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Die Sandmannschaft
Liebe Bürgerinnen, liebe Bürger der Kopfgrätsche,
Wenn man einmal das Wunder erlebt hat, unseren roten oder grünen Platz aus der Nähe des Bodens zu betrachten, sieht man die Dinge anders. Dort unten in den Weiten des Kunststoffgranulats kommt einem das Leben der Menschen klein und unbedeutend vor. Man fragt sich was die Menschheit erreicht hat? Welche Ziele hat sie sich Samstag 10:30 und Mittwoch 17:00 gestellt? Und welche hat sie verwirklicht? Unser Platz hat morgen Spieltag. Aus dem Kosmos gesehen ist es ein sehr kleiner Platz. Und doch sind in den letzten Jahren tausende Menschen zu uns gekommen. Menschen, die wir früher als Gegenspieler gesehen haben, die heute hier mit uns kopfgrätschen wollen. Wir wissen, dass unser Platz nicht perfekt ist. Aber das woran wir glauben, begeisterte immer wieder viele Menschen aus aller Welt. Vielleicht haben wir unser Tor manchmal aus den Augen verloren. Doch wir haben uns besonnen. Kopfgrätsche, das heißt nicht sich einzumauern. Kopfgrätsche, das heißt auf den Anderen zuzugrätschen. Mit dem Anderen zu leben. Nicht nur von einer besseren Halbzeit zu träumen, sondern sie wahr zu machen. Ich habe mich daher entschlossen, die Grenzen der Kopfgrätsche zu öffnen und den Ball über den Zaun ins All zu schießen.
Bottiglia vuota
Ciao Ragazzi! Comme stai? Comme ci, comme ça, Fideralala? Italiano è una linguini simplissimo. Parlo italiano colloseum. Ma c’è una pui bella cosa della vita non capiche. Scusi, perchè il nome di una squadra di calcio è Juventus e vecchia signora? Perchè, Stronzo? Vaffanculo! Questo è bello e impossibile. Mangi la crosta da Chiellini quattro stationi? Con aglio e olio? Delizioso come gelato. E mio nuovo collega, se passo il test. In bocca al lupo. Il treno dei desideri. Se bastasse una bella canzone. Barça dice: via con me! Con te partirò. Mio Piano Beta? Vamos à la playa? Ohohohohoh no! Ecco la testa a cavallo. Si si. Calcio il sabato 10:30 e il mercoledì 17:00. Un po‘ Frutti di mare. Causa della luce. O sole mio. Estate è finito. Bella ciao. A domani, Luigi Suárez.
23. September 2020 – There is a ball that never goes out (but the light does)
Wake me up before Thiago
Wann wäre noch mal ein guter Zeitpunkt, um die Töppen an den Nagel zu hängen? Und was sollte man mindestens im Xing-Profil eingetragen haben, bevor man getrost sagen kann: „Macht’s gut ihr Trottel!“ Mario Götze hat diese Frage jetzt für sich beantwortet und bewiesen: er ist kesser als Messi und verzichtet auf einen Vorruhestand auf die André Horst Schürrle-Art. Einmal noch die Champions League gewinnen, das fehlt dem Weltmeister noch im Portfolio und sollte auch seinem Berater noch eine nette Prämie bescheren. Kevin Großkreutz hätte zwar auch noch einen besonders hübschen Teil seines Körpers für ein Henkelpott-Tattoo reserviert. Aber ob er warten kann, bis der Uerdingen-Russe Europa erobert hat? Da machen vorher doch die Knochen schlapp. Aber Uns Mario kann ja durchaus noch ein paar Jährchen in Bella Italia sich das Pastabäuchlein vollschlagen und damit die Tattoofläche großzügig erweitern. Das wurde auch schon Messi (4 Champions League Tattoos) angedichtet. Dieser hatte zwar recht deutlich „Macht’s gut, ihr Trottel!“ gerufen, dann aber peinlicherweise vergessen, rechtzeitig die Kündigung von seinem Vater einreichen zu lassen. Nun bleiben die Messis doch noch länger und müssen so tun, als ob sie ganz viel Lust auf ein weiteres Jahr Barcelona haben. Auch bei den Alabas hat der Papa bisher immer brav alles unterschrieben, was ihm Uli Hoeneß vorlegte. Doch der bescheidene und bodenständige Schwabe wähnt sich inzwischen im Club Las Piranhas und musste zuletzt aufgrund horrender Forderungen Thiago nach England verschenken. Nicht, dass der FC Bayern am Ende gezwungen ist, seinen Kader mit Weltmeistern aufzufüllen, die noch einmal die Champions League gewinnen möchten. Mein Berater hat mir geraten Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 etwas kleinere Ziele anzupeilen. Maximal der DIA-Turnier-Pokal wäre noch drin. Dafür halte ich zwischen Goldener Eins und der Leuchte des Nordens einen Ehrenplatz auf meinem Rücken frei.
