… und sage Champs-Élysées

Die Hitze am Mittwoch war einfach höhere Gewalt, so dass die dritte Halbzeit quasi von der FIFA angeordnet vorgezogen werden musste. Kurz wurde noch diskutiert, ob es okay wäre, sich einfach das Trikot auf die Wampe zu malen. Das wäre am Ende vielleicht noch chicer geworden als die Kartoffeldruck-Jerseys, die bei der Klub-WM unseren Augen beleidigen. Aber es soll ja nicht unbedingt dem knauserigen Europäer gefallen. Der hat eh einen Igel in der Tasche. Dadurch wird man regelrecht gezwungen, den Geschmack anderer Märkte bedienen. Und kaum hat man vergessen, wann wo wer welchen Pokal zuletzt in die Konfettikanone gehalten, bzw. welche Silbermedaille man gerade schneller weggeworfen hat als der Ehrungsautomat Aleksander Čeferin sie aus der Hüfte schießen konnte, startet schon der nächste Wettbewerb. Bei einigen wird sogar der Ball weggelassen und der Sieger mit dem Fahrrad ausgespielt. Die Teilnehmer treten auch bei 30 Grad plus an und hoffen, dass sie sich aufgrund des Fahrtwinds nicht trotzdem erkälten. Die Trikots sehen zwar aus wie auf den knochigen buckeligen Leib gemalt, aber dafür mit noch mehr Logos als auf einem durchschnittlichen Leiberl in der österreichischen Liga. Na klar, Emirates, Bahrain und Red Bull sind natürlich auch wieder dabei. Die Teamtrikots muss man aber zum Glück nicht die ganze Zeit tragen. Man kann frühzeitig einen Trikottausch beantragen, wenn man besonders gut ist. Eigentlich wäre es sogar kontraproduktiv, wenn die Team-Shirts schöner wären als die in gelb, grün und weiß mit roten Punkten. Am wichtigsten ist aber, dass man zum Schluss wieder zum Feiern auf dem Champs-Elysees landet und gemeinsam im Überschwang ein paar Flagshipstores von Luxus-Marken plündert. Sonst lohnt sich die Omnipräsenz der Tissot-Uhren bei der Veranstaltung doch gar nicht. Bei Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 setzen wir schon einmal die ersten wichtigen Zeitmarken. Da wird es kalt genug für ein echtes Trikot in den Farben eurer Wahl.