Claus hat die Ruhe nicht mehr ausgehalten. Und nun dürfen morgen endlich wieder Menschen zum Fußball. In der Stadt der 7 Tore, 7 Türme, 7-Tage-Inzidenzen lassen sie Samstag gegen den Halleschen Komet natürlich genau 777 Zuschauer ins Ostsee-Stadion. Sogar NDR und MDR werden dieses exotische Event live übertragen. Ob sie auch Kameras für das Geschehen auf dem Spielfeld aufstellen werden, ist noch offen. Viele Fans hoffen wahrscheinlich, dass sie die Spieler nicht zu sehr stören. Bei Hansa lief es ja zuletzt ohne das Publikum ganz gut. Frei nach dem Motto: ich kann nicht, wenn jemand zuguckt. Und es wäre natürlich äußerst unglücklich, wenn die bohrenden Blicke von Menschen am Ende den greifbaren Aufstieg kosten. Einige fragen sich nun, was macht man eigentlich normalerweise in einem Stadion, wenn man selbst nicht spielt? Und wie hält man gut lesbar aber anonym das „Hurensohn“-Banner hoch, wenn der nächste Zuschauer zwei Blöcke weiter sitzt? Die Kameras werden das genau dokumentieren. Claus Ruhe Madsen sollte diese Chance nutzen und wenigstens als Fallschirmspringer den Ball auf den Anstosspunkt legen. Spätestens dann sollte er zum beliebtesten Dänen in Rostock seit Martin Retov werden. Wir sind gespannt und erwarten exakt sieben Tore.
Fußballtennis Borussia vs. SC Feucht
Kiricocho
Dürlich Dürlich. Deutschland sucht den neuen Bundestrainer. Also jetzt offiziell. Spekuliert wird ja schon seit mindestens 3 Jahren. Aber was ist eigentlich genau das Jobprofil? Man sollte sicher eine gute Haut fürs Werbefernsehen haben. Da kann Kloppo natürlich gut punkten. Vor allem, weil er nicht nur Marken aus dem Hause Beiersdorf präsentieren kann, sondern gleich noch Deutschland als Bier- und Autoland nach vorne grinst. Lächeln wurde ja bei Jogi jahrelang vermieden. Die Faltencreme wäre sonst zum Ladenhüter geworden. Aber modisch hat der Joachim definitiv Maßstäbe gesetzt. Auf dem Level kann eigentlich nur Julian Nagelsmann mithalten. Mit ihm würde sich die Farbpalette sogar noch großzügig erweitern. Den schwarzen Rolli ergänzt mit roten Sneakern und einer knallgelben Matratzenjacke – da weiß man mit Blick auf die Trainerbank gleich welches Land spielt. Aber warum eigentlich nicht mal ein Franke? Wenn in diesem Jahr der Zwillingspaarlauf von Angela und Jogi endet, wäre es doch logisch, dass neben dem Franken im Kanzleramt auch einer Fußballdeutschland verantwortet. Zwar ist er seit 10 Jahren raus aus dem Trainingsanzug, aber die Aufstellung würde sowieso Julian Reichelt machen. Sky muss nicht the Limit bleiben und der Bock wird nicht zum Greenkeeper gemacht. Dieses Match kann eigentlich nur verhindert werden, wenn jetzt jemand laut „Kiricocho!“ ruft.
Taskhorst Testspiel
Da haben wir ja noch einmal Glück gehabt. Der für uns zuständige Minister ist welcher? Ja, da kommt man nicht so einfach drauf. Kleiner Tipp: er hat auch noch das Heimatmuseum unter sich. Richtig, genau der. Von dem hört man allerdings in letzter Zeit nicht so viel. Und das ist ja nun wirklich nicht das schlechteste Zeichen. Schlimmer wäre es, er müsste sich in irgendwelchen Taskforcen engagieren und andere Minister beim Tests bestelle un‘ Bälle uffbumbe unterstützen. Dafür haben sie tatsächlich doch ein paar andere Experten gefunden. Und denen würde man sogar den FC Schalke anvertrauen. Der Heimatmuseumsdirektor kann sich somit in aller Ruhe um den Sport kümmern. Bzw. er lässt einfach die Länder und Kommunen machen. Die können dann selbst entscheiden, ob Red Bull Leipzig (wie sie Schweini frecherweise unverblümt im Ersten nennt) eher als Einzelhandel, Gastro oder Zoo gilt. Schwierig. Wenn Wodka dabei wäre, wäre es eindeutig. Bayer Leverkusen war wenigstens so clever die Systemrelevanz im Vereinsnamen zu verankern. Insgesamt haben es die alten BSGs einfacher, unter den Mantel einer relevante Branche zu schlüpfen. Da hilft es wenig, wenn man heißt wie eine Kleinkunstbühne. Daran haben wir mit dem Namen Kopfgrätsche leider nie gedacht. Aber vielleicht sind wir irgendwann interessant genug fürs Heimatmuseum.
