Schuss per SMS

Habt ihr meinen Brief bekommen? Nein? Verdammt, ich hätte wohl direkt vorher anrufen sollen und ankündigen, dass da Post kommt. Oder per Fax noch mal nachhaken. Vielleicht war das Problem, dass der Brief offen war. Aber der offene Brief ist doch gerade wieder im Trend. Mehr jedenfalls als das gesungene Telegramm oder Schluss per SMS. Das kann man beim Aufkündigen von Klima-Abkommen machen. Aber was stand in meinem Brief noch mal drin? Haben wir was gewonnen? Nö. Mussten wir einen Trainer entlassen, obwohl er erfolgreich war? Nö. Habt ihr Sitzschalen und Böller aus eurem Affenkäfig geworfen? Ich hoffe nicht. Musste ich eigenes Unvermögen dunklen Mächten in die Schuhe schieben? Kann man versuchen, aber dafür gibt es ja Watergate.tv. Dann weiß ich auch nicht mehr. Kann wohl nicht sooo wichtig gewesen sein. Sonst hätte es dazu bestimmt eine Push-Nachricht gegeben. Ich schau noch mal die Notizen auf meiner Hand durch. Hm, dann kann es höchstens was zu Kopfgrätsche gewesen sein. Leider ist die Schrift inzwischen verschmiert und liest sich eher wie Covfefe. Aber Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 daneben kann ich noch entziffern. Dann muss es das wohl sein.

27. Mai 2017 – Ei for an Ei

Fußball_Januar_2017_05_27_Foto_01 Ei for an Ei,

Ei believe Ei can flEi,

Like Ei and no sunshine,

¡Ei, caramba!,

Ei, Ei, Ei,

…das sind verschiedene mögliche Überschriften für dieses #Kopfgrätsche-Foto, auf welchem John aufgrund (Ei)ner Ecke auf Hüfthöhe nicht mehr selbst ersch(Ei)nen konnte.

So gab es nur zw(Ei) Hefew(Ei)zen im K(Ei) zur dritten Halbz(Ei)t:

Fußball_Januar_2017_05_27_Foto_02Habt ihr w(Ei)tere Überschriftenvorschläge?

Erste Hälfte ade

Ist ja ganz schön, wenn ihr euch die Zeit für etwas Fußball Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 nehmt. Aber reicht das wirklich? Die Spielzeit an sich ist ja ganz ordentlich frequentiert, aber mit den paar lumpigen Trinkpausen ist der internationale Erfolg unerreichbar. Eine vernünftige Halbzeitpause von knapp einer halben Stunde müsste schon drin sein, um den Auftritt von Popsternchen zu ermöglichen. Gut, der Song an sich dauert vielleicht 3 bis 4 Minuten, aber solange eine vernünftige Bühne nicht fester Bestandteil eines Fußballfeldes ist, muss der ganze Krempel immer noch auf- und abgebaut werden. Diese unschönen Begleiterscheinungen wären unnötig, wenn Fußballer gleich ordentlich singen könnten. Aber seit Udo Jürgens und Michael Schanze wissen wir, dass man diese Büchse der Pandora lieber nicht öffnen sollte. Ein rappender Lothar Matthäus oder Pierre Littbarski unterm Sombero haben Generationen von Nachwuchskickern nachhaltig traumatisiert. Ob Jerome Boateng überhaupt passende Sneakers zur Bärenfellmütze im Schrank hätte? So bleibt nur die Halbzeitunterhaltung den Profis am Mikro zu überlassen. Sonst gibt es wieder peinliche Elfmeter-Contests gegen das Vereinsmaskottchen oder Heiratsanträge auf der Videoleinwand. Ab nächster Saison macht das aber wenigstens auf Schalke Spaß, wenn sich der Bräutigam über den Chip im Trikot tracken lässt und man auf dem Videowürfel genau sieht, in welcher Klokabine er sich versteckt.

