Das Wetter versucht uns offenbar mit dezenten Hinweisen darauf aufmerksam zu machen, dass die Erntezeit da ist. Und wenn wir unter dem Elfmeterpunkt nachgucken, sehen wir, dass auch dieses Jahr wieder die dümmsten Bauern die dicksten Kartoffeln haben. Doch was bedeutet diese Bauernweisheit für uns? Der Fußball scheint im Vergleich zu anderen Sportgeräten nun nicht gerade klein zu sein. So ein Tennisball ist aber dafür neongelb und eigentlich ganz gut erkennbar. Allerdings streitet man sich in dieser Sportart die meiste Zeit darum, ob der Ball noch im erlaubten Spielbereich war, was mit dem bloßen Auge kaum erkennbar ist. Sobald man hier wie John McEnroe etwas energischer darüber diskutiert, gilt man als Freak. Beim Baseball ist das Spielfeld größer. Die Aufgabenverteilung ist klar. Entweder schlägt, fängt oder läuft man. Klingt im Grunde gar nicht so schwer. Leider wird dazwischen viel gezielt und ausgeholt. Das erinnert doch eher an Stöckchenholen mit dem Hund. Und dafür braucht man noch mehr Schiedsrichter als beim Fußball. Ein noch größeres Spielfeld und einen noch kleineren Ball finden wir beim Golf. Aber das Finden ist auch der Knackpunkt. Denn meistens sucht man den Ball und versucht sich zu orientieren wo Ball, Loch und die anderen Mitspieler gerade sind, denen man den Ball möglichst nicht an die Rübe donnern sollte. Denn das kann böse enden und danach bleibt einem nur noch Fußball. Und das ist wohl der Beweis. Für Fußball muss man nicht besonders schlau sein. Nicht als Spieler und nicht als Zuschauer. Als Zuschauer muss man sogar permanent der Meinung sein, dass man das besser könnte als der Simpel da auf dem Platz. Würden wir sonst zweimal in der Woche (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) versuchen diesen einen legendären Moment zu erreichen, bei dem es egal ist, ob man dieses große dumme Spielgerät wirklich beherrscht?
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Hätte, hätte, Spielerehre
I survived Deadline Day. Dieses T-Shirt hab ich mir nun redlich verdient. Das Geld flattert immer noch durch die Luft, aber die Spieler müssen ab heute vorerst bei den popeligen Clubs bleiben, bei denen sie mal einen langfristigen Vertrag unterschrieben haben. Zum Glück aber nur ein paar Wochen, dann kann man diese Fehler endlich wieder korrigieren und sich darauf konzentrieren, was den Fußball wirklich ausmacht: fremde Trikots in die Kamera halten, individuelle Jubelposen einstudieren und neue Tattoomotive auf Instagram posten. Das bißchen Gekicke dazwischen geht schnell vorbei. Es soll sogar ein paar Spieler geben, die immer noch das gleiche Trikot wie letzte Saison tragen. Diese sind offensichtlich nicht nur modisch abgehängt sondern auch sonst schwer vermittelbar. Warum sollte man sich deren Namen aufs Trikot flocken? Man weiß doch nie in welcher Saison man das gekauft hat. Und auf dem Fußballplatz Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 outet man sich doch ziemlich schnell als alt, wenn man nicht die neuste Mode vom heißesten Wundertalent am Start hat. Wer heute noch vor dem Apple-Store übernachtet, hat wahrscheinlich keinen Platz mehr vor dem Fanshop bekommen. Falls man mich dort in der Schlange erwischt, dann nur weil ich dieses Deadline-Day-Shirt brauche. Nee, wirklich…
Muss nur noch kurz um Geld wetten