Risikobegegnung der dritten Art
Mea culpa. Mea maxima culpa. Das hätte so ein schöner Warntag 2020 werden können. Alles war vorbereitet. Die Sirenen, Hörner, Glocken, Rasseln und Apps waren scharf gestellt. Sogar die Flitzerblitzer-Warner im Radio und Karl Lauterbach im Lanz-Studio waren bereit für eine apokalyptische Minute voll Panik. Und es hätte natürlich super zu 2020 gepasst. Aber 2020 wäre nicht 2020, wenn auch das nicht komplett in die Hose gegangen wäre. Irgendwie hat sich niemand so richtig vollumfänglich gewarnt gefühlt. Leider können auch wir uns nicht komplett aus der Verantwortung rausnehmen. Wo war denn die Kopfgrätsche-Warnung für Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00? Es ist doch nicht zu unterschätzen, wenn ohne Vorwarnung der Nüschel des Verteidigers über den Rasen rutscht, um Ball, Wade und Grasnarbe gleichmäßig abzutragen. Ich meine, damit rechnet doch keiner. Das muss man doch irgendwie ankündigen. Mit diesem verspäteten Ernstfall-Alarm hoffen wir, dass ihr euch dennoch auf alle unvorhersehbaren Eventualitäten Samstag und Mittwoch seelisch vorbereiten könnt. Rechnet besser mit allem. Dieses runde Ding ist unberechenbar und bringt menschliche Körper in Ausnahmesituationen. Ob Jubel, Trauer, Freude oder Wut – alles steht Kopf und macht die Grätsche. Und da ich persönlich wieder ins Geschehen eingreife, möchte ich einen zusätzlichen Disclaimer an die nächsten Spieltermine hängen. Es besteht die akute Gefahr, dass ich besonders gelungene Schüsse urplötzlich mit dem Gesicht abfange. Wärmt also eure Lachmuskeln unbedingt auf. Es kann sonst zu schlimmen Zerrungen kommen.
09. September 2020 – N(ach)achtgestalten
Mitleid in Paris
Egal wie es Samstag 10:30 oder Mittwoch 18:00 ausgeht, man kann jetzt diese Spiele nicht als Gradmesser nehmen. Die beiden Stürmer von Paris kosten zusammen doppelt so viel wie unsere ganze Stadt. Also die Spiele können nicht zeigen, was wir auf dem Wochenmarkt noch machen sollen, weil das ist einfach nicht drin im Portemonnaie. Selbst wenn wir lange suchen und auch das Sanifair-Bon-Fach aufmachen, wird es trotzdem eng. Ich kann maximal versuchen mir einen Anzug anzuziehen, der so aussieht, als ob sich Mehmet Scholl darauf wund gelegen hätte. In Paris lacht man mich trotzdem dafür aus. Mit einem Familienunternehmen für Erfrischungsgetränke im Hintergrund, das der Opa mit eigener Hände Arbeit mühselig aufgebaut hat, indem er jahrelang Bullenhoden mit der bloßen Faust auspressen musste, kann man eben nicht gegen ganze Länder bestehen. Es sei denn das Land ist Österreich. Da kann man ganz easy eine Flatrate buchen und man kriegt wie bei den Angeboten von Timelife regelmäßig die Tophits ins Haus geliefert. Das ist ein ganz lieb gemeintes Angebot. Aber auch in Österreich sprudeln die Ölquellen schon länger nicht mehr und für Fracking ist das Land leider nicht flach genug. So muss man am Ende selbst als Robin Hood aus Makranstädt doch wieder den Favoriten den Vortritt lassen. Die besten Spieler nach England verschenken und zugucken, wie die Scheichs vorm Finale gar nicht wissen welchen Fanshop sie zuerst am Qatar Airport leer kaufen. Meinen Anzug aus dem C&A-Sale mit den ultraengen Spendierhosen sucht man dort leider vergeblich.