Fußballtennis Borussia vs. FC Koppimhagel
Jogger Bonito
Bitte laufen Sie weiter. Hier gibt es nix zu sehen. Und dort, wo es was zu sehen gibt, da wird zu wenig gelaufen. Warum sonst, sollte man den Joggern an der Alster eine Maske vorschreiben? Da wurde doch eindeutig zu viel Pause gemacht oder in lockeren Dehngrüppchen das Smartphone mit den Ergebnissen aus der Lauf-App rumgereicht. Merke: spätestens, wenn der Erste mit einem ToGo(!)-Becher in der Laufgruppe auftaucht und einen die Rollatoren aus dem Weg klingeln, ist die Minimalspeed definitiv unterschritten. Die Schnellen und die Langsamen kommen sich also wieder näher und dass das in Hamburg passiert, kann man mit Blick auf die Zweitligatabelle nur logisch nennen. Während der HSV anfängt, sich trotz eines komfortablen Vorsprungs nach dem Lieblingsderby-Partner umzuschauen, bekommt St. Pauli plötzlich die zweite Frühlingsluft, um sie dem HSV in den Nacken zu atmen. Dabei waren die Rothosen doch schon auf sicherem Überrundungskurs. Aber mit den süßen Erinnerungen aus den vergangenen Derbys haben sich beide wieder angenähert. Rechtzeitig, um am Montag gemeinsam um die Alster zu joggen. Klar, dass die Stadt darauf reagieren musste. Nur so sind auch in der nächsten Saison alle Schwarzweißblauen und Braunweißen wieder dabei beim schnoddrigem Prederby-Gefrotzel. Dass man dabei nicht ins Laufen kommt: geschenkt. Moment, läuft der Grünweiße da vorne etwa rückwärts, damit wir ihn einholen können?
Fußballtennis Borussia vs. AFC Sunnyland
Dem Ochs ins Horn gepetzt
Der Schnee ist plötzlich weg, obwohl Marcel Schmelzer schon lange nicht mehr auf dem Platz stand. Über diesen alten Arnd-Zeigler-Gag konnte Kloppo damals herzhaft lachen, als er noch den BVB bei Pokalspielen auf vereisten Amateurplätzen coachte. Diese Woche wäre er fast nach Deutschland zurückgekehrt. Am Ende ist er wohl nur drübergeflogen. Als Arbeitnehmer in England darf er aktuell nicht einmal die Kernfamilie in Deutschland begraben. Fußball in Ungarn hingegen geht. Aber sogar über Fuschl am See wäre Kloppo nicht wie viele Sachsen damals ’89 in die Bundesrepublik reingekommen. Aki Watzke tröstet sich derweil damit, dass nächste Saison immerhin ein Ex-Spieler von Klopp den BVB trainieren wird. Kloppo und Arnd hätten viel Spaß gehabt, wäre es Andrööösen geworden. Marco Röööse äh Rose darf aber als gebürtiger Leipziger bestimmt auch jederzeit in den Freistaat einreisen. Und in Fuschl hat er vielleicht auch noch einen Schlüssel, den er 2019 vergessen hat abzugeben. Wenn man sich seine Pöbelstatistik anguckt, kann man sich durchaus vorstellen, dass er in 10 Jahren das Snickersgesicht ist. Nur Marcel Schmelzer wird er bei Eis und Schnee nicht mehr aufstellen. Der beendet am 34. Spieltag zusammen mit Lukasz Piszczek und Sven Bender seine Bundesliga-Karriere beim Spiel Dortmund gegen Leverkusen. Es wäre zu wünschen, dass Jürgen Klopp dafür als Zuschauer ins Stadion darf.
Fußballtennis Borussia vs. FK Krassnowda

Linke Kleber
Das Panini-Album atmet auf. Endlich können sie bald wieder ganz legal die neusten Frisurentrends mit Fußballstars dran auf Aufkleber drucken. Das Leben im Zwielicht ist für die Kicker somit vorbei. Jedenfalls für die zwei, die ihr Einkommen vernünftig versteuern. Besonders gefragt sein werden natürlich die Coiffeure, die neben der Scheren auch noch die Nadel bedienen können. Karlheinz Rummenigge würde sich zwar wünschen, dass Vakzin die Nadel verlässt, aber am Ende wird es oft nur bunte Tinte sein. Die Würde eines Fußballers misst sich eben auch daran, dass er nicht mit den gleichen Tattoos aus der alten Fifa-Version gespielt werden muss. Als exklusive Neuheit in den Tütchen wartet Sticker-Material für eine Doppelseite, auf der Kalle Rummenigge die neusten Maskentragetrends präsentiert. Diesen Motive auf Glitzerpapier haben schließlich schon als Memes eine große Fanschar überzeugt. In den bisherigen Panini-Alben standen bisher vor allem die Haarmoden der letzten Jahrzehnte im Fokus. Von Günter Netzer über Maik Werner bis zu Marco Reus – jede Zeit hat ihre Rolemodels. Und in Vorfreude auf den März kann man die alten Alben durchblättern und schon einmal ein paar Favoriten einkreisen. Und wenn dann irgendwann endlich die Fußpfleger wieder aufmachen, passen wir auch bald in unsere Fußballschuhe.