Wetten und Fußball sind eindeutig Partner einer Hassliebe. Für den größeren Kick gehen sie gern mal ein Stück zusammen. Machen sich für einander interessant und unberechenbar. Aber am Ende gibt es doch meistens Tränen und Vorwürfe. Die Wettsucht des kleinen Mannes ist das Tippen. Es kostet nicht viel und man kann seine vermeintliche Expertise immerhin zu ruhmreichen Montagen machen, wenn man die Tipprunde im Büro anführt. Aber auch hier steht am Ende allzu oft Enttäuschung. Man hatte doch genau geahnt wie es ausgeht. Hatte alle Infos über Sperren, Verletzungen und Taktik. Hatte alle Sonderhefte gelesen und alle Testspiele im Livestream nachts in China verfolgt. Und was nützt die ganze verdammte Vorbereitung? Am Ende muss man Systemtippern und Banausen, die nur alle zwei Jahre mal ein Spiel angucken, den Vortritt lassen. Dann doch lieber gegen die Bank verlieren, oder? Und dann sind da noch die Managerspiele. Die perfekte Symbiose aus Zockerei und Pendelei. Das Geld ist virtuell und knapp. Aber es ist quasi ein Gesetz, dass der beste und teuerste Kicker des Phantasiekaders nach dem Start im echten Leben noch mal die Liga wechselt oder auf dem Duschvorhang ausrutscht. Schon sehnt man Ende August die Winterpause herbei. Da kann man dann endlich die Taler neu in die günstigen Überraschungen der Hinrunde investieren, welche die Mitspieler natürlich zufällig schon von Anfang an im Team hatten. Auch hier lauert nahezu unendliches Frustpotenzial. Aber was man man nicht alles, um sich eine weitere überraschungsarme Saison einigermaßen interessant zu zocken? Wenn man leider schon weiß wie es ausgeht, dann muss man das schließlich auch ausnutzen oder? Insidertipp: die Quoten, dass Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 kopfgegrätscht wird, stehen aktuell extrem günstig. Und ich würde sogar die Kombiwette eingehen, dass Wismar bei der Sommertour seine Stadtwette gewinnt. Wir stellen ja schließlich schon einmal das wichtigste Gebäude der Stadt dar: die Wismarena.
Isch a Ausweichdriggo
Was bekommt ihr so für Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 rausgelegt? Nee, ich frag ja nur. Habt ihr euch da schon Gedanken gemacht? Dann könnte man sich ja ein wenig abstimmen. Wegen Dresscode und so. Beim letzten mal hatten ja einige schon ein oranges Trikot an. Das hat natürlich Leibchen gespart. Beim Waschen natürlich nicht. Da hab ich doch wieder den ganzen Sack gewaschen. Damit die Farbe gleichmäßig ausbleicht. Schwierig sind ja oft die roten Oberteile. Da ist das orange so nah dran. Und dann muss man da noch orange drüber ziehen, damit man das nicht verwechselt. Eine passende Hose ist auch nicht verkehrt. Darf sich aber nicht mit der Farbe der Socken oder der Schuhe beißen. Schwierige Entscheidung vor dem Kleiderschrank. Das beste Outfit ist sowieso eh immer grad in der Wäsche, oder? Man muss ja auch ein bissel aufs Wetter achten. Wenn es am Wochenende wieder so warm ist im Breisgau, dann schwitzt der Dembouz ordentlich mit dem Trenchcoat und dem Fedora auf der Tribüne. Das ist quasi grad sein Ausweichtrikot. Da kann man aber auch viel verkehrt machen. Am besten was, was vom Muster her die Schweißflecken ganz gut ergänzt. Zum Glück hab ich des Fashionblog vom Christian abonniert. Da gibt’s immer super Modetipps. Nee, kann ich echt empfehlen. So ein Fachmann für Modefragen ist echt Neongold wert.
Glück auf, der Aussteiger kommt
Ja, die Sache ist ja die:
wenn wir noch Kleingeld hätten.
Für Neymar und Dreierketten,
dann fingen wir von vorne an,
drum hört auf meinen Plan:
Markt, kannste mir was pumpen? Dann lade ich dich ein.
Markt, lass dich doch nicht lumpen. Heut’ woll’n wir lustig sein.
Markt, kannste mir was pumpen? Das wär’ ein doller Spaß.
Dann geb’ ich dir die Hälfte ab, dann ham wir beide was.
Dann geb’ ich dir die Hälfte ab, dann ham wir beide was.
Seit vielen vielen Jahren
hab ich es schon erfahren:
was hat man denn vom lieben Geld
wenn man’s allein behält?
Sprach der Scheich zum Neymar:
Erst zahlen wir, dann geh’n ma.
