Final Cut

Rumms! Plötzlich ist die Euro vorbei. Wie wenn beim Stuhltanz David Guetta plötzlich die Regler runter zieht. Da hat die UEFA wirklich alles dafür getan, die EM mit ganz vielen Teams zum längsten Hitmix überhaupt zu machen und dann haben sie tatsächlich das Spiel um Platz 3 vergessen, in dem die Deutschen traditionell unschlagbar sind. Also leider kein Duell von Gareth Bales Man-Bun gegen Mats Hummels’ Head-and-Shoulders-Matte. Das bedeutet aber auch, dass die bessere Hummels-Hälfte Samstag 15 Uhr auf jeden Fall nichts Besseres vor hat. Als Schirmherrin des diesjährigen DIA-Turniers hat sie bestimmt wieder ein paar frische Tipps für Kopf und Schultern parat, z.B. wie man die silbergrauen Schläfen so betont, dass der Schiedsrichter garantiert jedes Handspiel übersieht. Und welcher Lidschatten gegen verheulte Augen hilft (Stichwort: Blubbery Eyes). Die Spielfeldmarkierung ist auf jeden Fall akkurater gezogen als jeder Lidstrich, da gibt es keine Hälfte, die besser oder schlechter ist. Und auch im Turnier selbst kann man sich bestimmt immer noch über die B-Note ins Finale mogeln. Für solche Sonderlocken haben wir ja jetzt genug Zeit. Und ohne das EM-Bonusspiel im Anschluss können wir uns natürlich im finalen Elfmeterschießen einige extravagante Extensions leisten.

PS: Wer das DIA-Turnier noch weiter nach vorne oder hinten verlängern möchte, hat wie immer Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 die Gelegenheit dazu.

Der rechte und der linke Fuß des Teufels

Ich glaub mein Tintenfisch kleckert. Jedenfalls kommen hier schon wieder ein paar Buchstaben, die euch denken lassen: sein Oberstübchen ist schlecht möbliert. Oder: Der hat auch nicht mehr Grips, als’n Spatz Fleisch an der Kniescheibe. Das hier ist trotzdem kein Aufruf zum Schwimmen oder Bodybuilding. Das macht nur dicke Knie und Blasen im Hirn. Nee, ich werd Euch Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 mal ein richtiges Ei gegen die Schiene nageln. Das ist gesund und macht’n schmalen Fuß. Normalerweise bin ich ja auch friedlich wie’n Vulkan. Aber falls mir einer mit seinen Kackstelzen quer kommt, beiß ich ihm eine Beule in den Bart, bis ihm die Hose wegfliegt. Oder hau ihm ’ne Delle in die Gewürzgurke. Vorher würde ich natürlich höflich warnen: Machst du das nochmal, mach ich aus deinen Ohren einen Wäschetrockner. Dir spitz ich den Spargel an, bis man dich für einen Pfirsich hält. Hör zu Tellermütze, ich weiß wir haben Vollmond. Du greifst dir jetzt deine Puppenlappen und gehst woanders spielen oder hier rauscht’s! Oder was mir grad so aus der Denkmurmel bröselt. Nach so 2 bis 3 Stunden rumgekicke, muss ich meistens verschwindibussen. Von meiner Blutprobe könnten die Bullen im Anschluss ein Betriebsfest machen. Es gibt ein Wiedersehen, aber es eilt nicht. Hand geb’ ich nicht, kann leicht festkleben.

Da lach ich mir doch den Ast ab

Mal ist man der Hund und mal ist man der Baum – fiel mir so ein als mein Blick auf den Ast fiel, den das Unwetter von letzter Nacht in den Vorgarten streute. Dabei weiß inzwischen jeder, was die bessere Hälfte von Ann-Kathrin Brömmel damit meinte. Denn jetzt hat Deutschland den Salat und hängt im schweren Baum fest, in dem tatsächlich namhafte Gegner den Weg zum Finale versperren. Gegner, die womöglich gleichstark sind. Im Grunde so wie wir es Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 regelmäßig simulieren. Daher weiß ich natürlich wie man sich als Baum fühlt. Oft bleibt man wie angewurzelt stehen, wenn so ein übermotivierter Pinscher Tempo aufnimmt. Trotzdem fuchtelt man wie wild mit allen Ästen, wenn man meint der Pinscher sollte den Ball vor dem Tor unbedingt noch einmal abspielen. Manchmal bekommt man sogar den Ball zurück, um ihn dann hölzern in die Botanik zu zimmern wie weiland Adolfo „Der Entlauber“ Valencia. Mit dem Entlauber schließt sich der Kreis im Bayernsturm zum aktuellen Erfolgsstürmer und Hund/Baum-Philosoph. Falls er keine Lust mehr auf seine Rolle als bessere Hälfte hat und aus dem Instagram-Schatten seiner Lebensgefährtin treten möchte, kommt er zum DIA-Turnier „Die bessere Hälfte“ in zwei Wochen. Also Mario, hast du am 09. Juli 15:00 Uhr schon etwas vor? Du kannst auch in mein Team, damit es schön ausgeglichen ist. Dann aber als Baum.

