01. September 2018 – Ollis Abschluss
In seinem letzten Spiel musste Olli natürlich das entscheidende Tor schießen wie es sich für ein echtes kölsches Drama gehört. Hollywood wäre das too much, aber die haben auch nur den Kopf geschüttelt, als Olli sich am Sonntag das 3:5 zwischen St. Pauli und dem Effzeh in Hamburg gegeben hat. Machet jot, Jong!
Auf der Strafraumkante (samstags um halb 11)
Hallo Komma Absatz, Wie gehts Punkt neue Zeile.
Punkt 9: der Wecker tickt und er flüstert in mein Ohr: raus aus diesem Chaos, wir hab’n noch so viel vor. Ich frag ich mich wie spät es ist, und warum? Dann fällt es mir wieder ein: die gute Aussicht auf alles was ich brauch am Samstagmorgen. Zwischen Never Surrender und License to ill. Kein Ponyhof, kein Wunschkonzert. Ich bin doch kein Idiot und das soll ich heute beweisen. Wenn irgendwas gut ist dann das hier. Denn du bist es auch und weil ich mich so selten irr mit Menschen, Mädchen sag ich dir: wir beide sind die Guten. Aber das seh ich erst, wenn ich’s glaube. Also ready steady Fremdkörper go! Wir schießen den Ball bis zum Mond, um vielleicht das Siegerlied statt der Hymne anstimmen zu können. Heute wird gewonnen, bitte. Am Ende wollen die Unkaputtbaren aber nur sagen: es sah zwar aus wie Eiskunstlauf ohne Ton mit Hoppe hoppe Easy Rider, wenn er fällt, dann kriecht er halt weiter. Aber alles war schön und nichts tat weh. Wir werden uns kümmern – mein Freund, das Wrack, ich und so. Nur für den Heimweg gilt: bring dich doch selbst nach Haus und komm Mittwoch wieder. Vorher gibt’s aber noch ein Souvenir aus dem Fotoautomat.
29. August 2018 – Jogis Powerpoint-Karaoke
25. August 2018 – Der Ball ist unrund …

… und die Luft ist raus. Das Runde hätte durchs Zackige gemusst:

Und jetzt hilft auch kein laminieren mehr:

Die Verwandlung
Als ich heute morgen aus unruhigen Träumen erwachte, fand ich heraus, dass schon wieder eine Bundesliga-Saison startet. Das ist dieser Wettbewerb, wo seit Jahren beim Blick auf die Tabelle alle müde gähnen. Da konnte sich Bill Murray ja beim täglichen Aufwachen in Punxsutawney auf mehr Abwechslung freuen. Gut, um den ersten Platz gibt es angeblich einen offenen Wettbewerb bzw. hatten sich das die Gründerväter der Bundesliga einmal so überlegt. Und wenn sich der Branchenprimus um den 12. Spieltag rum zwei Unentschieden in Folge leistet, wird man sich dunkel daran erinnern. Im März haben wir das aber spätestens vergessen. Aber auch sonst ist die 1. Liga eine beruhigende Konstante in diesen wilden Zeiten. Alle professionellen Werbekampagnen und witzigen Social-Media-Trends werden nicht verhindern, dass sich der Anker in der Mitte der Liga aus der Erde bewegt. Die Berliner Hertha wird auch dieses Jahr ruhig beobachten wie ihre Tabellennachbarn verzweifelt um Europa-League und Klassenerhalt kämpfen. Schließlich hat sie mit dem Erreichen des DFB-Pokalfinales wieder einmal ein größeres Ziel. Mit dem traditionellen Scheitern irgendwann im Spätherbst wird die Rest-Saison von 20 Spieltagen unsexy zu Ende gespielt. Zur Konstanten am Tabellenende mausert sich seit einiger Zeit der VfL Wolfsburg. Mit einem Kader der nie absteigen kann, ist er verdammt Jahr für Jahr den Relegationplatz warm zu halten, bis der HSV endlich mal wieder Lust hat. Und um diese drei Ankerpunkte in der Tabelle strampeln noch ein paar Clubs wie Käfer auf dem Rücken, um die erste Liga oder die Champions-League-Quali zu erhalten. Und das alles nur, um die eigenen Fans auch in der nächsten Saison in diesem Wettbewerb zu enttäuschen. Da freu ich mich doch lieber auf dem Samstagmorgen. Wenn ich da aufwache und 10:30 Kopfgrätsche angesagt ist, warten jedesmal neue Überraschungen, die erst mit dem Sonnenuntergang am Mittwoch Abend enden.
22. August 2018 – Abwärts
15. August 2018 – Ballspreading
11. August 2018 – Selfie mit Taunty, Josef und Co.

