Die Länderspielpause im Oktober also. Der traditionelle Teil des Jahres, in dem man sich Zeit nimmt das Laub zusammenzuharken und einen neuen Trainer zu suchen. Frei nach Rilke: wer jetzt unzufrieden mit seinem Übungsleiter ist, wird es vermutlich lange bleiben. Also lieber noch mal prüfen, ob man wirklich Nerven aus Stahl hat und noch bis zur Länderspielpause im November auf den ersten Saisonsieg warten kann. Und es sind ja ein paar urige Exemplare auf den Arbeitsmarkt, die nur darauf warten, dass man ihnen eine verunsicherte Mannschaft anvertraut und aus ihnen die Grundtugenden herausquält. So kann man beim Jobcenter u.a. die Akte von Markus Anfang wegheften und auch die Altenburger Skatlegende Uwe Rösler hat wieder einen Brötchengeber gefunden. 35 Jahre nach der Wiedervereinigung bringt er wieder Ostkolorit in den tiefen Westen. Damit das nicht allzu doll auffällt, hat er bei seiner Antrittsrede die versammelte Journaille in feinstem sänglisch unterhalten. Das sollte wahrscheinlich nach großer weiter Fußballwelt von Southampton oder Brentford klingen. Leider machte er den großen Fehler schon am Anfang als er sich nicht als „The Juwie“ vorstellte. Deshalb muss man mal gucken, ob das mit der neuen Personällidy am ersten Schultag noch was werden kann. Am Ende fällt denen in Bochum noch auf, dass „der Uwe“ vor ein paar Jahren noch Geisterspiele in Düsseldorf godschen musste. Aber ob man sich in der Landeshauptstadt daran noch erinnert? Man hat ja offensichtlich auch schon vergessen, was der eigene neue Trainer in der Zeit getrieben hat. Wenn man bei der Recherche von alten Facebook-Akten in der Meta-Unterlagenbehörde herausbekommt, dass sich der Düsseldorf-Coach regelmäßig beim Kölner Karneval rumgetrieben hat, dann kann ab dem 11.11. schon wieder Trainersuche in Düsseldorf angesagt sein. Zum Glück ist dann wieder eine passende Pause im Kalender. Mein Kalender sagt mir, dass Samstag 10:30 endlich wieder Zeit für Kopfgrätsche ist. In der Meta-Unterlagenbehörde wird dafür schon ein neue Akte angelegt.
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Praise the Lords of Chaos
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne – das erzählt jede Standesbeamtin jeden Tag circa 5 mal. Und weil es aber auch nervig ist zu lange auf den Anfang zu warten, kann man ihn auch vorziehen, indem man den Trainer nicht erst zum Saisonende rauswirft. Zwei Spieltage vor Schluss wirkt ein wenig, wie wenn man den lauffaulen Zehner noch vor der Halbzeitpause demonstrativ auswechselt. Aber niemand ist gezwungen bis zum Ende zu leiden, nur damit man sagen kann: wir werden uns nach der Saison zusammen setzen und alles knallhart analysieren. Da weiß man doch schon, was bei raus kommt. Also neuer Besen sofort und dann wird ein wenig Chaos aufgewirbelt. Hat man sich auch in Köln im Schatten des Doms gesagt und einen Mann reaktiviert, der ungelogen älter als der neue Papst ist. Das Pontifikat Funkel muss ja auch nicht ewig dauern, Hauptsache der Effzeh kommt in dieser Saison noch in den Himmel, also in die Bundesliga. Zwei Spieltage reichen bis zur Seligsprechung. Danach wird sich schon ein anderer Trainer finden, schließlich werden die Arbeitsagenturen gerade mit Übungsleitern geflutet. Da wird doch was dabei sein. Z.B. Markus Anfang, dem als gebürtigen Kölner der Karneval super wichtig ist und dem am Anfang seiner Beschäftigungsverhältnisse oft ein gewisser Zauber inne wohnt. Bis zum Ende der Saison hat dieser auch bei ihm in Kaiserslautern nicht angehalten, weshalb er vor zwei Spieltagen ersetzt wurde. Beim ersten Spiel von Torsten Lieberknecht als neuen FCK-Trainer vor zwei Wochen, sprach der damaligen Schalke-Trainer Kees van Wonderen in die Mikrofone, dass er es schade finde, dass so ein Trainerwechsel kurz vor Schluss tatsächlich mit einem Sieg für Kaiserslautern belohnt wurde. Eine Woche später dachten sich seine Vorgesetzten auf Schalke: ach komm, das versuchen wir auch. Man muss mal gucken wie stark die Chaoswirkung durch einen neuen Trainer tatsächlich ist, wenn es alle gleichzeitig versuchen. Ein bißchen so, wenn Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 alle fünf Minuten neue Kopfgrätscher auftauchen und man innerhalb von Sekunden von 2, auf 3, auf 4 Teams mit 4+1 oder 5+1 oder doch mit Wechslern wechselt. Das Gute dabei: es wirkt jedesmal wie ein neuer Anfang von Zauberhand.