8. Juli 2017 – DIA-Turnier 2017 „Confetti Cup“

20170618_Confetti-CupAm 8. Juli findet das DIA-Fußballturnier 2017 statt. Mitmachen kann jeder, der Lust hat. Fußball spielen muss man dafür nicht können.

Es wird in Teams mit vier Spielern plus einem Torwart in Spielen à 10 Minuten auf der Wiese neben Haus 7A der Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar gespielt.

Alle weiteren Infos folgen demnächst hier.

A little bit leer

Kurz vor dem Urlaub bin ich in einer komischen Stimmung. Es schwankt ein wenig zwischen „we have a little bit lucky“ und „Flasche leer“. Nichtsdestotrotz werde ich noch eine letzte Frage zu den Spielen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 beantworten. Der Herr da in der zweiten Reihe von der Siebenbürger Pravda, bitte…

(…)

It’s not on the table. I do not know what you want to construct. It’s always the same. I’m hearing now months that I should step back. You, I,  whatever … That’s ….
Tell me, tell me, one real … concerning the work, concerning what we have achieved, concerning what we ähähäh are planning for the future why I, why I should stop? Only because of the results? And the results make the table?
When I’m convinced about you as a journalist, I will never fire you. But you must be convinced. That is first what is important.
Ja okay, if you have time and if you really would be open then I would sit with you and make a 1 hour, 2 hours, 3 hours … speak about football. But if I’m speaking with you not taking one percent out of it, no, you turn it opposite and you create lies. Even if I’m telling you all the facts you are not interested.
I asked you to speak about all this achievements, what we have done. You’re not interested. You are only interested how … „Do you want to step back?“ „Do you …?“ Then suddenly I get a question. I have something in my contract that the federation has to pay me a hell if they will fire me. All crazy lies! Nothing is proved. And there… With this you show your real face. Sometimes you are not Romanian for me. Sometimes I have the feeling that I’m more Romanian than you! THAT’S MY OPINION!!!11!!!

Doppelgängster

Zurecht guckt ihr bereits unruhig auf den Kalender mit den kommenden Samstag- (10:30) und Mittwoch-Terminen (18:00) und zählt die Tage. Es ist nicht mehr viel Zeit. Bald geht es los. So langsam müssten eigentlich genauere Infos durchsickern. Aber bisher gibt es weder Panini-Aufkleber noch einen offiziellen Twitter-Account zum DIA-Turnier. Vielleicht liegt das an dem Prinzip der Doppelvergabe. FIFA und IOC haben das schließlich aktuell zum Standard erhoben. Ist ja auch praktisch. Die Romantiker von gestern wissen gar nicht welches Turnier sie bedenklicher finden sollen. Und ob man den Gastgeber aufgrund von Terrorismus-Vorwürfen boykottieren muss oder selbst Schweigeminuten gegen Terror blöd findet. Sehr verwirrend für alle. Aber es hat noch weitere Vorteile. Am Ende muss man nur einmal eines der Teilnehmerländer vom DIA-Turnier 2013 7 Bürgen aufsuchen, um nach Abzug aller Unkosten für Koks und Nutten den Rest aufs Knax-Sparbuch zu packen und für 4 Jahre anzulegen. An 2013 sieht man wie schnell 4 Jahre rum sind. Für Uli Hoeneß waren es gefühlt sogar nur 3 1/2. Und dabei sollte die Ära, die das Team Doerk damals startete, auch den Bayern langsam langweilig werden. Ein gutes Zeichen dafür, dass diesmal alles anders wird. Zur Not durch ein paar komische neue Regeln oder doppelt soviele Teams.

