Gefunden: Kopfgrätsche bei den Preußen

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In den Tavernen der Hauptstadt wird das Kleckern mit Zaubertrank äußerst ungern gesehen. Deshalb werden Karten von jenem Dorf, das einige Jahrzehnte von Mauern und Wachtürmen umgeben war, als Untersetzer genutzt. Findige Forscher haben nun herausgefunden, dass wilde Raufereien mit Bällen statt mit nicht ganz so frischem Fisch, diesem Völkchen seit neustem auch bekannt sind. Damit haben wir also endlich ganz Bulettenland erobert.

Die spinnen die Kopfgrätscher? Mehr aus der Abteilung Kopfgrätsche History gibt’s hier: Forza Wildschweini

Halt’s Maul und spiel!

Spieltage sind Feiertage. Da darf man endlich wieder weg vom Schreibtisch, raus ausm Büro und rauf auf den Platz. Und es ist total toll, weil man es darf. Wenn man nicht möchte, muss man auch nicht. Wenn es im Bett so schön warm oder draußen zu kalt ist. Oder wenn es lecker Essen bei Oma gibt. Oder wenn man versprochen hat, neue Teelichter bei IKEA zu kaufen. Alles wird akzeptiert, falls man Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 mal aussetzt oder später kommt und früher geht. Nichts und niemand zwingt und bekehrt einen, wenn man plötzlich Fußball doof findet und lieber Dart spielen möchte. Es ist ein verdammtes Glück und Privileg. Es könnte anders sein, wenn man wirklich gut im Fußball wäre. Dann wäre der Spieltag ein Arbeitstag. Ein Tag, an dem du und deine Würde den Vereinen, Verbänden, Sponsoren und Regierungen gehören. Da spielst du nicht einfach nur Fußball, sondern machst weltweit die Fans stolz, beeinflusst Aktienkurse, eroberst Märkte, verteidigst Werte, gewinnst Wahlen und rettest die freie Welt. Dabei brauchst du nicht einmal andauernd die Superheldenmaske überstreifen. Es wird sowieso von dir erwartet. Talent ist manchmal leider ein vergiftetes Geschenk. Daran werde ich morgen versuchen zu denken, wenn mir der Ball durch die Beine rutscht.

12. April 2017 – Nebensache

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Es kommt nicht häufig vor, dass wir parallel zur Champions-League spielen und wir hätten das Spiel BVB vs. AS Monaco auch lieber entspannt am Abend vorher bei Heiko geguckt. So aber wurde das Kopfgrätschen zur Nebensache während der Rest der Welt auf das umstrittene Nachholspiel nach dem Anschlag vom Vorabend guckte. Die Füße schlingerten auf dem regennassen Platz, der Kopf driftete immer wieder nach Dortmund. Der Fußball ist leider auch keine unbeschwerte Filterblase mehr. YNWA…

Van der Papp

Seitdem die Zwillinge des deutschen Fußballs Hotte und Breiti in Hannover wieder vereint sind, ist 96 auf dem direkten Weg zurück in die Bundesliga. Das liegt natürlich nur an dem dynamischen Pullover-Duo, das schon auf Schalke die Fans elektrisierte. Naja, und ein ein klein wenig an Sylvie Meis van der Vaart Meis. Die muss als Pappfigur in der Kabine, oder wo immer der Trainer sie aufstellt, für jeden Punkt ein Kleidungsstück wegstrippen. Da kommen doch glatt Erinnerungen an das letztjährige DIA-Turnier hoch, als sich die Sylvies nicht mit Maßen sondern rein sportlich mit den Victorias, den Cathys und Mama Lasoggas maßen. Diese Hommage machte klar, wer die wirklichen Player im Weltfußball sind. Auch die Kabinenpsychologen in Hannover beweisen mal wieder: du kriegst die Spielerfrau weg vom Fußball, aber die Fußballer nicht weg von der Spielerfrau. Leider zeigt mein Kalenderabgleich, dass ich mich dieses Jahr vom DIA-Turnier entwöhnen muss. Mit dieser Aussicht ist die Idee, sich von einer Pappfigur vertreten zu lassen, vielleicht doch gar nicht so schlecht. Meine Bewegungsabläufe und spielerischen Fähigkeiten auf allen Positionen unterscheiden sich schließlich von denen eines Pappkameraden nur unwesentlich. Wer das nicht glaubt, kann sich Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 noch einmal das Original anschauen. Ich ziehe sogar etwas an.

