Hey Leute, ich habe jetzt mal eine Nacht drüber geschlafen, um die Ereignisse auch sacken zu lassen. Ich war natürlich von der plötzlichen Entscheidung Samstag 10:30 zu spielen perplex. Ein Kopfgrätscher muss zeitliche Entscheidungen treffen, absolut, das stelle ich auch überhaupt nicht infrage. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr macht mich die Art und Weise, wie die Zeiger der Uhr laufen, einfach sauer. Kein Verständnis habe ich vor allem für diese suggerierte Endgültigkeit der Entscheidung. Wir sind immer noch in der Lage, jeden Tag zu jeder Zeit Fußball zu spielen. Wir haben gemeinsam mit der Kopfgrätsche einen manchmal langen, manchmal kurzen und meist auch unpünktlichen Weg bestritten in den letzten Jahren.Und wenn, kurz nachdem wir von der Entscheidung erfahren, vorgefertigte Statements seitens kopfgrätsche.de und als Fußballmail herausgegeben werden, dann ist das einfach aus meiner Sicht kein guter Stil und hat mit Zeitschätzung dann auch nichts zu tun.Und jetzt zu Euch, liebe Fans der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Ich war immer stolz, eine Armbanduhr zu tragen. Ich habe sie immer aufgezogen. Ich möchte mich bei Euch für die lange Nachspielzeit bedanken. Es war bisher eine unglaubliche Zeitreise mit immer noch 0 Länderspielen und unzähligen tollen Gesichtstreffern. Wer mich kennt, der weiß, ich bin ein Zeitschinder. Ich werde nach vorne schauen. (So ca. 24h.)Wir haben jetzt mit der Kopfgrätsche eine ganz heiße Saisonphase in der wir auch diesen Samstag 10:30 die Zeit verstolpern. Und in diesem Sinne möchte ich Euch sagen: Das Spiel ist noch nicht aus. (Frühestens nach dem letzten Tor.)
02. März 2019 – Knie-Leckie-Selfie
Rechts im #kopfgrätsche-Foto jeweils die Teammitglieder, die gleichzeitig aufgeben mussten, was zur einer ungewöhnlich kurzen Partie führte.
Nach dem Knie-Leckie-Selfie, gab es während der Dritten Halbzeit auch noch leckie Hefeweizen:
Wie ein Bindestrich
Und hier kommt die Aufstellung der englischen Nationalmannschaft für das Eröffnungsspiel der WM 2022 vorgelesen von Bernd Stelter ohne Luft zu holen:
Tor:
Luca Ashby-Hammond
Abwehr:
Kyle Walker-Peters Trent Alexander-Arnold Aaron Wan-Bissaka
Mittelfeld:
Morgan Gibbs-White Ruben Loftus-Cheek
Alex Oxlade-Chamberlain James Ward-Prowse Ainsley Maitland-Niles
Sturm:
Dominic Calvert-Lewin Callum Hudson-Odoi
Trainer:
Shaun Wright-Phillips
Leider passt kein Spielername aufs Trikot, so dass es für jeden Spieler nach dem AKK-Prinzip nur 3 Buchstaben gibt. Ist ja im Fußball gelernt (siehe HSV, VFB, Olé, Olé – nicht zu verwechseln mit Alain-Junior Ollé-Ollé). Die eingesparten Lettern kann man für ein schönes Scrabble-Spiel einsetzen zwischen Jan-Ingwer Callsen-Bracker und Eric Maxim Choupo-Moting. Hoffentlich wird es so legendär wie zwischen Gerhard Mayer-Vorfelder und Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Ein leuchtendes Vorbild für Buchstaben-Sparsamkeit ist der HSV. Auch wenn er parallel einige Trainer bezahlt, so achtet er doch inzwischen darauf, dass Doll, Veh, Fink, Titz oder Wolf nicht zuviele Seiten auf der Entlassungs-Pressemitteilung einnehmen. So bleiben noch ein paar Zeichen übrig für eine Kopfgrätsche-Spielankündigung für Samstag 10:30.