Schuss per SMS

Habt ihr meinen Brief bekommen? Nein? Verdammt, ich hätte wohl direkt vorher anrufen sollen und ankündigen, dass da Post kommt. Oder per Fax noch mal nachhaken. Vielleicht war das Problem, dass der Brief offen war. Aber der offene Brief ist doch gerade wieder im Trend. Mehr jedenfalls als das gesungene Telegramm oder Schluss per SMS. Das kann man beim Aufkündigen von Klima-Abkommen machen. Aber was stand in meinem Brief noch mal drin? Haben wir was gewonnen? Nö. Mussten wir einen Trainer entlassen, obwohl er erfolgreich war? Nö. Habt ihr Sitzschalen und Böller aus eurem Affenkäfig geworfen? Ich hoffe nicht. Musste ich eigenes Unvermögen dunklen Mächten in die Schuhe schieben? Kann man versuchen, aber dafür gibt es ja Watergate.tv. Dann weiß ich auch nicht mehr. Kann wohl nicht sooo wichtig gewesen sein. Sonst hätte es dazu bestimmt eine Push-Nachricht gegeben. Ich schau noch mal die Notizen auf meiner Hand durch. Hm, dann kann es höchstens was zu Kopfgrätsche gewesen sein. Leider ist die Schrift inzwischen verschmiert und liest sich eher wie Covfefe. Aber Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 daneben kann ich noch entziffern. Dann muss es das wohl sein.

Erste Hälfte ade

Ist ja ganz schön, wenn ihr euch die Zeit für etwas Fußball Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 nehmt. Aber reicht das wirklich? Die Spielzeit an sich ist ja ganz ordentlich frequentiert, aber mit den paar lumpigen Trinkpausen ist der internationale Erfolg unerreichbar. Eine vernünftige Halbzeitpause von knapp einer halben Stunde müsste schon drin sein, um den Auftritt von Popsternchen zu ermöglichen. Gut, der Song an sich dauert vielleicht 3 bis 4 Minuten, aber solange eine vernünftige Bühne nicht fester Bestandteil eines Fußballfeldes ist, muss der ganze Krempel immer noch auf- und abgebaut werden. Diese unschönen Begleiterscheinungen wären unnötig, wenn Fußballer gleich ordentlich singen könnten. Aber seit Udo Jürgens und Michael Schanze wissen wir, dass man diese Büchse der Pandora lieber nicht öffnen sollte. Ein rappender Lothar Matthäus oder Pierre Littbarski unterm Sombero haben Generationen von Nachwuchskickern nachhaltig traumatisiert. Ob Jerome Boateng überhaupt passende Sneakers zur Bärenfellmütze im Schrank hätte? So bleibt nur die Halbzeitunterhaltung den Profis am Mikro zu überlassen. Sonst gibt es wieder peinliche Elfmeter-Contests gegen das Vereinsmaskottchen oder Heiratsanträge auf der Videoleinwand. Ab nächster Saison macht das aber wenigstens auf Schalke Spaß, wenn sich der Bräutigam über den Chip im Trikot tracken lässt und man auf dem Videowürfel genau sieht, in welcher Klokabine er sich versteckt.

Noch’n Gebolz

So langsam stellt sich tatsächlich das Gefühl von Saisonende ein. In den Stadien werden Pokale hochgehalten sowie Blumensträuße und Grafiken an verdiente Spieler gereicht. Es gibt sogar einige Tage ohne Fußball, weil alle parallel spielen. Das merken auch die Lebenspartner und machen lange To-Do-Listen und planen Familienfeiern. Doch Halt! Moment! Noch nicht klatschen. Da kommt doch noch was. Und wie einst Heinz Erhardt versaut sich der Fußball seine Pointe und schickt ein paar Zeilen in Form der Relegation hinterher. Kein Wunder, dass der Schelm HSV-Fan war. Aber dann ist immer noch nicht Schluss. Dann kommt ja noch der ConfedCup. Bei der Generalprobe für die WM wird getestet, ob die Fähnchen an den Lada passen, Bier mit Vodka schmeckt und die Popup-Banner auf livetv.sx endlich stabil laufen. Dafür hat sich Jogi extra ein paar Nationalmannschaftsdarsteller eingeladen. Quasi als Stand-Ins, um schon einmal das Licht für Werbespots und Hanuta-Aufkleber einzurichten. Das kann man sich natürlich unmöglich entgehen lassen. Ich hoffe nur, es sind noch ein paar Talente übrig, um Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 unsere Teams aufzufüllen. Hinter eines Tores Pfosten, ruft die Kopfgrätsche gen Osten. So, jetzt können se klatschen.