Sprach Neymar zum Scheich:
Moment kurz, ich warte noch auf meinen Treue-Bonus.
Das reimt sich zwar nicht so schön, wie bei Heinz Erhardt, aber es passt besser in die Zeit. Allerdings: wer Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 seine Zeit mit kopfgrätschen verbringt, hätte eher einen Treue-Bonus verdient.
Bilderstürmer im Passepartout
Hefte raus! Klassenarbeit! Heute: Bildinterpretation. Hoffentlich rächt sich jetzt nicht, dass ich vor 17 Jahren die Kunstgeschichte-Vorlesung am Mittwochnachmittag geschwänzt habe, um Fußball zu spielen.
The tattoo. It took two „long days“ to do, four days in total. pic.twitter.com/ypDPLUrp1o
— Sam Lee (@Sammy_Goal) 25. Juli 2017
Technik: Tinte auf Haut. Eher mit dem groben Füller, aber das schränkt den Detailreichtum nicht wirklich ein. Bei diesem Machwerk in bester Tübke-Tradition gibt es eine Menge zu gucken. Stilistisch haben wir es hier mit einem Grenzgänger zwischen neuem Realismus, Symbolismus und Streetart zu tun, wenn wir Leroy Sané die Kategorie Straßenfußballer zugestehen. Ob man den ehemaligen Schalker wirklich als neuen Meister werten soll, ist allerdings mehr als umstritten. Dafür sitzt er noch zu häufig auf dem Banksy. Aber was will uns der Künstler nun damit sagen? Wir sehen den Menschen im Bildmittelpunkt. Er jubelt uns zu. Oder jubeln wir ihm zu? Er trägt seine Arbeitskleidung und hat anscheinend Spaß dabei, obwohl sein Brötchengeber als turbokapitalistischer Menschenschinder bekannt ist, der von ihm auch abends vollen Arbeitseinsatz erwartet. Hinter der Darstellung des Flutlichts im Hintergrund zeichnet sich im Stile Caspar David Friedrichs die nächtliche allegorische Landschaft ab. Wohl auch deshalb ließ der Künstler posthum das Firmenlogo entfernen. Bleiben durfte die Signatur des Ausrüsters, der Sané in warme Kleidung hüllt und dem seine wahre Loyalität gehört. Auch wenn es zukünftig Kalle Rummenigge zu einer Stilkritik provozieren könnte. Mit der 44866 hat der Künstler hier die Postleitzahl von Wattenscheid versteckt, für den Fall, dass er sein Adressbüchlein verliert. In dieser Verlustangst hat er aber nicht bedacht, dass die Nummer spiegelverkehrt die Postleitzahl von Landstuhl in Rheinland-Pfalz ergibt. Diesem Verlorensein in der Provinz stellt der Künstler das Zifferblatt einer Uhr entgegen. Die Zeiten Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 versuchen sogar die Dalí-Experten bisher erfolglos zuzuordnen. Darunter sind noch ein paar religiöse Motive angehängt, die als übliche romantische Huldigung des Fußballgotts gewertet werden müssen. Runge hätte es nicht besser hingekriegt. Alles in allem eine runde Sache, die auch zukünftig Spitzenpreise auf dem internationalen Kunstmarkt erzielen wird, wenn die namhaften Kunstsammler noch Geld übrig haben. Die Tattoos auf Neymar zählen zwar eher zur naiven Malerei, aber darauf ist eindeutig der Champions-League-Pokal zu erkennen. Und das treibt natürlich am Ende den Preis in die Höhe.
