Im Julklappseits

Hohoho Hahohe. Der alternative Adventsmarkt öffnet seine beiden (viel zu kleinen) Pforten. Wart ihr auch alle schön brav? Noch vor der dritten Kerze im Strafraum können wir den Wunschzettel komplett abhaken. Samstag ab 10:30 preisen Wichtel in sportlicher Outdoorkleidung Fußgebasteltes und Kopfgegrätschtes an. Da findet man doch etwas für Groß und Klein. Krumme Pässe, schiefe Buden und mundgeblasene Vorwürfe werden vor Ort und live mit ganz viel Liebe selbst zusammengestümpert. Das ist so individuell, das lässt sich unmöglich umtauschen oder guten Gewissens weiterverschenken. Aber das nächste Schrottwichteln kommt bestimmt. Wir nehmen auch diesmal keinen Eintritt, um die wirklich talentierten Kunstfußwerker abzuschrecken. Statt der Championsleague-Hymne gibt es maximal den besoffenen Elch zu hören. Oder was auch immer grad so Saison hat im Jamba-Sparabo. Dieses traditionelle Liedgut sorgt für ein ganz besonderes Ambiente. Da wird einem ganz warm um die Füße.

Ihr Wetter in sicheren Händen

Und nun zum Wetter. Während diese Mail lange Jahre dazu missbraucht wurde, um den Spieltag mit einem möglichst attraktiven Wetterbericht zu versehen, haben wir die Prioritäten im Laufe der Zeit leicht verschoben. Vor allem, um von den Willkürlichkeiten und Ungenauigkeiten in der Vorhersage abzulenken. Unter dem internationalen Druck muss ich nun gestehen: die Technologie, die dafür genutzt wurde, war ein 30 Jahre altes Wetterhäuschen aus Friedrichroda in Thüringen. Am Ende ist es zum Glück dem Ball egal. Er ist der wahre Gewinner der Evolution. Ob Hitze, Frost oder Flutwellen – der runde Geselle schwimmt einfach immer oben. Wir können uns also gern das Klimaziel setzen, dass es Samstag 10:30 sonnig, trocken und windstill ist. Hauptsache die Stiefel bleiben trocken und werden am Ende fleißig leergegessen. Brav den Teller vom Brokkoli befreien, hat schließlich immer noch das beste Wetter beschert. Hoffentlich berücksichtigen das die Klimagipfelteilnehmer in Paris. Dort ist man aber wahrscheinlich bis zum Ende der Spielzeit mit der Platzwahl und dem Aufteilen der Mannschaften beschäftigt. Diese Amateure!

… dreimal schwarze Kasse

Ich will ja keine Panik verbreiten. Aber laut meines bereits auffällig leichten Adventskalenders sind es nur noch 4 Spieltage bis Weihnachten. Da fragt man sich so langsam, wo man die Weihnachtsgeschenke her bekommt. Was sagt denn Ja-is-denn-heut-scho-Weihnachtsexperte Franz B dazu? „Ausschließen kann ich nichts, vielleicht findet so ein Zauberer noch was. Wie heißt der Zauberer? Kalanag! Vielleicht findet der noch was. Aber langsam reicht’s, oder?“ Wer den Zauberer Kalanag nicht kennt, hat Glück. Denn ich kenn Google und Google kennt Kalanag. Das ist nicht der Chefermittler bei Freshfields. Viel mehr muss er in Franz Bs Jugend eine große Nummer gewesen sein. Ist aber leider schon seit Heiligabend vor 52 Jahren nicht mehr im Zaubergeschäft. Vielleicht kann man aber mit YouTube-Tutorials bis Samstag 10:30 sich noch ein paar magische Tricks ausm Hut zaubern. Klassiker wie der zersägte Pfosten, der Tunnel durch die unlösbar verknoteten Beine oder der überraschend vorbeirollende Ball müssten doch rechtzeitig erlernbar sein. Vielleicht zaubere ich aber auch einen 6,7 Millionen-Euro-Scheck hinter dem Ohr hervor. Abrakadraball…