Noch’n Gebolz

So langsam stellt sich tatsächlich das Gefühl von Saisonende ein. In den Stadien werden Pokale hochgehalten sowie Blumensträuße und Grafiken an verdiente Spieler gereicht. Es gibt sogar einige Tage ohne Fußball, weil alle parallel spielen. Das merken auch die Lebenspartner und machen lange To-Do-Listen und planen Familienfeiern. Doch Halt! Moment! Noch nicht klatschen. Da kommt doch noch was. Und wie einst Heinz Erhardt versaut sich der Fußball seine Pointe und schickt ein paar Zeilen in Form der Relegation hinterher. Kein Wunder, dass der Schelm HSV-Fan war. Aber dann ist immer noch nicht Schluss. Dann kommt ja noch der ConfedCup. Bei der Generalprobe für die WM wird getestet, ob die Fähnchen an den Lada passen, Bier mit Vodka schmeckt und die Popup-Banner auf livetv.sx endlich stabil laufen. Dafür hat sich Jogi extra ein paar Nationalmannschaftsdarsteller eingeladen. Quasi als Stand-Ins, um schon einmal das Licht für Werbespots und Hanuta-Aufkleber einzurichten. Das kann man sich natürlich unmöglich entgehen lassen. Ich hoffe nur, es sind noch ein paar Talente übrig, um Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 unsere Teams aufzufüllen. Hinter eines Tores Pfosten, ruft die Kopfgrätsche gen Osten. So, jetzt können se klatschen.

Wer Дружба sagen kann…

„Mach dein’ Job!“ ruft Micha gerne auf dem Platz. Das klingt so einfach, aber nichts könnte schwerer sein. Ob man nun FBI-Direktor, BVB-Trainer oder FIFA-Ethik-Kommissar ist – den Job zu machen, heißt nicht unbedingt, den Chef glücklich zu machen. Der wünscht sich manchmal sogar, dass man gar nichts macht, obwohl in der Stellenanzeige etwas drin stand. Für die Job-Beschreibung FIFA-Ethik-Kommissar reicht eigentlich ein Satz. Ein herzliches „Guck weg!“ z.B. (am besten auf russisch). Und daran scheitern komischerweise heute die meisten Fachkräfte. Also wenn sich dein Vorgesetzter bei Vladimir Putin Wahlkampfhilfe holt oder sich von ihm das nächste große Turnier bezahlen lässt, oder wenn ein Hobbybomber dich motiviert deinem Chef zu widersprechen – es ist nie verkehrt, etwas russisch zu können. Im Zweifelsfall darf man mit einer großzügigen Abfindung rechnen und frühzeitig ins Wochenende verschwinden. Dann hat man genug Zeit für Kopfgrätsche Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 und landet vielleicht sogar bei der Mannschaftsaufteilung in dem Team, in dem „Сделайте свою работу!“ gerufen wird.

The Winner takes it all

ABBA kommt! Und das ist nicht die Veranstaltungsankündigung für den Empfängerkreis, in dem ich heimlich Schlaghosen und Plateau-Schuhe mit Schraubstollen trage. ABBA ist endlich mal wieder etwas Neues, um zu erreichen, damit uns bei dem täglichen Fußballangebot nicht der Spaß am Ball vergeht. Quasi ein neues Versmaß beim Elfmeterschießen, das den altbackenen Haus-Maus-Engländer-scheiden-aus-Reim unterbrechen soll. Gefühlt erst gestern wurde der gute alte Münzwurf durch das Elfmeterschießen abgelöst. Davor hatte man die Entscheidung per Faustkeil, Papyrus, Säbelzahntiger herbeigeführt. Irgendwo dazwischen gab es noch Golden-, Silver- und Bronze-Goal. Nun also ABBA. Das heißt Mannschaft A schießt einmal, dann darf Mannschaft B zweimal und am Ende kann Mannschaft A nachziehen. Bevor alles wieder von vorne beginnt. Die Engländer erinnert es an Waterloo und werten das als gutes Omen. Das wird aber erst einmal bei einem U17-Turnier getestet. Noch ein Grund mehr sich das auch noch anzugucken, um die letzte fußballfreie Zeit endlich mit Sinn zu füllen. Solange das nicht absolut idiotensicher ist, folgen wir vorerst weiterhin noch dem Rhythmus SAMI. Samstag 10:30 vor Mittwoch 18:00. Was darauf folgt, kann sich jeder denken.