Ich ziehe meinen Hut und sage Champs-Élysées
Mon dieu de foot. Wer Dritter ist, will Erster werden – behauptet zumindest ab heute wieder die dritte Liga. Während die erste Liga noch in der Hängematte liegt und maximal ein lockeres Anschwitzen beim FC Anker absolviert, muss man bei Sport im Osten schon wieder die ersten Derbys ehemaliger DDR-Oberligisten inszenieren. Natürlich werden da Zuschauerzahlen erreicht, von denen man bei Heidenheim gegen Ingolstadt nur träumen kann. Aber das ist nur die zweite Liga und ob die zwingend Erster werden will, ist nicht überliefert. Kann man vielleicht in Karlsruhe oder Paderborn in Erfahrung bringen. Oder ganz Mutige fragen da noch mal bei den Münchner Löwen nach. Vielleicht muss man doch eher von der Tour de France lernen. Da tut sich ja meistens auch erst etwas im Gesamtklassement, wenn alle Laborberichte zu Ende gelesen sind. Dann lieber bei der letzten Etappe für tolle Bilder auf dem Champs-Élysées sorgen. Das bleibt im Kopf. Deshalb sind wir schon heute auf der Tour d’honneur durch die große weite Fußballwelt. Hauptsache es gibt ein paar hübsche Bilder mit den U21-Europameistern oder diesem Maskottchen, das aussieht wie ein Hamster auf Speed (oder was halt gerade aktuell im Görlitzer Park im Angebot ist). Eben die wirklich wichtigen Trophäen des 21. Jahrhunderts. Und aus diesem Grund gibt es hier nach jedem Spieltag (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) ein Zielfoto, auf dem man partout nicht erkennen kann wer Erster geworden ist.
Eis am Spiel
So, vom ConfettiCup sind nur noch ein paar Krümel übrig, aber den Schilderungen nach sind gewisse Parallelitäten zu vergangenen Turnieren auch diesmal wieder aufgetaucht. Dieses Nerd-Turnier berauscht sich wohl noch eine Weile an seinen Running Gags. Mal gucken, beim nächsten mal basteln wir vielleicht doch eine GoPro ans Weißbierglas, um ein paar frische Bilder zu generieren. Oder wir benutzen mal das Spielfeld, das sich diese Woche als neue Option in der Antarktis aufgetan hat. Ich habe zwar kein Alibi, aber Hauptverdächtiger ist ein hässliches Eichhörnchen, das eine Eichel zwischen A68 und LarsenC vergraben wollte. Das neu gewonnene Stück Land muss allerdings erst noch aus dem Süden zu uns kommen, was voraussichtlich noch eine Weile dauern wird. Momentan ist es auch noch etwas groß. So groß wie Delaware. Siebenmal so groß wie Berlin. Sogar größer als das Saarland. Es muss also noch ein bisschen abtauen bis das Ding in die Bucht passt. Und bei diesem Sommer könnte das durchaus eine langwierige Geschichte werden. Die Schneekönigin wird sich aber auf jeden Fall freuen. Sie ist spezialisiert auf diesen Untergrund und könnte beim nächsten DIA-Turnier als Geheimwaffe groß auftrumpfen. Ihr Fußvolk hält sich in der Zwischenzeit Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 übergangsweise auf profaner Bolzfläche fit und wartet auf das optimale Trainingswetter mit Islandtiefs.
Welcome to Ball
Was geht denn so am Wochenende? Als Hamburger stellt man sich diese Frage normalerweise nicht. Da geht ja alles: Segeln auf der Alster, Chillen am Elbstrand, Cornern aufm Schulterblatt. Nur dieses Wochenende geht nichts mehr, es sei denn man winkt gern mit Transparenten, trägt gern Trump-Gummimasken oder klammert sich gern an sein Wurfzelt. Zum Glück bietet hinter den letzten Pferdehöfen das Hamburger Umland Asyl. Und hier ist für jeden Hansestädter etwas dabei. Damit niemand das Tor zur Welt vermisst, gibt es beim DIA-Turnier am Samstag 15 Uhr sogar zwei davon. Echt gezimmert aus Paletten vom Großmarkt. HSV-Fans finden hier Spannung bis zum Schluss und garantierte Unabsteigbarkeit. St.-Paulianer hingegen fühlen sich durch die Party, die jedes noch so krumme Gurkentor hier geniest, wie zu Hause. Also alle, die mit dem Fuß besser als mit dem Wurfarm sind, kommen auf ihre Kosten. Die Stimmung soll so gut werden, sogar die Berliner Polizei würde ihr Partyzelt lieber in Wismar aufstellen. Kein Wunder. Das was beim ConfettiCup auf sie herunterregnet ist weich und bunt. Während man Hamburg und Mordor quasi kaum auseinanderhalten kann, wartet auf der Spielwiese quasi das reinste Auenland. Frisch gemäht und akkurat markiert natürlich. In diese Vorgartenidylle platzt dann hoffentlich die eine oder andere Konfetti-Bombe. Das hängt aber ganz von eurer Treffsicherheit ab. Aprospos Treffen – mich könnt ihr dann Mittwoch 18:00 wieder treffen. Aber leider ohne Konfetti im Haar.