Kernlos in Barsinghausen

Ich muss gerade einen Spieltag ansagen. Aus Sicherheitsgründen. Damit es niemand vergisst und viele Samstag 10:30 auf dem Platz stehen. Jetzt bin ich in meiner Küche und ess ’ne Mandarine. Man sagt, Vitamine wären gesund. Als ich mit Kopfgrätschen anfing, habe ich mir nicht ausmalen können, dass ich eines Tages mal einen Spieltag nicht ansagen dürfte. Ich kann nur sagen: wenn das so weitergeht und ich den nächsten Spieltag auch ansage, dann komm ich nächsten Samstag wieder. Und den darauf auch und so weiter und so fort. Schließlich soll ja jeder so weitermachen wie bisher. Deshalb sichern wir auch wie bisher unsere Tore nicht. Die bleiben offen für alle und nachlässig verteidigt wie eh und je. Wer sich davon verunsichern lässt und sich kleinere Tore wünscht, der sollte dann ehrlicherweise lieber langsam gehen statt zu rennen und das Ganze nicht Fußball nennen. Es klingt nämlich eher nach Golf und ist stinklangweilig. Damit vermeidet man erfolgreich, dass Feuerzeuge und Bierbecher auf den Rasen fliegen. Das hat ja mit Fußball angeblich nix zu tun. Aber wenn wir lernen demnächst Mandarinenkerne zu werfen, können daraus später Mandarinenbäume wachsen. Deren Stämme könnten doch unabhängig von Größe und Wuchs prima Fußballtore sein.

Haste Shitstorm am Fuß

zappelplagiat

Jetzt ist es tatsächlich passiert. Vor ein paar Tagen waren es nur böse Gerüchte, an die ein paar Unverbesserliche vom Spiegel glaubten. Aber jetzt ist es endgültig erwiesen. Ein kurzes Blättern im Standardwerk „Grüß Fußballgott“, Auflage 1, 2009 bestätigte den dunklen Anfangsverdacht. Ja, ich habe mich wiederholt. Quasi unwissentlich von mir abgeschrieben. Ein Artikel aus dem November 2007 weist eine zu fünfundachtzigprozentige Übereinstimmung in der Überschrift zum Artikel der letzten Woche auf. Die Plagiatsjäger werden nicht zimperlich mit meiner Fußballwürde sein. Jegliche Rechtfertigungsversuche wird die Netzgemeinde im Shitstorm zerfetzen, inklusive lustiger Memes mit den Hashtags #kopfgrätschefilme und #kopfgrätschesongs, wofür Klassiker zu „Einer flog über die Fußballmail“ oder „Ideenlos durch die Nacht“ verballhornt werden. Ich kann nur versuchen mir das Vertrauen ab Samstag 10:30 von Neuem zu erspielen. Zur Buße werde ich mir aber sicherheitshalber alle meine vergebenen Torchancen in einem New Yorker Kino am Stück noch einmal anschauen. Ob drei Tage dafür reichen?

Zappeln im Netz

Zeitlich fallen das Schreiben dieser Zeilen und das Frühstück am Freitagmorgen sehr oft zusammen. Dabei ist es gar nicht so einfach zu verhindern, dass die eine oder andere Frühstücksflocke in die Tastatur krümelt. Das kann die Zustellung manchmal verzögern. Jetzt ohne das nervige Netzneutralitätsdingsbums läuft das alles viel schneller. Und das hat ja angeblich nicht einmal etwas damit zu tun, dass das Tornetz ab jetzt parteiisch ist. Diese Nachricht habe ich gerade erst getippt und schon war sie bei euch. Und danach habe ich mir erst den Inhalt überlegt. Verrückt. Ich sehe es schon jetzt vor meinem geistigen Auge: am Samstag 10:30 werden fast alle doppelt so schnell wie Aubameyang rennen. Der Ball wird irgendwann entnervt nach Hause gehen, weil er immer hinterherrollt. Auch die Transpiration vor dem Sprint und der Jubel vor dem Torschuss sind endlich in greifbarer Nähe. Zeitmaschinen sind so 1985. Heute pump ich einfach etwas Geld in mein 56k-Modem und schon überhol ich alle in der Timeline. Unsere bisherigen Skills sahen bisher nicht umsonst nach fleischgewordenem Buffering aus. Noch schmunzelt der eine oder andere. Aber auch nur bis die Kids ihre Teams beim neusten FIFA-Game um mich herum aufbauen.