Fußballtennis Borussia vs. Ipswich Tau’n
V is for Victory
Дружба! Jetzt sollte sich doch endlich einmal auszahlen, dass wir jahrelang russisches Vokabular auf unserem roten Platz geübt haben. Gut, Kuranyi war zwar der leicht spöttische Tarnname, mit dem Doppelagenten getauft wurden, die sehr flexibel zwischen den Teams wechselten. Aber jetzt wo bald der Stoff kommt, der uns allesamt wieder in die Stadien und Sportanlagen spült, sollten wir unseren Rettern zeigen, dass wir nicht nur systemrelevant sondern auch systemflexibel sind. Lassen wir also die Champions-League-Hymne und Hansa Forever mal kurz stecken, hier sind die wichtigen Textblätter für die Kurve. Die Melodie sollte noch sehr präsent sein und sorry für den Ohrwurm für den Rest des Wochenendes:
Ladies and Gentlemen, this is Sputnik Number V.
A little bit of Spartak in my life
A little bit of Dynamo by my side
A little bit of Rotor is all I need
A little bit of Loko is what I see
A little bit of Alanija in the sun
A little bit of Zenit all night long
A little bit of ZSKA, here I am
A little bit of you makes me your man
Ich verfluche Ihnen!
Letztes Jahr gab es die sehr erfolgreiche Doku „Karten, Pfiffe, fette Bässe“, in der Deniz Aytekin portraitiert wurde. Das Besondere daran war aber, dass man erstmals genau hören konnte, was so in den neunzig Minuten auf dem Platz zwischen Spielern und Schiedsrichtern geredet wird. Stichwort: „Ich mach dir gelb!“. Jahrelang war die Kommunikation auf dem Platz viel Stoff für Legenden, die über die Zeit noch sehr viel lustiger weitererzählt wurden. Das Audiofile zum Ente-Lippens-Kultdialog „Ich verwarne Ihnen!“ „Ich danke Sie.“ sucht man heute vergeblich. 1965 waren halt noch lärmende Zuschauer im Stadion und letztes Jahr manchmal auch. Heute braucht man weder einen verkabelten Undercover-Fieldreporter noch einen Lippenleser, um das Gelaber auf dem Platz hören zu können. Radio Müller sendet unentwegt, was sich für viele Beteiligte so anfühlt als ob man Frühstücksradio mit einem Kater ertragen muss. Inhaltlich eigentlich nur mit 3 Stunden Fips Asmussen zu vergleichen. Hier passiert also wenigstens noch Kleinkunst. Der Anschlussvertrag für die Münchner Lach- und Schießgesellschaft dürfte dem Thomas sicher sein. Dem untätigen Kopfgrätscher bleibt unterdessen nur den Fernseher anzubrüllen. Das letzte peinliche Rumgemänner haben sich dann diese Woche Romelu Lukaku und Zlatan Ibrahimovic im Mailänder Derby geleistet. Neben Beleidigungen unter der Gürtellinie war auch der höhnische Satz „Mach dein Voodoo-Ding!“ von Zlatan zu hören. Es gab nur gelb für die beiden Kampfhähne. Als Zlatan, dann in der zweiten Halbzeit mit gelb-rot vom Platz flog, war es relativ still. Also warum immer dieses Herumgeschleuder der Aerosole, wenn man auch einfach still sein Voodoo-Ding machen kann? Mit ein paar Handarbeitstutorials sollte meine Müller-Puppe bald fertig sein.