Spulverderber
Die Verbände spieln verrückt, Mensch, ich bin total verwirrt. Voll auf Jubel programmiert, mit Gebrüll. Schalt mich ein und schalt mich aus, denn der Jubel der muss raus. Ganz egal, was dann passiert, ich brauch noch einmal die zweite Meinung vom Mann am Videorekorder. Der spult aber scheinbar immer noch. Hätte er mal mit Showview getimed. Bemerkenswert ist allerdings wie die Profis mit der Ungewissheit umgehen. Durch diverse Werbespots haben sie ihre Selfie- und Jubelposen auf Knopfdruck parat. Auch noch nach einer kleinen Kurzfilmsession im Ü-Wagen. Dabei gibt es doch schon wenige Sekunden nach der strittigen Szene echt witzige GIFs auf Twitter dazu. Da am Wochenende wahrscheinlich jeder Millimeter Rolle beim Filmfest gebraucht wird, haben wir Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 eine chronische Kamera-Unterdeckung am Platz. Das bedeutet herkömmliches Lamentieren, subjektives Argumentieren und eine Netto-wie-Brutto-Spielzeit. Das sollte man wissen, bevor da Beschwerden kommen. Aber nur noch eine Woche bis zum ConfettiCup. Da wird nach jedem Tor wertvolle Zeit durch Papierschnipsel verpulvert. Eine Idee, auf die die FIFA gerne gekommen wäre. Aber bei den Gestrigen wird ja immer noch gespult.
8. Juli 2017 – DIA-Turnier 2017 „Confetti Cup“
Am 8. Juli findet das DIA-Fußballturnier 2017 statt. Mitmachen kann jeder, der Lust hat. Fußball spielen muss man dafür nicht können.
Es wird in Teams mit vier Spielern plus einem Torwart in Spielen à 10 Minuten auf der Wiese neben Haus 7A der Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar gespielt.
Alle weiteren Infos folgen demnächst hier.
A little bit leer
Kurz vor dem Urlaub bin ich in einer komischen Stimmung. Es schwankt ein wenig zwischen „we have a little bit lucky“ und „Flasche leer“. Nichtsdestotrotz werde ich noch eine letzte Frage zu den Spielen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 beantworten. Der Herr da in der zweiten Reihe von der Siebenbürger Pravda, bitte…
(…)
It’s not on the table. I do not know what you want to construct. It’s always the same. I’m hearing now months that I should step back. You, I, whatever … That’s ….
Tell me, tell me, one real … concerning the work, concerning what we have achieved, concerning what we ähähäh are planning for the future why I, why I should stop? Only because of the results? And the results make the table?
When I’m convinced about you as a journalist, I will never fire you. But you must be convinced. That is first what is important.
Ja okay, if you have time and if you really would be open then I would sit with you and make a 1 hour, 2 hours, 3 hours … speak about football. But if I’m speaking with you not taking one percent out of it, no, you turn it opposite and you create lies. Even if I’m telling you all the facts you are not interested.
I asked you to speak about all this achievements, what we have done. You’re not interested. You are only interested how … „Do you want to step back?“ „Do you …?“ Then suddenly I get a question. I have something in my contract that the federation has to pay me a hell if they will fire me. All crazy lies! Nothing is proved. And there… With this you show your real face. Sometimes you are not Romanian for me. Sometimes I have the feeling that I’m more Romanian than you! THAT’S MY OPINION!!!11!!!
