Ahhh, Länderspielpause. Eine willkommene Unterbrechung vom „erstklassigen Scheißfußball“ und endlich die Gelegenheit mal ein paar liegengebliebene Dinge zu erledigen, z.B. den Trainer auszutauschen oder die Glückwunschkarten zur frühzeitigen Meisterschaft zu beantworten. Sportbars finden nun die Zeit, um einen neuen Schwung Bravo-Sport-Poster über die Schimmelflecken zu hängen. Und auch Schweini hat den Moment genutzt, endlich die überfällige Wohnungsübergabe in Manchester zu organisieren. Natürlich bietet sich die Pause geradezu für rührselige Abschiedsspiele an. Also richtige Abschiedsspiele, nicht so etwas wie am Mittwochabend. Den Engländern hatte wohl vorher niemand gesagt wie so etwas normalerweise abläuft. Gut, sie haben zwar einen Engländer ins Tor gestellt, aber der Rest zeigte doch ungewöhnlich viel Ehrgeiz. Unser Abschiedsspiel für den Winter Samstag 10:30 wird hingegen nach altbekanntem Muster ablaufen. Die willkürlich zusammengewürfelten Teams Winter-Allstars und Winter and Friends treffen sich zu einem Spaßkick, der wenig Laufleistung und viele Slapstickeinlagen verspricht. Dem Winter werden ein paar Omatore aufgelegt, bei denen die asiatische Wettmafia vor Lachen vom Reissack fällt. Für jedes Team wird unser Winter eine Halbzeit spielen und kurz vor Schluss mit seinen Kindern auf dem Arm die Stadionrunde starten. Danach räumt er schnell seinen Spind und macht Platz für den Frühling. Den begrüßen wir dann Mittwoch 18:00 in einem Testspiel. Mal gucken, ob er sich auf dieser Position festspielen und zur Legende werden kann.
21. März 2017 – New King of the Road! (Ich bin ein Kopfgrätscher)
Manch Rocker hat vorne am Lenker einen martialischen Totenkopf oder irgendwas mit Horn oder Geweih, um sich Respekt und Anerkennung auf der Straße zu verschaffen. Jetzt ist aber ein richtiger Racker unterwegs und verschafft sich mit dem coolsten aller Herrschaftszeichen Vorfahrt. Also Achtung: Wenn ihr den Kopfgrätsche-Aufkleber an diesem roten Blitz erkennt, ist es schon zu spät für euch.
Aus der Reihe „Fußball ist unser Kleben“.
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18. März 2017 – No Handshake
Kleine Gesten der großen Weltpolitik sind große Gesten auf dem Fußballplatz. Wenn Mutti Merkel von Trampel Trump nicht die Hand geschüttelt bekommt, gerät die Welt aus den Fugen (siehe z.B. hier„“Trumps verwehrter Handschlag“ (SZ)) – für den gemeinen #Kopfgrätscher gehört er dazu.
Übrigens: Die zweite dritte Halbzeit des Jahres fand dieses Mal indoor bei Heißgetränken und Nudeln/Brötchen/Kuchen statt. Wir werden alt. Und es war kalt.
Wackere Werkswaden
Ein paar Minuten haben wir schon überlegt, bevor wir uns für den Namen „Kopfgrätsche“ entschieden haben. Aber eigentlich waren wir uns bald einig, vor allem weil wir schnell die Domain sichern wollten. Dabei haben wir andere wichtige Kriterien für die Namenswahl außer Acht gelassen. Kann man das gut singen? Wie sieht das auf den Champions-League-Pokal oder wahlweise auf die Wade tätowiert aus? Lässt sich daraus ein originelles Maskottchen für die Kinder ableiten? Alles Fragen, die Profis abarbeiten, bevor sie das Ganze Ding DosenBallsport Makranstädt, Cashpoint Altach, Videoton Székesfehérvár oder Flyeralarm Admira Wacker nennen. Dabei sollte man natürlich nie ausschließen, dass man sich aus professionellen Gründen zur BSG macht. Da bekommt man mit ein paar Freikarten im Werk auch in schlechten Zeiten die Ränge voll. Wir würden euch sogar Samstag 10:30 frei geben, damit ihr das Fließband gegen den Sportplatz tauschen könnt. Das können wir uns ruhig erlauben, wenn der neue Investor ein paar Schilling übrig hat. Und irgendwann geht einem Labello Kopfgrätsche auch ganz locker über die Lippen. Etwaige Tattoo-Anpassungen sind für Mitglieder gratis.