Love’s a playing field (oh no)

Alors. Die deutsche Defensive steht schon mal einigermaßen. Die der anderen Länder eigentlich auch. Verteidigen doch alle ganz ansehnlich bisher. Nee, kann man echt nicht meckern. Die hauen da hinten konsequent fast alles raus. Chapeau, Chapeau. Das Sicherheitskonzept geht also voll auf. Da geht außer dem Hitmix von Pierre David Guetta nichts durch. Weder Plasteflaschen noch Regenschirme. Die Komplettüberwachung reicht quasi bis auf die Trainerbänke, wo sich während des Spiels noch gründlich abgetastet wird. Also von mir aus kann im nächsten Schritt mal was offensives ausprobiert werden. Ist vielleicht etwas mit Risiko, aber warum denn nicht? Die Leute sollen das ja noch drei Wochen gucken. Wahrscheinlich sogar am nächsten Dienstag. Da gibt es doch wieder diese zarte Hoffnung auf deutsche Tore. Deshalb wird wahrscheinlich niemand selbst die Töppen anziehen. Kann ich mir nicht vorstellen. Also bleibt nur der Wechsel auf Mittwoch 18:00. Da spielen parallel die Betonmischer aus Gruppe F. Also lieber selbst ein wenig die Füße bewegen und der EM-Thrombose vorbeugen, oder? Samstag 10:30 ist natürlich auch immer eine sichere Sache, wenn man nichts Entscheidendes von der Euro verpassen will. Zum Beispiel dieses neue dufte Lied von diesem französischen Underground-DJ. Düdeldüdeldüdüdüd…

07. Juni 2016 – Left like a King, come back like a legend

2016_06_07

Nach meinem unangekündigten Kontrollbesuch am Dienstagabend ist für mich endgültig kleine Sommerpause. Aber ihr werdet kaum merken, dass ich weg bin. Die Tore werden sich irgendwie trotzdem schießen, der Ball rollt quasi selbstständig, am Ende gibt es auf magische Weise mindestens zwei Teams (oder wie heute drei), von denen eines irgendwann das letzte Tor schießt. Funktioniert erstaunlicherweise auch alles ohne mich. Das darf sich natürlich nicht rumsprechen, schon gar nicht bis zu meiner Freundin. In meinen Schilderungen bin ich selbstverständlich unverzichtbar fürs Team. Ohne mich bindet euch niemand die Schuhe, zählt die Tore fleißig mit, wenn es mehr als 3 sind und auch sonst sorge ich mit mutwillig vergebenen hundertprozentigen Torchancen dafür, dass ihr mit dem guten Gefühl nach Hause geht, dass ihr euch wirklich verbessert habt. Und nicht zu vergessen: ohne die regelmäßige Spielankündigung würde niemand sich merken, dass seit gefühlt 10 Jahren immer Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 angepfiffen wird. Nach meiner Theorie wird das wahrscheinlich auch noch der Fall sein, wenn ich in 2 Wochen wieder da bin. Bis dahin: bitte nichts anfassen. Lasst die Regeln so wie sie sind und verbessert euch bitte nicht signifikant. Sonst muss ich doch ernsthaft über das Angebot der Scheichs für die Zlatan-Nachfolge nachdenken.