23. Februar 2019 – Cojones
Feine Klinge, grobe Schnitzer
Das Frisörhandwerk hat es nicht leicht. Immer muss man drauf hoffen, dass die Haare, die man abschneidet, auch wirklich wieder nachwachsen. Reich wird man in der Branche höchstens, wenn man Udo Waltz heißt, ansonsten muss man sich meistens mit dem Mindestlohn begnügen. Den einzigen Wachstumsmarkt scheint die Zielgruppe Fußballer zu bieten. Paninibilder von einst beweisen, dass Kicker schon immer zur Frisurenavantgarde gehörten. Die Vokuhila heißt nicht umsonst in anderen Sprachen Bundesliga-hår oder coiffure de footballeur allemand. Das hat man sich hart erarbeitet. Wer in seiner Ausbildung zum Haarstylisten sich also auf das Hauptfach Kickerfrisen spezialisiert, kann wirklich mehr als nur Haare im Kragen hinterlassen. Aktuell achtet die IHK darauf, dass man sauber alle Rückennummern und Sponsorenlogos in die Schläfen rasieren kann. Auch der farbige Rallye-Streifen ist wieder in Mode. Der klassische Irokese wird dagegen schon seit einigen Jahren nicht mehr nachgefragt. Sogar Mario Balotelli trägt ihn jetzt mit Rattenschwänzen. Ganz wichtig für Fußballerfriseure ist natürlich der kreative Name, der ihn als Spezialist für Ballkünstler ausweist. Hier die Top Ten:
1. Der 1. Abschnitt
2. Geheimratseckball
3. Geschnibbelt
4. Zopf zu tief
5. Spitzenreiter
6. Kämmen und Siegen
7. Stutzen
8. 11 mm
9. Vokuhilaola
10. Kopfgrätsche
Wer Samstag 10:30 noch keinen Termin hat, sollte auf dem Platz vorbeischauen. Da geben wir wieder gratis ein paar Frisurentipps und spielen eventuell noch etwas Ball.
16. Februar 2019 – Drive-by-Shooting
»Als wir in der vollen Familienkutsche am #kopfgrätsche-Platz vorbeigondelten, sah man es: „2vs2, quer“.« cw
Springtime for Dribbler
So, jetzt wird jeder Grashalm auf links gedreht und jeder Krümel auf dem Ascheplatz gewendet. Der Sportdirektor hat das Wort und er will reformieren. Der DFB hat trotz schlechter Internetabdeckung schon mehrere Generationen an eSports verloren. Jetzt wird die Bolzplatzmentalität zurückgeholt. Immerhin muss man sagen. Vor ein paar Jahren machte man den Mangel an Straßenfußballern als großen Grund für das schlechte Abschneiden bei Weltmeisterschaften aus. Die Straßenfußballer kamen nicht zurück. Die waren unwiederbringlich ausgestorben. Selbst schuld. Man hatte dem Nachwuchs ja inzwischen überall Bolzplätze hingebaut. Und die Straße war ja inzwischen auch mit Dieseln gut gefüllt. Vor dem Garagentor, das früher ein passables Tor abgab, parkten zwei SUVs. Straßenfußballer müssen demnach so selten wie Kopfgrätscher (Samstag 10:30) sein. Die Bolzplatzkönige sind die nächsten auf der Roten Liste. Ehemalige Käfighelden wie die Boatengs oder Mesut Özil werden insgeheim doch vermisst. Einen größeren Effekt als die Forderungen vom Golden Boy könnten da die #FridaysforFuture haben. Die Schüler trainieren ihren Eigensinn und ihre Beinmuskeln, der ökologische Fußabdruck von eSports gegenüber des Selberkickens kommt auf den Prüfstand, die SUVs verschwinden aus der Auffahrt, die Straßen werden frei zum Spielen. Ach ja, es wird Frühling.
09. Februar 2019 – Nur Augen für den neuen Ball
John hat #kopfgrätsche einen neuen Ball auf’s Auge gedrückt. Augenblicklich machte er in „Franks Modus“ augenscheinlich einen guten Eindruck.
02. Februar 2019 – Triple X
4 – 3 – 3 Minus
Begründet sich der Erfolg der BILD-Zeitung darauf, dass sie schon in der BAMS alle Noten für die Spieler der Bundesliga vergeben hatten? Da hat man früher als Kicker direkt beim Bäcker mit der Brötchentüte sein Zeugnis abgeholt. Natürlich konnte man beim Frühschoppen oder nach der Kirche noch fleißig darüber streiten, ob nicht doch eine andere Bewertung zwischen Eins mit Sternchen oder einer glatten Sechs möglich gewesen wäre. Aber das Prinzip Hop oder Top, Schwarz oder weiß, Lorbeerkranz oder Löwenmahlzeit macht halt anschaulich. Heute muss man nicht mehr auf den Sonntag zu warten, um schon in der Halbzeitpause Meisterschale oder Kündigungen zu verteilen. Die Spielerbewertung ist, zwischen den Sternen für den letzten Einkauf bei Lidl oder für die Booking-Unterkunft, auch nur noch ein kurzer Daumendienst. Der Kaiser (nicht der Franz) hat sich damals noch die Mühe gemacht den Daumen noch oben oder unten zu drehen, aber der hatte halt keinen Touchscreen. Bei den ganzen Bewertungen kommt man auch teilweise leicht durcheinander. Meintest du jetzt Christiano Ronaldo den Fußballspieler oder den Flughafen? Und kann ein Mensch mit vielen Instagram-Followern überhaupt an Marktwert verlieren, nur weil der die Kombiwette Platzverweis und Eigentor bedient? Zum Glück halten wir uns auch Samstag 10:30 wieder mit allzu plakativen Bewertungen zurück. Neben den normalen Vorwürfen auf dem Platz, gilt dabei vor allem, dass man teilgenommen hat. Dafür gibt es ein ganz durchschnittliches Lob und ein ermunterndes „weiter so“.
