Subterranean Heimspiel Blues

Kurzes Sabbatical-WE in der Bundesliga und damit die willkommene Chance das Transferfenster auf Hochglanz zu bringen und im Kader durchzufeudeln. Wintertransfers sind zwar meistens ein Eingeständnis, dass man im Sommer daneben gelegen hat, aber manchmal kommt auch unangekündigt Mino Raiola vorbei und holt ein norwegisches Jahrhunderttalent aus der Manteltasche. Besser man hat dann noch nicht das ganze Weihnachtsgeld auf den Kopf gehauen. Vor zwei Jahren passierte schließlich der letzte spekatuläre Wintertransfer, der nur noch von dem zeitgleichen Wechsel von einem gewissen Sars Covid von Asien nach Europa getoppt wurde. Seit dem, muss man zugeben, treffen beide wie am Schnürchen und damit widerlegen sie das alte Vorurteil, dass man Winter nichts mehr entscheidend verändern kann. Okay, der BVB ist am Ende der Saison überraschend doch nicht Meister geworden, aber dafür müssen sie ihren Starspieler bis zum Deadlineday im Physiokeller fest auf die Massagebank schnallen. So ein bis zwei komplett irre Büdchen pro Spiel soll er natürlich noch bis zum Sommer in Schwarzgelb schießen. Durststrecken von zwei Spielen ohne eigenes Tor sind da natürlich nicht förderlich und können im schlimmsten Fall dazu führen, dass er erst wieder im nächsten Winter wechselt. Der Verkauf von Stürmern im Winter hat in Dortmund allerdings auch eine gewisse Tradition. Auch die Vorgänger Haalands wechselten nach der Hinrunde. Gut, Paco Alcacer floh vor Erling Haaland und Pierre-Emerick Aubameyang vor Peter Stöger. Paco wurde zuletzt auf der Bank von Villarriba gesehen und Auba wurde beim Afrika-Cup von Sars Covid aus dem Team verdrängt. Wenn man also nicht gerade ein norwegisches Jahrhunderttalent ist, bleibt man im Winter besser dort wo man ist – zur Not auch bei Kopfgrätsche (Samstag 10:30).

Woanders is auch scheiße

Das geht ja gut los mit den guten Vorsätzen. Alle sind beim Sport zu sehen. Nicht nur die Schlange vorm CleverFit reicht einmal um die Altstadt. Scheinbar möchte jeder mit 1 bis 2 Jahresbeiträgen Ablass etwas für diese ominöse Gesundheit aushandeln. Warum auch immer. Dabei kann man doch von der Couch aus sehr bequem nach der Darts-WM gleich noch den Afrika-Cup und die Handball-EM wegbingen. Die letzten ernstzunehmenden Turniere vor der Wüsten-WM. Obwohl man sich die Akzeptanz dafür auch dafür so langsam antrainiert. Der Clasico in Saudi-Arabien im Rahmen des spanischen Supercups zeigt doch wie anpassungsfähig der Homo sportivus ist. Die Saudis waren schließlich auch pragmatisch als sie sich für Newcastle entschieden, obwohl die Vereinsfarben komisch sind und niemand ohne finanziellen Anreiz dort hin will. Aber in Zeiten, in denen sogar das Dschungelcamp von Australien nach Südafrika ausweichen kann, muss man sich daran gewöhnen, dass man bei der Ortswahl flexibel sein sollte. Vielleicht sind ein paar Dinge auch besser als am Ursprungsort. Drum können wir doch einmal nachdenken, was in Katar z.B. viel toller sein wird. Die Stadien sind immerhin nigelnagelneu und damit sinkt auch eindeutig die Fußpilzgefahr im Nasszellenbereich. Es steht also einer wahren WM der Zauberfüße nichts im Wege. Das wären doch sehr erfreuliche Aussichten. Und wer weiß, vielleicht kann sogar ein löchriger Tartanplatz am Samstagmorgen (10:30) ein ganz okayer Ort sein, an dem man sich etwas mehr bewegen kann als in der Schlange vorm CleverFit.

Malediven ist nur einmal im Jahr

Kurze Abfrage: seid ihr für Samstag 10:30 wieder alle zurück? Ganz so selbstverständlich ist das nun wirklich nicht. Man hat doch Verständnis, wenn man sich als Fußballer zwischen Rückrunde, Audi-Cup und Katar noch mal einen schönen Instagram-Urlaub gönnt. Scheiß drauf, Malediven ist nur einmal im Jahr! Ole, ole und schalala. Und man kann doch nicht in einem Landgasthof im Harz absteigen. Was sind denn das für Bilder? Das kann der beste Filter nicht retten. Und die Trainingslager sind doch meistens viel näher, wenn man seinen Flug über Belek bucht. Also kurz gesagt: wer es bis jetzt zurück geschafft hat, wird aufgestellt. Bei den Bayern würden sie sogar auf Tobias Rau und Jan Schlaudraff setzen, wenn die heute an der Allianz-Arena vorbei gehen. Vielleicht wird ja an der Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule (PAB) in Borgholzhausen heute gestreikt und Herr Rau schafft es noch rechtzeitig zum Anpfiff. Falls das nicht klappt, haben die Bayern zur Sicherheit noch Ibrahimovic aus Spanien einfliegen lassen. Aber vielleicht auch nur für die schöne Schlagzeile. Der Gegner soll sich eben nicht zu sehr in Sicherheit wiegen. Der alte Ibra befindet sich bestimmt noch im Skiurlaub, wenn er seine Skihütte in Copperhill noch nicht verkauft hat. Oder er wirbt die Neumitglieder für seine brandneuen Padel-Tennis-Halle in Mailand. Jetzt ist schließlich die Zeit, um die Jahresbeiträge einzusammeln. Und wer hätte dafür mehr Verständnis als wir? Also jetzt 2 Jahre Kopfgrätsche zum Vorteilspreis buchen und Samstag 10:30 zum Schnuppertraining vorbeischlittern!