11. März 2017 – Anglühen in Halbzeit 3
Bolzt du noch oder drehst du schon?
Da blieb mir doch echt der Kopfgrätsche-Sticker in der Tasche kleben. Ballspiel war hier offensichtlich nicht einmal an einem Samstag 10:30 erwünscht und rein grafisch ließ sich dieses Statement nur schwer toppen. Zudem bewegte sich die Anzeigefläche. Warum nun ausgerechnet die Drehtür einer Ikea-Filiale der geeignete Ort in Hamburg-Altona zum Ballspiel sein soll, kann man sich nicht wirklich vorstellen. Auch wenn böse Zungen behaupten werden, dass sich die fußballerische Erziehung in der Hansestadt eher in Richtung Fahrstuhl bewegt. Warum also nicht mit einer Drehtür anfangen? Aber wahrscheinlich gab es dazu eine Vorgeschichte, die diese Einschränkung rechtfertigt. Da rächte sich wohl, dass diese Filiale nicht einmal über ein Bällebad verfügt. Ikea duldet hier nichts Rundes – außer den Köttbullar. Unter diesen Umständen treibt es verständlicherweise so manches Hamburger Talent nach München, wo es dann Nationalspieler und Champions-League-Sieger wird. Das bedeutet offensichtlich der zweite Aufkleber daneben. Uli Hoeneß ist ja ganz gut zu erkennen. Gut, nach der Karriere blamiert man sich nur noch auf dem Oktoberfest und darf maximal Paderborn trainieren. Kein Wunder bei dieser Kindheit in der Drehtür. So sad.
04. März 2017 – Die Spiele dauern 180 Minuten…
Nicht schummeln, Liebling!
Natürlich kann Samstag 10:30 gespielt werden. Zur Not „Malefiz“, „Fang den Hut“ oder „Spitz pass auf“. Irgendein Spielfeld findet sich immer. Gut, am Dienstag in Lotte wurde zur angesetzten Spielzeit parallel die Wattolümpiade ausgetragen. Bei Doppelbuchungen kann man wenig machen. Ihr könnt ja mal versuchen Dame und Mühle gleichzeitig zu spielen. Aber wenn man sich über das Spiel einig ist, kann man durchaus Spaß haben. Am besten nimmt man eins, dass für 9-99 Spieler in ähnlicher Altersspanne funktioniert. Wer bei der Festlegung der Regeln dabei sein will, sollte pünktlich kommen. Geht nicht über Los und lasst die 4000 Mark liegen. Die Bank gewinnt sowieso immer. Und am Ende dürfen alle in eure Karten gucken. Lukas Podolski hat leider auch nie erreicht, dass sich Schach mit Würfeln durchsetzt. Jetzt geht er nach Japan, um seine Mikado-Skills zu verfeinern. Ohne Widerschlag, in der Kevin-Großkreutz-Erweiterung. Ich muss in der aktuellen Spielrunde leider aussetzen und schone meine Spielfigur. Aber dafür darf ich das nächste mal dreimal würfeln, oder?
Für die allseits beliebte Filmkomödie gleichen Namens klicke hier.
(Aber Vorsicht, es könnte sein, dass Christoph dann das Spielbrett umschmeißt.)
25. Februar 2017 – Saisondebüt für alte Hasen
Und natürlich kann geschossen werden
Ihr sollt den Samstag nicht vor dem Sonnabend loben
Ihr habt den trojanischen Ball durch die Tore eures Platzes geschoben
Ihr habt gedacht, ihr könntet uns trainieren
Doch wir haben euch überlistet und zerstören euch von innen
Das war als Taktik schon ganz schön ausgefuchst und gilt es bis heute als Blaupause für jeden Underdog. Und wer hat’s erfunden? Natürlich die Griechen 2004. Bzw. Otto Rehakles (u.a. auch Erfinder der Halbangst), der viele Jahre vorher als Maler, Anstreicher und Kind der Bundesliga in Deutschland diese Taktik perfektioniert hat. Die überrumpelten Trojaner von damals kamen eigentlich aus Portugal und haben erst im letzten Jahr dieses Trauma besiegen und die Taktik selbst erfolgreich einsetzen können. So kommt der trojanische Ball ganz schön rum und sorgt immer mal wieder dafür, dass die beste Mannschaft nicht immer gewinnt. Die Hoffnung, dass er morgen 10:30 in der Wismarena Station macht, ist wie immer groß. Wolle mer’n rein lasse?