Diabet and win

Fast wäre niemandem aufgefallen, dass in 2 Wochen die Fußball-EM beginnt. Weil Duplo und Hanuta  in diesem Jahr auf die Sticker verzichten, läuft die Vorbereitung in diesem Jahr irgendwie nur mit halbem Appetit. Zum Glück gibt es wenigstens auf den Kinderschokoladenverpackungen süße Fotos von allen unehelichen Kindern von Kaiser France äh… Franz. Dennoch ist mein Blutzuckerspiegel noch nicht im Turniermodus. Und dabei wir es höchste Eisenbahn. Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 laufen die letzten Tests, denn am Dienstag muss die Bundesnaschkatze den endgültigen Kader benennen. Bis dahin bitte also noch mal alles raushauen. Wer die EM diesmal verpasst, verpasst auch die bunten Auslagen beim Artisan Boulanger mit all den Macarons, Tartelettes und Clafoutis. Dann bleibt je nach Alter nur noch die Olympiade im August und das DIA-Turnier „Die bessere Hälfte“ am 9. Juli. Die Jungspunde können alles dem Motto „Dabei sein ist alles“ am Zuckerhut widmen. Für die Senioren ist das DIA-Turnier eine weiteres lockeres Auslaufen vor einem Publikum, das dankbar ist, wenn ihr einfach nur dabei seid. Falls es für euch nicht mehr reicht, schickt einfach eure bessere Hälfte. Oder druckt ein Foto aus den Tagen, in denen ihr noch süß und fit wart, auf einen Schokoriegel eurer Wahl.

Katzenwäsche im Entmüdungsbecken

Als ob dieses Spiel mit diesem runden Ding nicht schon schwer genug wäre, zeigen die Diskussionen der letzten Tage, dass es noch komplizierter geht. Vor allem, wenn man anständig jubeln will. Und zwar, wenn man so jubeln will, dass der Gegner nicht sauer wird und man sich zudem auch noch ernst- und glaubhaft freut. Ein unterlegener Gegner ist durch unbedachtes Jubeln schneller beleidigt als der türkische Staatspräsident. Aber auch die eigenen Fans sind oft dünnhäutiger als Obelix („Ich bin nicht dick!“). Da reicht schon ein Trikot des Erzrivalen, um die Feierstimmung zu versauen. In Kombination mit taurinhaltigen Energydrinks ist da ruckzuck Schluss mit guter Kinderstube. Aber wer nun denkt, dass Gerstensaft die bessere Lösung ist, sollte mal beim DFB-Präsidenten nachfragen. Diese unschönen Bilder von kindischen Bierduschen schon vor der Siegerehrung passen nicht zum neuen skandalfreien DFB und lassen die Sieger unangenehm nach Bitburg drive müffeln, wenn der Präsident ihnen die Medaillen überreicht. Beim Kopfgrätschen Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 können wir letztlich nur dafür sorgen, dass wir den wilden Trikotmix mit Leibchen kaschieren und dass die Mitspieler am Ende so durstig sind, dass garantiert kein Tropfen aus dem Glas vergeudet wird. Und falls es wirklich etwas zu feiern gibt, fahren wir maximal noch ’ne Runde mit ’nem kleinen LKW zügig um den Marktplatz. Und wenn es niemanden stört, schalten wir dabei leise das Autoradio an. Hoffentlich läuft nicht Silly.

Wir melden uns vom Abgrund

Leider können inzwischen nicht mehr alle Kopfgrätscher zu den Spielterminen Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 persönlich in der Wismarena aktiv sein. Das hat die unterschiedlichsten gesundheitlichen (Gute Besserung für Stefans Knie), sportlichen oder familiären Gründe. Wie bekommt man dennoch alle unter einen Hut? Zeit für die nervenaufreibende Kopfgrätsche-Konferenz. Wir rufen Burkhard Tillner in der Wismarena:

„Hier wird das Spiel voraussichtlich einige Minuten später angepfiffen, da es immer noch potentielle Spieler gibt, die jetzt erst die Spielstätte gefunden haben. Wenn hier Einigkeit erzielt wurde, wer mit wem auf welchem Feld gegen wen spielen möchte, schalten wir uns wieder dazu. Ich gebe derweil ab an Jörg Tegelhütter im Weserstadion.“

„In Bremen haben es die Kopfgrätscher auf beiden Seiten pünktlich auf ihre Plätze geschafft, um ohnmächtig ihre Herzensvereine Richtung Klassenerhalt zu wünschen. Auf Seiten der Grün-Weißen fiebert der skeptische Skripniker Jan mit, der beim Geburtsjahr seines Sohnes nicht andauernd an eine Abstiegssaison erinnert werden will. Die Hessen können sich der Unterstützung des ehrlichen Ebbelwoitrinkers Mo sicher sein, der auf den vierten Sieg und die kaum noch für möglich gehaltene Rettung hofft. Beide haben allerdings auch ein Ohr in Wolfsburg. Dort fragen wir Rolf-Rainer Gecks: was macht der VfB Stuttgart?“