19. August 2020 – Mysterykopfgrätschen
12. August 2020 – Kopf zu tief
Flach witzeln, hoch verlieren
Eeees isja… Freunde, Freunde, hier ist ja eine Stimmung wie im Puff. Nur leider ist da heute Ruhetag. Aber Libero ist nicht Libido, sondern der freie Mann. Erklärt das mal meiner Frau. Die hält ja auch eine Liga für eine Kohorte unter Varius Meniskus. Und die Flügelstürmer sind für sie besonders fleißige Pianisten. Aber ich habe sie schon vor der Hochzeit gewarnt: wenn ich Fußball schaue, vergesse ich einfach alles, Marianne. Sagt sie nur: „Ich heiße Bärbel!“ Das war ähnlich schlimm wie letztens als sie in meiner Jackentasche die Streichholzschachtel aus dem Eros Center gefunden hat und mich vorwurfsvoll fragte: „Rauchst du etwa wieder?“ Aber so ist das halt. Letztens sagt sie zu mir: „Setz dich hin beim pinkeln!“ Sag ich: „Das hält das Waschbecken nicht aus!“ Die Dusche wollte ich nicht benutzen. Die war noch voller Head and Shoulders vom Kannibalen. Macht besser einen großen Bogen ums Badezimmer. Das kann allerdings dazu führen, dass euer Kind fragt: „Mutti, Mutti, wo ist den der Waschlappen?“ Und sie antwortet: „Der ist Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 kopfgrätschen.“ Auch dort lauern fiese Fragen, wie: „Sag mal, du hast so einen schwachen Schuß. Bist du Kopfgrätscher?“ Einige laufen so langsam, die müssen von einem Tor zum anderen mal kurz rechts ran, um den Rasenmäher vorbeizulassen. Und das aufm Kunstrasen. Stellt euch das mal vor. Was macht der Kopfgrätscher also nachdem er ein Spiel gewonnen hat? Er schaltet die Playstation aus. In diesem Sinne Fips: eine Beerdigung ist wie eine Hochzeit – nur mit einem Betrunkenen weniger.
Lothar’s Run
Spätestens jetzt wo die Endezwanzigjährigen ihre Karrieren beenden, ist es definitiv klar: das wird nichts mehr in diesem Leben mit dem Ausflug in die Profiliga. Konnte man es sich früher noch schönreden, dass ja Lothar Matthäus oder Claudio Pizarro auch mit 40 noch Topleistungen bringen konnten, kann man heute froh sein, dass es einem mit der 3 vorne beim Lebensalter nicht wie bei Logan’s Run ergeht. Die meisten Teams setzen doch inzwischen auf etwas jüngere Talente. Sogar Manuel Neuer musste sich von der 11Freunde aktuell frech fragen lassen, wann er denn endlich Platz macht für die Jugend. Erwartungsgemäß polterte der renitente Pfosten-Methusalix auch rum, als man ihm die schönen Prospekte vorlegte, die schon Mats Hummels, Thomas Müller und Jerome Boateng durchblättern mussten, als sie nicht freiwillig mit ihrer schönen Weltmeisterprämie ein Wohnmobil kaufen oder eine Kreuzfahrt machen wollten. Wenn sie wenigstens nach dem Motto „je oller, je doller“ ordentlich über die Stränge geschlagen hätten, wäre es sehr viel leichter gewesen sie nicht mehr einzuladen. Das war bei Kevin Kuranyi oder Max Kruse einfacher. Kruse bekommt immerhin in der Uralten Försterei ein eisernes Gnadenbrot. Als Nachfolger von Claudio Pizarro war er dann doch nicht mehr gefragt. Immer weniger Mannschaften leisten sich solch ein knuffiges Risikogruppen-Maskottchen, um auch die älteren Zielgruppen abzuholen. Im November wird dafür Youssoufa Moukoko endlich 16 und darf damit die Bundesliga aufmischen. Wenn Dortmund bis dahin Sancho nicht verkauft, besteht die akute Gefahr, dass tatsächlich ab und zu Zwanzigjährige Instragram-Greise durch seine TikTok-Videos laufen. Aber wie ich höre zeigt sich Old (!) Trafford aufnahmebereit. Wer hingegen sogar bei Otto Rehhagel als Libero aus Altersgründen aussortiert wurde, für den bleibt nur noch Samstag 10:30 oder Mittwoch 18:00.
