Es lässt sich aus fast allem was machen. Und wenn man Social Media für die richtig großen Fußballclubs macht, dann freut man sich sogar, wenn der eigene Club 67 Punkte hat. Weil dann kann man ein paar launige Six Seven Reels damit machen. In Dortmund fanden sie das so witzig, dass sie danach eigentlich keine Punkte mehr holen wollten. Jedenfalls nicht so lange bis das dem alten Rivalen aus Schalke auch gelungen war. Wenn auch in einer anderen Liga. Aber das war damals 1997 auch egal. Zwei Europapokalsieger im gleichen Jahr aus der direkten Nachbarschaft – da musste Wolfgang Petry natürlich eine Ruhrgebietshymne drüber singen. Aber über den aktuellen Punktestand macht er wohl diesmal nichts, oder? Deshalb trifft man ihn auch dieses Jahr nicht auf der OMR. Es heißt ja auch nicht Online Marketing Schlagerstars. Obwohl das der viel passendere Name wäre. Schließlich geht es doch darum, die nächsten Trends aufzuspüren, die wie ein Blitz einschlagen. Und das war im eigentlichen ursprünglichen Wortsinne irgendwann einmal ein Schlager. Aber vielleicht reicht es, wenn die Fußballprofis ihren Saisonausklang im Bierkönig oder Megapark bei schlimmer Schlagermucke begehen. Einige können das schon etwas früher beginnen, wenn sie die Saison so clever gespielt haben, dass sowohl nach oben als auch nach unten nix mehr geht. Six Seven Punkte sind genug für eine frühzeitige Schlagersause, während die Gegner noch fleißig trainieren, um ein paar mickrige Pünktchen für den Klassenerhalt zu erkämpfen. Deshalb zählen wir Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 die erzielten Tore nur notdürftig. Nur so ist bis zum Schluß die nötige Schärfe vorhanden und niemand created vor dem Seven Seven zu früh zeitgeistigen Content. Wir spielen übrigens bis Acht. Mindestens.
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Alles grätscht Kopf
Okay, jetzt können wir es ja zugeben. Georg Baselitz ist der Erfinder der Kopfgrätsche. Am Anfang war es eine ganz ordinäre Grätsche, aber er hatte die Idee diese einfach of den Kopf zu stellen. Und das war dann auch ein Megaerfolg. Niemand wollte mehr eine herkömmliche Grätsche sehen. Irgendwie auch ein Fluch, aber wenn man den ganzen Tag Menschen mit Augen auf Augenhöhe sehen muss, dann freut man sich sogar über Augenkontakt mit den Hühneraugen. Deshalb gelten auch Samstage (10:30) und Mittwoche (18:00) auch als Kurzurlaub fürs Gehirn. Das spart sich immerhin das von den Sehnerven gelieferte Bild umzudrehen. Als wir vor 14 Jahren das DIA-Turnier Kunst am Ball spielten, standen andere Stars der Kunstszene im Rampenlicht. Warhol, Picasso, Richter, Kandinsky waren Teampaten. Beuys hatte die aufregendsten Fettecken, bevor jede Drittligamannschaft die Arsenal-Ecken kopiert hatte, bei denen sich möglichst viele Spieler fett vor dem Torwart aufbauen und der härteste Eisenschädel zuletzt die Murmel wie Günther Uecker ins Netz nagelt. Baselitz wurde nicht eingewechselt, bei der als Fußball getarnten Aktionskunst. Notdürftig eingerahmt wurde das Gebolze von einem bunten Mix aus Bandenwerbung, die sogar das damals noch frische Original-Kopfgrätsche-Design zeigt. Schon deshalb lohnt sich das Videostudium dieser historischen Aufnahmen. Und bei 5:11 haben wir sehr subtil noch einen letzten Gruß an Georg Baselitz versteckt:
29. April 2026 – Die Füßiker
Bildhauen und Stechen
