For me, it’s scheißegal

Ja, ich weiß. Eigentlich würdet ihr lieber in Kalifornien rumtanzen und uns hier den Scheiß machen lassen. Aber jetzt ist grad schlecht. Die Mutter Teresa von der Säbener ist zurück, um durch pure Fußballromantik gepaart mit etwas Festgeld ein paar Dosen zu zerdrücken. Da hat doch niemand mehr erwartet, dass der noch mal Greenkeeper beim FC Tegernsee wird, oder? Aber irgendeiner muss dem Nikolaus unbedingt Bescheid sagen, dass er noch nie der Osterhase war. Auch ohne rote Brause wird die Gesichtsfarbe des President Elect in Kürze die des orangenen President Elect weit übertreffen. Damit unsere orangenen Leibchen Samstag 10:30 ihre ganze Wirkung entfalten können, bitte ich alle Sanitäter, Müllmänner und sicherheitshalber auch Uli Hoeneß den nötigen Abstand zum Spielfeld einzuhalten.

Was war sonst noch los diese Woche? Ach ja, da war ein Championsleague-Spiel eines eher regionalen Phänomens, dass vom Ergebnis her, verblüffend an einen Kopfgrätsche-Kick erinnerte. Zum Glück klärte Roman Weidenfeller im eigenen Strafraum per Fallrückzieher. Eine Kopfgrätsche traut sich halt nicht jeder zu.

Sein Kollege zeigte sich dann in einem anderen Spiel für die „Scheißstimmung“ verantwortlich. Trotz einiger Championsleague-Partien hat dieses unterklassige Spiel es in seine persönlichen Highlights geschafft. „Letztes Tor entscheidet“ hat halt eine ganz besondere Magie. Und das ist nur ein Vorgeschmack auf das, was wir von Ulis Comeback erwarten können.

Sockenschuss ins Blaue

Liebster Kopfgrätscher,

du hast recht. Spiele, wie das vom Samstagvormittag bringen wirklich nichts. Dir. Dir, lieber Kopfgrätscher, bringt es außerdem nichts, quasi ohne Bezahlung zur Bürgermeister-Haupt-Straße zu kommen an einem Wochenende, an dem du, ohne Bundesliga, mit deiner Frau auf dem Sofa hättest bleiben können. Ich versteh dich, aber ich verspreche dir, zehn gute Gründe zu liefern, warum ich denke, dass das Spiel sehr nützlich war und vielleicht denkst du noch mal drüber nach und sagst mir, wie du das siehst…

1. Das Spiel war nützlich, weil es gezeigt hat, dass das letzte Tor nicht immer das schönste sein muss. Hauptsache es ist das letzte vor dem ersten.

2. Das Spiel war nützlich, weil es gezeigt hat, dass der Fußball all denen gehört, die ihn lieben. Besonders aber dem, der ihn mitgebracht hat.

3. Es war nützlich, weil es gezeigt hat, dass es noch Jungs gibt, die einer Spielankündigung folgen und nicht den Anweisungen eines DualShocks.

4. Es war nützlich, weil es gezeigt hat, dass die Deutschen nie ausreichen, um zwei Teams zu bilden. Aber am Ende sind immer zwei Teams da.

5. Es war nützlich, weil wir möglicherweise eines Samstages 10:30 gegen ganz San Marino spielen.

6. Es war nützlich, weil ein Teamfoto gemacht wurde, obwohl die Speicherkarte nicht eingelegt war.

7. Es war nützlich, weil es geholfen hat, aus gutem Grund die Nachrichten auszublenden, denn ein Fußballspiel ist immer ein guter Grund.

8. Es hat Schneekönigin Sylvia genutzt, um für die Kopfgrätsche aufzulaufen und ein Tor zu schießen. Jetzt kann sie beruhigt in die Winterpause gehen.

9. Es war nützlich, weil es einigen ein wenig Traurigen außerhalb von Wismar geholfen hat, sich daran zu erinnern, dass sie mal ein Teil der Kopfgrätsche waren.

10. Es hat mir gezeigt, dass ihr, auch wenn ihr die schönsten Leibchen tragt, trotzdem noch die seid, die keine passenden Socken dazu haben.

In Word, Euer Kasperoni.