30. April 2017 – Trikot-Präsentation: Mit der No.18: Hanna!

Fußball_April_Hanna_2017_hoch_04Der Legende nach war anfangs ein Trikot in der Farbe rosa angedacht. Und dass, obwohl Hubertus, Moritz, Thees und Tim schon ihre weißen Trikots mit blauer Schrift als Willkommensgeschenk bekommen hatten.

Fußball_April_Hanna_2017_hoch_02

Der Fuß tendiert zum Ball!

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Die Hand tendiert zum Ball?

Die #kopfgrätsche-Gemeinde hatte sich dann doch für das Nachwuchs-Trikot in den traditionellen Farben entschieden und als Rückennummer die  Glückszahl 18 gewählt.

Nachdem es schon ein „Wiegenkick für Hanna“ gab, fand eine feierliche Übergabe im Oktober beim Abstinken im Kai (siehe Nachwuchs-Trikot für Hanna) statt. Eine Abordnung ausgewählter Kopfgrätscher überreichte das Dress für die damals einen Monat junge Hanna.

Jetzt mit sieben Monaten war endlich der Zeitpunkt gekommen, an dem das aktuell jüngste Kopfgrätsche-Baby endlich damit aufspielen konnte. „Vielen Dank an John, Androš, Jan, Sebastian, Lars und Jürgen“ sagen nochmals Kati, Christoph und Hanna.

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28. April 2017 – 3x Wooooo hoooo!

Da möchte man ein gewöhnliches Spiel der 2. Bundesliga im Millerntor-Stadion in Hamburg gucken und trifft gleich auf dem Klo vor dem Spiel zufällig einen anderen #Kopfgrätscher: „Posti“ – leider haben wir vergessen ein Beweisfoto zu schießen. Dankenswerterweise hat er ein Foto mit seiner Sichtweise in unserer Facebook-Gruppe veröffentlicht:

Dann sind es auch nur noch 20 Minuten bis zum Anpfiff des Spiels „St. Pauli – Heidenheim“ (Highlight-Video auf Bild.de) – und auf dem Weg auf die Nordtribüne trifft man ein weiteres Kopfgrätsche-Urgestein: Paris!:

Fußball_Pauli_2017_02Wie klein ist diese Welt? Na gut. Es ist auch nur Hamburg.

Das Publikum wurde lauter. Der Grund war eine bestimmte Person, die auf dem Platz freundlich seine Runde machte, um die Zuschauer zu begrüßen: Ewald Lienen. Der scheint hier wirklich angekommen zu sein. Die lienentreuen Fans rundherum murmelten die erfürchtige Bezeichnung „Trainer-Gott“.

Fußball_Pauli_2017_03Mit dem Spiel setzte dann auch der Regen ein. Tore oder besondere Situationen konnte Ewald in der ersten Halbzeit nicht notieren. Die einzelnen Köpfe im Vordergrund des Bildes gehören übrigens zu einer etwa Zehn-Köpfigen britischen Fußball-Touristen-Truppe, die am Spiel eher weniger interessiert war.

Fußball_Pauli_2017_04Plötzlich stellte sich die Frage, ob etwa noch ein weiterer Kopfgrätscher im Stadion sei. Eingepresst in einen Latex-Anzug wedelte er mit seinem Pauli-Schal:

Fußball_Pauli_2017_01Später stellte sich heraus, dass er doch nur zu den Engländern gehörte, die offensichtlich auf Spaß aus waren. Spaß war übrigens auch für Weitere geboten: „Mascha und der Bär“ halfen einer kleinen Zuschauerin über die erste Halbzeit hinweg:

Fußball_Pauli_2017_05In der Halbzeit-Pause blieb kurz etwas Zeit mal hinter das Stadion zu gucken: Zwischen Stadion und Flakbunker gibt es zwei wunderschöne Kunstrasenparkplätze (nur einer im Bild):

Fußball_Pauli_2017_06Schock-Moment: Der Griff in die Kopfgrätsche-Aufkleber-Tasche ging ins Leere. Eigentlich war es Zeit für eine Verewigung, wie es schon auf der ganzen Welt geschehen ist, aber es war kein Aufkleber zur Hand.