Wer Дружба sagen kann…

„Mach dein’ Job!“ ruft Micha gerne auf dem Platz. Das klingt so einfach, aber nichts könnte schwerer sein. Ob man nun FBI-Direktor, BVB-Trainer oder FIFA-Ethik-Kommissar ist – den Job zu machen, heißt nicht unbedingt, den Chef glücklich zu machen. Der wünscht sich manchmal sogar, dass man gar nichts macht, obwohl in der Stellenanzeige etwas drin stand. Für die Job-Beschreibung FIFA-Ethik-Kommissar reicht eigentlich ein Satz. Ein herzliches „Guck weg!“ z.B. (am besten auf russisch). Und daran scheitern komischerweise heute die meisten Fachkräfte. Also wenn sich dein Vorgesetzter bei Vladimir Putin Wahlkampfhilfe holt oder sich von ihm das nächste große Turnier bezahlen lässt, oder wenn ein Hobbybomber dich motiviert deinem Chef zu widersprechen – es ist nie verkehrt, etwas russisch zu können. Im Zweifelsfall darf man mit einer großzügigen Abfindung rechnen und frühzeitig ins Wochenende verschwinden. Dann hat man genug Zeit für Kopfgrätsche Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 und landet vielleicht sogar bei der Mannschaftsaufteilung in dem Team, in dem „Сделайте свою работу!“ gerufen wird.

The Winner takes it all

ABBA kommt! Und das ist nicht die Veranstaltungsankündigung für den Empfängerkreis, in dem ich heimlich Schlaghosen und Plateau-Schuhe mit Schraubstollen trage. ABBA ist endlich mal wieder etwas Neues, um zu erreichen, damit uns bei dem täglichen Fußballangebot nicht der Spaß am Ball vergeht. Quasi ein neues Versmaß beim Elfmeterschießen, das den altbackenen Haus-Maus-Engländer-scheiden-aus-Reim unterbrechen soll. Gefühlt erst gestern wurde der gute alte Münzwurf durch das Elfmeterschießen abgelöst. Davor hatte man die Entscheidung per Faustkeil, Papyrus, Säbelzahntiger herbeigeführt. Irgendwo dazwischen gab es noch Golden-, Silver- und Bronze-Goal. Nun also ABBA. Das heißt Mannschaft A schießt einmal, dann darf Mannschaft B zweimal und am Ende kann Mannschaft A nachziehen. Bevor alles wieder von vorne beginnt. Die Engländer erinnert es an Waterloo und werten das als gutes Omen. Das wird aber erst einmal bei einem U17-Turnier getestet. Noch ein Grund mehr sich das auch noch anzugucken, um die letzte fußballfreie Zeit endlich mit Sinn zu füllen. Solange das nicht absolut idiotensicher ist, folgen wir vorerst weiterhin noch dem Rhythmus SAMI. Samstag 10:30 vor Mittwoch 18:00. Was darauf folgt, kann sich jeder denken.

Kurvendiskussion

Was war noch mal das Tolle am Fußball? Ach ja, dass man nicht weiß wie es ausgeht. Das und die subjektive Wahrnehmung aller Beteiligten. Der Fußballgott hat mit dem runden Spielgerät schon einen herrlichen Zankapfel fabriziert. Wie soll man damit bitte eindeutig wissen, wann dieses verflixte Ding endlich über der Linie ist? Das hat uns so lange verrückt gemacht bis die unbestechliche Maschine darüber entscheiden musste. Aber das gilt zum Glück nur für die Torlinien. Alle anderen Linien auf dem Fußballplatz sind weiterhin Interpretationszone. Erst recht die krummen Dinger, die der Schiedsrichter bei Freistößen selber aufs Feld malt. Die Entfernung der Linie, auf der der Ball auf den Freistoß wartet, zur Linie, an der die Mauer rumhampelt, misst er vorher mit Schritten ab. Manuel Gräfe ist 194 cm groß und jedes seiner Beine entspricht einem Philipp Lahm. Arjen Robbens Schritte können gar nicht gleich groß sein. Zumal sich seine Beinmuskeln in Strafraumnähe üblicherweise verkürzen.

Kein Wunder, dass bei der Verwendung nicht geeichter Spielleiter Diskussionsbedarf entsteht. Aber womit sollten wir sonst tagelang das Internet voll machen? Ich halte jetzt die Tafeln mit den nächsten Spielzeiten hoch, die sich aus meiner subjektiven Wahrnehmung ergeben. Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Da hilft auch kein Augenrollen, Herr Tuchel.