PS: Bei dieser Gelegenheit und der Vollständigkeit halber: Hiermit sage ich dem HSV ab.

Ballelujah

War was? Irgendwie war die Woche kaum etwas los, was sich als Aufhänger für die Spielankündigung eignet, oder? Dabei ist das, was sich wie ein Sommerloch anfühlt, eigentlich ist nur eine Länderspielpause. Vermutlich muss ich meine Filterblase noch etwas feinjustieren. Aber eigentlich war es ganz angenehm, dass sie nicht so prall aufgepumpt war. Gut, das erste Zeichen der Apokalypse konnte selbst ich nicht ganz ausblenden. Der Abstieg des HSV aus der Bundesliga ist ja auch der langsamste Autounfall aller Zeiten. Aber er zieht sich halt etwas und taugt kaum zur Schlagzeile. In Amerika ist etwas passiert? Stimmt, die Baseballmeisterschaft der Chicago Cubs nach 108 Jahren kann man wohl als zweites Zeichen der Apokalypse gelten lassen. Aber wer verfolgt hier schon eine Sportart, deren Regeln komplexer sind als das amerikanische Wahlsystem? Dazu habe ich allerdings letztens gehört, dass sich ein Mitglied der World Wrestling Entertainment Hall of Fame als Kandidat für das Amt des US-Präsidenten aufstellen lassen wollte. Aber seit Tim Wiese wundert man sich über so etwas auch nicht mehr. Da müsste Samstag 10:30 schon Schnee auf dem Platz liegen, um mich zu beeindrucken. Und selbst bei solch einer Horror-Nachricht, würde der Ball einfach weiter rollen. In diesem Sinne: There’s a blaze of light in every word, it doesn’t matter which you heard – the holy or the broken Hallelujah.

Bierdeckel unterm Taktiktisch

Vorsicht! An der Anschlussstelle Wismar Mitte sind Samstagmorgen wieder verstärkt Taktikfüchse unterwegs. Ich denke, wir bauen mit drei Mittelfeldspielern auf, die bei Bedarf mit den Außenverteidigern zu einer Fünferkette um den Mittelkreis erweitert werden können, um die Überzahl an Uns Uwes Geburtstagskuchenbuffet zu simulieren. Da passt es, dass der neue Ehrenspielführer der Nationalmannschaft Bäckerssohn ist. Der könnte sich zur Not nach hinten fallen lassen und ein paar Teilchen verteilen. Vielleicht lassen wir den Linksverteidiger auch in die Mitte kippen, damit der Gegner denkt, dass Spielfeld sei schon zu Ende. Nur wenn sich der Torwart auf das Tornetz klettert und zum Bodyslam ansetzt, seid ihr auf jeden Fall bei der falschen Sportart gelandet. Ansonsten sind wir aber Samstag 10:30 auf jeden Fall vorbereitet – egal wann wieviele Spieler auf dem Platz stehen. Inklusive aller Zufrühkommer und Zuspätgeher (oder auch andersrum). Über die Taktik hüllen wir am Ende besser den Wintermantel und den dazu passenden Gangsterhut des Schweigens aus der letzten Mailänder Kollektion. Den empfehlen wir vor allem wegen seiner gut gefütterten internen Gründe. Das lenkt vielleicht etwas von dem wirren Muster in der Aufstellung ab. Schließlich kann man den Kamerazoom besser einsetzen, um zu gucken, ob das da Fischgrät oder Hahnentritt am Revers unseres suspendierten Toptorjägers ist. Vielleicht entdeckt ja jemand sogar den Senffleck auf der Brust.