Wir sind ehrlich. Der Wal hatte uns schon längst verloren. Vielleicht liegt es daran, weil er schon länger auf Grund liegt als Heidenheim auf dem letzten Tabellenplatz. Aber die Menschen um ihn herum lassen sich immer wahnwitzigere Dinge einfallen, die immerhin sein Schicksal wieder auf den Startseiten nach oben spült. Fußballfans sind spätestens wieder wach geworden als Pyrotechnik in die Diskussion eingebracht wurde. Da ist in der Region auch genügend Material vorhanden. Ein Anruf bei ein berüchtigten Hansa-Suptras kann da der kurze Dienstweg sein. Wir sind sowieso schon in einer Phase, wo nicht mehr so ganz genau nach den Abschlüssen und Führungszeugnissen geschaut wird. Jetzt darf jeder mit einer wilden Idee irgendwas versuchen. Aber die meisten verfahren nach der alten Kreisliga-Devise: wenn wir schon nicht gewinnen können, dann treten wir ihnen wenigsten den Rasen kaputt. Noch ein Argument Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 doch lieber auf Tartan aufzulaufen. Und wer zur Sache gar nichts weiter beitragen kann, darf sich überlegen wie ein Mahnmal für den Wahnwal aussehen soll. Auch hier können Fußballfans durch ihre Erfahrung mit unförmigen Bronzen bestens mitreden. Uwe Seelers Fuß, Christianos Büste oder erst zuletzt der sehr expressionistische Peace-Prize – der Fußball liefert unzählige Referenzen von missverstandenen Bildhauern. Der geneigte Pöbel verlangt maximalen Naturalismus, der Künstler möchte seine Handschrift für die Nachwelt in Metall gießen. Passender als jede von vornherein zum Scheitern verurteilte Darstellung des Tieres, wäre aber Rodins „Die Bürger von Calais“, das auch die Opfer einer Belagerung darstellt. Bestehend aus sechs Einzelfiguren, die kein heroisches Gebaren zeigen, sondern viel mehr innere Bewegung und verzweifelte Stimmung ausdrücken. Das passt nicht nur zu den verwirrten Menschenansammlungen auf Poel, das können wir nach dem Kopfgrätschen auch bestens vom Verliererteam nachstellen lassen.
22. April 2026 – ohne Stativ spielen, hoch gewinnen
Prêt-à-Por-T
Als die Telekom ab Mitte der Neunziger ihre Marke etablieren wollte, brauchte sie dafür noch Manne Krug und ein Radrennteam. Für die T-Aktie wurden selbst Kleinsparer in Risikogeschäfte gesungen und auch die Radelei war am Anfang super erfolgreich. Aber Ulle war am Ende wohl doch nicht 100% sauber und so vorteilhaft war das für den größten deutschen Telekommunikationsanbieter danach nicht mehr, so dass es nach 2007 keine magentafarbenen Drahtesel mehr auf dem Champs-Elysées gab. Aber dafür wurde die Telekom ab 2002 Sponsor beim FC Bayern und nach der Eröffnung der Allianz-Arena 2005 zierte ein großes weißes T aus Zuschauern die Tribüne. Seit über 20 Jahren dürfen die nicht während des Spiels Bratwurst und Bier kaufen gehen, weil sonst das Logo nicht mehr stimmt. Aber inzwischen filtert man das menschliche Telekom-T optisch aus dem Publikum und die Wirkung ist vielleicht ein wenig verpufft, wie die ersten Kursgewinne der T-Aktie einst. Wie könnte man also die Marke in ihrer prägnanten Farbe wieder nach vorne petern? Vielleicht kann man einen angesagten Jungnationalspieler, in der Zeit wo er selbst nicht spielen kann, in ein magentafarbenes Modeverbrechen, assoziativ zwischen Schlumpf und Teletubby, stecken und damit anständig viral gehen. Der darf dann darin sogar mal an den Bratwurststand, wo sich einige wurstkauenden Zeitzeugen heftig verschluckt haben dürften. Falls Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 Spielpausen entstehen sollten, weil man bei drei Teams auch mal kurz 10 Minuten sich frei um den Platz bewegt, haben wir die Chance auch in einer scheußlichen Markenfarbe ihrer Wahl herumzuflanieren. Orange oder Neongelb hätten wir schon da. Aber erst die passende Schlumpfmütze in Signalfarbe bringt den maximalen LennarT-Karl-Effekt. Alternativ ist natürlich auch eine Manfred-Krug-Frisur denkbar, wenn’s draußen grün wird.
15. April 2026 – Letztes Tor entscheidet… nicht, weil Frank die Regeln kennt…
08. April 2026 – Einkaufszettelewald 🛒
Coppa del Mondo o Coppa Gelato Svedese?