01. April 2017 – This is Propaganda

Auba gibt während des Revierderbys den Treter-Vertreter. Ein Wunder, dass er nicht noch das Kopfgrätsche-Foto nutzte, um seine Botschaft unterzubringen. Aber wahrscheinlich versteckt er sich nur hinter der Fahne. Könnte aber auch Tim sein…

weitere Auba-Cameos:
07. März 2015
16. August 2014
Madrid oder Mailand? 

Einmal mit Profis

Was haben die amerikanischen Kohlekumpel doch für ein Glück. In dieser Woche hat sie ihr Präsident zurück an die Arbeit geschickt. Darauf warten Laternenanzünder, Kesselflicker und die Fräuleins vom Amt bisher vergeblich. Auch im modernen Fußball weiß niemand mehr wo man einen Mittelläufer, Ausputzer oder Libero einsetzen soll. Man könnte ihn zwar als zentralen Abwehrspieler in einer Dreierkette gut gebrauchen, aber mit der falschen Jobbezeichnung auf der Visitenkarte wird man vom Laptoptrainer ignoriert. Dabei hat ehrlich erlerntes Hand- oder Fußwerk doch goldenen Boden. Kopfgrätschen hat roten und manchmal sogar grünen. Als Handwerk mit dem Kopf schlägt es die direkte Brücke zu den Geisteswissenschaften und ist deshalb besonders zukunftssicher. Wenigstens bis Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Bei den Schnarchnasen von der IHK findet man natürlich wieder nichts dazu. Die bilden weiterhin fleißig Schiffschaukelbremser, Schmuckeremiten und GEZ-Eintreiber aus. Dabei sollte man doch sicherstellen, dass wenigstens die Bildhauer ihren Job verstehen. Dann müsste Ronaldo jetzt nicht zum Chirurgen, um seiner Büste auf dem neu eröffneten Flughafen von Madeira einigermaßen ähnlich zu sehen. Die Leute, die den Flughafen gebaut haben, wurden hingegen schon von Headhuntern aus Berlin abgeworben. Und diesen Gag muss man als schlecht ausgebildeter Wortwitzbold leider machen.

25. März 2017 – Drama, Baby!

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Willkommen und Abschied am Samstag und ein unverhoffter Gastauftritt von Yiğit. Mit dem Einzug des Frühlings sollte auch der neue Ball endlich zu Ehren kommen. Die kleine Dramaqueen pfiff nach dem intensiven 8 gegen 8 plötzlich auf dem letzten Loch. Sollte ihre Karriere enden bevor sie überhaupt begonnen hatte?

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Ein paar Kilometer weiter im Berliner Olympiastadion ging dafür unter dem Thema „Adeus Marcelinho“ eine sehr lange Karriere auf die letzte Etappe.

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Kopfgrätsche hatte dafür eine kleine Delegation in die Hauptstadt geschickt.

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Marcelinho war sichtlich gerührt darüber.

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Er hat alle einmal gedrückt und die Ostkurve verzückt.

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Einige waren allerdings flexibler bei der Heldenverehrung.

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Der harte Kern versprach hoch und heilig nicht nach Hause zu gehen, was er dann irgendwann aber doch tat.

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Einige Botschaften waren dafür bleibender an diesem Tag.

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In Wismar wurde derweil die Dramaqueen provisorisch verarztet. Ob sie etwas Bleibendes davongetragen hat oder ob ihr doch noch eine lange Karriere nach Marcelinho-Art bevorsteht, erfahrt ihr in der nächsten Kopfgrätsche-Folge Mittwoch 18:00.

