Ein unverhofter Sommer-Sonnabend mit einem schönem Vier-gegen-Vier und einem alkoholfreiem isotonischen Getränk zu Viert.
Wer als Topmanager etwas auf sich hält, verabschiedet sich jetzt ins verlängerte Wochenende. Das kann auch gern etwas länger sein als bei normalen Arbeitnehmern. Ruhig mal eine Business-Break machen von Flughafenbau, Motortuning oder Wüsten-WM-Buddelei. Lieber auch das Handy ausschalten für den maximalen Erholungseffekt und natürlich um es den ermittelnden Behörden nicht ganz so einfach zu machen. Oder mal wieder den guten alten Fifa-Manager zocken und kurz vorm Bankrott rechtzeitig den Netzstecker ziehen. Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 gibt es zudem schönes buntes Animierprogramm. Teilnehmer mit dem blauen Bändchen lassen sich von animierenden Powerpointfolien mit strammen Waden verwöhnen. Deren kommunizierte Werte sind traditionell eher grob geschätzt. Ich schätze, der eine andere halt das ganze für sauberen Sport. Beim genaueren Hinsehen ist es aber in Wirklichkeit doch nur unproduktives Hin- und Hergerenne mit dürftigem Chancenoutput. Aber das wird hoffentlich sobald niemand merken.
Der größte Briefkasten der Republik besteht dieses Wochenende aus mehr als 30 Multifunktionenarenen in den Metropolen Hamburg, München, Berlin und Sinsheim. Und da in so einem Briefkasten ja leider zu oft Futter für das Altpapier landet, muss man klar kommunizieren was da alles rein soll. Schließlich sind wir Deutschen Weltmeister bei Recycling und Mülltrennung. Pizzaflyer und Ikeakatalog werden gerade noch geduldet. Mit der größten deutschen Tageszeitung ist es da schon schwieriger. Was macht man mit diesem Revolverblatt nur, wenn man sich nicht gerade einen überdimensionalen Papierhut gegen Sonne und Bierdusche basteln muss? Nur eine gut sichtbaren Beschilderung signalisiert dem Zusteller wo er zustellen muss und wo er dem bissigen Hund aus dem Weg gehen kann. Deshalb hier meine Botschaft an den Briefträger: ich bin Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 nicht zuhause. Bitte geben Sie in dieser Zeit meine Post beim Nachbarn oder wie gewohnt im Getränkemarkt ab. Gegen Sie nicht über Los und veruntreuen Sie keine größeren Geldsendungen. Oder kommen sie direkt zum Platz und zeigen Sie, dass Sie auch runde Sendungen einwerfen können. Bringen Sie den Hermes-Mann gleich mit. Aber nur, wenn er den Ikeakatalog dabei hat.
Trendy wie #kopfgrätsche nun so ist, war das fortwährende Thema Raklamieren und Lamentieren unser Foto-Moto des Sonnabends. Wie Jürgen vorab schon in seiner digitalen Kabinenpredikt einführte, hat uns Welttorhüter ein gereizten #Reklamierarm. Beobachter des winkemütigen Torwächters nervt er schon lange und nun trendet der unsportliche Reflex auch bei Twitter (@reklarmierarm_).
Während wir nun alle für das Foto reklamieren, dreht sich der Fußball weiter. Wie im echten Leben (auch in Manus):
Auch in der dritten Halbzeit am/im Kai wurde weiter reklamiert. Mehr alkoholfreies Hefeweizen gabe es trotzdem nicht.
Huhu! Hier bin ich. Da wo es winkt. Dort wo der Reklamierarm sich in die Höhe streckt, um anzuzeigen, dass das gerade gefallene Gegentor ein schlechter Witz ist, den man wegwedeln kann. Aber jeder braucht halt eine Geste, die sich auch als Denkmal gut darstellen lässt. Kann ja nicht jeder wie der Kaiser mit den Händen in den Taschen übers Feld schlendern. Oder breitbeinig die Hände in die Hüften stemmen, bevor der Freistoß übers Stadiondach fliegt. Oder die Hände Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 eng am Oberkörper führen, während man eine ausladende Kurve um den Ball läuft. Die Hand wird aber beim Fußball traditionell eher diskriminiert. Dabei ist das unser evolutionärer Vorteil schlechthin. Beim Fußball wird sie lediglich genutzt, um primitivere Organe zu schützen oder wir stecken sie gleich in plumpe Handschuhe (also die Hände). Meistens bei demjenigen, der am unverdächtigsten ist, ein Tor zu erzielen. Da aber inzwischen sogar Welttorhüter ihre spektakulären Aktionen außerhalb des Strafraums suchen, bleibt der guten alten Hand nur noch übrig, ab und zu mal zu winken. Sonst bildet die sich irgendwann noch zurück. Denn selbst die liebgewonnene Antwort „spielt bei Bremen“ auf das reklamierte Handspiel, ist schon lange nicht mehr wahr.