Der Agitatooor (Ritsch, Ratsch)

Also, so ist das, das Kopfgrätschen, Genossen Kicker! Da ihr ein, naja, na Gott naja, ungebildetes Volk seid, werde ich euch etwas vom Ballsport erzählen. Hier, sagen wir mal, ist Deutschland und dort vielleicht Frankreich. Hier Rußland und da – naja, überhaupt… Blüht halt sehr auf, das Kopfgrätschen! Hier ist also Rußland und hier ist China. Ich red‘ ja über das Kopfgrätschen. Es entwickelt sich bei uns, Genossen Kicker, nichts dagegen zu sagen, was wahr ist, ist wahr! Also, Genossen Kicker – man kopfgrätscht bei uns. Und nachher – ssst – grätscht man! Mit dem Kopf sozusagen! Nun, mancher natürlich hält sich oben nicht gut, bums, saust er runter wie der Genosse Jeremilkin, kopfgrätschen tat er ganz gut und dann bums, krach, ein nasser Fleck blieb übrig! Ein Vogel, wenn der herunterfällt, nun ja, er schüttelt sich und los weiter. Anders beim Menschen. War da noch so ein anderer Kopfgrätscher. Der grätschte auf einen Baum und hing da wie ein Äpfelchen. Hat sich natürlich erschreckt, der Arme, es war zum kranklachen. Ja, ja, ja, verschiedenes passiert so! Da ist einmal eine Kuh bei uns in die Kopfgrätsche gekommen! Ritsch, ratsch, weg war sie! Auch Hunde! Und Pferde! Das kommt oft vor! Es entwickelt sich, Genossen Kicker! Und darum meine ich, sammelt euch Samstag 10:30. Und jetzt fragt ihr mich: „“Wofür denn bloß, Väterchen?“ Für eine Kopfgrätsche natürlich!

Rollen mit Toremonstern

Sag mal hast du Interesse
an Tor’n und miese Pässe
Bürgermeister-Haupt ist die richtige Adresse

Haben Spaß dabei
Töppen-Check
Eins, Zwei
Unsere Zehen haben rotes Licht – steh’n immer auf Standby

Alle Leute, komm‘ seid ihr mit?
Kopfgrätschen is’n Dauer-Hit
Wir machen’s vor, ihr macht es besser, das ist der erste Schritt
Zusammen rollt die Pille – spüre diesen Grottenkick

Und uns’re Mail zum Kick wird ungeschickt rübergeschickt
Denk an den Samstag! Schönwetterspieler stellen Hallenzeitenantrag
Denn wenn wir hier sind, seid ihr besser da!
Und ihr wisst, wer härter ist in diesem wie in jedem Jahr

Vielleicht ist unser Spielstil euch viel zu kompliziert
Das ist mir scheißegal, auch wenn ihr uns voll ignoriert
Ich lieb den Scheiß, steh dahinter – hundertzehn Prozent
Jeder der mich kennt, weiß ich bin der Kicker der wie Feuer rennt
Und das zeichnet einen zweiten Sieger aus
Er steht vor Zehnuhrdreißig auf
und macht das Beste draus
Alles fordert ihn heraus

Wir ham was zu erledigen, uns hier zu verewigen
Kopfgrätscher und die Spielerfrauen, könnt Ihr das bestätigen?

Like a rolling Leather

Bevor Robert Allan Zimmermann (nicht zu verwechseln mit Herbert Zimmermann) nach dem Literaturnobelpreis auch noch den Ballon d’Or abräumt, gilt es zu beweisen, dass er mit Fußball absolut nichts am Hut hat. Dafür bekämpfen wir unseren Subterranean Homesick Blues und crawlen Samstag 10:30 out our Window. I want you for Pressing on the Pitch most of the Time. Don’t think twice, it’s all right. Diejenigen, die nicht forever young sind, können durch einen Jokerman ersetzt werden. Wenn wir für die dritte Halbzeit an die Door vom Kai knock-knock-knocken haben wir die Chance auf one more Cup of Hefeweizen und Shelter from the Storm. Vor allem wenn der Hurricane is blowin‘ in the Wind. The Times they are a-changin‘? Laut meinem Watchtower nicht wirklich, aber mit dem Mittwoch ist es für diese Saison erst einmal over, Baby Blue. But we ain’t goin‘ nowhere (nicht mal nach Acapulco) bis wir nicht wenigstens den Ran-Fuxx gewonnen haben! When you got nothing, you got nothing to lose.