#WinterAdeus

Ahhh, Länderspielpause. Eine willkommene Unterbrechung vom „erstklassigen Scheißfußball“ und endlich die Gelegenheit mal ein paar liegengebliebene Dinge zu erledigen, z.B. den Trainer auszutauschen oder die Glückwunschkarten zur frühzeitigen Meisterschaft zu beantworten. Sportbars finden nun die Zeit, um einen neuen Schwung Bravo-Sport-Poster über die Schimmelflecken zu hängen. Und auch Schweini hat den Moment genutzt, endlich die überfällige Wohnungsübergabe in Manchester zu organisieren. Natürlich bietet sich die Pause geradezu für rührselige Abschiedsspiele an. Also richtige Abschiedsspiele, nicht so etwas wie am Mittwochabend. Den Engländern hatte wohl vorher niemand gesagt wie so etwas normalerweise abläuft. Gut, sie haben zwar einen Engländer ins Tor gestellt, aber der Rest zeigte doch ungewöhnlich viel Ehrgeiz. Unser Abschiedsspiel für den Winter Samstag 10:30 wird hingegen nach altbekanntem Muster ablaufen. Die willkürlich zusammengewürfelten Teams Winter-Allstars und Winter and Friends treffen sich zu einem Spaßkick, der wenig Laufleistung und viele Slapstickeinlagen verspricht. Dem Winter werden ein paar Omatore aufgelegt, bei denen die asiatische Wettmafia vor Lachen vom Reissack fällt. Für jedes Team wird unser Winter eine Halbzeit spielen und kurz vor Schluss mit seinen Kindern auf dem Arm die Stadionrunde starten. Danach räumt er schnell seinen Spind und macht Platz für den Frühling. Den begrüßen wir dann Mittwoch 18:00 in einem Testspiel. Mal gucken, ob er sich auf dieser Position festspielen und zur Legende werden kann.

21. März 2017 – New King of the Road! (Ich bin ein Kopfgrätscher)

20170321_Kopfgrätsche-BikeManch Rocker hat vorne am Lenker einen martialischen Totenkopf oder irgendwas mit Horn oder Geweih, um sich Respekt und Anerkennung auf der Straße zu verschaffen. Jetzt ist aber ein richtiger Racker unterwegs und verschafft sich mit dem coolsten aller Herrschaftszeichen Vorfahrt. Also Achtung: Wenn ihr den Kopfgrätsche-Aufkleber an diesem roten Blitz erkennt, ist es schon zu spät für euch.

Aus der Reihe „Fußball ist unser Kleben“.
Weitere Beiträge:
Fahrrad (Ich bin ein Kopfgrätscher)
Na Schnecke?! (Ich bin ein Kopfgrätscher)
Antje ist ein Kopfgrätscher
Ich bin ein Kopfgrätscher

18. März 2017 – No Handshake

Fußball_Januar_2017_03_18Kleine Gesten der großen Weltpolitik sind große Gesten auf dem Fußballplatz. Wenn Mutti Merkel von Trampel Trump nicht die Hand geschüttelt bekommt, gerät die Welt aus den Fugen (siehe z.B. hier„“Trumps verwehrter Handschlag“ (SZ)) – für den gemeinen #Kopfgrätscher gehört er dazu.

Fußball_Januar_2017_03_18_dritte-HalbzeitÜbrigens: Die zweite dritte Halbzeit des Jahres fand dieses Mal indoor bei Heißgetränken und Nudeln/Brötchen/Kuchen statt. Wir werden alt. Und es war kalt.