„Pikante Konstellation in der KdF-Wagen-Arena. Der tapfere Trickser Yiğit (genannt Magath) kann hier und heute Zeuge werden wie sein adoptierter Lieblingsverein die Zweitklassigkeit seines Heimatclubs besiegelt und …“

„Toooor in der Wismarena!!!“

Alles schränkt sich wieder ein

Die UEFA verschickt aktuell Ticket-Angebote per Mail für Plätze mit eingeschränkter Sicht bei der EURO 2016. Die Sicht ist bei uns eigentlich meistens ganz gut, wenn man nicht gerade den Ball mit der Nase annimmt. Aber mit kleineren Änderungen dieser Mail kann man wunderbar eingeschränkt Talentierte zu uns einladen:

Dear Football Fan,
The ticket portal on Kopfgrätsche.de, which opened last week, has been temporarily taken offline in order to prepare for the release of restricted view talent tickets on Saturday 7th May at 10:30 CET. Thousands of fans have already purchased tickets for Kopfgrätsche™ from this ticket portal.
To support the high demand, Kopfgrätsche has chosen to make restricted view talent tickets available to buy on a first come, first served basis. Such tickets will be available at a discount of 25%. Restricted view talent tickets do allow you to follow the match; however, your view appearance of small parts of the pitch may be hindered by a rail, a camera, an advertisement board or other temporary installations in the stadium. The number of tickets with a restricted view talent varies between venues.
The portal will open at 10:30, but you can join the queue at 10:29 if you don’t want to miss out! If you prefer to have an overview of the ticket availability without logging into the ticket portal, matches with tickets available will also be listed here from 18:00 on Tuesday.
We strongly advise against buying tickets from any sources other than the official Kopfgrätsche™ Ticket Portal at Kopfgrätsche.de.

Best regards,
Kopfgrätsche™ Ticketing Team

Eiszeitspiel

Diese Wetterentwicklung hatte wohl niemand ernsthaft erwartet. Das frostige Klima trifft viele im Land unvorbereitet. Herrentagsgesellschaften montieren bereits hektisch Winterreifen an die Bollerwagen. Und auch bei uns feiert die lange Buxe eine Renaissance. Während wir die praktischen aber modisch fragwürdigen Leibchen beim Kopfgrätschen zudem als eine weitere willkommene Bekleidungsschicht schätzen, werden die modebewussten Weibchen zusammen mit der Sommerkollektion über den Weißwurstäquator gezwungen. Kein Wunder, dass es den Dortmunder Kapitän gen Süden zieht. Der Bremer Skipper scheint hingegen hoffnungslos in seinem Hafen festgefroren zu sein. In den Stadien ist am Wochenende gebietsweise mit eisigen Empfängen zu rechnen. Mit unseren Spielterminen Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 versuchen wir etwas das Eis zu brechen. Regelmäßige Wechsel zwischen den Teams werden hier genutzt, um die nötige Reibung zu erzeugen. Um zu verhindern, dass uns Samstag das alkoholfreie Hefeweizen einfriert, muss man es wahrscheinlich mit Schuss bestellen. Bananensaft wird nicht reichen.

Wer nachhaltig für Tauwetter im Land und in den Herzen sorgen will, besucht Dienstag im Anschluss das Counter-Speech-Konzert in der Markthalle (Beginn ab 17 Uhr).

Crystal Ball

Could it be the most beautiful game in the world? Könnte sein, oder? Sign ’O’ the Times: denn Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 treffen sich wieder die Thieves in the temple formally known as Wismarena. Wir haben nun mal Joy in Repetition. Sometimes it snows in April, aber vielleicht wird es auch so warm, dass uns der Black Sweat in Bächen runter läuft. Thunder und Purple Rain sind eher unwahrscheinlich. Am Ende haben wir doch meistens Glück and play in the Sunshine. Wir teilen die 7 bis 1999 Teilnehmer in Diamonds and Pearls auf. Die einen in orangen Leibchen, die anderen mit Raspberry Berets. Wir sagen schließlich zu niemandem: get off! Hauptsache ist: U got the Look und etwas Positivity. I could never take the place of Urlauber Christoph, aber man kann ja auch einmal eine new Position ausprobieren. I just want your extra time and am Ende vielleicht noch die Luft für die dritte Halbzeit im Kai. Dort wird ja inzwischen bei einem Virgin-Hefeweizen traditionell den Genies der Popkultur gedacht.