     

Bankettwurstsalat

Bing Bing Bing. Liebe Freunde, bevor das Kopfgrätsche-Bankett startet, möchte ich noch ein paar warme Worthülsen loswerden, damit das Essen abkühlen kann. Wenn man das Spiel Paroli laufen lässt, kann man nur die Rolex vor der Mannschaft ziehen (sage aber nicht Champs-Elysées). Ich muss sagen, ich habe heute zum ersten Mal so etwas wie eine wahnsinnige Wut in mir. Könnte aber auch Kohldampf sein. Wir sind beschissen… Wo ist die nächste Karte. Ach da. …worden. Oder das Spiel war nicht lang genug, um die Anzahl aller Fehlentscheidungen auszugleichen. Wenn man sich ganze Spiel anguckt, frage ich mich ein bisschen: Was machen eigentlich diese Verbände? Sitzen die zu locker, Dr. Mull? Wir haben da sechs Schiedsrichter auf dem Platz und nicht einer davon hat Video. Eigentlich brauchen wir einen 7., der sich 90 Minuten auf den Reklamierarm unseres Torhüters konzentrieren kann. Der winkt schon wieder nach dem ersten Gang. Unser Präsident hat schließlich ein paar richtig schöne Bankettwürste eingepackt. Daraus zutzeln wir die Kraft für Samstag 10:30. Und wir haben am Mittwoch 18:00 wieder ein wichtiges Spiel, das ohne Verlängerung gewonnen werden muss, da im Anschluss noch Trost-Pokal gespielt wird. So und nun möchte ich noch meinem aktuellen Gedichtzyklus vorstellen und dann können wir auch schon essen. Lieber Franz…

Halt’s Maul und spiel!

Spieltage sind Feiertage. Da darf man endlich wieder weg vom Schreibtisch, raus ausm Büro und rauf auf den Platz. Und es ist total toll, weil man es darf. Wenn man nicht möchte, muss man auch nicht. Wenn es im Bett so schön warm oder draußen zu kalt ist. Oder wenn es lecker Essen bei Oma gibt. Oder wenn man versprochen hat, neue Teelichter bei IKEA zu kaufen. Alles wird akzeptiert, falls man Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 mal aussetzt oder später kommt und früher geht. Nichts und niemand zwingt und bekehrt einen, wenn man plötzlich Fußball doof findet und lieber Dart spielen möchte. Es ist ein verdammtes Glück und Privileg. Es könnte anders sein, wenn man wirklich gut im Fußball wäre. Dann wäre der Spieltag ein Arbeitstag. Ein Tag, an dem du und deine Würde den Vereinen, Verbänden, Sponsoren und Regierungen gehören. Da spielst du nicht einfach nur Fußball, sondern machst weltweit die Fans stolz, beeinflusst Aktienkurse, eroberst Märkte, verteidigst Werte, gewinnst Wahlen und rettest die freie Welt. Dabei brauchst du nicht einmal andauernd die Superheldenmaske überstreifen. Es wird sowieso von dir erwartet. Talent ist manchmal leider ein vergiftetes Geschenk. Daran werde ich morgen versuchen zu denken, wenn mir der Ball durch die Beine rutscht.

Van der Papp

Seitdem die Zwillinge des deutschen Fußballs Hotte und Breiti in Hannover wieder vereint sind, ist 96 auf dem direkten Weg zurück in die Bundesliga. Das liegt natürlich nur an dem dynamischen Pullover-Duo, das schon auf Schalke die Fans elektrisierte. Naja, und ein ein klein wenig an Sylvie Meis van der Vaart Meis. Die muss als Pappfigur in der Kabine, oder wo immer der Trainer sie aufstellt, für jeden Punkt ein Kleidungsstück wegstrippen. Da kommen doch glatt Erinnerungen an das letztjährige DIA-Turnier hoch, als sich die Sylvies nicht mit Maßen sondern rein sportlich mit den Victorias, den Cathys und Mama Lasoggas maßen. Diese Hommage machte klar, wer die wirklichen Player im Weltfußball sind. Auch die Kabinenpsychologen in Hannover beweisen mal wieder: du kriegst die Spielerfrau weg vom Fußball, aber die Fußballer nicht weg von der Spielerfrau. Leider zeigt mein Kalenderabgleich, dass ich mich dieses Jahr vom DIA-Turnier entwöhnen muss. Mit dieser Aussicht ist die Idee, sich von einer Pappfigur vertreten zu lassen, vielleicht doch gar nicht so schlecht. Meine Bewegungsabläufe und spielerischen Fähigkeiten auf allen Positionen unterscheiden sich schließlich von denen eines Pappkameraden nur unwesentlich. Wer das nicht glaubt, kann sich Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 noch einmal das Original anschauen. Ich ziehe sogar etwas an.

