Nach unzähligen Jahren des Zitterns ist heute der Tag, auf den viele gewartet haben: der HSV darf zeigen, ob er zweite Liga kann. Lange hat er sich geziert. Aber jetzt sagt er „na gut“ und tut all jenen den Gefallen, die sich das nicht vorstellen konnten. Vielleicht ist es aber gar nicht so schlimm mal an einem Wettbewerb teilzunehmen, den man sogar gewinnen kann. Das geht ja beim Audi Cup auch nur, wenn die Bayern mit der Schülermannschaft antreten. Für manche ist sogar schon Kopfgrätsche Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 das Maximum. Also vielleicht ist es sogar ganz nett, Städte wie Magdeburg und Dresden mal einfach flußaufwärts an der Elbe zu besuchen. Nach St. Pauli reicht sogar ein HVV-Gruppenticket. Da verfährt man sich schneller auf dem Weg nach Hoffenheim. Allerdings wäre auch die zweite Liga enttäuscht, wenn der HSV nicht seine Kernkompetenzen einbringen würde. Also Diskussionen um die Uhr, komische Fan-Aktionen und schnell wechselndes Personal. All das, was die erste Liga schon ziemlich schnell vermissen wird. Und am Ende ist es wie bei „Verzeih mir“ mit Ulla Koch am Brink und der HSV darf wieder zurück an den Familientisch. Und er wird sich fragen, warum er sich all die Jahre dagegen gewehrt hat diesen zu verlassen.
28. Juli 2018 – Total Eclipse of the Heat
Schlechtwetterfußballer
Wir haben ja schon alles durch. Einen Kopfgrätscher hält nicht viel vom Kicken ab. Selbst, wenn normalerweise jemand fragt: „bei dem Wetter?“, sagt man erst recht „warum nicht?“. Nicht umsonst sagt man, dass nach einem Atomschlag nur Kakerlaken und Kopfgrätscher wieder aus ihren Löchern gekrabbelt kommen. Allerdings habe ich schon echt lange keine Kakerlake mehr gesehen. Die werden sich doch nicht dünne gemacht haben? Da kommt der Kopfgrätscher ins Grübeln. Ihn Samstag 10:30 einfach im Auto zu lassen, ist allerdings auch keine gute Option. Vielleicht lässt man ihn doch ein wenig über den Platz schleichen. Vielleicht entwickelt er sich aber auch zum Sandplatzexperten wie Rafael Nadal. Mit Schäufelchen und Eimer wird es nicht lange dauern, bis er eine Sand-Wismarena in den Strand gebuddelt hat. Der Wasserball ist rund und nach dem Essen ist vor dem Schwimmen, dazwischen dauert die Pause 90 Minuten. Damit kann man arbeiten. Nur die Volleyballer nerven mit ihrer Netzphobie. Aber wenn man sich mit Sonnencreme eine Nummer auf den Rücken malt, braucht man sich kein teures Bayern-Trikot kaufen. Vertretbare Betriebstemperaturen für Kopfgrätscher sind dann hoffentlich 18:00 wieder zu erwarten. Vielleicht sogar mit Unwetter. Aber dazu sagt der Kopfgrätscher eigentlich nur lakonisch: „warum nicht?“.
Sonnenkampeones
21. Juli 2018 – Stop! Amboš Time!
Born here, but able to run somewhere else
Man muss nicht der geborene Kicker sein. Born to run reicht völlig. Egal ob man aus Badlands oder Promised Land kommt, Hauptsache man setzt den Fuß out in the Street. So wie der Boss vor 30 Jahren als er 160.000, die born in the GDR waren, in this Hard Land besuchte. Und wenn ihr euch heute in eurer brilliant Disguise auf die Thunder Road traut, hört ihr schon bald wie der Wrecking Ball durch die Gegend gebolzt wird. Mit Hungry Heart und Human Touch. Die Glory Days sind vielleicht schon etwas länger her und die Spare Parts werden knapp. Wir sind vielleicht nicht tougher than the Rest aber dafür on Fire und bis zum letzten Tor gilt: no Surrender. That’s why I’m goin’ down Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00, obwohl ich weiß: my Best was never good enough.