Christoph Daum goes crazy after the 237138213th question regarding his possible departure from the Romanian National team. pic.twitter.com/O3MUFFh6GL
— Emanuel Roşu (@Emishor) 13. Juni 2017
Doppelgängster
Zurecht guckt ihr bereits unruhig auf den Kalender mit den kommenden Samstag- (10:30) und Mittwoch-Terminen (18:00) und zählt die Tage. Es ist nicht mehr viel Zeit. Bald geht es los. So langsam müssten eigentlich genauere Infos durchsickern. Aber bisher gibt es weder Panini-Aufkleber noch einen offiziellen Twitter-Account zum DIA-Turnier. Vielleicht liegt das an dem Prinzip der Doppelvergabe. FIFA und IOC haben das schließlich aktuell zum Standard erhoben. Ist ja auch praktisch. Die Romantiker von gestern wissen gar nicht welches Turnier sie bedenklicher finden sollen. Und ob man den Gastgeber aufgrund von Terrorismus-Vorwürfen boykottieren muss oder selbst Schweigeminuten gegen Terror blöd findet. Sehr verwirrend für alle. Aber es hat noch weitere Vorteile. Am Ende muss man nur einmal eines der Teilnehmerländer vom DIA-Turnier 2013 7 Bürgen aufsuchen, um nach Abzug aller Unkosten für Koks und Nutten den Rest aufs Knax-Sparbuch zu packen und für 4 Jahre anzulegen. An 2013 sieht man wie schnell 4 Jahre rum sind. Für Uli Hoeneß waren es gefühlt sogar nur 3 1/2. Und dabei sollte die Ära, die das Team Doerk damals startete, auch den Bayern langsam langweilig werden. Ein gutes Zeichen dafür, dass diesmal alles anders wird. Zur Not durch ein paar komische neue Regeln oder doppelt soviele Teams.
Schuss per SMS
Habt ihr meinen Brief bekommen? Nein? Verdammt, ich hätte wohl direkt vorher anrufen sollen und ankündigen, dass da Post kommt. Oder per Fax noch mal nachhaken. Vielleicht war das Problem, dass der Brief offen war. Aber der offene Brief ist doch gerade wieder im Trend. Mehr jedenfalls als das gesungene Telegramm oder Schluss per SMS. Das kann man beim Aufkündigen von Klima-Abkommen machen. Aber was stand in meinem Brief noch mal drin? Haben wir was gewonnen? Nö. Mussten wir einen Trainer entlassen, obwohl er erfolgreich war? Nö. Habt ihr Sitzschalen und Böller aus eurem Affenkäfig geworfen? Ich hoffe nicht. Musste ich eigenes Unvermögen dunklen Mächten in die Schuhe schieben? Kann man versuchen, aber dafür gibt es ja Watergate.tv. Dann weiß ich auch nicht mehr. Kann wohl nicht sooo wichtig gewesen sein. Sonst hätte es dazu bestimmt eine Push-Nachricht gegeben. Ich schau noch mal die Notizen auf meiner Hand durch. Hm, dann kann es höchstens was zu Kopfgrätsche gewesen sein. Leider ist die Schrift inzwischen verschmiert und liest sich eher wie Covfefe. Aber Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 daneben kann ich noch entziffern. Dann muss es das wohl sein.
Erste Hälfte ade
Ist ja ganz schön, wenn ihr euch die Zeit für etwas Fußball Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 nehmt. Aber reicht das wirklich? Die Spielzeit an sich ist ja ganz ordentlich frequentiert, aber mit den paar lumpigen Trinkpausen ist der internationale Erfolg unerreichbar. Eine vernünftige Halbzeitpause von knapp einer halben Stunde müsste schon drin sein, um den Auftritt von Popsternchen zu ermöglichen. Gut, der Song an sich dauert vielleicht 3 bis 4 Minuten, aber solange eine vernünftige Bühne nicht fester Bestandteil eines Fußballfeldes ist, muss der ganze Krempel immer noch auf- und abgebaut werden. Diese unschönen Begleiterscheinungen wären unnötig, wenn Fußballer gleich ordentlich singen könnten. Aber seit Udo Jürgens und Michael Schanze wissen wir, dass man diese Büchse der Pandora lieber nicht öffnen sollte. Ein rappender Lothar Matthäus oder Pierre Littbarski unterm Sombero haben Generationen von Nachwuchskickern nachhaltig traumatisiert. Ob Jerome Boateng überhaupt passende Sneakers zur Bärenfellmütze im Schrank hätte? So bleibt nur die Halbzeitunterhaltung den Profis am Mikro zu überlassen. Sonst gibt es wieder peinliche Elfmeter-Contests gegen das Vereinsmaskottchen oder Heiratsanträge auf der Videoleinwand. Ab nächster Saison macht das aber wenigstens auf Schalke Spaß, wenn sich der Bräutigam über den Chip im Trikot tracken lässt und man auf dem Videowürfel genau sieht, in welcher Klokabine er sich versteckt.