Rauchzart auf Pferdelunge

Hust hust. Das unsereins das Profitum versagt blieb, hat natürlich viel Bedauernswertes. Oftmals ist man nur durch die asketische Lebensweise dieser hochgezüchteten Rennpferde zu trösten. Noch vor der WHO hat Thomas Tuchel die Wurst im Sinne der Fitness verteufelt und verbannt. Spätestens seit Fredi Bobic war die blinde Bratwurst höchstens geduldet. Und auch die klassische Stadionwurst nützt nur einigen wenigen Wurstfabrikanten, die meist mit einer groben Fetten und Bluthochdruck verheiratet sind. Auch die traditionelle Pausenzigarette ist inzwischen nur noch eine Insellösung im Amateurbereich, welche das Spiel in ungesunde Häppchen zerstückelt. Doch dann kam Effe, der Luigi von Supermario aus der Raucherecke an der Säbener. Kurzfristig dachten alle Europapokal und Pferdelunge waren nur ein Missverständnis. Der Boulevard träumte heftig davon wie der Tiger Tuchel mit seiner Salamitaktik einen dicken Rauchkringel ins Gesicht bläst oder alternativ eine dicke Rauchwurst an ihn verfüttert. Seit gestern wissen wir, dass dieser Traum in Rauch aufgehen musste. Immerhin sind wir uns nun sicher, dass wir höchstwahrscheinlich nur aufgrund von F6 und Bifi an der Bundesliga gescheitert sind. Wenn dies auch deine sichere Karriere verhindert hat, bleibt dir nur der Samstag 10:30 – mit Pausenfilterlosen, Pausenmortadella und Pausentee mit Schuss.

Aktivist Schwarze Kasse

Aufgrund meiner ungerechtfertigten Sperre für das morgige Match (10:30) muss die aktuelle Spieltags-PK mein Kollege und Männerfreund Wolfgang übernehmen. Leider sind seine Karteikarten durcheinander geraten. Bringe Sie in die richtige Reihenfolge und formuliere eine glaubhafte Rechtfertigung, die alle Zweifel zerstreut, allen Zynikern den Glauben an den ehrlichen Fußball zurück gibt und sie in Scharen am Samstag auf den Bolzplatz treibt. Danke im Voraus.

https://twitter.com/fums_magazin/status/657164561401950208/photo/1?ref_src=twsrc%5Etfw

 

Vorsicht! Heckspoiler-Alarm

Liebe Reiseweltmeister. Privatreisen nach der Zukunft können ohne Vorliegen von Voraussetzungen beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt. Das gilt natürlich auch für die Vergangenheit. Zum Beispiel in das Jahr 1985. Aber ich warne schon einmal vor. Der Sportalmanach aus diesem Jahr hält wenig Erbauliches bereit. Zwar konnten die Eisernen aus der Hauptstadt am Ende der Saison 1984/85 in die Oberliga aufsteigen. Meister wurde aber wie immer der BFC Dynamo. Wer aus diesem Wissen Kapital schlagen will, hat bei den Wettquoten schlechte Karten. Als besonderer Service hier trotzdem die Ergebnisse aktuellen Spielrunde:

19/10/1985
1. FC Lokomotive Leipzig 2:0 BSG Sachsenring Zwickau
1. FC Magdeburg 1:1 FC Carl Zeiss Jena
Berliner FC Dynamo 3:1 BSG Stahl Brandenburg
BSG Wismut Aue 2:0 BSG Stahl Riesa
FC Hansa Rostock 3:1 FC Vorwärts Frankfurt/Oder
FC Karl-Marx-Stadt 2:2 1. FC Union Berlin
SG Dynamo Dresden 1:1 FC Rot-Weiß Erfurt

