Von Kleinwüchsigen und Flachmännern

So kurz vor den Ferien kommt noch einmal Freizeitstress auf. Jede soziale Bubble, in der man sich bewegt, lädt zu Sommerfesten ein. Bevor also die Erholung losgehen kann, stresst man sich noch einmal richtig, um LKW-Ladungen voll Nudelsalat und Muffins zu produzieren. Weil wenn jeder was mitbringt, ist es eine ganz entspannte Party und nur die Gäste müssen ihren Mental Load noch einmal in den roten Bereich drehen. Wegen der Kinder gibt es dann offiziell nur Virgin Cocktails, aber komischerweise ist die größte Menschentraube in der Ecke, wo man die Drinks noch verschämt aus dem Flachmann verfeinert. Auf der 18. Geburtstagsparty von Lamine Yamal gab es angeblich auch keinen Alkohol. Und keine Handys. Aber dafür Kleinwüchsige. Vermutlich war das Motto auch hier: Kita-Sommerfest. Auf die Klub-WM-Party vom FC Chelsea brachte ein orangener Mann eine goldene Schale mit, aus der der Nudelsalat offensichtlich schon vertilgt war. Trotzdem wollte er bleiben, was zu einigen Irritationen geführt hat. Warum überhaupt Chelsea dort stand und feierte, wurde uns dann später klar, als herauskam, dass Pep Guardiola Karten für Oasis in Manchester hatte. Das war wohl die weitaus bessere Party. Sein Lookalike Enzo Maresca musste also auf die komische Feier in East Rutherford mit Rudelbildung, einem schubsenden Luis Enrique und einer absurden Siegerehrung. Von der Halftimeshow mit Coldplay sprechen wir erst besser gar nicht. Dann doch lieber Don’t look back in Anger im Heaton Park. Auf unsere Sommerfeste Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 bringe ich einen aufgepumpten Ball mit. Ich schick dann nachher noch den Link zur Liste rum, in die jeder reinschreiben kann, was er noch dazu mitbringt. Den Flachmann bitte nicht offiziell eintragen.  

Beware of Tigerkopfgrätsche

Well, über die Feiertage hat man lange nichts vom Brexit gehört. Stattdessen haben wir extra den Briten Dinner for One geschickt, um ihnen mal zu zeigen was für ein Bild wir von ihnen seit Jahrzehnten haben. Komischerweise hat das wohl den Brexit nicht gestoppt. Deshalb haben wir ihnen noch ein paar nette Dinge für die Premier League eingepackt. Beim Gipfeltreffen Man City gegen Liverpool war dann auch ganz schön viel Ex-Bundesliga zu sehen. Pep lauerte hungrig auf das Feiertagsmenü und Kloppo servierte tatsächlich den erwarteten Stolperer. Die beiden Festlandimporte an der Seitenlinie haderten aber mit so mancher Regieanweisung. Butler James aka Freddie Frinton als Trainer wäre dagegen stoisch durch die Coaching Zone getigert. Keiner seiner Spieler hätte sein Gelalle verstanden, aber der Schiedsrichter hätte vermutlich seine Ruhe gehabt. Die Produktion von Dinner for One ist allerdings von 1963 und damit aus einer Zeit als mit dem FC Everton der andere Club aus Liverpool englischer Meister war. Der holte damals den Titel, u.a. weil er eine Rasenheizung im Goodison Park hatte und damit nicht wie seine Mitkonkurrenten unter Spielausfällen im Winter litt. Das nehmen wir uns zum Vorbild und spielen auch Samstag 10:30, während die Bundesliga noch in Dubai am Pool liegt. Hoffentlich kommen alle streifenfrei gebräunt zurück. Der Tigerlook verkauft sich aktuell schlecht in England.

Don’t look back in Anker

Auf der Zielgeraden gibt das Jahr wirklich noch einmal alles. Schon deshalb, um alle zu bestrafen, die ihren Jahresrückblick schon im Oktober vorbereitet haben, um jetzt eine ruhige Kugel am Pfosten vorbeischieben zu können. Alleine auf dem Trainerkarussell ist momentan ein großes Gedränge, nachdem der kleine Pep angedeutet hat von der Feuerwehr abzusteigen. Roman Abramowitsch, der FC Reeemscheid und das Dschungelcamp hoffen auf fette Beute. Aber Pep wird sich aber auf seinem weiteren Weg sicherlich nicht beirren lassen von seiner Kompetenz (was ich nie getan habe). Es ist bestimmt kein Zufall, dass gerade jetzt in Wismar eine Multifunktionsarena geplant wird. Ab Samstag 10:30 kann man sich schon mal für diverse Funktionen warmlaufen. Wem der Fußball nicht so liegt, findet hier bestimmt auch Platz, um andere Talente auszuleben. Man kann bestimmt auch ohne Fußball Schweizer des Jahres werden. Es reicht sogar, wenn man nur Fifa-Präsident ist. Moment, jetzt reicht’s aber. Spätestens jetzt muss ich für dieses Jahr mit meinem Reklamierarm winken. Das kann man doch unmöglich gelten lassen. Man braucht keinen Videobeweis, um zu wissen, dass dieses Jahr ohne die ganzen Frechheiten auf neutralem Boden wiederholt werden muss. Also echt mal.