11. April 2020 – Corona-Mannschaftsfoto 04/06

Die vierte Woche ohne echten #Kopfgrätsche-Fußball läuft. Unser erstes Ostern in der Corona-Pandemie läuft auch. Mal gucken, wieviele es noch werden.

Angeblich haben wir ja jetzt alle so viel Zeit, Dinge zu tun, für die wir sonst keine Zeit haben. So wie links: Ur-alte ungelesene 11Freunde mit dem passenden Titel „UNKAPUTTBAR“ zu lesen. Mittig sehen wir die Diskussion nach einer klaren Kopfgrätsche gegen einen Osterhasen – während der Schiri-Hase glatt Rot zeigt. Und ganz rechts sehen wir nicht Albrechts – sondern Jürgens Dürren Hasen in Gold.

Was bisher in der Corona-Auszeit geschah:
21. März 2020 – Corona-Mannschaftsfoto 01/06
28. März 2020 – Corona-Mannschaftsfoto 02/06
04. April 2020 – Corona-Mannschaftsfoto 03/06

Maskenball (Virtual Event)

Verstecken ist ja der Osterskill schlechthin und in diesem Jahr kommen zu den Eiern auch noch die Gesichter dazu. In diesem Feld haben wir in den letzten Jahren eine gewisse Kompetenz aufgebaut. Das hat natürlich einerseits mit unserem Spirit Animal Aubameyang zu tun, der gerne mal die eine oder andere Superheldenmaske hinter dem Tor versteckte, um dann beim Torjubel mit seiner Comic-Belesenheit anzugeben. Diese popkulturellen Referenzen haben wir natürlich wohlwollend in unseren Kopfgrätsche-Alltag übernommen:

http://212.201.36.177/~kopfgraetsche/?p=2830
http://212.201.36.177/~kopfgraetsche/?p=5112

Eine Maske, die es in diesem Zusammenhang auch auf ein Kopfgrätsche-Foto aus besseren Tagen geschafft hat, findet sich auch aus einem prophetischen Klassiker aus dem Jahre 2013 wieder. In diesem hilfreichen Video-Tutorial wird gezeigt, wie man ganz einfach im Home Office eine Pandemie verbreitet, um die Kurve auf dem Immobilienmarkt ein wenig zu flatten. Der Hauptprotagonist ist durch seine Maske klar im Vorteil, auch wenn er darunter tierisch schwitzt. 

http://212.201.36.177/~kopfgraetsche/?p=3337

Aber Ostern ist nicht nur die inoffizielle Weltmeisterschaft im Verstecken. Nein, es hängen ja auch ein paar christliche Feiertage an dem Kreuz im Kalender. An Ostern endet offiziell die Fastenzeit, die nach Karneval begann. Christen dürfen jetzt wieder beim Essen und Trinken übertreiben und Ausflüge nach Blowatz oder Moidentin machen. Die Maskenhochzeit vor der Fastenzeit im Rheinland haben wir in diesem Jahr trotzdem noch mitgenommen. Und was soll man sagen? Am Aschermittwoch war tatsächlich so gut wie alles vorbei. Hoffen wir, dass wir wie der Heiland nach Ostern langsam wieder hochfahren können.

Wat och passeet… Kopfgrätsche-Kamelle!
Spürbar anders: der Effzeh hoch auf dem roten Wagen

04. April 2020 Corona-Mannschaftsfoto 03/06

So langsam wird es wirr: In der dritten Woche gleicht das #Kopfgrätsche-Mannschaftsfoto langsam einem surrealen Kunstwerk, welches unter starken Fußball-Entzugserscheinungen entstanden ist.

Links werden die letzen Fußball-Geister gejagt, mittig wird Ausdauertraining mit Extra-Gewicht betrieben und rechts hängt das Gemälde „wohnzimmercampingtippkick“.