18. Juli 2018
14. Juli 2018 – tricolore kockast
À la baguette
Was macht man, wenn man im Land des kommenden Weltmeister urlaubt, aber nicht darauf verzichten möchte, das WM-Finale von Béla Réthy kommentiert zu bekommen? Dann führt kein Weg am Kiez vorbei. Das Bistro Allemand mit Biergarten am Canal Saint-Martin. La Deutsche Gemutlichkeit à Paris. Zwischen Kraft Bier und Käsespätzle, Fritz Cola und Weltmeisterplatte gibt es hier alles, um sich mit Wehmut daran zu erinnern, warum hier überhaupt eine Weltmeisterplatte auf der Karte steht. Und Fußball ist auch abseits von großen Turnieren stets ein zentrales Element dieser Erlebnisgastro. „Viens jouer sur le seul Baby foot allemand de Paris et suivre les matchs de la Bundesliga ou de la Manschaft!“ Baby foot allemand ist übrigens Tischkicker. Aber auch sonst kann man sich hier super auf den nächsten Vokabeltest vorbereiten.
avoir un bon placement – ein gutes Stellungsspiel haben
pénétrer dans la surface de réparation – in den Strafraum eindringen
brosser le ballon – den Ball anschneiden
amorti de la poitrine – gefühlvolle Ballannahme mit der Brust
rècupèrateur – zentraler defensiver Mittelfeldspieler oder Bergmann
correspond à la ligne des 6 mètres – 5-m-Linie
prendre en sandwich – in die Zange nehmen
grand pont – Trick, bei dem der Ball rechts bzw. links am Gegner vorbeigeht und dieser auf der anderen Seite umlaufen wird
Nur Kopfgrätsche Samstag 10:30 / Mittwoch 18:00 lässt sich schwer adäquat übersetzen. Und wer jetzt den Kopfgrätsche-Aufkleber sucht, sollte im Kiez unbedingt mal auf dem Klos vorbeischauen. Beim grünen Ampelmännchen.
07. Juli 2018 – Nachspiel
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Die einen hatten ausgespielt.
Die anderen waren noch dabei

Aber nach der Nachspielzeit gab es dann noch einen erfolgreichen Abschluss.
[Dieses Foto stammt aus einer Datenrettung im November 2019. Hier mehr dazu.]
In der Diaspora
Erinnert ihr euch noch an den letzten Sommer? An all das Konfetti in der Luft, das beim ConFed- und beim Confetti-Cup durch die Luft wirbelte? Ja okay, das Wetter war bescheiden. Für ein Sommermärchen fehlte der Sommer. Im letzten Sommer waren dennoch alle überzeugt, dass wir zwei bis drei Mannschaften haben, um erneut Weltmeister zu werden. Und nu? Die ganze Euphorie verpufft. Fußball doof. Jogi ein Blinder. Die Endzwanziger auf dem Feld lahme Greise. Lieber Volleyball oder Tischtennis. Nicht mal das DIA-Turnier kann diesem Sommer noch retten. Wahrscheinlich will niemand mit einem Sport belästigt werden, in dem England Titel gewinnen könnte. Und das nur, weil die so toll Elfmeter können. Jedenfalls ist es am einfachsten, Jogi auch noch Schuld dafür zu geben, dass das für dieses Wochenende geplante DIA-Turnier nicht stattfinden kann. Oder Oliver Bierhoff. Oder Mesut Özil. Einer von denen hat es auf dem Gewissen. Die aktuelle Studentengeneration ist quasi in ihrem persönlichen 2004 angekommen. Unter Tante Käthe schafften wir damals dank zweier Unentschieden und einer Niederlage den vorletzten Platz vor Lettland. Ballkünstler wie Thomas Brdaric, Jens Nowotny, Christian Wörns oder Fabian Ernst haben im Grunde das Sommermärchen von 2006 erst möglich gemacht. Vor allem, weil sie 2006 nicht mehr dabei waren. Von da an retteten dann Jogi, das DIA-Turnier und die Karstadt-Arena den Fußball. Wir sind bereit für Neues, Jogi. Und du?
PS: Streng genommen, soll das Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 auch Fußball sein. Hat aber nur im Entferntesten damit zu tun. Kommt also wie immer, denkt nicht drüber nach und freut euch an der schönsten Kopfgrätsche der WM. Danke.
This is Lucas Torreira using his head to make a tackle.
His head.
To tackle.
This kid is prepared to die for the cause. pic.twitter.com/QobDGn3nJl— Gilles (@GrimandiTweets) 30. Juni 2018
04. Juli 2018 – Grätschest of all Times
23. Juni 2018 – Vatertag im Juni
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[Dieses Foto stammt aus einer Datenrettung im November 2019. Hier mehr dazu.]
16. Juni 2018 – Ausgleich

Wenn die Kamera kippt, muss man eben schnell für einen Ausgleich sorgen.
[Dieses Foto stammt aus einer Datenrettung im November 2019. Hier mehr dazu.]