Aufgewärmtes im Kasten

Das verlängerte Aufwärmprogramm vor den Spielterminen Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 und die 112 auf der Kurzwahl sind untrügliche Zeichen, dass sich der Kopfgrätsche-Kader Frischbluttransfusionen nicht länger verschließen kann. Jetzt könnte man sagen: die letzten Mannschaftsfotos zeigen doch eine beachtliche Breite wie zu Felix Magaths besten Zeiten bei Wolfsburg oder Schalke. Alle Positionen sind scheinbar mehrfach besetzt und sogar Gesichtstreffer muss ich nicht mehr allein abfangen. Aber Ausfälle auf den Schlüsselpositionen lassen sich bislang schwer kompensieren. Nach dem jüngsten Kopfgrätsche-Aua müssen wir wohl doch schweren Herzens den Briefkasten plündern, der seit dem Sieben-Bürgen-Turnier in der Oase hängt. Für das Anforderungsprofil müssen wir schon tief in die Schatulle mit den gesammelten Sanifair-Gutscheinen greifen. Der eierlegende Königstransfer sollte natürlich wie weiland Mario Basler jede Ecke direkt aufs Tor ziehen, sich in jeden Ball werfen wie die Bender-Zwillinge zusammen und ab und zu auch mal ins Tor gehen wie Manuel Neuer (der ja auch manchmal im Tor ist). Abseits des Platzes sollte er auch noch die Müller-Wohlfahrt-Aufgaben übernehmen, wie Krämpfe wegmassieren, Rentner aus Unfallwagen schneiden und Familienväter bei Kinderhusten beraten. Ob da etwas Passendes auf dem Markt ist? Wenn wir Felix Magath wären, würden wir vielleicht erst einmal Julian Draxler ausleihen. Der ist zwar auch grad verletzt, könnte sich aber wenigstens ins Tor stellen.

Besser is‘ das

Ein kluger Kopfgrätscher sagte einmal: „Da es bei uns mit dem Training sowieso längst zu spät ist, fangen wir auch gar nicht erst damit an.“ Ein starkes Statement gegen den omnipräsenten Optimierungstrend und natürlich auch ein klein wenig der Versuch, das eigene Scheitern als Überzeugung zu verkaufen. Aber was soll man auch tun, wenn alle anderen um einen herum versuchen immer besser zu werden? Und wer wird schon wirklich besser, wenn alle sich verbessern? Außerdem beansprucht Training wertvolle Zeit und knappen Platz, den man doch viel besser für das eigentliche Tun nutzen kann, auf das man da hintrainiert. Wir werden deshalb Samstag 10:30 allerhöchstens eines perfektionieren – nämlich das brandneue Kopfgrätsche-Begrüßungsprotokoll, das wiederum einem anderen schlauen Kopfgrätscher eingefallen ist. Diese Formel neidet uns jede Halbstarken-Gang und zeigt zielsicher an, wer sofort bereit ist das Warmmachen abzubrechen, sich ein Leibchen überzuziehen und den Ball zu weit vorzulegen. Mit einem Medizinball passiert das natürlich nicht. Also trainierst du noch oder spielst du schon? Der erneute Wechsel auf den Dienstag (18:00) ist auch so ein Versuch zuviel Trainiererei zu entgehen. Im Gegenzug wird es nahezu unmöglich, unserer bockigen Stümperei zu entgehen. Zerrt uns doch ins Ziel, wenn ihr uns da haben wollt!

Die Stiftung Kopfgrätsche-Test informiert:

Riecht ihr das? Die Kopfgrätsche-Schnupperwochen gehen in die Verlängerung. Um das ultimative Erfolgserlebnis zu gewährleisten, könnt ihr in der nächsten Woche den Mittwoch (18:00) als Spieltag ausprobieren. Nehmt euch die Zeit und prüft alle wichtigen Faktoren. Wackelt am Tor, zupft an den Leibchen, unterzieht das Spielgerät dem Pike-Test – wir überlassen nichts dem Zufall. Aber auch die äußeren Einflüsse sollten passen. Sind Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit angenehm? Gibt es im unmittelbaren Anschluss etwas Spannendes im MDR-Pantoffelkino? Liefern die sozialen Netzwerke den Anlass für ein aktuelles virales Mannschaftsfotomotiv? Wenn alle Testbögen gewissenhaft ausgefüllt wurden, entscheiden wir uns dauerhaft für Dienstag, Mittwoch oder einen Tag dazwischen. Zum Glück ist es mit dem Samstag (10:30) etwas einfacher. Der wurde so lange getestet, dass er inzwischen unter das Gewohnheitsrecht fällt. Wer am Samstag unbedingt Experimente braucht, kann sich im Anschluss immer noch angucken was passiert, wenn man auf einem eigenen Platz gegen einen echten Gegner mit einem unrunden Spielgerät antreten muss. Spätestens danach solltet ihr euch für immer für Kopfgrätsche entscheiden. Verzichtet auf euer Umtauschrecht. Scheißt auf nicht kombinierbare Aktionsgutscheine. Im Gegenzug verzichten wir auf lausige Aprilscherze. Versprochen.

Fastenbrechen mit Pummelfee

Ostern ist zurecht das Ende der Fastenzeit. Fünf Feiertage am Stück warten auf uns. Karfreitag, Kopfgrätschesamstag (10:30), Ostersonntag, Ostermontag und zum Finale der höchste Feiertag: Unterderwochekopfgrätschesaisonbeginndienstag (18:00). Dieser Feiermarathon geht kaum bekannter Bibelpassagen zufolge auf die Begebenheit zurück als der Fußballgott zum Apostel Mario sprach: „Zeig der Welt, dass du besser bist als der Messias!“. Bei seinem eigenen Volke wollte man den Heiland aber nicht geschenkt zurück und deckte sich schon einmal pro forma mit faulen Eiern in allen Regenbogenfarben ein. Quasi als unverbindlicher Tipp dafür, welche Vereinsfarben ihm noch stehen könnten. Am Ende blieb dem Apostel Mario wahrscheinlich nur die alternative Rückkehr zu seinem Godfather an die Anfield Road. Aber das steht laut dem Buch Spox frühestens zu Pfingsten an. Bis dahin erfreuen wir uns an unserer Rückkehr auf den Platz am Dienstag. Wenn sich dieser Tag seinen Vorschusslorbeeren würdig erweist, haben auch die folgenden Dienstage das Zeug zum Feiertag. Sollte der Fußballgott uns aber mit Plagen strafen, ist das als untrügliches Zeichen zu werten, dass wir ihm am falschen Tag huldigten. In diesem Fall predige ich einfach nächste Woche das Gegenteil.

Der Pro-Tipp zum Schluss: mit dem Kopf knapp über der Grasnarbe lassen sich (Dino-)Eier am besten ergrätschen.

Aus meiner Bettritze gesendet

Für alle, für die Champions League bisher sowieso unerreichbar war, gibt es seit dieser Woche endlich eine exklusive Erweiterung der Unendlichkeit. Als Gent und Wolfsburg mal wieder für allzu frühes Wegdösen im Hause Rummenigge sorgten, brach sich der Tropfen Bahn, der dem Fass die Krone ins Gesicht schlug und zwischen Halbschlaf und Fiebertraum wurde die Idee der Superliga aus der Bettritze geholt. Nur so kann nachhaltig verhindert werden, dass Vereine, die niemand in Asien auf der stummen Karte findet, sich auf sportlichem Weg in das Premiumprodukt mogeln. Und wenn sich Kopfgrätscher demnächst erdreisten ebenfalls Dienstage und Mittwoche zu entweihen, muss für die Superliga unbedingt ein eigener Wochentag eingeführt werden, den man entweder durch Weltklasse-Skills freispielen muss oder der nur durch in-App-Käufe überhaupt sichtbar wird. Die Demoversion könnt ihr Samstag ab 10:30 natürlich wieder kostenfrei zocken. Die ist aber ohne eigene Hymne, ohne Superzeitlupe und ohne diese farbigen Leuchtkreise, die sich mit den Spielern mitbewegen (oder ist es genau anders herum?). Das muss man wissen, bevor Beschwerden kommen, dass nicht einmal ein Götze-Trikot für die Vollversion ausreicht. Zum Trost sei gesagt: das ergeht dem echten Götze leider auch nicht anders.

Hoch rechnen. Tief stapeln. Flach gewinnen.

