Ist ja ganz schön, wenn ihr euch die Zeit für etwas Fußball Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 nehmt. Aber reicht das wirklich? Die Spielzeit an sich ist ja ganz ordentlich frequentiert, aber mit den paar lumpigen Trinkpausen ist der internationale Erfolg unerreichbar. Eine vernünftige Halbzeitpause von knapp einer halben Stunde müsste schon drin sein, um den Auftritt von Popsternchen zu ermöglichen. Gut, der Song an sich dauert vielleicht 3 bis 4 Minuten, aber solange eine vernünftige Bühne nicht fester Bestandteil eines Fußballfeldes ist, muss der ganze Krempel immer noch auf- und abgebaut werden. Diese unschönen Begleiterscheinungen wären unnötig, wenn Fußballer gleich ordentlich singen könnten. Aber seit Udo Jürgens und Michael Schanze wissen wir, dass man diese Büchse der Pandora lieber nicht öffnen sollte. Ein rappender Lothar Matthäus oder Pierre Littbarski unterm Sombero haben Generationen von Nachwuchskickern nachhaltig traumatisiert. Ob Jerome Boateng überhaupt passende Sneakers zur Bärenfellmütze im Schrank hätte? So bleibt nur die Halbzeitunterhaltung den Profis am Mikro zu überlassen. Sonst gibt es wieder peinliche Elfmeter-Contests gegen das Vereinsmaskottchen oder Heiratsanträge auf der Videoleinwand. Ab nächster Saison macht das aber wenigstens auf Schalke Spaß, wenn sich der Bräutigam über den Chip im Trikot tracken lässt und man auf dem Videowürfel genau sieht, in welcher Klokabine er sich versteckt.