Acht Millionen Kronen ins Phasenschwein

Ging der Physiknobelpreis wirklich an ein Loch? Oder an den Donut drumherum? Und ist die Brezel jetzt besser für Elektronik geeignet, weil sie mehr Löcher hat? Und was ist mit dem Tornetz? Da sind doch auch wahnsinnig viele Löcher drin. Aber wahrscheinlich hat die Torologie am Ende gar nichts mit der Topologie zu tun. Immerhin hat die Bäckerblume die hungrige Jury mehr überzeugt als der Nachweis der Gravitationswellen, die wir schon Anfang des Jahres im Strafraum vermuteten. Das kann man zwar alles nicht sehen, aber muss man immer alles sehen, was man sich viel schöner vorstellen kann? Den Ball Mittwoch 18:00 genau zu sehen, wird z.B. immer schwieriger. Der Phasenübergang in die Winterpause steht offensichtlich unmittelbar bevor. Somit wird ein Großteil der Mittwochsenergie nach der kommenden Woche zwangsläufig auf Samstag 10:30 übertragen. Über ein flüssiges Spiel zur festen Spielzeit, bei dem zwei Mannschaften ordentlich Gas geben, können die Quanten nur müde lachen, lächeln, grinsen. Sie kennen mehr als drei Aggregatzustände und gerade das macht sie zu Supraleitern. Irgendwann einmal und wahrscheinlich nicht mehr diese Saison. Und so bleiben schwache Akkus im Schummerlicht noch eine Weile unsere Realität.

Rollator des Monats

Willkommen auf unserem Senioren-Blog. Hier erfahrt ihr in extra großer Schrift, was man so alles am Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 unternehmen kann, wenn einen die undankbare Verwandtschaft nicht mehr täglich besuchen will. Falls ihr da Zeit habt, habt ihr wahrscheinlich auch den Fehler gemacht, das Erbe schon zu Lebzeiten zu verteilen. Das spart Steuern und geheuchelte Liebe. Endlich kann man die Zeit draußen für entspannte Spaziergänge über den Fußballplatz mit anschließendem Taubenvergiften im Park nutzen. Da ist ja zum Glück auch genug Platz, weil die Digital Natives sich schon wieder bei MySpace rumtreiben. Der meteorologische Herbst ist der Freund der Mitspieler über 35 im Herbst des Fußballerdaseins, die sich jahrelang die Knochen mit Fußballtennis und Franks Modus kaputtgenudelt haben. Temperaturen und Lichtverhältnisse sorgen wieder für eine Angleichung der Chancen und auch so junge Hüpfer wie Basti Schweinsteiger fangen an über die Vergänglichkeit nachzudenken. Irgendwann ist auch für ihn der Mittwoch wieder ein gewöhnlicher Wochentag, wo nur noch Champions-League extralaut und linear im Röhrenfernseher läuft. Hoffentlich nicht dauernd in der Pay-TV-Konferenz, sonst vergisst man irgendwann, für welches Spiel man eigentlich ursprünglich mal vor der Glotze platziert wurde.

Make Trainerstuhl safe again

Letzte Woche wurde hier noch euphorisch das Comeback des Sommers ausgerufen, aber diese Woche gilt: Kommando zurück. Es wird untrüglich Herbst, die ersten Trainer fallen bereits von den Bänken und bei einigen zeigt der Solarium-Teint eindeutig an, dass es bald soweit ist. Und wer sich jetzt keinen neuen Hoffnungsträger holt, wird lange im Keller rumkrebsen. Wer zuerst feuert, darf zuerst zugreifen. Werder Bremen zögert bei Louis van Gaal auch nur, weil sie sich nicht sicher sind, ob der Tulpengeneral und Donnie Trump nicht in Wirklichkeit ein und dieselbe Person sind. Dann wäre er vielleicht in sechs Wochen schon wieder weg, um einen noch größeren Laden zu trainieren. Immerhin winkt da ein Vierjahresvertrag und damit würde man sogar in Gelsenkirchen einen Mietvertrag bekommen. Aber es kann ja nicht jeder so seriös, besonnen und langfristig planen wie der 1. FC Köln (…wie konnte es nur soweit kommen?). Für eure langfristige Planung ist der Termin Samstag 10:30 natürlich längst zur Dauervorlage geworden. Beim Mittwochstermin 18:00 wird die Halbwertzeit hingegen eher in Labbadia gemessen. Da kann man halt noch so lange spielen wie man so gucken kann. Immerhin ist man dann pünktlich zur Champions League zu Hause und kann sein Fachwissen in den Bildschirm brüllen. Hoffentlich sind bei der Vielzahl an Startrainern im Wartestand noch Hockerplätze frei. Das können wir Dienstag Abend gerne bereits einmal testen und schauen auf wessen Telefon Didi zuerst durchklingelt.