Sportsfreunde, denen die Bundesliga inzwischen zu langweilig ist, sollten nicht darauf hoffen, dass der nächste Oberliga-Meister 1986 nicht zum achten mal in Folge BFC Dynamo heißt. Auch wenn dafür ein Schand-Elfmeter notwendig ist. Am Ende könnte sogar Hansa Rostock absteigen. Vielleicht bleibt man also lieber im Hier und Jetzt, auch wenn man sich in Zeiten sehnt, in denen man Mittwoch noch Licht zum Kicken hatte. Aber der kommende Samstag hält 10:30 noch Überraschendes bereit. Wer den Sieger schon kennt, behält es bitte für sich und lädt uns mit dem Wettgewinn zum Hefeweizen ein.

Normal malade

Now, the normal one comes to the other. What a pitty. You should learn. Everything has an end only the sausage has two. I said: the only language i speak a little bit … you are hearing … is english. And for my kind of coaching I need the language. But I think the funny part of the language I will learn very fast and that’s all I said. It was great, the weather was good, everything was okay only my health is so shit. I think I speak much more than I say the whole week. And so maybe its better for my team, one or two games in the year when I’m far away. We speak and we spoke about football the last 15 years each day everyday. So what will happen tomorrow 10:30 or wednesday 18:00? And we will do totally different things as I sit on a Tribüne? Stand? On a Stand. Yeah, it’s stand? As I sit on a stand. I see the team and think ‚oh my God’… no, no, no. In this moment, we are not the best team in the world – who cares? Who wants to be the best team in the world today? We want to be the best team tomorrow or another day. That’s all. We have to change from doubter to believer. Now.

Ball da

Hallo Kopfgrätscher! Hallo! Alles klar? Klar.
Es ist schon wieder Freitag, es ist wieder dieser Verteiler.
Ich muss dir jetzt erzählen was mir widerfahren ist
jetzt seh ich die Zukunft so lala, denn ich bin Realist.
Moment was geht? Ich sag’s dir ganz konkret.
Am Wochenende hab ich mir den Kopf vergrätscht.
Ich traf einen alten Ball, der ist Richtung Tor gefallen
und am Samstag Zehnuhrdreißig da ließ ich die Pfosten knallen.

Sie standen so im Abseits und sie ham sich unterhalten
und ich hab sie ausgespielt, denn sie ham sich so verhalten.
Wir ham viel Ball gehabt, viel gelacht und was ausgemacht
ham uns nochmal getroffen und den Mittwochvorabend halb rumgebracht
Wir gingen mal auf Tartan und ich hatt’n Déjà-vu.
Hast du die Leibchen gewaschen? Hey, gehört ja wohl dazu.
Sie sind so ballgewandt, sie nehm auch manchmal Hand,
du solltest sie wirklich mal treffen, denn es wird sehr viel gerannt.

Lonely at the top

Wer als Topmanager etwas auf sich hält, verabschiedet sich jetzt ins verlängerte Wochenende. Das kann auch gern etwas länger sein als bei normalen Arbeitnehmern. Ruhig mal eine Business-Break machen von Flughafenbau, Motortuning oder Wüsten-WM-Buddelei. Lieber auch das Handy ausschalten für den maximalen Erholungseffekt und natürlich um es den ermittelnden Behörden nicht ganz so einfach zu machen. Oder mal wieder den guten alten Fifa-Manager zocken und kurz vorm Bankrott rechtzeitig den Netzstecker ziehen. Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 gibt es zudem schönes buntes Animierprogramm. Teilnehmer mit dem blauen Bändchen lassen sich von animierenden Powerpointfolien mit strammen Waden verwöhnen. Deren kommunizierte Werte sind traditionell eher grob geschätzt. Ich schätze, der eine andere halt das ganze für sauberen Sport. Beim genaueren Hinsehen ist es aber in Wirklichkeit doch nur unproduktives Hin- und Hergerenne mit dürftigem Chancenoutput. Aber das wird hoffentlich sobald niemand merken.