Einmal mit Profis

Was haben die amerikanischen Kohlekumpel doch für ein Glück. In dieser Woche hat sie ihr Präsident zurück an die Arbeit geschickt. Darauf warten Laternenanzünder, Kesselflicker und die Fräuleins vom Amt bisher vergeblich. Auch im modernen Fußball weiß niemand mehr wo man einen Mittelläufer, Ausputzer oder Libero einsetzen soll. Man könnte ihn zwar als zentralen Abwehrspieler in einer Dreierkette gut gebrauchen, aber mit der falschen Jobbezeichnung auf der Visitenkarte wird man vom Laptoptrainer ignoriert. Dabei hat ehrlich erlerntes Hand- oder Fußwerk doch goldenen Boden. Kopfgrätschen hat roten und manchmal sogar grünen. Als Handwerk mit dem Kopf schlägt es die direkte Brücke zu den Geisteswissenschaften und ist deshalb besonders zukunftssicher. Wenigstens bis Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Bei den Schnarchnasen von der IHK findet man natürlich wieder nichts dazu. Die bilden weiterhin fleißig Schiffschaukelbremser, Schmuckeremiten und GEZ-Eintreiber aus. Dabei sollte man doch sicherstellen, dass wenigstens die Bildhauer ihren Job verstehen. Dann müsste Ronaldo jetzt nicht zum Chirurgen, um seiner Büste auf dem neu eröffneten Flughafen von Madeira einigermaßen ähnlich zu sehen. Die Leute, die den Flughafen gebaut haben, wurden hingegen schon von Headhuntern aus Berlin abgeworben. Und diesen Gag muss man als schlecht ausgebildeter Wortwitzbold leider machen.

#WinterAdeus

Ahhh, Länderspielpause. Eine willkommene Unterbrechung vom „erstklassigen Scheißfußball“ und endlich die Gelegenheit mal ein paar liegengebliebene Dinge zu erledigen, z.B. den Trainer auszutauschen oder die Glückwunschkarten zur frühzeitigen Meisterschaft zu beantworten. Sportbars finden nun die Zeit, um einen neuen Schwung Bravo-Sport-Poster über die Schimmelflecken zu hängen. Und auch Schweini hat den Moment genutzt, endlich die überfällige Wohnungsübergabe in Manchester zu organisieren. Natürlich bietet sich die Pause geradezu für rührselige Abschiedsspiele an. Also richtige Abschiedsspiele, nicht so etwas wie am Mittwochabend. Den Engländern hatte wohl vorher niemand gesagt wie so etwas normalerweise abläuft. Gut, sie haben zwar einen Engländer ins Tor gestellt, aber der Rest zeigte doch ungewöhnlich viel Ehrgeiz. Unser Abschiedsspiel für den Winter Samstag 10:30 wird hingegen nach altbekanntem Muster ablaufen. Die willkürlich zusammengewürfelten Teams Winter-Allstars und Winter and Friends treffen sich zu einem Spaßkick, der wenig Laufleistung und viele Slapstickeinlagen verspricht. Dem Winter werden ein paar Omatore aufgelegt, bei denen die asiatische Wettmafia vor Lachen vom Reissack fällt. Für jedes Team wird unser Winter eine Halbzeit spielen und kurz vor Schluss mit seinen Kindern auf dem Arm die Stadionrunde starten. Danach räumt er schnell seinen Spind und macht Platz für den Frühling. Den begrüßen wir dann Mittwoch 18:00 in einem Testspiel. Mal gucken, ob er sich auf dieser Position festspielen und zur Legende werden kann.