Noch’n Gebolz
So langsam stellt sich tatsächlich das Gefühl von Saisonende ein. In den Stadien werden Pokale hochgehalten sowie Blumensträuße und Grafiken an verdiente Spieler gereicht. Es gibt sogar einige Tage ohne Fußball, weil alle parallel spielen. Das merken auch die Lebenspartner und machen lange To-Do-Listen und planen Familienfeiern. Doch Halt! Moment! Noch nicht klatschen. Da kommt doch noch was. Und wie einst Heinz Erhardt versaut sich der Fußball seine Pointe und schickt ein paar Zeilen in Form der Relegation hinterher. Kein Wunder, dass der Schelm HSV-Fan war. Aber dann ist immer noch nicht Schluss. Dann kommt ja noch der ConfedCup. Bei der Generalprobe für die WM wird getestet, ob die Fähnchen an den Lada passen, Bier mit Vodka schmeckt und die Popup-Banner auf livetv.sx endlich stabil laufen. Dafür hat sich Jogi extra ein paar Nationalmannschaftsdarsteller eingeladen. Quasi als Stand-Ins, um schon einmal das Licht für Werbespots und Hanuta-Aufkleber einzurichten. Das kann man sich natürlich unmöglich entgehen lassen. Ich hoffe nur, es sind noch ein paar Talente übrig, um Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 unsere Teams aufzufüllen. Hinter eines Tores Pfosten, ruft die Kopfgrätsche gen Osten. So, jetzt können se klatschen.
Wer Дружба sagen kann…
„Mach dein’ Job!“ ruft Micha gerne auf dem Platz. Das klingt so einfach, aber nichts könnte schwerer sein. Ob man nun FBI-Direktor, BVB-Trainer oder FIFA-Ethik-Kommissar ist – den Job zu machen, heißt nicht unbedingt, den Chef glücklich zu machen. Der wünscht sich manchmal sogar, dass man gar nichts macht, obwohl in der Stellenanzeige etwas drin stand. Für die Job-Beschreibung FIFA-Ethik-Kommissar reicht eigentlich ein Satz. Ein herzliches „Guck weg!“ z.B. (am besten auf russisch). Und daran scheitern komischerweise heute die meisten Fachkräfte. Also wenn sich dein Vorgesetzter bei Vladimir Putin Wahlkampfhilfe holt oder sich von ihm das nächste große Turnier bezahlen lässt, oder wenn ein Hobbybomber dich motiviert deinem Chef zu widersprechen – es ist nie verkehrt, etwas russisch zu können. Im Zweifelsfall darf man mit einer großzügigen Abfindung rechnen und frühzeitig ins Wochenende verschwinden. Dann hat man genug Zeit für Kopfgrätsche Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 und landet vielleicht sogar bei der Mannschaftsaufteilung in dem Team, in dem „Сделайте свою работу!“ gerufen wird.
The Winner takes it all
ABBA kommt! Und das ist nicht die Veranstaltungsankündigung für den Empfängerkreis, in dem ich heimlich Schlaghosen und Plateau-Schuhe mit Schraubstollen trage. ABBA ist endlich mal wieder etwas Neues, um zu erreichen, damit uns bei dem täglichen Fußballangebot nicht der Spaß am Ball vergeht. Quasi ein neues Versmaß beim Elfmeterschießen, das den altbackenen Haus-Maus-Engländer-scheiden-aus-Reim unterbrechen soll. Gefühlt erst gestern wurde der gute alte Münzwurf durch das Elfmeterschießen abgelöst. Davor hatte man die Entscheidung per Faustkeil, Papyrus, Säbelzahntiger herbeigeführt. Irgendwo dazwischen gab es noch Golden-, Silver- und Bronze-Goal. Nun also ABBA. Das heißt Mannschaft A schießt einmal, dann darf Mannschaft B zweimal und am Ende kann Mannschaft A nachziehen. Bevor alles wieder von vorne beginnt. Die Engländer erinnert es an Waterloo und werten das als gutes Omen. Das wird aber erst einmal bei einem U17-Turnier getestet. Noch ein Grund mehr sich das auch noch anzugucken, um die letzte fußballfreie Zeit endlich mit Sinn zu füllen. Solange das nicht absolut idiotensicher ist, folgen wir vorerst weiterhin noch dem Rhythmus SAMI. Samstag 10:30 vor Mittwoch 18:00. Was darauf folgt, kann sich jeder denken.