Fußball_Pauli_2017_07Schnell musste eine Lösung gefunden werden. Die Beste war dann ein wackeliges Selfie mit Logo auf der Jacke und einem überstrahltem Millerntor-Stadion im Hintergrund: Fußball_Pauli_2017_08So. Und dann kam eben 3x „Wooooo hoooo“ von Blur (Minute 52, 56 und 62) und damit ein Heimsieg für die Kiezkicker:

Danach ging die Sonne unter und ein schöner Fußball-Freitagabend damit zuende.

Fußball_Pauli_2017_09

Kurvendiskussion

Was war noch mal das Tolle am Fußball? Ach ja, dass man nicht weiß wie es ausgeht. Das und die subjektive Wahrnehmung aller Beteiligten. Der Fußballgott hat mit dem runden Spielgerät schon einen herrlichen Zankapfel fabriziert. Wie soll man damit bitte eindeutig wissen, wann dieses verflixte Ding endlich über der Linie ist? Das hat uns so lange verrückt gemacht bis die unbestechliche Maschine darüber entscheiden musste. Aber das gilt zum Glück nur für die Torlinien. Alle anderen Linien auf dem Fußballplatz sind weiterhin Interpretationszone. Erst recht die krummen Dinger, die der Schiedsrichter bei Freistößen selber aufs Feld malt. Die Entfernung der Linie, auf der der Ball auf den Freistoß wartet, zur Linie, an der die Mauer rumhampelt, misst er vorher mit Schritten ab. Manuel Gräfe ist 194 cm groß und jedes seiner Beine entspricht einem Philipp Lahm. Arjen Robbens Schritte können gar nicht gleich groß sein. Zumal sich seine Beinmuskeln in Strafraumnähe üblicherweise verkürzen.

Kein Wunder, dass bei der Verwendung nicht geeichter Spielleiter Diskussionsbedarf entsteht. Aber womit sollten wir sonst tagelang das Internet voll machen? Ich halte jetzt die Tafeln mit den nächsten Spielzeiten hoch, die sich aus meiner subjektiven Wahrnehmung ergeben. Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Da hilft auch kein Augenrollen, Herr Tuchel.

     

26. April 2017 – Noch 5 Minuten, Mutti!

2017_04_26_5min
…hieß es 19:55 Uhr. Schließlich wollten alle rechtzeitig zum Anpfiff des DFB-Pokal-Halbfinales zu Hause sein. Für das iPhone-Akku war trotzdem bei unkalifornischem Wetter mal wieder alles zu spät. Zum Glück konnte Ebenezer aushelfen. Danke dafür.

Bankettwurstsalat

Bing Bing Bing. Liebe Freunde, bevor das Kopfgrätsche-Bankett startet, möchte ich noch ein paar warme Worthülsen loswerden, damit das Essen abkühlen kann. Wenn man das Spiel Paroli laufen lässt, kann man nur die Rolex vor der Mannschaft ziehen (sage aber nicht Champs-Elysées). Ich muss sagen, ich habe heute zum ersten Mal so etwas wie eine wahnsinnige Wut in mir. Könnte aber auch Kohldampf sein. Wir sind beschissen… Wo ist die nächste Karte. Ach da. …worden. Oder das Spiel war nicht lang genug, um die Anzahl aller Fehlentscheidungen auszugleichen. Wenn man sich ganze Spiel anguckt, frage ich mich ein bisschen: Was machen eigentlich diese Verbände? Sitzen die zu locker, Dr. Mull? Wir haben da sechs Schiedsrichter auf dem Platz und nicht einer davon hat Video. Eigentlich brauchen wir einen 7., der sich 90 Minuten auf den Reklamierarm unseres Torhüters konzentrieren kann. Der winkt schon wieder nach dem ersten Gang. Unser Präsident hat schließlich ein paar richtig schöne Bankettwürste eingepackt. Daraus zutzeln wir die Kraft für Samstag 10:30. Und wir haben am Mittwoch 18:00 wieder ein wichtiges Spiel, das ohne Verlängerung gewonnen werden muss, da im Anschluss noch Trost-Pokal gespielt wird. So und nun möchte ich noch meinem aktuellen Gedichtzyklus vorstellen und dann können wir auch schon essen. Lieber Franz…