Rasenhüttls Hasenball

Schüttelreime mit roter Brause? Besser nicht. Das spritzt nachher alles aufs Trikot und klebt noch jahrelang in den Fasern. Dann doch lieber ein paar traditionelle Zungenbrecher, wie z.B:

Zwischen zwei stählernen Pfosten stritten zwei tschechische Starkeeper um einen Stammplatz.

Siebzehn zahme Zocker zogen zwei zentnerschwere Tore zum Spielfeld.

Der greise Kopfgrätscher grätscht den kreisrunden Kopfgrätscheaufkleber vom Kreisverkehrsschild.

Da stolpert man wenigstens so schön wie sonst nur Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 über den Rasen. Das erinnert oftmals auch eher an Dada als an Tikitaka. Da es gibt zwar auch Missverständnisse aber wenigstens muss man sich nicht im Nachhinein überlegen, was man eigentlich sagen wollte, bzw. wofür man bestraft werden möchte. In Warschau grübelt man immer noch, wer die Fans so geschüttelt hat, dass sie „Juden“ und „Nutten“ verwechseln konnten. Lasst euch nicht verwirren, lasst lieber Tore sprechen und gebt Antworten (wenn nötig) auf dem Platz.

Wenn’s denkst, ist eh zu spät

Hey, endlich ist der heiße Sommer am Start. Die Beleuchtung am Abend kann es aber nicht verhehlen: nur noch wenige Tage bis zur Bescherung. Diejenigen die zu Fuß unterwegs sind, machen schon die ersten Kilometer und bringen Gold, Weihrauch und Messi-Trikots zum Platz. Es sind ja auch nur noch sechs Jahre bis zur Winter-WM in Katar, bis dahin sollte sich das Klima hingeruckelt haben. Das muss also schneller gehen, als echte Transparenz bei der Fifa herzustellen. Franz Beckenbauer durchwühlt ja immer noch panisch den Quittungsberg zum letzten Sommermärchen. Das kann also dauern. Das Kaiser-Denkmal ist ausgerechnet zum Tag des offenen Denkmals in einem desaströsen Zustand. Alternativ können wir Führungen zu etwas kleineren Denkmälern Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 anbieten. Die Fassaden sind einigermaßen in Ordnung. Über die schlimmen Ecken haben wir notdürftig bunte, aber billigproduzierte Trikots gehängt. Dafür glitzern sie nach 2 Stunden herrlich in der Sonne. Hier werden noch nach althergebrachten Techniken bis heute Waden und Köpfe gegrätscht. Besonders schützenswert ist ihr reicher Schatz an sagenumwobenen Geschichten von früher. Gemeinsam können wir die Denkmäler dieses einmaligen Ensembles erhalten und dafür sorgen, dass auch unsere Kindeskinder diese noch bestaunen dürfen.

Die Königsklasse von 2016

Dann werden wir mal die Anwesenheit überprüfen. Wenn ihr euren Namen hört, ruft ihr laut und deutlich „Hier!“. Wer mit dem Schwatzen nicht bis zur Pause warten kann, wird sofort auseinander gesetzt. Und zwar dahin, wo ich euch im Auge habe. Es ist außerdem verboten Spickzettel im Stutzen zu verstecken. Versucht es erst gar nicht. Das gilt als Betrugsversuch und gibt einen Verweis. Mindestens einen Eintrag ins Muttiheft. Auch wer beim Mitspieler abguckt, wird nie selbst lernen, wie man vernünftig mit der Piecke schießt, ohne sich den Fuß zu brechen. Ihr lernt ja schließlich nicht für mich, sondern für das Leben. Und wer das nicht glaubt, der muss sich nur die Enddreißiger angucken, die Samstag 10:30 während eurer Einschulung wie F-Jugendliche über den Platz tollen. Das sollte euch Warnung genug sein. Also werft eure Zukunft nicht weg und arbeitet an euren Kopf(grätsche)noten für Fleiß, Ordnung, Betragen und Mitarbeit, ihr Turnbeutelvergesser. Backt eurem Lehrer auch mal einen Kuchen oder bügelt die Leibchen. Reißt euch einfach mal 12 Jahre zusammen, für mich ist auch die sechste Stunde. Und wer hier meint, er müsste sich zum Klassenclown aufschwingen, kann sich schon mal Mittwoch 18:00 zum Nachsitzen eintragen. Und jetzt: Hefte raus, Klassenkloppe… bzw. arbeit…

Brrring! – Kleinfeld?!