05. August 2020 – Redentor
Fuasboi schaun un spüen
Fühlt sich das an wie Sommerpause? Gut, morgen guckt der Sommer tatsächlich mal vorbei, aber Pause ist ja nun nicht gerade. Bei uns wir natürlich traditionell durchgespielt (Samstag 10:30, Mittwoch 18:00), aber auch die Profis müssen dieses Jahr den Urlaub umplanen. Statt wie sonst 2 Wochen Dubai mit Goldsteak geht maximal eine halbe Stunde Tank und Rast auf der A7. In England, Spanien und Italien wurde der letzte Spieltag grad runtergekurbelt. Die Sporttasche muss allerdings gar nicht erst ausgepackt werden, denn in der nächsten Woche werden noch Europa-League- und Champions-League-Sieger gesucht. Freiwillige vor. Für den zwanghaften Allesgucker geht es also nahtlos weiter. Bei gerechtfertigten Beschwerden aus Familie und Beruf liefert der Nino aus Wien den passenden Entschuldigungszettel. Und jetzt olle:
[Herr Huber sie sind nicht in der Arbeit! Was ist Ihre Entschuldigung? Herr Huber hören Sie mich?]
Lieber Chef bin leider Schnupfen
Kann heut ned ind Hackn hupfen
Mutti wird ma Supperl kochen
Bis i gsund bin in vier Wochen
Doktor sogt blos ned bewegen
Sonne meiden und auch Regen
Bierli zwitschern Schnitzi fressen
Fieber und dann Blutdruck messen
Endlich wieder Fuasboi schaun
Fuasboi schaun Fuasboi schaun
Von fruah bis spät Fuasboi schaun
Fuasboi schaun
Wirtschaftskrise brauch i ned
Fuasboi schaun Fuasboi schaun
Klimawandel eh scho z’spät
Fuasboi schaun
Wos i brauch is jetz vü Ruah
Klimetten an und Fenster zua
Fassl auf und Kistl a
Bis die Augen eckert san
Zwölfe is‘ des woas für Heit
S Betterl ruaft i bin bereit
A letztes Moi ins Wuaschtbrot beissen
Und no gschwind an obireissen
[Herr Huber wo sind Sie? Mir reichts Herr Huber! Ich verwarne Sie Herr Huber!]
Endlich wieder Fuasboi schaun
Fuasboi schaun Fuasboi schaun
Von fruah bis spät Fuasboi schaun
Fuasboi schaun
I wü nix ois Fuasboi schaun
Fuasboi schaun Fuasboi schaun
Hauptsoch i ko Fuasboi schaun
Fuasboi schaun
29. Juli 2020
Wiederholungsspiel
Person. Frau. Mann. Kamera. Ball. Könnt ihr das wiederholen? Es ist sehr schwer. Die ersten Testfragen waren ja noch einfach, aber jetzt wird’s kniffelig. Wenn ihr es in die richtige Reihenfolge bringt, gibt es Extrapunkte. Dann kommen aber erst einmal ein paar andere Fragen und dann frage ich noch einmal, ob ihr das vom Anfang noch einmal wiederholen könnt. Person. Frau. Mann. Kamera. Ball. Wie ich eventuell schon einmal erwähnt habe: wenn ihr es in die richtige Reihenfolge bringt, gibt es Extrapunkte. Aber niemand bekommt es in die richtige Reihenfolge. Normalerweise unmöglich. Also ist es für euch machbar? Das ist keine einfache Frage. In anderen Worten, wenn ich euch fünf Worte geben würde und ihr würdet sie wiederholen, das wäre okay. Also wenn ihr sie durcheinander aufzählt, das wäre okay. Aber wirklich gut ist es nicht. Aber wenn ihr nach 20 bis 25 Minuten noch einmal danach ohne Vorwarnung gefragt werdet, ob ihr es wiederholen könnt und ihr zählt auf: Person. Frau. Mann. Kamera. Ball. Oder fünf andere Worte, die euch zufällig gerade einfallen. Dann sage ich: das ist unglaublich, wie macht ihr das? Das würde ja bedeuten, dass ihr ein wahres Elefantengedächtnis habt oder wenigstens kognitiv anwesend seid. Wenn ihr dann noch das runde Förmchen in das eckige Dings packt, dann sage ich: der Wahnsinn! Was geht ab? Das ist doch gar nicht möglich! Wo ist die versteckte Kamera, Person, Mann, Frau? So und jetzt merkt euch noch mal: Samstag, 10:30, Mittwoch, 18:00, Ball. Vielleicht könnt ihr das später noch einmal gebrauchen.