Die Kopfgrätsche für Deutschland und den Rest informiert über die 10 erstaunlichsten Wahrheiten in ihrem Programm:

01. Wer sich ausgiebig warm macht, verstärkt den Klimawandel.

02. Wer die Teams gleichstark aufteilt, verhindert Underdog-Siege.

03. Wer gezielt auf Tore schießt, schwächt den Suchspaß im Grünen.

04. Wer beherzt gegen runde Dinge tritt, trifft den rechten Winkel.

05. Wer rechtzeitig abspielt, schwächt den Teamgeist. Beim Gegner.

06. Wer mit den Beinen grätscht, schont die Frisur.

07. Wer Tore gewissenhaft mitzählt, stärkt die Wettindustrie.

08. Wer das entscheidende Tor schießt, verlängert die Wartezeit bis zum nächsten.

09. Wer die Leibchen wäscht, schwächt die Leuchtkraft der Frühblüher.

10. Wer Samstag 10:30 mitkickt, stärkt nur den Drang demnächst auch Dienstag- oder Mittwoch-Abend den Platz zu stürmen.

 

Schiefes Klatschen von der Gegengerade

Gut Kick! Der nächste Wunschtitel stammt aus der Feder des John Williams der Kleinfeldzauberer. Dieser gehört einer besonderen Spezies an, welche die besten Ideen irgendwie immer vor Samstag 10:30 hat. Live auf dem Platz können diese Virtuosen meistens nicht halten, was die Platte verspricht. Aber überzeugt euch selbst. Vergesst Cheerleader! Hier sind Los del Kopfgrätsche mit ihrem absolut sicheren Sommerhit für Nordwestmecklenburg.

When I play they call me WISMarena
And the boys they say que estoy buena
They all want me, they can’t have me
So they all come and play beside me

Move with me, jam with me
And if you’re good I’ll take you in my team with me
Da le a tu cuerpo alegria WISMarena
Que tu cuerpo es pa darle alegria y cosa buena
Da le a tu cuerpo alegria WISMarena
Eeeeeh, WISMarena – ay

Da le a tu cuerpo alegria WISMarena …

Now, don’t you worry ‚bout my investor
The man whose name is Vogtorino
Ha, I don’t want him, couldn’t stand him
He was no good so I … (giggle)
Now come on, what was I supposed to do
He was out of town, and his two friends were soooooo fine

Da le a tu cuerpo alegria WISMarena … (2 times)

(I am not trying to nutmeg you)

WIS-, WIS-, WIS-, WIS-, WIS-, WIS-, WISMarena …

Da le a tu cuerpo alegria WISMarena … (2 times)

Come and find me, my name is WISMarena
Always at the party con las chicas que soy Buena
Come join me, play with me
And all you fellas tag along with me

Da le a tu cuerpo alegria WISMarena … (5 times)

Der Name der Posse

Woche für Woche stellen sich auf dem Platz die Fragen: „wer mit wem?“, „wer gegen wen?“, „von wo nach wo?“, „was ist was?“ und „welches ist das letzte Tor?“. Schwierige Entscheidungen, die gut abgewogen sein wollen. Schön, dass es dagegen noch einfache Entscheidungen in der Welt des Fu$$balls gefällt werden. Z.B. wer für das nächste halbe Jahr FIFA-Präsident sein muss, bevor das FBI anklopft. Bei diesen Aussichten lohnt es sich gar nicht groß, die Namensschilder auszuwechseln – obwohl es sich allein für Namen wie Infantino oder Champagne reizvoll ist. Nicht umsonst habe auch ich unter meinem Künstlernamen Tokyo Sexwale auf gut Glück meine Bewerbung eingereicht. Natürlich klingt das nach einem Filmtitel aus der Trashnight, aber allein der Spaß, diesen Namen in großen Comic-Sans-Leuchtbuchstaben vom Dach der FIFA-Zentrale über den Zürichsee leuchten zu sehen, ist es wert. Das ist bestimmt realistischer als die Kopfgrätsche-Lettern vom Dach der neuen Wismarena blinken zu sehen. Von Kopfgrätsche-Fußball im Schatten der Arena ganz zu schweigen. Samstag 10:30 genießen wir wehmütig den freien Blick in die Botanik und gedenken all der ausgewilderten Bälle, die wir jahrelang in diesem Biotop versenkt haben. Bevor dieses Multifunktionsschlachtschiff uns versenkt.