19. Januar 2019 – Blaupause 2009
Die Zehnjahreswertung
Aktuell werden einem ja eine Menge Vorher-Nachher-Bilder in die Timeline gespült. Unter #10yearschallenge / #10yearchallenge zeigen viele, wie sie heute aussehen und vor 10 Jahren aussahen. Wahrscheinlich mit dem Ziel, um sich die Bestätigung abzuholen, dass man sich ganz gut gehalten oder zum besseren entwickelt hat. Oder im Idealfall „überhaupt nicht verändert“ hat. Oft genug werden wir auch gefragt, ob vor 10 Jahren schon gekopfgrätscht wurde. Naja, unter dem Namen zwar nicht, aber es sieht nach dem gleichen Versuch aus, den Ball über den Platz zu schieben. Und natürlich wurde am Ende ein Mannschaftsfoto gemacht, z.B. so eins hier:
Was man leider sagen muss: der Platz ist auf jeden Fall ganz schön alt geworden. Tiefe Narben und Krater finden sich nun auf seiner Oberfläche. Die Farbe blättert in großen Fetzen von den Pfosten und von den ehemals stolzen Holzbänken sind nur noch kleine faulige Stummel übrig. Sorry, man muss es ganz ehrlich sagen: der Zahn der Zeit hat unseren alten Freund wirklich nicht verschont. Aber er hat uns so viele schöne Erinnerungen beschert, dass wir bereitwillig über seine Alterserscheinungen hinwegsehen. Auch diesen Samstag 10:30 werden wir uns wieder brav beim Foto so positionieren, dass wir gekonnt seine Problemzonen kaschieren.
12. Januar 2019 – Salzstreuer
Kopfgrätsche mit Ä!
Seit Jahren gilt Samstag 10:30 als bewährte Kopfgrätsche-Zeit. Auch wenn immer irgendjemand sagt: „Kinners, wir müsse heut e bissche schneller mache, ich hab nett so viel Zeit. Also lasst uns den Käs‘ e bissche schneller runnerkurbele.“ Und nun höre ich doch tatsächlich im Radio (!), dass die UFA am Samstag im KTC Rostock Talente jeglicher Art für diverse TV-Formate castet. Quasi das Talent des Jahres, welches vom lustischen Glückshäschen dann bekanntgegeben wird. Wenn der Dödel nett des Briefchen vergisst. Klassischerweise kann man sich mit einem Lied präsentieren. Entweder „Mein Vati hat drei grunzende Schweine“, „Highway to Hell“ von C&A oder ein Lied von Karel Gott. Das ganze wahlweise in Arizona-Blau oder Kalifornia-Gelb (da sieht man aber immer irgendwie so aus, als hätte man die Gelbsucht). Im richten Licht kommt dann der weiße Rolli auch todschick rüber. Solange man vorher die persönliche Glücksmelodie summt, sollte alles glatt gehen. Ich summe die auch jeden Samstag vor dem Spiel. Es sollte also klappen, dass sich trotz des Castings noch genug Kopfgrätscher zum kopfgrätschen einfinden. Ich bin ja sowieso schon seit 30 Jahren dabei. Nur einmal war ich krank. 39 Fieber. Ich hab gehört, der Henne wollte auch kommen. Also, der ganze Sauhaufen auf Position! Und Gute Nacht!