Fußballtennis Borussia vs. Young Boys Bernie
Was ich im Grätschen traf (Meine eigene Nationalhymne)
Was ich auf dem Platz tat
Das war bestimmt nicht immer richtig
Ich nahm den Ball auch manchmal an
Und nahm doch manches nicht so wichtig
Wenn ich auch ganz gewiss
Mich nicht von Schuld und dich vorm Tor frei seh
Verzeihen Sie, wenn ich sag
I gräscht it my way
Ich kenn das auf und ab
Den Jubel und die bittren Tränen
Ich stand auch oft am Rand
Das brauch ich wohl nicht zu erwähnen
Es ist für mich ein Trost
Daß ich trotz Lockdown nicht entzwei geh
Verzeihn Sie wenn ich sag
I grätscht it my way
Und dennoch denk ich gern zurück
Ich hatte Glück verdammt viel Glück
Ich kann zu vielen Freunden gehn
Die von Ferne winken, wenn sie mich sehn
Und ohne Groll den Satz verstehn
I grätscht it my way
Ich hab kein Publikum
Und darauf kann ich mich verlassen
Drum nimmt niemand niemals nix krumm
Ich kann es trotzdem noch nicht lassen
Ich hab auch eine Frau
An der ich jetzt verschämt vorbei seh
Zu oft hat sie gehört
I grätscht it my way
Fußballtennis Borussia vs. Shakhtar Ballnetz
Goal Heart Mountain Top Queen Directory
So, liebe CDU wer soll nun dein Herzblatt sein? Der jecke Armin, der aber komischerweise nicht Arminia Bielefeld unterstützt, sondern natürlich seinen Heimatclub Alemannia aus Aachen. Kultig wie der Tivoli, bissig wie Willi Landgraf aber leider nicht so kopfballstark wie Erik Meijer. Trotzdem tollt er gerne über den Platz im schwarzgelben Kindertrikot. Ähnlich wie der sauertöpfische Sauerländer Friedrich, der sich aber eher zur Mittelschicht in der Champions League zählt. Er ist allerdings seit 2014 nicht mehr im Aufsichtsrat des BVB, weil er das Limit für Aufsichtsratsposten bereits geknackt hatte. Aber seit dem wurde auch vom Verein nur noch der DFB-Pokal gewonnen. Und den schenken ja sogar die Bayern ab, wenn tatsächlich sogar nördlich von Winterberg eine Flocke fällt. Und ein Typ für den zweiten Platz ist der Friedrich nun bestimmt nicht. Also nicht noch ein sechstes mal. Aber vielleicht hat er diesmal Glück und sein Rivale Markus im auf links gedrehten Bayern-Trikot schränkt freiwillig seinen Bewegungsradius auf Franken ein. Der dritte Kandidat Nobbi kommt zwar auch aus NRW, ist aber absolut kein Fußballfan, spielt dafür bestimmt ganz gut Squash und mag Koalas. Aber könnte man sich ihn hüpfend im Energie-Cottbus-roten Blazer auf der Tribüne in Katar vorstellen? Wohl kaum. Trotzdem musst du dich entscheiden. Wenn dir dieses Rennen allerdings komplett egal ist, kannst du getrost das Königin-Sylvia-Wetter draußen nutzen und dabei von der Monarchie träumen.
Fußballtennis Borussia vs. Kaizer Schiefs
Stehgeiger im Bewegungsradius
In dieser Woche wurde viel über Bewegungsradien gesprochen und jeder versucht auf seine Art diese Distanz in vorstellbare Relationen zu setzen. Braucht man 10.000 durstige Menschen vor einer geschlossener Kneipe bei akkurat eingehaltenem Mindestabstand oder lieber 30.000 Corgis, die sich direkt am Hintern schnüffeln? Egal, die beruhigende Botschaft für den Profi-Fußball ist weiterhin: sollen doch die Amateure, die inzwischen ein Wort wie „Bewegung“ erst einmal googeln müssen, fett werden, wir können problemlos weiterspielen, bzw. weiter laufen. Ein schneller Blick in die ran-Datenbank offenbart: selbst die lauffreudigsten Spieler in der Bundesliga schaffen nicht mehr als 15km in einem Spiel. Die laufen ihre 11 bis 12 Kilometer und dann sind die 90 Minuten meistens rum. Erstaunlich: auch ohne „Lauf-du-Arsch“-pöbelnde Fans bleibt die Laufleistung seit Jahren in diesem Bereich. Mannschaften, die ungern den Ball haben und oft hinterherlaufen haben naturgemäß höhere Werte. Wenig laufen Teams, die Ballbesitzfußball spielen und Schalke 04. Gespannt guckt Fußballdeutschland dieses Wochenende, ob es den Schalkern dennoch gelingt, trotz vorbildlichster Bewegungseinschränkungen den Tasmania-Rekord zu verpassen. Es wäre doch nur konsequent, wenn sie nicht einmal diesen Titel annehmen. Der Gegner, der zwischen ihnen und dem Rekord steht, ist die TSG Hoffenheim und übrigens nicht viel lauffreudiger. Bevor man dieses Steherrennen verfolgt, läuft wohl jeder Amateur besser mal seine 15km ab. Aber Warnung: meistens muss man die dann auch zurück.








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