Was bisher in der Corona-Auszeit geschah:
21. März 2020 – Corona-Mannschaftsfoto 01/06
28. März 2020 – Corona-Mannschaftsfoto 02/06

Für den Nacken ohne Wacken

Und schon Blasen an den Synapsen vom Gehirnjogging? Dann wird es Zeit für die Kopfgrätsche-Hausaufgaben. Für den ultimativen Effekt sollte das Home-Schooling von Jemandem überwacht werden, der nur rudimentäre Kenntnisse hat und schnell genervt ist. Am besten druckt ihr euch die Polylux-Schaubilder beidseitig (wegen der Umwelt) auf A4 quer aus. Danach protokolliert ihr den Fortschritt mit 3 verschiedenfarbigen Textmarkern. Bitte gut leserliche Druckbuchstaben, 12 Punkt, anderthalbfacher Zeilenabstand. Und wer keinen Rand zum korrigieren lässt, kann gleich noch einmal von vorne anfangen. Rot ist die Farbe des Schiedsrichters! Aktuelles Datum plus zu erwartende Nachspielzeit in die obere rechte Ecke. Und bringt bloß nicht die Reihenfolge der Blätter durcheinander. Die Seitenzahlen starten mit 5, bis 17, dann 32 bis 46, dann 3, 4 und zum Ende noch das Motivationsbild mit dem Frosch im Storchenhals. Das aber nur zum Schmunzeln. Spaß muss auch mal in der Pause sein. Die klassischen Pausen, in denen man früher schön die Lungen angeteert und die Hausaufgaben vom Dümmsten aber Fleißigsten abgeschrieben hat, macht ja nun auch jeder für sich alleine. Aber Struktur ist wichtig. Die für Kopfgrätschen so wichtige Nackenmuskulatur auch ruhig mal mit exzessivem fassungslosen Starren auf das Display fordern. Ansonsten viel Erfolg beim Bewältigen des angehängten Trainingsplans in 18 Einzel-PDFs á 12 MB. Wer damit fertig ist scannt die Lösungen mit 1200 dpi ein und lädt sie dann bis zu den Osterferien bei Stayfriends hoch.

28. März 2020 – Corona-Mannschaftsfoto 02/06

Und wieder Fußball-Ersatzprogramm. Eine Woche zuvor war schon Kreativität gefragt, um die eigentlich heilige #Kopfgrätsche-Fußball-Zeit am Samstag zwischen 10:30 und 12:30 Uhr zu füllen. An diesem zweiten Fußball-losen Wochenende bereitete sich stattdessen Einer (l.) auf die heranrollende „Sturmflut“ vor. Der Nächste (2.v.l.) sorgte für einen „fussball-re-live-st(r)eam“. Eine Familien-interne Laufeinheit wurde bei Willigrad abgehalten und im Gymnastik-Heimtraining beim Rekord-Kopfgrätscher (r.) ging irgendwas schief.

Was bisher in der Corona-Auszeit geschah:
21. März 2020 – Corona-Mannschaftsfoto 01/06

… und was noch folgte:
04. April 2020 – Corona-Mannschaftsfoto 03/06
11. April 2020 – Corona-Mannschaftsfoto 04/06
18. April 2020 – Corona-Mannschaftsfoto 05/06
25. April 2020 – Corona-Mannschaftsfoto 06/06

Die Bonduelle-Konserve der Pandora

Hast du auch gedacht: jetzt ist endlich mal Zeit die Sporttasche auszuräumen und die Klamotten in die Kochwäsche zu tun? Dabei ein dickes Buch anfangen oder eine andere Sprache zu lernen? Oder endlich mal die Wand zu streichen bevor die Farbe dafür eingetrocknet ist. Aber hätte Tom Hanks bei Cast Away damit schon in der zweiten Woche begonnen? Dafür ist später immer noch Zeit. Erst einmal müssen Ersatzhandlungen gefunden werden, die die bisherigen Gewohnheiten so gut wie möglich simulieren. Z.B. Freitag beim Frühstück eine Spielankündigung schreiben für ein Spiel, das nicht stattfinden wird. Darauf hinweisen, dass am Wochenende die Uhr gestellt wird. Was wiederum bedeutet, dass es unter der Woche lang genug hell ist, um auch Mittwoch nicht zu spielen. Aber diese Zeit kann man wie gewohnt trotzdem mit seinen Lastern verbringen. Auf kopfgrätsche.de finden sich genug Beiträge für das nostalgische Relive-Erlebnis. Und in der Erinnerung wird so manches Tor noch spektakulärer, so mancher Trick noch trickreicher und so mancher Gesichtstreffer um ein vielfaches lustiger. Mit einer weiteren Europameisterschaft könnte man ja auch so lange warten, bis alle historischen Spiele noch einmal gesendet wurden. Die EM in diesem Jahr wäre ja sowieso für die UEFA eine Art Best of geworden. Die letzte Euro war somit 2016 und Ende März diesen Jahres haben wir uns auch auf die Eröffnung der Unterderwochesaison gefreut:

http://212.201.36.177/~kopfgraetsche/?p=4339

Mit Kunstrasen, Hasenohren und Hefeweizen guckten wir unbeschwert in die Zukunft. Und auch den Mittwoch können wir relive erleben. Die kleine Zeitreise in das Jahr 2012 ist eine tierische Angelegenheit:

http://212.201.36.177/~kopfgraetsche/?p=236

Wau! Die Sporttasche kann noch eine Weile warten…

21. März 2020 – Corona-Mannschaftsfoto 01/06

Bestes Fußballwetter. Aber nachdem zuvor schon nahezu alle Fußball-Spiele der Welt wegen Corona abgesagt wurden, hat #Kopfgrätsche auch erstmals aussetzen müssen. Kurz nach unserem letzten Spiel am 14. März folgte die Sperrung des Bolzplatzes und danach dann der Appell an alle zuhause zu bleiben.

Und was machen die Kopfgrätscher denn jetzt am Samstag-Vormittag anstelle von Fußball spielen?: Hauptsache irgendwas mit Fußball!

Nach diesem ersten Corona-Mannschaftsfoto erscheinen in den darauffolgenden fünf Wochen noch weitere solche Einträge:
28. März 2020 – Corona-Mannschaftsfoto 02/06
04. April 2020 – Corona-Mannschaftsfoto 03/06
11. April 2020 – Corona-Mannschaftsfoto 04/06
18. April 2020 – Corona-Mannschaftsfoto 05/06
25. April 2020 – Corona-Mannschaftsfoto 06/06


Ausgangssperren ohne Ball

From the ashes of this golden age of confusion
The leather recruits came to be
known as the Apocalypse Dudes

So you think you had a Serie A? Ball not like this!
So you think you had a Premier League? Ball not like this!
So you think you had a Spanish Liga? Ball not like this!
So you think you had a Bundesliga? Ball not like this!

You got nothing to lose but Kloppo does
Gonna wear his crappy shave tonight
You got nothing to lose but Anfield does
Gonna make a motherfucking shutdown tonight

Alright!

So you think you had a Champions League? Ball not like this!
So you think you had an Euro Twenty-twenty? Ball not like this!
So you thought you could make your own? Ball not like this!
So you thought you should stay at home? Ball not like this!

You got nothing to lose don’t spread the virus
Gonna wear them scary mask tonight
You got nothing to lose don’t spread the virus
Gonna make a motherfucking lockdown tonight
Motherfucking lockdown tonight!

Clock strikes 10:30!

Apocalypse Dudes got nothing to lose
Gonna rest some weary heads tonight
Apocalypse Dudes got nothing to lose
Gonna cause some motherfucking panic
Tonight…tonight…tonight..well alright!

The WHO must go on

Auch wir hatten die Ansage aus dem Gesundheitsministerium heute morgen im Fax und haben sie in entspannter Panik gründlich überflogen. Was blieb hängen? Bei über 1000 Teilnehmern und unter drei drohen Geisterspiele. Das sind Spiele, wo man glaubt die Eltern der Spieler reinrufen zu hören. Aber die sind gar nicht da, weil die draußen die Sky Konferenz beim Public Viewing verfolgen. Wir werden trotzdem versuchen Samstag 10:30 ganz ruhig durch die Jogginghose zu atmen. Diese könnt ihr quasi nach dem Home Office gleich anbehalten. Aber dennoch könnt ihr ruhig mal vor die Tür gehen. Oder wollt ihr ewig Bundesliga Classics auf DSF schauen? Dort kann man natürlich in 4:3 bewundern, wie das Krafttier aller Jogginghosenträger durch matschige Strafräume hechtet. Die Wiederholung des 6:1 von Hertha gegen den HSV darf man eigentlich nicht verpassen:

»Zurück zum Außergewöhnlichen. Irgendwann zwischen dem 4:1 und 5:1 fängt Herthas Torwart Gabor Kiraly den Ball. Es ist einer der vielen harmlos vorgetragenen Angriffe des Hamburger SV an diesem warmen Sonnabend Nachmittag vor 76 000 Menschen im ausverkauften Olympiastadion zu Berlin. Die härtesten Hertha-Fans in der Kurve hinter Kiralys Tor feiern seit einer Stunde. Da überlegt der Torwart plötzlich drei, vier Sekunden lang. In der einen Hand hält er den Fußball, die andere zeigt gegen die Querlatte seines Gehäuses. Kiraly will fragen: Leute, soll ich jetzt das Ding mal machen?

Das Ding ist nämlich das: Herthas Torwart möchte zu gern einmal einen Abschlag unter Zurhilfenahme der eigenen Torlatte zeigen. In einem richtigen Spiel, wenn es um Punkte und Tore geht und viele Menschen zusehen. Kiraly hat es immer mal wieder im Training geübt. Er wirft dann den Ball aus fünf, sechs Metern Entfernung so gegen die Latte, daß der Ball möglichst weit von da ab ins Spielfeld prallt. Man muß kein Fußballer sein, nicht mal Torwart, um zu erkennen, worin der Knackpunkt dieser Übung liegt. Trifft er sie nicht, könnte der Ball vielleicht auch übers Tor gehen, bestenfalls. Das Runde könnte aber auch – schlechterdings – ins Eckige fliegen. Meistens soll es geklappt haben, manchmal nicht.

Also, Herthas Torhüter deutet sein Vorhaben an. Und wer ihn einigermaßen kennt, weiß, daß er in diesem Augenblick nah dran ist, ganz nah sogar. Die Masse im Olympiastadion tobt, aber am Spielfeldrand auch Jürgen Röber, Kiralys Chef. Der Ungar wird sich im Folgenden für die konventionelle Art des Abschlagens beziehungsweise Abwerfens entscheiden. Alles nimmt seinen gewohnten Lauf.« (Der Tagespiegel, 30.05.1999)

Ob der HSV danach wie gewohnt zum Grillen einlud, ist nicht überliefert. Aber tobende Massen würden sich natürlich alle in diesen Tagen wünschen. Stattdessen muss man sich aber schon über ein paar tobende Mitspieler freuen. Solange Gianni Infantino oder die WHO nicht persönlich jeden Bolzplatz absperren, steht dem nichts im Wege. Höchstens Jürgen Röber.

Eintrag ins Muttiheft

So, letzte Warnung. Noch ein Hassplakat und das Wort Hurensohn wird zum Weltkulturerbe. Und was das für die Deutschrapszene bedeutet, kann sich wohl jeder denken. Da müssten ganze Lebensläufe von Mitmusiker-Müttern neu geschrieben werden. Geschrieben wurde in der letzten Woche eine ganze Menge. Teilweise gab es so viel auf den Tribünen zu lesen, da reichten 90 Minuten kaum aus. In der ganzen Textwüste, dann die Beleidigung zu finden, hat so manchen Schiedsrichter überfordert. Also lieber mal kurz das Spiel unterbrechen und erst einmal in Ruhe schmökern. Sicher nur ein Zufall, dass der DFB seine Schiedsrichterteams gerade um Germanistikstudenten und Poetry-Slammer erweitern möchte. Da muss man ja doch dankbar sein, wenn das eine oder andere Bild im Block dabei ist und die Ultras noch einen Rahmen drumherum malen. Noch schöner wäre es natürlich, wenn die Motive gestickt wären. Im Fadenkreuz-Stich lassen sich erstaunliche Ergebnisse erzielen. Das Literarische Quartett am Sonntag Morgen aus dem Hotel Hilton am Münchner Flughafen lieferte dann auch erwartungsgemäß schlimme Fehlinterpretationen des Buchstabensalats. Selbst der Weinkönig vom DFB war überfordert von so viel analogem Getwitter auf Bettlaken. Kein Wunder, tagelang waren Farbeimer und Lakierermasken in sämtlichen Baumärkten rund um Bundesligastadien und in Meppen ausverkauft. Das hat die deutsche Bevölkerung extrem verunsichert. Der Beef zwischen Schickhardt und Schickaria hat aber immerhin bisher nicht zu einer peinlichen RTL-Gameshow geführt. Sportschau, Sportstudio und Sport in Baden-Württemberg waren dann doch vom Niveau her nicht zu unterbieten. Das überschaubare Niveau beim Kopfgrätschen Samstag 10:30 möchten wir an dieser Stelle mit einem Disclaimer versehen. Die Qualität würde wahrscheinlich diverse Hassplakate rechtfertigen, ist aber absolut unverdächtig auch nur im Entferntesten mit modernem Fußball zu tun zu haben. Und wir versprechen immerhin, über die Berufe eurer Eltern hinwegzusehen.