18. Februar 2012 (2017er-Version)

Fünf Jahre nach dem eigentlichen Eintrag, war dieser #kopfgrätsche-Sonnabend Facebook noch mal eine Erinnerung wert:
Dabei fiel auf, dass dieses Foto noch nicht auf www.kopfgrätsche.de archiviert, sondern exklusiv im Social-Media-Monster gefangen war. Dieser Mangel ist hiermit behoben.
18. Februar 2017 – Spiel ohne Tore endet trotzdem 13 zu 12
Auch ohne physisch vorhandene Tore, die an den Zäunen des Platzes festgekettet waren, gab es reichlich Tore (maximal unter Kniehöhe) bei einem ordentlichem Spielchen mit Neun gegen Neun. Zwei Mal war Jürgen kurz davor den Notruf zu
wählen, aber die beiden Schwerstverletzten (nach dem ersten Eindruck) konnten Minuten später wieder auf Torejagd gehen.
Und ja, die Prophezeiung der #kopfgrätsche-Mail vom Vortag „Ein Gefühl, tiefer als Spaß“ ist so ungefähr in Erfüllung gegangen, obwohl es zwischenzeitlich sogar eine unrühmliche Kopfgrätsche-Premiere (Kleine Keilerei) gegeben hat.
Ein Gefühl, tiefer als Spaß
Kopfgrätscher kennen das: wenn 112 gewählt wird und der Wagen mit Blaulicht in Sichtweite kommt, ist schlimmes Aua angesagt. Durch glaubwürdiges Herumwälzen am Boden unterstreicht man die Tragweite der Verletzung. Aber was ist mit dem Schmerz, der durch verbale Fouls entsteht? Für Fußballfans gilt im Zweifelsfall die alte Rapper-Regel: lieber zweimal nachdenken. Schlagfertigkeit klingt schon vom Begriff her ganz schön martialisch. Und trägt nicht zur Beliebtheit bei. Wenn sogar Enfant terribles wie Bushido lieber ihren Frust an Postfilialen oder Nahverkehrsbetrieben auslassen, ist Vorsicht geboten beim Meckern. Wir haben diesen Trend schon lange erkannt. Meckerköppe und Phlegmatiker werden so geschickt aufgeteilt, dass am Ende nicht nur ein gefühltes Unentschieden im Spielergebnis sondern auch seelisches Gleichgewicht bei den Mitspielern entsteht. Es soll ja schließlich niemand mit dem Gefühl nach Hause gehen, dass man sich das nächste mal besonders anstrengen müsste, um den Anderen etwas zu beweisen. Auch dieser Samstag (10:30) steht wieder im Zeichen der guten Laune. Die wird im Vorfeld extra noch einmal aufgepumpt. Und wer seinen unbedingt Ärger loswerden will, kann doch einfach „Fuchs du hast die Gans gestohlen“ oder ähnliches singen.
11. Februar 2017 – Vier gegen Vier bei Minus Vier
Lahm Duck
Jahrelang führt er einem vor Augen, was man selbst alles falsch gemacht hat auf dem Weg zum Weltklasse-Fußballer. Und als ob das noch nicht genug ist, verlässt Philipp Lahm das Feld auch noch in einem Zustand, den wir nie erreichten. In einem Alter, wo unsereins noch geglaubt hat, dass das mit der Weltkarriere jeden Moment losgehen müsste. Das verhöhnt doch den gemeinen Kopfgrätscher mehr als es jedes Plakat auf der Dortmunder Südtribüne könnte. Vielleicht haben wir nicht genug Stolz, um zu verhindern, dass Talente, die halb so alt sind wie wir (aber trotzdem älter aussehen als Philipp) uns Talentfreiheit und Alter in jedem Spielzug vor Augen führen. Aber dann prallt plötzlich bei einer Ecke der Ball blöd auf und plötzlich steht man vorm leeren Tor und schiebt mit dem Schienbein ein. In dem Moment ist das Gefühl doch ganz nah an dem was Philipp mit dem Weltmeisterpokal in der Hand in Rio gehabt haben muss. Oder wenigstens an dem, das er jedes Jahr mit der Meisterschale auf dem Marienplatz hat. Naja, vielleicht auch nur was der Telekom-Cup so bei ihm auslöst. Die traurige Wahrheit ist wahrscheinlich, dass er sich im Alter von 33 komplett leergejubelt hat. Wenn ihr noch etwas Jubel in euch übrig habt, ich kenne einen Ort, an dem dieser Samstag 10:30 besonders gut zur Geltung kommt.