Au! Die Piecke schmerzt wie Sau!
Ich hau‘ ab aus meinem Bau.
Verschließ‘ die Tür, ziehe durchs Revier,
markier‘ hier und da mal, dass ich da war.
Höre Gelaber, radel gerade über die Promenade,
Zeuge einer großen Maskerade.
Große Sporttaschen, grelle Farben, die mir sagen, dass sie frische Leibchen haben.
Gestiken von Gerngesehenen, aber jeder Fuchs weiß,
dass ähnliche Garderobe heute leider nicht mehr Schmutz heißt.
Deshalb schnupper‘ ich, was befindet sich da darunter.
Immer auf der Hut – wie Schlappi darunter!

Jeden Mittwoch (18:00), jeden Samstag (10:30) auf der Jagd,
denn das Rudel tollt, wenn die Kugel rollt!

Eine Pfote am Müsli, eine auf den Tasten,
ein Auge auf’s Geschäft, eines im Strafkasten,
ein Ohr für’s Rudel und eins für den Gegner,
ein Standbein und ein Kopfgrätscher.
Ein Fuchs muss tun, was ein Fuchs tun muss:
Luftloch und Ruhm und pöhlen bis zum Spielschluss.
Das ist mein Ziel, was ich noch nie so klar sah‘.
„Sky-Abo is the limit.“ – Pah! Und wohin schießt der Zaza?!

Oh, wie schön ist Kopfgrätscha

Du hast als Kind schon in Kopfgrätsche-Bettwäsche geschlafen? Und auf der Playsi gibt es für dich nur ein Team? Alle anderen nehmen immer Barca und Messi, aber du liebst die Herausforderung mit Team Kopfgrätsche? Ach komm, das sagst du doch nur so. Und falls du es mal beim Schwedenlauf ins Ziel schaffst, dann ganz bestimmt in einem Kopfgrätsche-Trikot? Langsam glaube ich, du willst dich einschleimen. Na gut, wenn ich Samstag 10:30 auf dem Platz wäre, würde ich dich zuerst in mein Team wählen. Und Mittwoch 18:00 sowieso. Es macht dir hoffentlich nichts aus, wenn wir es verkacken. Du würdest doch niemals in einem anderen Team spielen wollen, oder? In einem das sogar erfolgreich ist? Ach, von dem hattest du als Kind auch Bettwäsche? Ja logisch, irgendwann muss man die ja auch mal wechseln. Ich weiß, was du meinst. Trotz der Tigerentenbettwäsche habe ich irgendwann auch mal in andere Bücher geschaut. Also die Tigerente, der Tiger und der Bär sind ja ganz cool, aber irgendwann müssen die doch mal in Panama ankommen, oder? Ich will zwar nicht Spoilern, aber weder Panama noch die Champions League sind wirklich erreichbar. Fangen wir doch lieber mit was Schmalem an. Und wenn es nur die Ziellinie beim Schwedenlauf ist, dann soll es halt so sein.