Wackere Werkswaden

Ein paar Minuten haben wir schon überlegt, bevor wir uns für den Namen „Kopfgrätsche“ entschieden haben. Aber eigentlich waren wir uns bald einig, vor allem weil wir schnell die Domain sichern wollten. Dabei haben wir andere wichtige Kriterien für die Namenswahl außer Acht gelassen. Kann man das gut singen? Wie sieht das auf den Champions-League-Pokal oder wahlweise auf die Wade tätowiert aus? Lässt sich daraus ein originelles Maskottchen für die Kinder ableiten? Alles Fragen, die Profis abarbeiten, bevor sie das Ganze Ding DosenBallsport Makranstädt, Cashpoint Altach, Videoton Székesfehérvár oder Flyeralarm Admira Wacker nennen. Dabei sollte man natürlich nie ausschließen, dass man sich aus professionellen Gründen zur BSG macht. Da bekommt man mit ein paar Freikarten im Werk auch in schlechten Zeiten die Ränge voll. Wir würden euch sogar Samstag 10:30 frei geben, damit ihr das Fließband gegen den Sportplatz tauschen könnt. Das können wir uns ruhig erlauben, wenn der neue Investor ein paar Schilling übrig hat. Und irgendwann geht einem Labello Kopfgrätsche auch ganz locker über die Lippen. Etwaige Tattoo-Anpassungen sind für Mitglieder gratis.

Bolzt du noch oder drehst du schon?

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Da blieb mir doch echt der Kopfgrätsche-Sticker in der Tasche kleben. Ballspiel war hier offensichtlich nicht einmal an einem Samstag 10:30 erwünscht und rein grafisch ließ sich dieses Statement nur schwer toppen. Zudem bewegte sich die Anzeigefläche. Warum nun ausgerechnet die Drehtür einer Ikea-Filiale der geeignete Ort in Hamburg-Altona zum Ballspiel sein soll, kann man sich nicht wirklich vorstellen. Auch wenn böse Zungen behaupten werden, dass sich die fußballerische Erziehung in der Hansestadt eher in Richtung Fahrstuhl bewegt. Warum also nicht mit einer Drehtür anfangen? Aber wahrscheinlich gab es dazu eine Vorgeschichte, die diese Einschränkung rechtfertigt. Da rächte sich wohl, dass diese Filiale nicht einmal über ein Bällebad verfügt. Ikea duldet hier nichts Rundes – außer den Köttbullar. Unter diesen Umständen treibt es verständlicherweise so manches Hamburger Talent nach München, wo es dann Nationalspieler und Champions-League-Sieger wird. Das bedeutet offensichtlich der zweite Aufkleber daneben. Uli Hoeneß ist ja ganz gut zu erkennen. Gut, nach der Karriere blamiert man sich nur noch auf dem Oktoberfest und darf maximal Paderborn trainieren. Kein Wunder bei dieser Kindheit in der Drehtür. So sad.

Nicht schummeln, Liebling!

Natürlich kann Samstag 10:30 gespielt werden. Zur Not „Malefiz“, „Fang den Hut“ oder „Spitz pass auf“. Irgendein Spielfeld findet sich immer. Gut, am Dienstag in Lotte wurde zur angesetzten Spielzeit parallel die Wattolümpiade ausgetragen. Bei Doppelbuchungen kann man wenig machen. Ihr könnt ja mal versuchen Dame und Mühle gleichzeitig zu spielen. Aber wenn man sich über das Spiel einig ist, kann man durchaus Spaß haben. Am besten nimmt man eins, dass für 9-99 Spieler in ähnlicher Altersspanne funktioniert. Wer bei der Festlegung der Regeln dabei sein will, sollte pünktlich kommen. Geht nicht über Los und lasst die 4000 Mark liegen. Die Bank gewinnt sowieso immer. Und am Ende dürfen alle in eure Karten gucken. Lukas Podolski hat leider auch nie erreicht, dass sich Schach mit Würfeln durchsetzt. Jetzt geht er nach Japan, um seine Mikado-Skills zu verfeinern. Ohne Widerschlag, in der Kevin-Großkreutz-Erweiterung. Ich muss in der aktuellen Spielrunde leider aussetzen und schone meine Spielfigur. Aber dafür darf ich das nächste mal dreimal würfeln, oder?

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(Aber Vorsicht, es könnte sein, dass Christoph dann das Spielbrett umschmeißt.)