Mit zunehmendem Alter wird es für Josef immer schwerer, sich die Namen auf dem Fußballplatz und dem #kopfgrätsche-Foto zu merken. Javid, weiß er natürlich. Abdel musste er auf dem Platz schnell nochmal fragen, wie er heißt. Und „Taunty“ steht auf dem Trikot-Rücken von Amit, weil es sein alter Nickname ist. Tim, André und Vadim waren auch da – aber nicht auf dem Foto. Und die anderen auf dem Bild: Weiß Josef nicht mehr. Hat er vergessen. Und das meint er nicht böse.
Boiler Man (I think it’s going to be a long, long time)
Die Engländer sind raus. Mal wieder. Ab heute können alle mal sehen wie es ist ohne das dicke Pfund auszukommen. Jedenfalls auf dem Transfermarkt. Das begehrte üppige englische Fernsehgeld bleibt da wo es ist. Quasi ein zweiter selbstgewählter Brexit, um nach dem Saisonstart keine Spieler mehr nachkaufen zu können. Traditionell ist deswegen am letzten Tag die bloody Hell los. Jedenfalls nehmen sich TV-Experten an diesem Tag besser nichts vor. Sondersendungen, die 12 Stunden lang wie an Silvester den Countdown bis Null Uhr runterzählen, müssen schließlich besetzt werden. Und jedes Premier-League-Stadion braucht einen embedded Journalist vor Ort, der bei Bedarf einen Autokorso oder einen wütenden Mob einfangen kann. Und dann entscheiden sie sich in Manchester und Tottenham für einen Buy-Nothing-Day. Really? Your full Ernst? Bis kurz vor Mitternacht waren sich alle sicher: equal goes it loose. Aber dann gab es vermutlich einen landesweiten Faxausfall. Mein Fax mit den Daten Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 ist hoffentlich noch angekommen. Nun ja, jetzt können sie sich in England endlich wieder auf die wichtigen Dinge konzentrieren: Fußballwappen mit Bandartwort mixen z.B. oder lustige Maskottchen erfinden.
Sunday pic.twitter.com/GGdQQdjy65
— Bands FC (@_Bands_FC) 9. August 2018
Ready? pic.twitter.com/EXdOqAsK68
— Bands FC (@_Bands_FC) 9. August 2018
Bands F.C.
The White Stripes pic.twitter.com/WH4FgGJsGC— Bands FC (@_Bands_FC) 3. Juli 2018
Bands F.C.
Arcade Fire@arcadefire pic.twitter.com/nrTghoGg82— Bands FC (@_Bands_FC) 5. Juli 2018
Bands F.C.
The Rolling Stones@RollingStones pic.twitter.com/igqpRAzNxO— Bands FC (@_Bands_FC) 2. August 2018
A few folks have had a moment when they realised the Daft Punk robots are actually on this badge. You saw them though, right? pic.twitter.com/yrFPTNh8al
— Bands FC (@_Bands_FC) 25. Juli 2018
Show me a better mascot than West Brom's Boiler Man and I'll show you a liar. pic.twitter.com/liNGzcJjGb
— Ben Coles (@bencoles_) 4. August 2018
04. August 2018 – Steppenleitwölfe
Morgenröte für Rautenkranz
Nach unzähligen Jahren des Zitterns ist heute der Tag, auf den viele gewartet haben: der HSV darf zeigen, ob er zweite Liga kann. Lange hat er sich geziert. Aber jetzt sagt er „na gut“ und tut all jenen den Gefallen, die sich das nicht vorstellen konnten. Vielleicht ist es aber gar nicht so schlimm mal an einem Wettbewerb teilzunehmen, den man sogar gewinnen kann. Das geht ja beim Audi Cup auch nur, wenn die Bayern mit der Schülermannschaft antreten. Für manche ist sogar schon Kopfgrätsche Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 das Maximum. Also vielleicht ist es sogar ganz nett, Städte wie Magdeburg und Dresden mal einfach flußaufwärts an der Elbe zu besuchen. Nach St. Pauli reicht sogar ein HVV-Gruppenticket. Da verfährt man sich schneller auf dem Weg nach Hoffenheim. Allerdings wäre auch die zweite Liga enttäuscht, wenn der HSV nicht seine Kernkompetenzen einbringen würde. Also Diskussionen um die Uhr, komische Fan-Aktionen und schnell wechselndes Personal. All das, was die erste Liga schon ziemlich schnell vermissen wird. Und am Ende ist es wie bei „Verzeih mir“ mit Ulla Koch am Brink und der HSV darf wieder zurück an den Familientisch. Und er wird sich fragen, warum er sich all die Jahre dagegen gewehrt hat diesen zu verlassen.
28. Juli 2018 – Total Eclipse of the Heat