Syndesmosebande Piräus vs. Sportvereinigung Konstantinopel


Die Heimat des Europameisters von 2004 ist sportlich aktuell nicht der heiße Scheiß, aber die Vereinsnamen sind schon immer super gewesen. Olympiakos Syndesmos Filathlon Peiraios oder Athlitiki Enosi Konstantinoupoleos muss man erst einmal toppen. Vielleicht mit einen Trikot des Tatortreinigers Hugo Almeida aus dem AEK-Fanshop?
Wartezeit und Strafraum
Wenn man aktuell nicht in die Zukunft schauen will, hilft es manchmal sich die Zukunft der Vergangenheit anzugucken. Die war auch nicht wirklich rosig, aber meistens lacht man doch drüber. Entweder weil es noch schlimmer kam oder weil man den Menschen tatsächlich solch eine Entwicklung zugetraut hat. Vor zwanzig Jahren hatten alle das Ende der Welt vor Augen, da niemand eingeplant hatte Computer auch nach der Jahrtausendwende zu benutzen. Nur weil unsere Eltern Platz auf den Lochkarten sparen wollten, hätte uns der Y2K-Bug um ein Haar alle ausradiert. Die nächste Chancen auf ein Revival der Millennium-Angst gibt es erst wieder 2027 und 2038. Bis dahin reicht das Internet noch locker. Wenn die größten Internet-Trolle uns zunehmend auch im Reallife trollen, vielleicht sogar noch länger. Die Zeit, die wir dafür in den Hotlinen der Provider verbringen, fehlt uns dann natürlich trotzdem, um endlich mal das fliegende Auto zu erfinden oder den Bot zu programmieren, der selbstständig die Kopfgrätsche-Spielankündigung schreibt und verschickt. Der müsste sich sicher am Anfang auch erst einspielen. Vielleicht vergisst er sogar die Startzeit zu kommunizieren. Spätestens da kommt der Mensch doch wieder ins Spiel und informiert euch notfalls per Brieftaube. Retweet wäre toll. Während wir uns den leuchtenden Hoverwürfel mit unseren intelligenten Botten zupassen, gibt es Straftraining für den Bot. Erste Übung für ihn: Samstagvormittag die Provider-Hotline anrufen.
Ach ja, fast vergessen: Samstag 10:30!
28. Januar 2017 – Winterschlaf vs. Frühjahrsmüdigkeit
Trumpelfußball
Zugegeben, für den Laien könnte es so aussehen, als ob am letzten Samstag nur 10 Leute am Platz waren. Aber das täuscht gewaltig und alle, die zuhause im Warmen mit einer Tüte Chips sitzen, sehen nur dieses Bild und denken Kopfgrätschen wäre nicht beliebt genug. Tatsächlich waren doppelt so viele Mitspieler anwesend. Schließlich wurden beide Seiten des Platzes und alle Leibchen gebraucht. Das Spielende konnten nicht alle Kicker abwarten. Das Mittagessen stand schließlich schon auf dem Tisch und fing an kalt zu werden. Außerdem ist der Kamerawinkel ungünstig gewählt. Von unten fotografiert wirken wir heroischer. Aber man würde aus diesem Winkel auch auf der National Mall nicht mehr Leute erkennen. Für alle, die immer noch nicht überzeugt sind, schaffen wir Samstag 10:30 alternative Fakten und wiederholen die ganze Prozedur. Und wenn ihr dann immer noch nicht glauben wollt, werden bei Freistößen rigoros Mauern gestellt. Und es wird niemand vom Platz gelassen, bis er nicht sein Soll an Toren geleistet hat. Wer zur Wochenendplanung auf kofgrätsche.de die Seite mit dem Wetterbericht sucht: die hat nie existiert (oder ich habe das Passwort dafür auf Twitter verloren). Zieht ruhig die Hose mit den kurzen Beinen an.








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