Guten Tach. Liebe …iebe Gemeinde …einde wir …ir sind …ind zusammen …ammen gekommen …ommen um den Rummenigge am Klafünf zu ehren. Drum Hefte raus – Klassenarbeit! Baby, es gibt Ball. Der Samstag (10:30) und Mittwoch (18:00) sind pickepackevoll mit Ball, Ball und nochmals Ball. Bis du sagst: I brake together. Hauptsache, ihr lasst mich hier nich allein inne Tropfsteinhöhle. Ach nee, ich habe mich vertan. Rasen, Popasen hat er gemeint. Also frag ich dich, Reinhold. Nee, ich frag dich, Helge. Reinhold. Helge. Reinhold. Helge… das alte Reinhold-Helge-Spiel quasi. Nur mit Törchen jetzt. Mama, tu mal die Törchen. Dazu kannst du wählen eine Beilage. Vielleicht das Bonbon aus Leder, das im Karton rappelt? Momentemal. Das Telefon schellt und ich bin im Tabellenkeller, vielleicht nur verwählt doch ich bin schneller. Entschuldigen Sie, haben Sie mir gerade Gras in die Haare gestreut? Ich habe mich vertan. War doch nur Fitze Fitze Fatze. Also zieh dich aus, alte Hippe und die schlitzlosen Unterhosen oder die Fußballtöppen an. Und wenn die nich passen, hab ich einen Tipp für dich: Scheiß ihm in die Stiefel…
Das Estadio Ramón Sánchez Pizjuán des FC Sevilla liegt gut zentral und praktischerweise neben einem Einkaufszentrum. Grosses Manko: Sevilla ist die zweitheißeste Stadt von Europa. Kann also sein, dass Rafael van der Vaart und Heiko Westermann (beide Betis Sevilla) den Satz „Sevilla ist heißer Cheiss, Digga!“ völlig falsch verstanden haben. Interessant: bei der Beliebtheit der Vereine steht Betis auf Platz 6 und der FC ist garnicht in den Top Ten.
Zweitens abgebildet ist die Baustelle des Stade des Lumières, das neue Clubstadion von Olympique Lyon und ein Austragungsort der Fussball-EM 2016 in Frankreich.
Das letzte Bild ist nicht die Auslage des Fanshops im Camp Nou, nur eine stinknormale Raststätte in der Nähe von Figueres. Es gibt ja alles mit dem FCB-Logo: Ballpumpen, Messi-Shirts, Ronaldinho-Perücken. Christstollen leider nicht.
In den letzten Monaten wurde die Nachwuchsabteilung von #kopfgrätsche ordentlich aufgestockt. Grund genug für neue Trikots (auch im Shop erhältlich). Eines ging auch an Ricks Nachwuchs:
Stolz wurde der Neuzugang beim obligatorischen Abschlussfoto präsentiert:
Beim alkoholfreien Hefeweizen im/am Kai danach, war das Hemdchen schon sicher verstaut und Jürgen ganz nah an einer gelben Karte:
Und jetzt sprecht mir nach: „Ich. Kevin de Kopfgrätscher. Spiele auf jeden Fall. Diese Saison. Aber in jedem Fall Samstag 10:30. Und Mittwoch 18:00. Mit den anderen Kopfgrätschern. Für die kein Verein der Welt. Auch nicht aus England. Nicht mal Manchester City. 80 Millionen bezahlen würde. Auch nicht für alle zusammen.“ Hätten wir das geklärt. Ein bisschen Planungssicherheit wäre ja doch trotz der Transferdeadline ganz nett. Obwohl sich, ob des schnell rotierenden Transferkarussells nicht nur der Kaiser fragt, ob das nicht schon die Adventszeit ist, die uns da heimsucht. So viel Heimlichkeit in der Kaderplanung und am Monatsersten packen alle den dicken Sack mit dem englischen Fernsehgeld aus und kaufen sich dafür eine Schubkarre voll Dominosteine. Passend zu den Kettenreaktionen auf dem internationalen Transfermarkt. Aber wer weiß, vielleicht fällt ja auch der eine oder andere neue Mitspieler für uns dabei ab. Wir heißen auf jeden Fall jeden willkommen, der es Samstagsfrüh rechtzeitig aus dem Bett oder Mittwochabend rechtzeitig aus dem Büro schafft. Wir integrieren sogar Zufrüh- und Zuspätkommer aus anderen Zeitzonen. Auch für den Fall, dass das ManCity-Fax spinnt und Kevin am Ende zur Greenwich-Time bei uns auf dem Platz steht.