Schlechtwetterfußballer
Wir haben ja schon alles durch. Einen Kopfgrätscher hält nicht viel vom Kicken ab. Selbst, wenn normalerweise jemand fragt: „bei dem Wetter?“, sagt man erst recht „warum nicht?“. Nicht umsonst sagt man, dass nach einem Atomschlag nur Kakerlaken und Kopfgrätscher wieder aus ihren Löchern gekrabbelt kommen. Allerdings habe ich schon echt lange keine Kakerlake mehr gesehen. Die werden sich doch nicht dünne gemacht haben? Da kommt der Kopfgrätscher ins Grübeln. Ihn Samstag 10:30 einfach im Auto zu lassen, ist allerdings auch keine gute Option. Vielleicht lässt man ihn doch ein wenig über den Platz schleichen. Vielleicht entwickelt er sich aber auch zum Sandplatzexperten wie Rafael Nadal. Mit Schäufelchen und Eimer wird es nicht lange dauern, bis er eine Sand-Wismarena in den Strand gebuddelt hat. Der Wasserball ist rund und nach dem Essen ist vor dem Schwimmen, dazwischen dauert die Pause 90 Minuten. Damit kann man arbeiten. Nur die Volleyballer nerven mit ihrer Netzphobie. Aber wenn man sich mit Sonnencreme eine Nummer auf den Rücken malt, braucht man sich kein teures Bayern-Trikot kaufen. Vertretbare Betriebstemperaturen für Kopfgrätscher sind dann hoffentlich 18:00 wieder zu erwarten. Vielleicht sogar mit Unwetter. Aber dazu sagt der Kopfgrätscher eigentlich nur lakonisch: „warum nicht?“.
Sonnenkampeones
21. Juli 2018 – Stop! Amboš Time!
Born here, but able to run somewhere else
Man muss nicht der geborene Kicker sein. Born to run reicht völlig. Egal ob man aus Badlands oder Promised Land kommt, Hauptsache man setzt den Fuß out in the Street. So wie der Boss vor 30 Jahren als er 160.000, die born in the GDR waren, in this Hard Land besuchte. Und wenn ihr euch heute in eurer brilliant Disguise auf die Thunder Road traut, hört ihr schon bald wie der Wrecking Ball durch die Gegend gebolzt wird. Mit Hungry Heart und Human Touch. Die Glory Days sind vielleicht schon etwas länger her und die Spare Parts werden knapp. Wir sind vielleicht nicht tougher than the Rest aber dafür on Fire und bis zum letzten Tor gilt: no Surrender. That’s why I’m goin’ down Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00, obwohl ich weiß: my Best was never good enough.
18. Juli 2018
14. Juli 2018 – tricolore kockast
À la baguette
Was macht man, wenn man im Land des kommenden Weltmeister urlaubt, aber nicht darauf verzichten möchte, das WM-Finale von Béla Réthy kommentiert zu bekommen? Dann führt kein Weg am Kiez vorbei. Das Bistro Allemand mit Biergarten am Canal Saint-Martin. La Deutsche Gemutlichkeit à Paris. Zwischen Kraft Bier und Käsespätzle, Fritz Cola und Weltmeisterplatte gibt es hier alles, um sich mit Wehmut daran zu erinnern, warum hier überhaupt eine Weltmeisterplatte auf der Karte steht. Und Fußball ist auch abseits von großen Turnieren stets ein zentrales Element dieser Erlebnisgastro. „Viens jouer sur le seul Baby foot allemand de Paris et suivre les matchs de la Bundesliga ou de la Manschaft!“ Baby foot allemand ist übrigens Tischkicker. Aber auch sonst kann man sich hier super auf den nächsten Vokabeltest vorbereiten.
avoir un bon placement – ein gutes Stellungsspiel haben
pénétrer dans la surface de réparation – in den Strafraum eindringen
brosser le ballon – den Ball anschneiden
amorti de la poitrine – gefühlvolle Ballannahme mit der Brust
rècupèrateur – zentraler defensiver Mittelfeldspieler oder Bergmann
correspond à la ligne des 6 mètres – 5-m-Linie
prendre en sandwich – in die Zange nehmen
grand pont – Trick, bei dem der Ball rechts bzw. links am Gegner vorbeigeht und dieser auf der anderen Seite umlaufen wird
Nur Kopfgrätsche Samstag 10:30 / Mittwoch 18:00 lässt sich schwer adäquat übersetzen. Und wer jetzt den Kopfgrätsche-Aufkleber sucht, sollte im Kiez unbedingt mal auf dem Klos vorbeischauen. Beim grünen Ampelmännchen.













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