Kick-off am Point of no Return on Invest

Liebes Tagebuch,

Heute muss ich dir mal wieder schreiben. In der Sportbild sind noch ein paar Zeilen frei und letzte Woche waren wir auch kein Thema für den Doppelpass. Also muss ich noch ein paar Insights aus den letzten Meetings leaken. Hilft ja nix. Das Gedächtnisprotokoll ist lückenhaft, aber in dieser Lügenkultur  interessiert die Wahrheit ja eh niemanden. Also letzte Woche war ich mal wieder auf dem Platz und was ich dort an Spirit gesehen habe, genügt internationalen Requirements nicht. Da wird zu wenig outside the box and into the woods gedacht. Mit diesem Mindset convinced man die Stakeholder nicht. Der Trust in Innoweschn ist mental absolut nicht da. Die jahrelangen katastrophalen Versäumnisse in allen Bereichen, die mit Leistungssport zusammenhängen, haben sogar unseren Performance-Manager zum Weinen gebracht. Wo wird denn da der Mehrwert bis zum Point of no Return on Invest to the next Level gesteigert? Seit Jahren kickt man hier den Ball Richtung Tor. Immer in die gleiche Direction. Immer der Ball. Immer mit dem Fuß. Immer meistens Samstag 10:30. Ein absoluter gestreamlinter No-brainer. Wen will man damit in Asien hinter der Buddahstatue vorlocken? Wir brauchen quasi einen Paradigm-Shift und ein Commitment, dass wir auch mal big thinken. Bisher powert nur der Doc. Der hat uns auf dem Radar und weiß wenigstens wie mit irgendwelchen Geräten Geld gemacht werden kann. Vielleicht laden wir den das nächste mal zum Closing Diner ein. Alle anderen haben ja meist was besseres vor. Mit diesem Urlauber-Approach wird es am Ende des Tages auch diese Woche maximal für einen Kick-off auf Kopfgrätsche-Niveau reichen.

Nach Diktat verreist 

Auf die Pfütze

Ich lehne mich mal vorsichtig aus dem Fenster, aber eine obligatorische Schneekopfgrätsche wird in diesem Winter und somit auch Samstag 10:30 sehr unwahrscheinlich. Gefühlt ist doch schon Ostern seit der letzte Weihnachtshohlkörper aus dem Schokofach den eigenen Körper gefüllt hat. Die Schneematches im Schneematsch waren aber stets besondere Highlights, die sämtliche Fähigkeiten am Ball wegmarginalisiert haben. Man lag viel am Boden und erzielte unmögliche Tore aus der Kategorie Zufall. Am Ende waren die Wangen rot und die Schuhe nass. Der regelmäßige Niederschlag aktuell bildet leider nur große Pfützen in den Kratern des Platzes. Darin lässt sich wiederum eine andere Randsportart ausprobieren. Wasserball assoziiert man hierzulande eher mit aufblasbaren Präsenten für Payback-Punkte. Guckt man Richtung Balkan wird da aber ein mitreißender Wettbewerb draus, bei dem Kroatien, Serbien und Ungarn regelmäßig um die Titel kämpfen. Bei der Fußball-EM 2016 lief Vedran Corluka nach einer Kopfverletzung mit einer Wasserballkappe auf. Und auch für die Fans der Kockasti gehört die Kopfbedeckung zur Standardausstattung. Man sieht damit aus wie der Kohlsuppe-futternde Außerirdische in „Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe“ und hört wahrscheinlich auch schwer. Ob sie sich für eine anständige Kopfgrätsche eignet, müsste man testen. Wenn man sich aber die Kleiderschränke anguckt, die erfolgreich Wasserball spielen, merkt man schnell, dass das ähnlich körperlich intensiv wie Handball ist. Nur dass man es nicht sieht, wenn man unter der Wasseroberfläche fies getreten wird. Es rächt sich also, dass die Füße nur untergeordnete Aufgaben bekommen. Wenn sie keinen Ball streicheln dürfen, fallen sie negativ auf. Wie die Arme und Hände beim Fußball, über die man auch dauernd diskutiert und deren Vergehen in Superzeitlupe ausgewertet werden. Solange wir nicht das Gefühl haben, dass wir mit den Händen sinnvollere Dinge tun können, als einen imaginären VAR-Screen in die Luft zu malen, bleiben wir also doch lieber beim gewohnten und entspannten Ball-hin-und-her-Geflippere per Fuß. Bei Sonne, Regen, Schnee, Schneeregen, Hagel, Niesel, Graupel, Sturm und Sonne-Wolkenmix.

