when you’re winning
Einmal alt fühlen gewünscht? Aus 30 Years of Hurt werden demnächst 60. D.h. die Engländer, die seit 1966 auf einen Titel warten, warten noch einmal 2 Jahre und dann sind tatsächlich 30 Jahre rum, seitdem Three Lions zur Fußballhymne wurde. 1996 hatten die englischen Fans schon das Gefühl, dass 30 Jahre Schmerz schon eine ganz schöne Zumutung sind. Was sind dann 60 Jahre? Nun ja, vielleicht sind die auch noch zu ertragen, wenn man dafür in 4 Jahren bei der Heim-EM in Großbritannien und Irland endlich den Zähler auf Null stellt. Immerhin sind sie in Wembley nicht der Versuchung erlegen und haben bei Kleinanzeigen diese große Uhr erstanden, die ein Anbieter in Hamburg loswerden wollte. Zuletzt stand dort so etwas wie Samstag 10:30, Mittwoch 18:00 drauf. Keiner weiß warum. Der Inselbewohner drückt sich dann doch lieber über das Singen aus. Dafür wird er überall geschätzt und weltweit bewundert. Das unterscheidet ihn ein wenig vom Argentinier, der nach dem Endspielwochenende über eine weitere Copa-Trophäe in der schon sehr vollen Pokal-Vitrine verfügt. Aber musikalisch war es grenzwertig bis unmöglich. Das macht die deutschen Gesänge von 2014 (So geh’n die Gauchos) zwar nicht besser, aber vielleicht muss man noch einmal überlegen, ob es so schlau ist in einer Zeit, in der alles sofort live gestreamt und simultanübersetzt ist, Lieder zu singen, die Menschen abwerten, die nicht beim eigenen Kontinentalturnier mitgespielt haben, die man aber spätestens nach dem Urlaub im Verein wiedertrifft. Die schriftliche Entschuldigung in Comic Sans zu veröffentlichen, macht das ganze nicht besser. Das war allerdings nur die Spitze des Eisberges, denn es gab im Überschwang von Siegen diverse nationalistische und geopolitische Entgleisungen in diesem Sommer. Da sind Fußballprofis auch nur wie ganz normale Sylt-Touristen. Nicht sehr kreativ, aber wenn es da irgendwo ein Meme gibt, das man live mit dem iPhone 15 Pro nachgrölen kann, ist man erst einmal dabei. In der Flut der geforderten und abgegebenen Entschuldigungen ist die Aufregung ja meist 2 Wochen später vorbei. Was die Engländer nach ihrem nächsten Titelgewinn veranstalten, wissen wir nicht. Aber sie hatten immerhin mindestens 60 Jahre Zeit sich eine vernünftige Entschuldigung zu überlegen und eine anständige Schriftart auszuwählen.
Horst خوب
Und wieviel Zeit habt ihr schon damit verbracht, den „Experten“, die euch im Tippspiel abgehängt haben, zu erklären, warum es am Samstag nur ein wichtiges Spiel um 10:30 gibt, aber kein Spiel um Platz 3? Das gab es doch immer? Nee, du meinst wahrscheinlich eine WM. Es sei denn, du erinnerst dich an 1980, da gab es noch eins, aber auch nur 8 Teilnehmer und noch keine Kicktipp-App. Damals war jede der zwei Gruppen eine Todesgruppe und trotzdem hatte Deutschland Glück die einfachere zu erwischen. In Gruppe 2 waren u.a. Spanien und England, die beide diese Gruppe nicht „überlebten“. Die Tore im Finale füllkrugte Horst Hrubesch ins Netz, ein Name, den man glaubt heutzutage häufiger beim Kopfgrätschen zu hören. Dass es sich doch wohl eher um das persische „gut“ handelt, ist ganz passend, weil Horst Hrubesch nur im Finale traf und es damit immerhin auf Platz 2 der EM-Torschützen 1980 schaffte. Aber wer wäre denn nun auf Platz 3 dieser EM? Die UEFA juckt das nicht. Sie haben sich die leeren Stadien bei den letzten Spielen um Platz 3 in den 70ern angesehen und haben entschieden, dass diese Frage nicht unbedingt beantwortet werden muss. Enttäuschend, wenn man auf Platz 2 des Tippspiels steht und die Punkte für eine Aufholjagd gut gebrauchen könnte. Aber ähnlich wie die Mittipper ab Platz 6, die ab dem Viertelfinale das Turnier gedanklich beendet haben, sind auch die Spieler der ausgeschiedenen Halbfinalisten schon jetzt im Flieger in den Urlaub, um wenigstens ein verlängertes Wochenende in Dubai zu verbringen, während die Vereinskollegen bereits um die Kaderplätze für die bald startende Saison kämpfen. Das Ergebnis des Finales entnehmen sie der Tagespresse. Und das Spiel um Platz 3 kann ja die KI austragen. Also die Kopfgrätsche-Intelligenz Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 gleich noch einmal.





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