Kurvendiskussion
Was war noch mal das Tolle am Fußball? Ach ja, dass man nicht weiß wie es ausgeht. Das und die subjektive Wahrnehmung aller Beteiligten. Der Fußballgott hat mit dem runden Spielgerät schon einen herrlichen Zankapfel fabriziert. Wie soll man damit bitte eindeutig wissen, wann dieses verflixte Ding endlich über der Linie ist? Das hat uns so lange verrückt gemacht bis die unbestechliche Maschine darüber entscheiden musste. Aber das gilt zum Glück nur für die Torlinien. Alle anderen Linien auf dem Fußballplatz sind weiterhin Interpretationszone. Erst recht die krummen Dinger, die der Schiedsrichter bei Freistößen selber aufs Feld malt. Die Entfernung der Linie, auf der der Ball auf den Freistoß wartet, zur Linie, an der die Mauer rumhampelt, misst er vorher mit Schritten ab. Manuel Gräfe ist 194 cm groß und jedes seiner Beine entspricht einem Philipp Lahm. Arjen Robbens Schritte können gar nicht gleich groß sein. Zumal sich seine Beinmuskeln in Strafraumnähe üblicherweise verkürzen.
Arjen Robben, taking officiating into his own hands (or feet). He was booked. pic.twitter.com/ZykEj01uxs
— Alex Chaffer (@AlexChaffer) 26. April 2017
Kein Wunder, dass bei der Verwendung nicht geeichter Spielleiter Diskussionsbedarf entsteht. Aber womit sollten wir sonst tagelang das Internet voll machen? Ich halte jetzt die Tafeln mit den nächsten Spielzeiten hoch, die sich aus meiner subjektiven Wahrnehmung ergeben. Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Da hilft auch kein Augenrollen, Herr Tuchel.
Das Tuchel-gif. #fcbbvb pic.twitter.com/TDHctTIYH4
— Christian Mutter (@christianmutter) 26. April 2017
Bankettwurstsalat
Bing Bing Bing. Liebe Freunde, bevor das Kopfgrätsche-Bankett startet, möchte ich noch ein paar warme Worthülsen loswerden, damit das Essen abkühlen kann. Wenn man das Spiel Paroli laufen lässt, kann man nur die Rolex vor der Mannschaft ziehen (sage aber nicht Champs-Elysées). Ich muss sagen, ich habe heute zum ersten Mal so etwas wie eine wahnsinnige Wut in mir. Könnte aber auch Kohldampf sein. Wir sind beschissen… Wo ist die nächste Karte. Ach da. …worden. Oder das Spiel war nicht lang genug, um die Anzahl aller Fehlentscheidungen auszugleichen. Wenn man sich ganze Spiel anguckt, frage ich mich ein bisschen: Was machen eigentlich diese Verbände? Sitzen die zu locker, Dr. Mull? Wir haben da sechs Schiedsrichter auf dem Platz und nicht einer davon hat Video. Eigentlich brauchen wir einen 7., der sich 90 Minuten auf den Reklamierarm unseres Torhüters konzentrieren kann. Der winkt schon wieder nach dem ersten Gang. Unser Präsident hat schließlich ein paar richtig schöne Bankettwürste eingepackt. Daraus zutzeln wir die Kraft für Samstag 10:30. Und wir haben am Mittwoch 18:00 wieder ein wichtiges Spiel, das ohne Verlängerung gewonnen werden muss, da im Anschluss noch Trost-Pokal gespielt wird. So und nun möchte ich noch meinem aktuellen Gedichtzyklus vorstellen und dann können wir auch schon essen. Lieber Franz…
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