Gib ab! Beim Nachbarn.

Der größte Briefkasten der Republik besteht dieses Wochenende aus mehr als 30 Multifunktionenarenen in den Metropolen Hamburg, München, Berlin und Sinsheim. Und da in so einem Briefkasten ja leider zu oft Futter für das Altpapier landet, muss man klar kommunizieren was da alles rein soll. Schließlich sind wir Deutschen Weltmeister bei Recycling und Mülltrennung. Pizzaflyer und Ikeakatalog werden gerade noch geduldet. Mit der größten deutschen Tageszeitung ist es da schon schwieriger. Was macht man mit diesem Revolverblatt nur, wenn man sich nicht gerade einen überdimensionalen Papierhut gegen Sonne und Bierdusche basteln muss? Nur eine gut sichtbaren Beschilderung signalisiert dem Zusteller wo er zustellen muss und wo er dem bissigen Hund aus dem Weg gehen kann. Deshalb hier meine Botschaft an den Briefträger: ich bin Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 nicht zuhause. Bitte geben Sie in dieser Zeit meine Post beim Nachbarn oder wie gewohnt im Getränkemarkt ab. Gegen Sie nicht über Los und veruntreuen Sie keine größeren Geldsendungen. Oder kommen sie direkt zum Platz und zeigen Sie, dass Sie auch runde Sendungen einwerfen können. Bringen Sie den Hermes-Mann gleich mit. Aber nur, wenn er den Ikeakatalog dabei hat.

Manu de Dios

Huhu! Hier bin ich. Da wo es winkt. Dort wo der Reklamierarm sich in die Höhe streckt, um anzuzeigen, dass das gerade gefallene Gegentor ein schlechter Witz ist, den man wegwedeln kann. Aber jeder braucht halt eine Geste, die sich auch als Denkmal gut darstellen lässt. Kann ja nicht jeder wie der Kaiser mit den Händen in den Taschen übers Feld schlendern. Oder breitbeinig die Hände in die Hüften stemmen, bevor der Freistoß übers Stadiondach fliegt. Oder die Hände Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 eng am Oberkörper führen, während man eine ausladende Kurve um den Ball läuft. Die Hand wird aber beim Fußball traditionell eher diskriminiert. Dabei ist das unser evolutionärer Vorteil schlechthin. Beim Fußball wird sie lediglich genutzt, um primitivere Organe zu schützen oder wir stecken sie gleich in plumpe Handschuhe (also die Hände). Meistens bei demjenigen, der am unverdächtigsten ist, ein Tor zu erzielen. Da aber inzwischen sogar Welttorhüter ihre spektakulären Aktionen außerhalb des Strafraums suchen, bleibt der guten alten Hand nur noch übrig, ab und zu mal zu winken. Sonst bildet die sich irgendwann noch zurück. Denn selbst die liebgewonnene Antwort „spielt bei Bremen“ auf das reklamierte Handspiel, ist schon lange nicht mehr wahr.

Da Bumm

Guten Tach. Liebe …iebe Gemeinde …einde wir …ir sind …ind zusammen …ammen gekommen …ommen um den Rummenigge am Klafünf zu ehren. Drum Hefte raus – Klassenarbeit! Baby, es gibt Ball. Der Samstag (10:30) und Mittwoch (18:00) sind pickepackevoll mit Ball, Ball und nochmals Ball. Bis du sagst: I brake together. Hauptsache, ihr lasst mich hier nich allein inne Tropfsteinhöhle. Ach nee, ich habe mich vertan. Rasen, Popasen hat er gemeint. Also frag ich dich, Reinhold. Nee, ich frag dich, Helge. Reinhold. Helge. Reinhold. Helge… das alte Reinhold-Helge-Spiel quasi. Nur mit Törchen jetzt. Mama, tu mal die Törchen. Dazu kannst du wählen eine Beilage. Vielleicht das Bonbon aus Leder, das im Karton rappelt? Momentemal. Das Telefon schellt und ich bin im Tabellenkeller, vielleicht nur verwählt doch ich bin schneller. Entschuldigen Sie, haben Sie mir gerade Gras in die Haare gestreut? Ich habe mich vertan. War doch nur Fitze Fitze Fatze. Also zieh dich aus, alte Hippe und die schlitzlosen Unterhosen oder die Fußballtöppen an. Und wenn die nich passen, hab ich einen Tipp für dich: Scheiß ihm in die Stiefel

Nimm ihn. Ich hab ihn sicher.