Wackere Werkswaden

Ein paar Minuten haben wir schon überlegt, bevor wir uns für den Namen „Kopfgrätsche“ entschieden haben. Aber eigentlich waren wir uns bald einig, vor allem weil wir schnell die Domain sichern wollten. Dabei haben wir andere wichtige Kriterien für die Namenswahl außer Acht gelassen. Kann man das gut singen? Wie sieht das auf den Champions-League-Pokal oder wahlweise auf die Wade tätowiert aus? Lässt sich daraus ein originelles Maskottchen für die Kinder ableiten? Alles Fragen, die Profis abarbeiten, bevor sie das Ganze Ding DosenBallsport Makranstädt, Cashpoint Altach, Videoton Székesfehérvár oder Flyeralarm Admira Wacker nennen. Dabei sollte man natürlich nie ausschließen, dass man sich aus professionellen Gründen zur BSG macht. Da bekommt man mit ein paar Freikarten im Werk auch in schlechten Zeiten die Ränge voll. Wir würden euch sogar Samstag 10:30 frei geben, damit ihr das Fließband gegen den Sportplatz tauschen könnt. Das können wir uns ruhig erlauben, wenn der neue Investor ein paar Schilling übrig hat. Und irgendwann geht einem Labello Kopfgrätsche auch ganz locker über die Lippen. Etwaige Tattoo-Anpassungen sind für Mitglieder gratis.

Bolzt du noch oder drehst du schon?

ikea-altona

Da blieb mir doch echt der Kopfgrätsche-Sticker in der Tasche kleben. Ballspiel war hier offensichtlich nicht einmal an einem Samstag 10:30 erwünscht und rein grafisch ließ sich dieses Statement nur schwer toppen. Zudem bewegte sich die Anzeigefläche. Warum nun ausgerechnet die Drehtür einer Ikea-Filiale der geeignete Ort in Hamburg-Altona zum Ballspiel sein soll, kann man sich nicht wirklich vorstellen. Auch wenn böse Zungen behaupten werden, dass sich die fußballerische Erziehung in der Hansestadt eher in Richtung Fahrstuhl bewegt. Warum also nicht mit einer Drehtür anfangen? Aber wahrscheinlich gab es dazu eine Vorgeschichte, die diese Einschränkung rechtfertigt. Da rächte sich wohl, dass diese Filiale nicht einmal über ein Bällebad verfügt. Ikea duldet hier nichts Rundes – außer den Köttbullar. Unter diesen Umständen treibt es verständlicherweise so manches Hamburger Talent nach München, wo es dann Nationalspieler und Champions-League-Sieger wird. Das bedeutet offensichtlich der zweite Aufkleber daneben. Uli Hoeneß ist ja ganz gut zu erkennen. Gut, nach der Karriere blamiert man sich nur noch auf dem Oktoberfest und darf maximal Paderborn trainieren. Kein Wunder bei dieser Kindheit in der Drehtür. So sad.

Nicht schummeln, Liebling!

Natürlich kann Samstag 10:30 gespielt werden. Zur Not „Malefiz“, „Fang den Hut“ oder „Spitz pass auf“. Irgendein Spielfeld findet sich immer. Gut, am Dienstag in Lotte wurde zur angesetzten Spielzeit parallel die Wattolümpiade ausgetragen. Bei Doppelbuchungen kann man wenig machen. Ihr könnt ja mal versuchen Dame und Mühle gleichzeitig zu spielen. Aber wenn man sich über das Spiel einig ist, kann man durchaus Spaß haben. Am besten nimmt man eins, dass für 9-99 Spieler in ähnlicher Altersspanne funktioniert. Wer bei der Festlegung der Regeln dabei sein will, sollte pünktlich kommen. Geht nicht über Los und lasst die 4000 Mark liegen. Die Bank gewinnt sowieso immer. Und am Ende dürfen alle in eure Karten gucken. Lukas Podolski hat leider auch nie erreicht, dass sich Schach mit Würfeln durchsetzt. Jetzt geht er nach Japan, um seine Mikado-Skills zu verfeinern. Ohne Widerschlag, in der Kevin-Großkreutz-Erweiterung. Ich muss in der aktuellen Spielrunde leider aussetzen und schone meine Spielfigur. Aber dafür darf ich das nächste mal dreimal würfeln, oder?

Für die allseits beliebte Filmkomödie gleichen Namens klicke hier.
(Aber Vorsicht, es könnte sein, dass Christoph dann das Spielbrett umschmeißt.)

