Die Verwandlung

Als ich heute morgen aus unruhigen Träumen erwachte, fand ich heraus, dass schon wieder eine Bundesliga-Saison startet. Das ist dieser Wettbewerb, wo seit Jahren beim Blick auf die Tabelle alle müde gähnen. Da konnte sich Bill Murray ja beim täglichen Aufwachen in Punxsutawney auf mehr Abwechslung freuen. Gut, um den ersten Platz gibt es angeblich einen offenen Wettbewerb bzw. hatten sich das die Gründerväter der Bundesliga einmal so überlegt. Und wenn sich der Branchenprimus um den 12. Spieltag rum zwei Unentschieden in Folge leistet, wird man sich dunkel daran erinnern. Im März haben wir das aber spätestens vergessen. Aber auch sonst ist die 1. Liga eine beruhigende Konstante in diesen wilden Zeiten. Alle professionellen Werbekampagnen und witzigen Social-Media-Trends werden nicht verhindern, dass sich der Anker in der Mitte der Liga aus der Erde bewegt. Die Berliner Hertha wird auch dieses Jahr ruhig beobachten wie ihre Tabellennachbarn verzweifelt um Europa-League und Klassenerhalt kämpfen. Schließlich hat sie mit dem Erreichen des DFB-Pokalfinales wieder einmal ein größeres Ziel. Mit dem traditionellen Scheitern irgendwann im Spätherbst wird die Rest-Saison von 20 Spieltagen unsexy zu Ende gespielt. Zur Konstanten am Tabellenende mausert sich seit einiger Zeit der VfL Wolfsburg. Mit einem Kader der nie absteigen kann, ist er verdammt Jahr für Jahr den Relegationplatz warm zu halten, bis der HSV endlich mal wieder Lust hat. Und um diese drei Ankerpunkte in der Tabelle strampeln noch ein paar Clubs wie Käfer auf dem Rücken, um die erste Liga oder die Champions-League-Quali zu erhalten. Und das alles nur, um die eigenen Fans auch in der nächsten Saison in diesem Wettbewerb zu enttäuschen. Da freu ich mich doch lieber auf dem Samstagmorgen. Wenn ich da aufwache und 10:30 Kopfgrätsche angesagt ist, warten jedesmal neue Überraschungen, die erst mit dem Sonnenuntergang am Mittwoch Abend enden.