Und jetzt sprecht mir nach: „Ich. Kevin de Kopfgrätscher. Spiele auf jeden Fall. Diese Saison. Aber in jedem Fall Samstag 10:30. Und Mittwoch 18:00. Mit den anderen Kopfgrätschern. Für die kein Verein der Welt. Auch nicht aus England. Nicht mal Manchester City. 80 Millionen bezahlen würde. Auch nicht für alle zusammen.“ Hätten wir das geklärt. Ein bisschen Planungssicherheit wäre ja doch trotz der Transferdeadline ganz nett. Obwohl sich, ob des schnell rotierenden Transferkarussells nicht nur der Kaiser fragt, ob das nicht schon die Adventszeit ist, die uns da heimsucht. So viel Heimlichkeit in der Kaderplanung und am Monatsersten packen alle den dicken Sack mit dem englischen Fernsehgeld aus und kaufen sich dafür eine Schubkarre voll Dominosteine. Passend zu  den Kettenreaktionen auf dem internationalen Transfermarkt. Aber wer weiß, vielleicht fällt ja auch der eine oder andere neue Mitspieler für uns dabei ab. Wir heißen auf jeden Fall jeden willkommen, der es Samstagsfrüh rechtzeitig aus dem Bett oder Mittwochabend rechtzeitig aus dem Büro schafft. Wir integrieren sogar Zufrüh- und Zuspätkommer aus anderen Zeitzonen. Auch für den Fall, dass das ManCity-Fax spinnt und Kevin am Ende zur Greenwich-Time bei uns auf dem Platz steht.

Bube, Dame, König, Ball

Es ist ja nicht so, dass ihnen Fußball total egal sei. Okay, sie ignorieren nonchalant das olfaktorische Desaster aus dem Leibchenbeutel, aber dafür führen sie unsere Tippspiele an und pusten auch mal, wenn man ein Aua hat. Dennoch war früher sehr viel mehr aktiver Frauenanteil auf den Kopfgrätsche-Plätzen. Die aktuelle Geschlechter-Entwicklung hingegen lässt mich ratlos zurück wie Franz Josef Wagner. Bei Wagner wären sie wahrscheinlich maximal als schmückendes Accessoire am Spielfeldrand geduldet, weshalb die freche Berufsbezeichnung Schmuckdesignerin bei einigen doch irgendwie passt. Spielerfrauen können sich an den Kopfgrätsche-Girlsdays Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 allerdings nicht wirklich auszeichnen. Aktive Mitspielerinnen sind natürlich immer noch gern gesehen. Ich muss doch auch mal die kleine Chance haben, einen Zweikampf zu gewinnen, um im nächsten Moment mit einem Tunnel auf den Boden der Tatsachen zurück geholt zu werden. Aber vielleicht sind die Grande Dames der Kopfgrätsche-Historie einfach nur clever genug gewesen, auf dem Zenit als Mythos abzutreten. Während unsereins immer noch ernsthaft jede Woche damit rechnet, dass endlich der Durchbruch gelingt. Ähnlich wie beim Tippspiel.