05. Januar 2019 – Golden Boys
Beware of Tigerkopfgrätsche
Well, über die Feiertage hat man lange nichts vom Brexit gehört. Stattdessen haben wir extra den Briten Dinner for One geschickt, um ihnen mal zu zeigen was für ein Bild wir von ihnen seit Jahrzehnten haben. Komischerweise hat das wohl den Brexit nicht gestoppt. Deshalb haben wir ihnen noch ein paar nette Dinge für die Premier League eingepackt. Beim Gipfeltreffen Man City gegen Liverpool war dann auch ganz schön viel Ex-Bundesliga zu sehen. Pep lauerte hungrig auf das Feiertagsmenü und Kloppo servierte tatsächlich den erwarteten Stolperer. Die beiden Festlandimporte an der Seitenlinie haderten aber mit so mancher Regieanweisung. Butler James aka Freddie Frinton als Trainer wäre dagegen stoisch durch die Coaching Zone getigert. Keiner seiner Spieler hätte sein Gelalle verstanden, aber der Schiedsrichter hätte vermutlich seine Ruhe gehabt. Die Produktion von Dinner for One ist allerdings von 1963 und damit aus einer Zeit als mit dem FC Everton der andere Club aus Liverpool englischer Meister war. Der holte damals den Titel, u.a. weil er eine Rasenheizung im Goodison Park hatte und damit nicht wie seine Mitkonkurrenten unter Spielausfällen im Winter litt. Das nehmen wir uns zum Vorbild und spielen auch Samstag 10:30, während die Bundesliga noch in Dubai am Pool liegt. Hoffentlich kommen alle streifenfrei gebräunt zurück. Der Tigerlook verkauft sich aktuell schlecht in England.
29. Dezember 2018 – Feuerwerk aufm Platz #nurmalso
Ballon Hüftgold
Habt ihr auch die Feiertage auf der Fernbedienung verbracht und deshalb aus Versehen die gesamte Helene Fischer Show gesehen? Nein? Glück gehabt. Ansonsten ist schon am ersten Weihnachtsfeiertag bei dem Anblick dieses Nullfettköpers überall hektisch nach den Öffnungszeiten vom McFit gegoogelt worden. Aber stattdessen folgte noch ein zweiter Feiertag und ca. 6-7 Mahlzeiten, bei denen es dann irgendwann egal war, dass man den Pudding aus dem Julebryg-Bierglas löffelt. Was für eine fiese herrliche Zeit. Aber das schlechte Gewissen in Form des eigenen Hosenbundes meldet sich doch, wenn alle Der-Herr-der-Ringe-stirbt-langsam-allein-zu-Haus-Klassiker abgelaufen sind. Was macht man da, außer pflichtbewusst am Samstagvormittag die Plätzchenwampe zum Kopfgrätschen zu bewegen? Tja, eben genau das. In England haben sie durch den Boxing Day auch schon etwas Vorsprung. Ein ebenso panischer Versuch mit den Trainingsvorgaben des weiblichen Ivan Drago im ZDF einigermaßen mithalten zu können. Wir fangen ganz einfach an und lassen für das erste Rhönrad weg. Fürs erste versuchen wir uns Samstag 10:30 die Schuhe zuzubinden. Wird schwer genug.
15. Dezember 2018 – Spuren von Schüssen
Der Ausputzer
Moin. Meine Arbeit beginnt da, wo andere vor Entsetzen den Ball abgeben. Ihr wisst ja: Dreck ist nur Materie am falschen Platz. Und der richtige Platz ist auch Samstag 10:30 wieder da, wo der Ball ist. Außer, wenn ihr euch sagt: ich bin lieber ’n büschen weniger glücklich, schlaf dafür aber ’ne Stunde länger. Aber zweimal im Monat Fußball zu spielen, ist nur halb so viel wie viermal im Monat. Also doppelt so Schade für die Fußballwelt. Im Gegensatz zu Messi werd ich ja meistens unterschätzt. Deshalb hier schon mal was zum Auswendiglernen, wenn euch der Weihnachtsmann danach fragt: …und hier der verfluchte Platz… in anderthalb Stunden ist der kahl und ratz. Denn ich bin Kopfgrätscher, bin der beste Sammler aller Leibchenreste. Ich bin der Schrecken aller Abwehrrecken. Ich grätsch‘ Schnecken aus den Ecken. Torwarte, die es nicht checken und auch Stürmer, die schon an den Leibchen lecken. Ich bin der mit den Wäschesäcken, der verschwitzte Trikots in Abwaschbecken… reinigt. Ich hoff, ihr könnt euch pünktlich wecken … Vor mir kann sich kein Ball verstecken. Ich bin Kopfgrätscher. Ich bin der Kleinfeldtitan. Und wo andere den Ball abgeben, fängt meine Arbeit an!











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