Alora. Scusi. Unpopulär Opinion: jetzt alles auf dem WM-Sieg von Italien setzen. Okay, es sieht vielleicht nicht so vielversprechend aus, weil die Squadra Azzurra gar nicht qualifiziert ist. Aber bis zum Turnierbeginn kann geopolitisch noch ziemlich viel passieren. Und da so viele Länder wie noch nie qualifiziert sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende gar nicht alle bis dahin wirklich Lust auf Fußball in einer Bananenrepublik im Kriegsmodus haben. Und da rechnen wir noch nicht einmal mit einem deutschen Boykott, weil Nagelsmann und Untdav sich nicht zwischen Coke und Pepsi im Drive-In entscheiden können. Dabei gehört es zum Mythos einer Burgerbraterei, dass dort der Spirit geboren wurde, der 1992 eine nachrückendes Land zum Turniersieger geführt hat. Und damit sind wir bei dem Szenario, auf das die Italiener nun hoffen müssen. Wie einst die Dänen vom Jugoslawienkrieg profitierten, muss ausgerechnet das gegen Bosnien ausgeschiedene Italien auf ein unverdientes Nachrücken hoffen, dass sie direkt zum Titel führen sollte. Der Name des ehrbaren FIFA-Präsidenten, der das wahrscheinlich alleine entscheiden darf, klingt ja nur zufällig italienisch. Er ist natürlich neutraler Italo-Schweizer. Aber eigentlich spricht nichts dagegen, dass der amerikanische Papst Ostersonntag in Rom verkündet, dass Italia auferstanden ist. Im Anschluss strömen die Massen in eine Gelateria ihrer Wahl und bestellen vor Glück einen Schwedeneisbecher. Denn auch die Schweden wissen gar nicht wie sie sich für die WM qualifizieren konnten, ohne ein Gruppenspiel zu gewinnen. Auch da waren offensichtlich höhere Mächte im Spiel. Wessen Kreuzwege also Samstag (10:30) nicht direkt zum Platz führen, kann schon Mittwoch (18:00) glorreich wiederkehren. Abbi fede!
01. April 2026 – Artemis II – Im Zeichen des Ostermondes
Guten Abendsegler allerseits
Als wir vor zwei Wochen den Wal als Kopfgrätsche-Maskottchen adoptierten, konnten wir noch nicht ahnen, dass er uns so viel Kummer bereiten würde. Und bevor hier die Rechnungen für die großen Saugbagger und Meeresbiologen bei uns landen, möchten wir uns von ihm distanzieren. Durch sein Stranden in der Lübecker Bucht war er jetzt eine Woche lang ziemlich gut zu sehen. Zur Not im Livestream auf der BILD-Startseite. Aber wie gesagt: er ist nicht unser Grotifant und wir zahlen die Rettungsaktionen nicht. Obwohl wir natürlich sehr froh sind, dass diese vorerst erfolgreich waren. Wir werden uns ein anderes Maskottchen suchen, das weniger kostspielig ist. Am besten eins, mit dem man kommunizieren kann, dass wir ab der nächsten Woche nicht nur Samstag 10:30 sondern auch Mittwoch 18:00 auf dem Bolzplatz zu finden sind. Also entweder ein Tier, das Tageslicht mag oder uns in der Dämmerung rechtzeitig daran erinnert, dass es Zeit für das berühmte letzte Tor ist. Da hat sich in den letzten Jahren eigentlich die Mücke recht subtil bei uns beworben. Manch einer hatte zum Spielende gerade noch soviel Restblut übrig, um den Nachhauseweg zu schaffen. In der Dämmerung huschen allerdings noch andere Blutsauger über unseren Köpfen hinweg. Tagsüber hängen die mit dem Kopf nach unten herum, was bei Kopfgrätschern doch die nötigen Sympathien wecken sollte. Und wann hat man schon einmal gehört, dass eine Fledermaus für einen größeren volkswirtschaftlichen Schaden verantwortlich ist? Seit der letzten Pandemie ist mir da eigentlich nichts bekannt. Allerdings war da mal was mit dem FC Valencia, der von DC Comics verklagt wurde, weil die auch einen Character haben, der über eine Fledermaus-Silhouette herbeigerufen werden kann. Also bevor wir die nächste Kopfgrätsche-Ankündigung mit einem Suchscheinwerfer im Nachthimmel starten, würde ich gern doch noch einmal die Baggerrechnung vom Wal sehen.
