Feine Klinge, grobe Schnitzer

Das Frisörhandwerk hat es nicht leicht. Immer muss man drauf hoffen, dass die Haare, die man abschneidet, auch wirklich wieder nachwachsen. Reich wird man in der Branche höchstens, wenn man Udo Waltz heißt, ansonsten muss man sich meistens mit dem Mindestlohn begnügen. Den einzigen Wachstumsmarkt scheint die Zielgruppe Fußballer zu bieten. Paninibilder von einst beweisen, dass Kicker schon immer zur Frisurenavantgarde gehörten. Die Vokuhila heißt nicht umsonst in anderen Sprachen Bundesliga-hår oder coiffure de footballeur allemand. Das hat man sich hart erarbeitet. Wer in seiner Ausbildung zum Haarstylisten sich also auf das Hauptfach Kickerfrisen spezialisiert, kann wirklich mehr als nur Haare im Kragen hinterlassen. Aktuell achtet die IHK darauf, dass man sauber alle Rückennummern und Sponsorenlogos in die Schläfen rasieren kann. Auch der farbige Rallye-Streifen ist wieder in Mode. Der klassische Irokese wird dagegen schon seit einigen Jahren nicht mehr nachgefragt. Sogar Mario Balotelli trägt ihn jetzt mit Rattenschwänzen. Ganz wichtig für Fußballerfriseure ist natürlich der kreative Name, der ihn als Spezialist für Ballkünstler ausweist. Hier die Top Ten:
1. Der 1. Abschnitt
2. Geheimratseckball
3. Geschnibbelt
4. Zopf zu tief
5. Spitzenreiter
6. Kämmen und Siegen
7. Stutzen
8. 11 mm
9. Vokuhilaola
10. Kopfgrätsche
Wer Samstag 10:30 noch keinen Termin hat, sollte auf dem Platz vorbeischauen. Da geben wir wieder gratis ein paar Frisurentipps und spielen eventuell noch etwas Ball.