22. Juli 2020 – Say Wade?
⚽🥅⛳🏆
Am Internationalen Tag des Emojis hier noch ein paar letzte Buchstaben und Ziffern bevor wir den ganzen Tag mit Hieroglyphen Bilderrätsel lösen dürfen. Eine Spielankündigung nur mit Emojis zu schreiben, könnte ganz nett sein, aber die internationale Verbreitung des Fußballs schlägt sich nicht im Emoji-Angebot nieder. Das ist extrem dünn. Natürlich gibt es einen Ball, in einem Design als Fritz Walter noch aktiv gekickt hat. Als Tor muss man dann schon zähneknirschend ein Hockey-Tor auswählen. Von der Lochfahne vom Golf als schlechten Ersatz für die Eckfahne kaum zu sprechen. Und beim Pokal fehlen eigentlich nur noch die Eiskugeln mit Sahne. Da hat ja selbst die Sport-Bild in dieser Woche hübschere Pokale an die meist gehassten alten Männer im Fußball verliehen. Man möchte reflexartig ein Banner mit dem nicht existenten Emoji für Hurensohn hochhalten. Aber auch hier scheitert man an der Emoji-Library. Für nahezu jeden aktuellen Bedarf gibt es neue Emojis. Aber wie stellt man bildlich eine kroatische Strandbar oder einen Welttorhüter dar? Das Klopp-Emoji ist jetzt auch schon wieder 4 Jahre her und war natürlich nur das Ergebnis einer Kooperation zwischen Liverpool und Skype. Am Ende muss Jan wieder unnötig viel lesen, nur weil die Infos Samstag 10:30, Mittwoch 18:00 zwischen vielen Konsonanten und ein paar Vokalen versteckt sind. Immerhin sind für dieses Jahr noch ein paar wichtige Emojis angekündigt. Auf Dodo, Matroschka, Pinata, Ninja und Bubble Tea haben wir lange gewartet. Wenn das der Dodo und der Bubble Tea selbst noch miterleben könnten.
15.07.2020 – Gesten des Jahres?
Once Hu!pon a time
Im März waren wir uns noch einig: diese EM nervt und muss schnellstmöglich abgesagt werden. Der Terminstress wegen der Ligapausen machte es kaum vorstellbar, dass man im Sommer ein Turnier spielen kann, ohne dass Liverpool und Bielefeld um ihren sportlichen Erfolg betrogen werden. Am Ende ging alles gut für Liverpool, Bielefeld und sogar Werder. Ein weiteres Jahr 1. Liga mit dem Nordderby gegen Wolfsburg ist gesichert. Das Länderturnier wäre trotzdem im Moment noch eine schlechte Idee. Niemand würde gerade durchsehen, wo man sich gerade an welche Regel halten muss. Und ab wann pfeift der Schiri Handspiel? Das könnte keiner mehr erklären. Die Fußball-Laien, die auch mal mitgucken, weil sie EM und WM nicht auseinanderhalten können und dauernd fragen, wann wir gegen Brasilien spielen, wollen plötzlich nicht nur das Abseits erklärt haben. Das ist uns erspart geblieben und dennoch vermisst man ein paar exotische Sommerbekanntschaften. Viele gucken natürlich in diesen Tagen 30 Jahre zurück, um die magische WM 1990 im damaligen Fußball-Sehnsuchtsland Italien mit schlecht aufgelösten TV-Bildern in DV PAL zu feiern. Notti magiche in Roma, wo auch dieses Jahr ein Finale stattgefunden hätte. Und dabei hat das Intro dieses Songs übel geleiert im Kassettendeck.
Exotisch war es aber auch vor vier Jahren in Nizza. Mit dem Ergebnis, dass kein Spielende, ohne das kultige rhythmische Zusammenschlagen der Hände, verstärkt mit Urlauten aus dem Bauch, zelebriert werden konnte. Vom Dorfplatz (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) bis zur Red Bull Arena wurde dieser spezielle Jubel rumgereicht und jetzt reiht es sich irgendwo zwischen Bubble Tea und der Icebucket Challenge ein.
Aber die Isländer können mehr als Hu! und präsentierten diese Woche ihre neue visuelle Identität. Und was soll man sagen? Das Carl-Zeiss-Jena-Wacken-Trikot ist nicht mehr die Nummer eins bei True-Iclandic-Pagan-Metalfans. In Rom zieht man währenddessen nach und druckt das Konterfei eines legendären Maestro und Sohnes der Stadt auf den Ärmel. Damit übernimmt Italien wieder die Tabellenführung. Wenigstens im Walkman auf der Vespa bis zum nächsten Bandsalat.








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