Gucken und Anfassen

Nach dem Softopening am Freitagabend wird es in der Liga also endlich wieder ernst. Damit verbunden ist die ewige Frage. Und damit mein ich nicht diesen Boulevardmist wie „In welchem Park findet das nächste HSV-Grillfest statt?“ oder „Was ist der Supersuperlativ von supersuper in Peps Wörterbuch?“. Nein, die häufigste und wichtigste Frage bis zur Winterpause ist doch: „Wo guckst du?“ Der Fußball ist schließlich die letzte Bastion des lineare Konsums. Wer früher Ameisenschlachten verschlüsselt auf Premiere gesehen hat, weiß Farben zu schätzen. Und wer heute den Kommentar stumm schalten kann, mag auch nicht auf guten Ton verzichten. Aber bevor ihr euch eine 3D-Brille aufsetzt, solltet ihr unbedingt die neuen Sendetermine in hyperrealer Optik notieren. Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 wird es euch so vorkommen, als ob ihr wirklich mittendrin seid. Wenn euch die Spieler live den Knoten in die Beine dribbeln oder ihr einem herzlichen Tackling ausweicht, werdet ihr die fünfte Dimension erleben: Schweiß. Und wenn Isaac wieder dabei sein sollte, habt ihr den besten Blick auf richtigen Fußball. Alles ohne teures Abo, komplizierte Receiver und den ganzen Konferenzquatsch. Nur das Expertengeblubber habt ihr leider permanent aufm Ohr. Aber so ist das nun mal beim Public Viewing.

Nur ’ne Pause, nur ’ne Pause, nur ’ne Pause mach‘ mer nich.

Jetzt geht also tatsächlich schon die Sommerpause auf die Zielgerade. Gerade erst hatten wir uns daran gewöhnt, dass man bei jedem Turnierchen jederzeit eine beliebige Anzahl neuer Spieler (inklusive Maskottchen) auf das Feld schicken kann. Dass alternative Spielzeiten und -regeln ermöglichen, dass vier Teams zwischen zwei Werbeblöcken möglichst viele Elfmeter üben können. Dass in den zahlreichen Trinkpausen die aktuellen Fotos für sämtliche Sonderhefte gemacht werden. Dass sich Spitzenmannschaften mit der Einstellung von Wrestlern auf ihrer Werbetour von jedem Gastgeber showreif verprügeln lassen. Dass in jedem Urlaubsselfie auf Instagram der Anfang eines Wechselgerüchts lauert. Worauf sich jeder betagte Invalide in die Startelf eines Champions-League-Teilnehmers träumen kann. All das soll jetzt also wirklich schon vorbei sein? Dieser moderne Fußball muss sich anscheinend dauernd verändern. Aber ohne uns. Bei uns ist im Grunde dauerhaft Sommerpause. Kommt also auch Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 wieder zum Kopfgrätsche-Supersupercup. Zwischen Kinderschminken und Schaumkusswettessen wird eventuell auch ein wenig gekickt. Vielleicht zählen wir sogar die Tore mit.

I feel Hardball

Für alle Campingfreunde im Bierdoseniglu mit Schwenkgrill gibt es in diesem Festivalsommer einen neuen Pflichttermin. Vor allem, wenn man in diesem Sommer kaum unterscheiden kann, ob das da im Schlamm noch Wacken oder doch die Wattolümpiade ist. Dann doch lieber Greencamping auf einem saugstarken Untergrund, auf dem man sogar Fußball spielen könnte. Der Matschplan des Kopfgrätsche-Openairs sieht den Auftritt des Headliners auf der Mainstage zu einer absolut unchristlichen Zeit Samstag 10:30 vor. Ganz im Sinne aller Anhänger der beidhändigen Pommesgabel. Auch wenn das Schlafen im eigenen Bett und die anschließende Dusche für die Szene eher gewöhnungsbedürftig ist. Der minimalistisch Sound einer Lederblase die intuitiv gegen drei Streifen prallt, wird nur durch gelegentliches Shouten von dadaistischen Satzfetzen wie  „Schieß“ oder „Bude“ ergänzt. Quasi der Missing Link zwischen Stockhausen und Scooter.  Als Belohnung wartet eine umweltfreundliche Bierdose im Glas. Absolute Die-Hard-Fans lassen sich auch nicht die Zugabe mit diversen Überraschungsgästen am Mittwoch 18:00 entgehen. Klingt das gut, oder was?