Künstliche Verknappung der Ressourcen

Was wird hier gesucht?
Arbeitslos und eine Flasche Bier, das ist _ _ _, die Scheiße vom Revier.
_ _ _ _ _ _ _ 04 wir pissen euch ins Bier.
Musst du einmal scheißen und hast kein Papier, dann nimm doch die Fahne von _ _ _ _ _ _ _ 04.
Richtig, es muss irgendetwas sein, dessen Gründungsjahr einen naheliegenden Reim auf Bier oder Revier zulässt. Die Kombination mit Fäkalvokabeln bietet sich offensichtlich auch an. Aber seit Böhmi wissen wir ja, dass der erstbeste Reim, der einem so einfallen kann, meistens den größten Ärger bedeutet. Und Beef mit anderen brauchen wir nicht, dafür haben wir ja unsere Mitspieler. Es sei denn, die sind Samstag 10:30 alle bei der Knappenfußballschule und üben da heimlich für Mittwoch 18:00. Dann bleibt dem Rest auf der anderen Seite des Zaunes nur der Stille Protest in Trikots des Erzrivalen. Vielleicht ist aber doch ein kleiner Poetry Slam drin. Mit so subtilen Reimen, bei denen man erst in der Winterpause in Florida oder Dubai kapiert, dass man damit beleidigt wurde. Da trifft es sich doch super, dass der neue Trainer der Blauen aus Bayern kommt. Auf seinen Namen einen Reim zu finden, ist doch mal eine Herausforderung, wenn man nicht die Endung verschluckt. Sonst wäre es ja zu einfach. „Bierl“ und „Revierl“ können wir leider nicht gelten lassen.

Das war Spritze!

Getreu dem olympischen Motto: „Dabeisein ist alles, aber darüber twittern ist noch mehr.“ gibt es wieder einmal mehr Leute, die drüber reden, als Leute, die um Medaillen kämpfen. Dank des IOC wird aber auch das unqualifizierte Kommentieren zum Hürdenlauf auf Weltklasseniveau. Um die offiziellen Hashtags nicht kommerziell zu entweihen, wird die sympathische Spritzensportveranstaltung mit einer Reihe alternativer Hashtags begleitet. Die orthographischen Paralympics produzieren besonders liebenswerte Schöpfungen wie #Olümpia2016 #Rio2014 (besonders bei Weltmeistern beliebt) oder #OlympischeSpüle. Da wird das IOC aber blöd gucken, wenn das nachher im Duden landet. Kopfgrätsche soll ja gerüchteweise auch schon auf der Shortlist stehen. Einigen ist bei diesem Wetter sowieso die Lust auf Sommerspiele vergangen. Die Hertha wähnte sich in Dänemark wohl sogar bei den Winterspielen und fragte sich dauernd „Wo ist Pukki?“. Zum Glück gibt es noch einen Ort auf dieser Welt, wo man nicht soviel reden muss. Da zieht man sich einfach Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 ein Leibchen über, zählt stumm die anwesenden Mitspieler durch, rechnet im Sinn noch 2-3 Nachzügler dazu und stolpert einfach los. Allerdings ist das Laberbedürfnis doch inzwischen so groß, dass jeder Pass mit einem Kommentar geliefert wird. Muss ich doch sofort mal bei Thomas Bach nachfragen, was man dagegen tun kann. Der hat da immer ganz pfiffige Ideen.

Viva la Vita

Sehr geehrte Damen und Herren, anbei finden Sie meinen Lebenslauf, der sicherlich für sich spricht. Gucken Sie bitte nicht allzu genau hin, an einer oder anderer Stelle musste ich kreativ auffüllen.

1979 – 1990: Weitestgehend ballabstinent gelebt. Die F-Jugend übersprungen und direkt auf die Alten Herren vorbereitet.

1990 – 1998: Theoretisches Studium mit Sensible Soccer, Anstoss, Kicker-Sonderheften und den allerbesten Turnieren der Menschheitsgeschichte (Stichwort: Bördi Bördi Vogts).

1998 – 1999: Erstes und letztes Trainingslager in einem Landstrich, wo man seit dem den Fußball zugunsten des Handballs aufgegeben hat.

1999 – 2000: Magische Nachmittage im Fliederstadion, als willkommene Alternative zu DIA-Vorträgen (wahrscheinlich über die Architektur echter Stadien oder so).

2000 – 2004: Urbarmachung des Sumpfes am Kurt-Bürger-Stadions. Kurze Unterbrechung durch eine Sabbatical in der Bundeshauptstadt, um dort den Euro einzuführen (damit Paul Pogba keine 240 Millionen DM kostet).

2004 – 2007: Keine genaue Erinnerung. Irgendwas mit Sommermärchen. Fragt doch den Franz.