Und natürlich kann geschossen werden

Ihr sollt den Samstag nicht vor dem Sonnabend loben
Ihr habt den trojanischen Ball durch die Tore eures Platzes geschoben
Ihr habt gedacht, ihr könntet uns trainieren
Doch wir haben euch überlistet und zerstören euch von innen

Das war als Taktik schon ganz schön ausgefuchst und gilt es bis heute als Blaupause für jeden Underdog. Und wer hat’s erfunden? Natürlich die Griechen 2004. Bzw. Otto Rehakles (u.a. auch Erfinder der Halbangst), der viele Jahre vorher als Maler, Anstreicher und Kind der Bundesliga in Deutschland diese Taktik perfektioniert hat. Die überrumpelten Trojaner von damals kamen eigentlich aus Portugal und haben erst im letzten Jahr dieses Trauma besiegen und die Taktik selbst erfolgreich einsetzen können. So kommt der trojanische Ball ganz schön rum und sorgt immer mal wieder dafür, dass die beste Mannschaft nicht immer gewinnt. Die Hoffnung, dass er morgen 10:30 in der Wismarena Station macht, ist wie immer groß. Wolle mer’n rein lasse?

Ein Gefühl, tiefer als Spaß

Kopfgrätscher kennen das: wenn 112 gewählt wird und der Wagen mit Blaulicht in Sichtweite kommt, ist schlimmes Aua angesagt. Durch glaubwürdiges Herumwälzen am Boden unterstreicht man die Tragweite der Verletzung. Aber was ist mit dem Schmerz, der durch verbale Fouls entsteht? Für Fußballfans gilt im Zweifelsfall die alte Rapper-Regel: lieber zweimal nachdenken. Schlagfertigkeit klingt schon vom Begriff her ganz schön martialisch. Und trägt nicht zur Beliebtheit bei. Wenn sogar Enfant terribles wie Bushido lieber ihren Frust an Postfilialen oder Nahverkehrsbetrieben auslassen, ist Vorsicht geboten beim Meckern. Wir haben diesen Trend schon lange erkannt. Meckerköppe und Phlegmatiker werden so geschickt aufgeteilt, dass am Ende nicht nur ein gefühltes Unentschieden im Spielergebnis sondern auch seelisches Gleichgewicht bei den Mitspielern entsteht. Es soll ja schließlich niemand mit dem Gefühl nach Hause gehen, dass man sich das nächste mal besonders anstrengen müsste, um den Anderen etwas zu beweisen. Auch dieser Samstag (10:30) steht wieder im Zeichen der guten Laune. Die wird im Vorfeld extra noch einmal aufgepumpt. Und wer seinen unbedingt Ärger loswerden will, kann doch einfach „Fuchs du hast die Gans gestohlen“ oder ähnliches singen.

Lahm Duck

Jahrelang führt er einem vor Augen, was man selbst alles falsch gemacht hat auf dem Weg zum Weltklasse-Fußballer. Und als ob das noch nicht genug ist, verlässt Philipp Lahm das Feld auch noch in einem Zustand, den wir nie erreichten. In einem Alter, wo unsereins noch geglaubt hat, dass das mit der Weltkarriere jeden Moment losgehen müsste. Das verhöhnt doch den gemeinen Kopfgrätscher mehr als es jedes Plakat auf der Dortmunder Südtribüne könnte. Vielleicht haben wir nicht genug Stolz, um zu verhindern, dass Talente, die halb so alt sind wie wir (aber trotzdem älter aussehen als Philipp) uns Talentfreiheit und Alter in jedem Spielzug vor Augen führen. Aber dann prallt plötzlich bei einer Ecke der Ball blöd auf und plötzlich steht man vorm leeren Tor und schiebt mit dem Schienbein ein. In dem Moment ist das Gefühl doch ganz nah an dem was Philipp mit dem Weltmeisterpokal in der Hand in Rio gehabt haben muss. Oder wenigstens an dem, das er jedes Jahr mit der Meisterschale auf dem Marienplatz hat. Naja, vielleicht auch nur was der Telekom-Cup so bei ihm auslöst. Die traurige Wahrheit ist wahrscheinlich, dass er sich im Alter von 33 komplett leergejubelt hat. Wenn ihr noch etwas Jubel in euch übrig habt, ich kenne einen Ort, an dem dieser Samstag 10:30 besonders gut zur Geltung kommt.