Kleinfeld an Großhirn

Das Wetter versucht uns offenbar mit dezenten Hinweisen darauf aufmerksam zu machen, dass die Erntezeit da ist. Und wenn wir unter dem Elfmeterpunkt nachgucken, sehen wir, dass auch dieses Jahr wieder die dümmsten Bauern die dicksten Kartoffeln haben. Doch was bedeutet diese Bauernweisheit für uns? Der Fußball scheint im Vergleich zu anderen Sportgeräten nun nicht gerade klein zu sein. So ein Tennisball ist aber dafür neongelb und eigentlich ganz gut erkennbar. Allerdings streitet man sich in dieser Sportart die meiste Zeit darum, ob der Ball noch im erlaubten Spielbereich war, was mit dem bloßen Auge kaum erkennbar ist. Sobald man hier wie John McEnroe etwas energischer darüber diskutiert, gilt man als Freak. Beim Baseball ist das Spielfeld größer. Die Aufgabenverteilung ist klar. Entweder schlägt, fängt oder läuft man. Klingt im Grunde gar nicht so schwer. Leider wird dazwischen viel gezielt und ausgeholt. Das erinnert doch eher an Stöckchenholen mit dem Hund. Und dafür braucht man noch mehr Schiedsrichter als beim Fußball. Ein noch größeres Spielfeld und einen noch kleineren Ball finden wir beim Golf. Aber das Finden ist auch der Knackpunkt. Denn meistens sucht man den Ball und versucht sich zu orientieren wo Ball, Loch und die anderen Mitspieler gerade sind, denen man den Ball möglichst nicht an die Rübe donnern sollte. Denn das kann böse enden und danach bleibt einem nur noch Fußball. Und das ist wohl der Beweis. Für Fußball muss man nicht besonders schlau sein. Nicht als Spieler und nicht als Zuschauer. Als Zuschauer muss man sogar permanent der Meinung sein, dass man das besser könnte als der Simpel da auf dem Platz. Würden wir sonst zweimal in der Woche (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) versuchen diesen einen legendären Moment zu erreichen, bei dem es egal ist, ob man dieses große dumme Spielgerät wirklich beherrscht?