Wie im vergangenen Jahr sollte kopfgrätsche.de auf dem Schwedenlauf vertreten sein. Drei #kopfgrätsche-r waren auch anwesend. Allerdings waren Sylvia (0:57:05,2) und Christian für ein anderes Team unterwegs. Letzterer griff im Vorfeld anstelle des Lachses zum Rollmops. Die resultierende Lebensmittelvergiftung zwang ihn zum Zuschauen.
Jetzt hoffe ich (0:55:49,0) für das nächste Jahr auf John und Kati, die beide ihren Start beim 17. Schwedenlauf angekündigt haben.
Es ist ja nicht so, dass ihnen Fußball total egal sei. Okay, sie ignorieren nonchalant das olfaktorische Desaster aus dem Leibchenbeutel, aber dafür führen sie unsere Tippspiele an und pusten auch mal, wenn man ein Aua hat. Dennoch war früher sehr viel mehr aktiver Frauenanteil auf den Kopfgrätsche-Plätzen. Die aktuelle Geschlechter-Entwicklung hingegen lässt mich ratlos zurück wie Franz Josef Wagner. Bei Wagner wären sie wahrscheinlich maximal als schmückendes Accessoire am Spielfeldrand geduldet, weshalb die freche Berufsbezeichnung Schmuckdesignerin bei einigen doch irgendwie passt. Spielerfrauen können sich an den Kopfgrätsche-Girlsdays Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 allerdings nicht wirklich auszeichnen. Aktive Mitspielerinnen sind natürlich immer noch gern gesehen. Ich muss doch auch mal die kleine Chance haben, einen Zweikampf zu gewinnen, um im nächsten Moment mit einem Tunnel auf den Boden der Tatsachen zurück geholt zu werden. Aber vielleicht sind die Grande Dames der Kopfgrätsche-Historie einfach nur clever genug gewesen, auf dem Zenit als Mythos abzutreten. Während unsereins immer noch ernsthaft jede Woche damit rechnet, dass endlich der Durchbruch gelingt. Ähnlich wie beim Tippspiel.
Nach dem Softopening am Freitagabend wird es in der Liga also endlich wieder ernst. Damit verbunden ist die ewige Frage. Und damit mein ich nicht diesen Boulevardmist wie „In welchem Park findet das nächste HSV-Grillfest statt?“ oder „Was ist der Supersuperlativ von supersuper in Peps Wörterbuch?“. Nein, die häufigste und wichtigste Frage bis zur Winterpause ist doch: „Wo guckst du?“ Der Fußball ist schließlich die letzte Bastion des lineare Konsums. Wer früher Ameisenschlachten verschlüsselt auf Premiere gesehen hat, weiß Farben zu schätzen. Und wer heute den Kommentar stumm schalten kann, mag auch nicht auf guten Ton verzichten. Aber bevor ihr euch eine 3D-Brille aufsetzt, solltet ihr unbedingt die neuen Sendetermine in hyperrealer Optik notieren. Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 wird es euch so vorkommen, als ob ihr wirklich mittendrin seid. Wenn euch die Spieler live den Knoten in die Beine dribbeln oder ihr einem herzlichen Tackling ausweicht, werdet ihr die fünfte Dimension erleben: Schweiß. Und wenn Isaac wieder dabei sein sollte, habt ihr den besten Blick auf richtigen Fußball. Alles ohne teures Abo, komplizierte Receiver und den ganzen Konferenzquatsch. Nur das Expertengeblubber habt ihr leider permanent aufm Ohr. Aber so ist das nun mal beim Public Viewing.
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