24. September 2025 – Ball Night Long
All right, we’ll call it a draw
Das schiedlich friedliche Unentschieden am Samstag (10:30) und Mittwoch (18:00) ist meistens das beste Ergebnis, damit niemand mit schlechter Laune nach Hause gehen muss. Wie die Quoten darauf sind, ist schwer zu sagen. Aber tippen echte Zocker auf Unentschieden? Ein 0:0 scheint am Spielanfang immer eine gute Idee zu sein. Bis das erste Tor fällt. Bei Juve gegen Dortmund am ersten Champions-League-Spieltag stand es zur Pause auch torlos. Was kann man dann erlösen, wenn man sagt: das geht noch 4:4 aus? Da müsste man mal bei einem Buchmacher mit jahrelanger Erfahrung nachfragen. Allzu viele Namen fallen mir da nicht ein, aber dass es früher einmal das Café King in Charlottenburg gab, ist ja Allgemeinbildung. Ante Šapina könnte also bestimmt weiterhelfen. BVB-Trainer Niko Kovač ist in Berlin Wedding geboren und könnte auf berlinerisch oder sogar kroatisch mal nachfragen. Beim Spiel in Turin traf Niko Kovač auch einen anderen alten kroatischen Freund wieder. Seit März diesen Jahres ist Igor Tudor, ehemaliger Verteidiger von Juve, dort als Trainer unterwegs. Mit seinem Namen müsste er natürlich eigentlich Trainer auf der Insel im Mutterland der Buchmacher sein. Mit Niko stand er über 30 mal für die Kockasti auf dem Platz. Das erste und das letzte gemeinsame Länderspiel endete jeweils unentschieden. Und an einem weiteren spektakulären Unentschieden vor 25 Jahren waren sie auch beteiligt, als am ersten Spieltag der Champions League 2000 der HSV auf Juventus traf. Beim wilden 4:4 im Hamburger Volkspark trafen Igor Tudor zum 0:1 und Niko Kovač zum 4:3. Am Ende gingen beide mit unentschiedener aber auch nicht mit schlechter Laune nach Hause. Ob Ante Šapina dieses Ergebnis erwartet hatte, wissen wir nicht. Was sollte er auch mit dem HSV zu schaffen haben?
17. September 2025 – Denkt an die Elektrolyte!
Ich denke oft an Uruguay
Wie lange quatschen wir jetzt schon über diese WM nächstes Jahr? Naja, wahrscheinlich schon seit der vorletzten WM. Seit klar war: das mit Katar wird komisch, hat man doch schon mal überlegt, wann wieder ein unbedenkliches Turnier stattfindet. Dass es nur noch selten ein Land sein kann, sondern schon meist ein halber Kontinent – geschenkt. Günstige Flüge und das Internet können doch trotzdem dafür sorgen, dass es so kuschlig wird wie einst in Uruguay. Aber inzwischen soll rund ein Viertel aller Länder weltweit die Chance haben, zu Gast bei Freunden zu sein. Da reicht halt Uruguay flächenmäßig nicht mehr aus. Oder es bekommt noch ein Spiel und muss sich die WM mit Spanien, Portugal, Marokko, Paraguay und Argentinien teilen. Kann ja trotzdem schön werden. Liegen doch fast alle am Atlantik. Die Gastgeber nächstes Jahr eint sogar die Lage an zwei Ozeanen. Julian Nagelsmann hat immerhin schon ein Jahr Warten geschafft seit dem Aus bei der Heim-EM. Somit muss er nur noch ein Jahr Warten schaffen, bis er Weltmeister wird. Wenn seine Ansage vom letzten Sommer denn noch steht. Aktuell ist die Stimmung eher so durchschnittlich und kurz vor: da wollten wir eh nicht hin und diesmal boykottieren wir den Mist aber wirklich. Wer die Klub-WM sehen musste, könnte es verstehen. Die Stimmung in Amerika scheint auch wirklich nicht gut, wenn jeder Ball der vom Spielfeld fliegt schon für würdeloses Gezanke auf der Tribüne sorgt. Selbst solche Konflikte lassen sich in den USA offenbar nicht mehr ohne Social-Media-Mob und Nationalgarde lösen. Bei uns sitzt hoffentlich auch noch in fünf Jahren einfach die Abteilung Attacke ohne Internet im Doppelpass und regelt das. So muss sich Stammtisch anfühlen. Quasi der vorgezogene Fassanstich auf der Wiesn. Und da misst sich auch die ganze Welt in einem ehrlichen Wettbewerb. Dort prostet der Uru dem Kanadier freundlich zu und am Ende einigt man sich unter der Bierbank auf ein Unentschieden (siehe auch Kopfgrätsche Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00, wenn das golden Goal nicht fallen will…). Dafür qualifiziert sich bestimmt auch der Oberbayer Julian gerne und lallt danach: „Jetzt müssen wir wieder ein ganzes Jahr warten bis wir voll weltmeisterlich voll werden.“