2007: Einrichtung einer elektronischen Benachrichtigung über die geplanten Spieltermine. Zweiter Platz mit Team „Reich“ beim 1. DIA-Turnier „Reich und Schön“ (Stichwort: Kapitalismuskritik)

2007 – 2012: Extrem individuelle Technikschulung bei revolutionären Trainingsmethoden  wie Fußballtennis und Franks Modus (Vorbild: Trainingsgruppe 2 Hoffenheim).

2012 – heute: Etablierung einer Marke, die nicht mal klebrige Brause (maximal klebrige Aufkleber) braucht, um Leuten das Gefühl zu geben, hier würde wirklich organisiert Fußball gespielt. Deaktivierung der Kommentarfunktion.

Die Geschichte wird fortgeschrieben Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Melden Sie sich nicht bei mir. Ich melde mich bei Ihnen.

Come to Kopfgrätsche pls!

Der Transfer von XY zu Z ist nahezu perfekt. Steht also ziemlich sicher bevor. Eigentlich ist schon alles fix. Und irgendwann wird das auch öffentlich. Vielleicht heute noch. Oder morgen. Auf jeden Fall vor der Reise nach Fernost. Oder währenddessen. Oder danach. Aber spätestens am Deadlineday. Die Wahrscheinlichkeit kann auf 150% gesetzt werden. Das ist so sicher wie sonst nix. Sagt die Bild. Und die hat es von der Sportbild gehört. Die wiederum hat es irgendwo auf Twitter gelesen. Und da folgt ja XY ja bereits seit einem halben Tag dem Busfahrer von Z. Ein todsicheres Indiz. Die bessere Hälfte von XY hat doch letztens auf Instagram dieses Foto gepostet, wo im Hintergrund unscharf ein Möbelwagen zu sehen war. Und in ihrem Horoskop stand doch auch, dass eine große Veränderung ansteht. Also wer diese Zeichen nicht erkennt, der ist echt zu blöd, 1 und 1 zusammenzuzählen. Sicherheitshalber mache ich noch ein YouTube-Video mit XYs besten Szenen zu Rummelbummsmusik und schreibe ein halbes Dutzend mal „Come to Z pls!“ in die Kommentare. Dann läuft das schon. Und wer hat es am Ende schon vor allen gewusst. Na? Na? Siehste. Nur diese Termine Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 halten mich leider davon ab, das Sommerloch noch mit weitere Fasttransfers anzureichern. Ein paar Stunden, in denen das Internet leider ohne weitere breaking Wasserstandsmeldungen auskommen muss. Aber keine Angst, ich hole danach alles nach. XY wird es mir bei seinem ersten Torjubel für Z danken.

Jäger des verlorenen Götzes

Was raschelt denn da? Da hinten hinterm Tor muss etwas sein. Soll ich da mal hinlaufen? Womöglich versteckt sich da dieses langgesuchte Talent, mit dem ich endlich in der Battle Arena Samstag 10:30 bestehen kann. Das Prestige Level vor Ort ist ja nicht ohne. Mal gucken wie viele Gegner die Arena diesmal verteidigen. Aber mit ein paar Mitstreitern können wir dort bestimmt bestehen. Wiederbelebung mit einem Hefe-Trank im Anschluss nicht ausgeschlossen. Bis dahin muss ich mein Talent noch etwas trainieren – von Pokémon Götze 2016 auf Pokémon Götze 2013 ist es ein weiter Weg. Vor allem sollte man es nicht nach Mitternacht füttern. Der Pokémon-Trainer im schwarzgelben Pikachu-Anzug würde ihm sogar alle Kohlenhydrate streichen, um auf die nötigen Wettbewerbspunkte zu kommen. Aber das lohnt sich. Pummelfeen-Pokémon sind angeblich stark gegen Kampf, Drachen und Unlicht (ist das dasselbe wie Flutlicht?). Gift-Pokémon, die sie mit Pfiffen und melodischen Schmähgedichten bekämpfen, zwingen sie aber wieder nachts vor den Kühlschrank. Ich lauf da auf jeden Fall gleich mal rüber und schieße einen Ball ins Gebüsch. Damit dieses Kicklee in meinem Rucksack endlich ausschlüpft, renne ich sogar manchmal nach einem Ballverlust mit zurück. Vielleicht hilft das auch Dienstag 18:00, falls die Arena wie in dieser Woche wieder von diesem roten Team verteidigt wird.