Muss nur noch kurz um Geld wetten

Wetten und Fußball sind eindeutig Partner einer Hassliebe. Für den größeren Kick gehen sie gern mal ein Stück zusammen. Machen sich für einander interessant und unberechenbar. Aber am Ende gibt es doch meistens Tränen und Vorwürfe. Die Wettsucht des kleinen Mannes ist das Tippen. Es kostet nicht viel und man kann seine vermeintliche Expertise immerhin zu ruhmreichen Montagen machen, wenn man die Tipprunde im Büro anführt. Aber auch hier steht am Ende allzu oft Enttäuschung. Man hatte doch genau geahnt wie es ausgeht. Hatte alle Infos über Sperren, Verletzungen und Taktik. Hatte alle Sonderhefte gelesen und alle Testspiele im Livestream nachts in China verfolgt. Und was nützt die ganze verdammte Vorbereitung? Am Ende muss man Systemtippern und Banausen, die nur alle zwei Jahre mal ein Spiel angucken, den Vortritt lassen. Dann doch lieber gegen die Bank verlieren, oder? Und dann sind da noch die Managerspiele. Die perfekte Symbiose aus Zockerei und Pendelei. Das Geld ist virtuell und knapp. Aber es ist quasi ein Gesetz, dass der beste und teuerste Kicker des Phantasiekaders nach dem Start im echten Leben noch mal die Liga wechselt oder auf dem Duschvorhang ausrutscht. Schon sehnt man Ende August die Winterpause herbei. Da kann man dann endlich die Taler neu in die günstigen Überraschungen der Hinrunde investieren, welche die Mitspieler natürlich zufällig schon von Anfang an im Team hatten. Auch hier lauert nahezu unendliches Frustpotenzial. Aber was man man nicht alles, um sich eine weitere überraschungsarme Saison einigermaßen interessant zu zocken? Wenn man leider schon weiß wie es ausgeht, dann muss man das schließlich auch ausnutzen oder? Insidertipp: die Quoten, dass Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 kopfgegrätscht wird, stehen aktuell extrem günstig. Und ich würde sogar die Kombiwette eingehen, dass Wismar bei der Sommertour seine Stadtwette gewinnt. Wir stellen ja schließlich schon einmal das wichtigste Gebäude der Stadt dar: die Wismarena.