Verklickt in Berlin

Achtung Spoiler-Alert! Wer die letzte Episode unserer Lieblingstelenovela „Hertha – Wege zum Glück“ bisher nicht gesehen hat, muss kurz mal weghören. Da ging es ja wieder drunter und drüber diese Woche. Was bisher geschah: Eine alte Dame wird von drei Männern umgarnt. Sie sind scharf darauf, in ihrer großzügigen Immobilie aus den Dreißigern ein hippes Start-Up zu gründen. Da ist einerseits der Micha, eine treue Seele. Er ist schon lange an Herthas Seite und möchte, dass sie sich nicht zu schnell bewegt. Liebevoll hat er sie untergehakt und spaziert mit ihr behutsam durch die Bundesliga. Er lässt sie auch mal geduldig auf Platz 10 ausruhen, wenn drumherum die hochgepushten Plaste-Rowdies sie mit ihren Hoverboards anrempeln. Doch seit kurzer Zeit macht der gut situierte Lars ihr schöne Augen. Mit teuren Geschenken zeigt er ganz offen, dass er Hertha eigentlich nur ausgesucht hat, weil sie als Big City Girl naturgemäß ganz nach oben gehört. Nichtsahnend lässt sie es zu, dass er das Geld bei ihr unter die Matratze schiebt. Doch nun will er auch schnelle Erfolge sehen, damit die Scheichs und Oligarchen bald zu Herthas Kaffeekränzchen vorbeischauen. In Lars Windschatten kommt der dritte im Bunde. Aber der windige Jürgen versucht sich mit einem plumpen Enkeltrick an die alte Dame heranzuwanzen. Erzählt rührige Geschichten von seinem Vater und macht romantische Handyvideos. Er bringt sein tolles Netzwerk mit, um ein Himmelfahrtskommando in eine Erfolgsgeschichte zu verwandeln. Plötzlich ist bei Tante Hertha die Bude voll People, weil der Jürgen u.a. als Jay Göppingen selbst viel in der Welt unterwegs ist. Dort hat er überall Kontakte, mit denen er großen Glanz in die alten Gemäuer bringen will. Als er aber feststellt, dass Micha das Geld von Lars lieber in ein paar Stützstrümpfe gegen Abstiegskrämpfe investiert, schreibt er was Bockiges auf Facebook und in der BILD. Er möchte Micha nicht mehr mit Hertha auf der Bank sitzen sehen und ihn stattdessen in den Keller sperren. Das geht aber sogar Lars zu weit. Er überschlägt kurz, wie schnell das schöne Geld alle wäre, wenn Jürgen es ausgibt und lässt das Schloss auswechseln. Wird sich Jürgen so einfach abservieren lassen? Kann Micha auf der Bank sitzen bleiben? Wird Lars noch etwas Geld in der anderen Hose finden? Und was wird aus Herthinho? Das und vieles mehr erfahren wir nach der Werbung und Samstag 10:30 nach dem Kopfgrätschen.