10. September 2025 – O’Beinig is‘
Analyze This (Reine Nervensache)
Die Kinder sind noch nicht einmal eingeschult bzw. die bayrischen Kinder sind noch bei der Heuernte oder mit dem Almabtrieb beschäftigt, und trotzdem fühlt es sich schon wie Herbst an. Vielleicht liegt es auch nur daran, weil das Wetten auf die erste Trainerentlassung der Bundesliga just ein jähes Ende gefunden hat. Die Meisten waren noch dabei das Kicker-Sonderheft durchzulesen und sich Notizen fürs Managerspiel zu machen. Noch waren die Mannschaftsbilder wenig aussagekräftig und irgendwo sind ja die Transferfenster immer noch auf Kipp. Also kann man erst nach der Länderspielpause ein echtes Urteil über den Zustand der Liga fällen. Und bevor dieser Punkt erreicht werden konnte, hat es Einer tatsächlich geschafft seinen neuen Arbeitgeber so zu nerven, dass der gesagt hat: der soll mal lieber woanders nerven. Scheiß auf die fette Abfindung, die dem jetzt zusteht. Und ist auch egal, dass diese unlustigen Fußball-Bros im Internet sofort reflexhaft den Ordner mit den Peter-Neururer-Bildern öffnen. Zwei Spieltage sind genug Leid und das bei einem Verein, wo man ganz problemlos an Tabletten kommt. Dabei wäre Erik ten Hag Anfang des Jahres fast statt Niko Kovac bei Dortmund gelandet. Am Ende konnte man ihn optisch nicht von Matthias Sammer unterscheiden und wenn man nach zwei Spieltagen rausfliegt, könnte es sogar charakterliche Ähnlichkeiten geben. Wo der BVB mit ten Hag gelandet wäre, ist Spekulation, aber vielleicht hätte ihn die Auslosung zur Champions League letzte Woche nicht interessiert und eventuell wäre ihm auch egal gewesen, ob Matthias Sammer als Amazon Primat in zu großer Steppjacke und mit schwarzer Torsten-Sträter-Mütze die Leistung deutscher Teilnehmer kritisch einordnen muss. Aber auf all das können wir uns nun wieder im Herbst freuen. Aktuell sogar noch über ein paar güldene Kopfgrätsche-Termine am Mittwoch 18:00. Und natürlich Samstag um ten Hag, wie der Holländer sagt.
03. September 2025 – Abendstimmungsboykott
Dead-Leihen-Day
Die Fußballfans in den sozialen Medien sind unruhig. Und das schon den ganzen Sommer lang. Da passiert einfach nichts im eigenen Verein. Maximal der eine oder andere Verkauf. Oder Vertragsauflösungen gegen Abfindungen. Aber ansonsten macht der faule Sportdirektor nix. Der pennt geruhsam vor sich hin. Der kann seinen Job nicht. Und anstatt absolut Nonames für ganz kleines Geld aus der zweiten japanischen Liga oder von Kopfgrätsche (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) zu holen, die sich nach drei Spielen als kommende Weltstars entpuppen, guckt der immer nur nach England, wo die Preise viel zu hoch sind. Das war die Situation bis jetzt. Und die ähnelte einem quälenden 0:0 über 120 Minuten. Aber nun kommt das Elfmeterschießen. Und das bedeutet, dass sich die Pfeffersäcke aus der Premier League plötzlich wie Generaldirektor Haffenloher aufführen und großzügig Aufrunden. Anstatt mit den Bayern zu verhandeln, die nur sagen: „greif mal ’nem nackten Mann in die Tasche!“ oder fragen: „ist ein Woltemade wirklich 80 Millionen Euro wert?“, hat man plötzlich Kontakt zu einem nigerianischen oder saudischen Prinzen, der nur sagt: „80 Mios? Wie Euro? Naja, jetzt hab ich schon 80 Mio Pfund überwiesen. Egal. Stimmt so.“ Die Sportdirektoren, die monatelang von überhitzten Märkten sprachen und gefühlt endlos an der Front den Angriffsbefehl herausgezögert haben, werden am Ende des Deadline Days noch als strategische Genies heilig gesprochen. Aber nur so lange bis sie dann anfangen wie die schwäbische Hausfrau vorzurechnen: das zahlen die über 5 Jahre ab, die Berater kriegen noch Prozente, die Weiterverkaufsbeteiligungen von zwei bis drei Vereinen gehen davon weg und am Ende bleibt kaum mehr etwas für eine durchschnittliche Küche übrig. Dann sind die vereinseigenen Verantwortlichen wieder die gleichen unfähigen Idioten wie vorher. Aber man muss zum Glück nur ein paar Spieltage Fußball ertragen, dann öffnet ja zum Glück das Wintertransferfenster.










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