Putin‘ it up live
Hiermit verabschieden wir uns mit einem Blumenstrauß warmer Worte von den WM-Allesguckern. Macht es gut. Vergesst nicht zwischen den Spielen auch mal aufs Klo zu gehen oder ab und zu etwas frische Luft reinzulassen. Zwar gibt es noch ein paar fußballfreie Tageszeiten, aber Samstag 10:30 wird schon schwer, wenn man im Vorfeld alle Interviews und Vorberichte mitbekommen möchte. Das ist ja schließlich alles bezahlt. Und es ist natürlich auch beruhigend zu wissen, dass auch Ex-Nationalspieler mit einer Hand voll Länderspielen und einem Sprachfehler wieder in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden können. Allesgucker haben natürlich auch eine große Verantwortung. Wenn die Berichterstattung kurz nach Frühstück startet, müssen schließlich schon ein paar lustige Posts im Netz sein, die von den Fachkräften der Theater-AG Lerchenberg noch einmal in verteilten Rollen nachgespielt werden können. Mit dieser Bürde muss man erst einmal klar kommen. In ein paar Wochen werden die Allesgucker ja wieder auftauchen. Desillusioniert von diesen Tippspielen, die trotz des bedrohlich-schwankenden Stapels Sonderhefte von Leuten gewonnen werden, die im Halbfinale fragen, ob die Italiener noch dabei sind, und leicht matschig im Kopf aufgrund des immer gleichen Musiksnippets, das als WM-Jingle jeden Beitrag über Jogis Espresso-Doping abrundet.
09. Juni 2018 – Ein Wagen für Javid
Javid hat bei #kopfgrätsche sowas wie Superhelden-Status. Mittlerweile fährt sein Chauffeur schon mit geöffneter Tür zum Fototermin vor, um den leistungsstarken Drippler direkt einzuladen.

Die restliche Truppe ist per Fahrrad dann selbst zum Kai (und damit auf das alljährliche Hafenfest) geradelt. Neben Ciabatta und alkoholfreihem Hefeweizen wurde noch ein zünftiges Drachenbootrennen geboten:

Reiß dich #ZSMMN!
Plötzlich ist da dieses Turnier. Nach all den Kampagnen für die Besten, von denen niemals ein Rest bleibt, oder die Wiedervereinigung durch Fußball, müssen die Models tatsächlich noch in Spielfilmlänge echte Fußballer darstellen. In den kurzen Clips klappt das ja ganz gut. Da gelingt auch jeder Trick und niemand bekommt den Ball ins Gesicht. Oder die Schulter von Ramos. Auf neunzig Minuten gestreckt, hat diese Show dann doch einige Hänger. Das nennt man dann Vorrunde. Ein schmackhaftes Leckerli wie Portugal gegen Spanien wird da gern mal zu einer zähen Partie Mikado, wo niemand zuerst wackeln will. Dafür wird man bereuen, dass man vermeintlich Verzichtbares wie Saudi-Arabien gegen Ägypten oder Tunesien gegen Panama sausen lässt, weil man auch mal wieder Zeit mit der Familie verbringen will. Oft sind das dann die legendären Spiele, die zu modernen Klassikern werden. Das kann aber auch genau andersherum sein. Deshalb sind die Chancen beim Tippspiel und beim russisch Roulette auch ungefährt gleich. Die Rolle für den spektakulär strauchelnden Favoriten muss am Ende ebenso besetzt werden wie die für den sympathischen Underdog, der erst im Halbfinale durch eine eigenartige Schiedsrichterentscheidung ausscheidet. Am Ende muss man leider doch alles gesehen haben, um mitreden zu können. Wie bei dieser Serie, wo die ersten Staffeln so toll waren, dass man auch die 10. guckt, obwohl man die Darsteller nicht mehr kennt, den Drehort blöd findet und man sowieso das Gefühl nicht mehr los wird, alles schon einmal gesehen zu haben. Aber dann kommt dieser eine Moment irgendwo irgendwann in einem der 64 Spiele, wo man all das vergisst. Nach der WM werden Vuvuzela und Trinkhelm sorgfältig für das nächste Turnier verstaut. Das Gesetz der Serie gilt nicht nur Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00, auch das DIA-Turnier hofft dieses Jahr wieder im Vorprogramm des WM-Achtelfinales auf den einen oder anderen Eventfan. Am 07.07. 14:00 startet das Bonusmaterial, das sich ausnahmslos aus den besten verpatzten Szenen aus 1000 Jahren Fußballgeschichte zusammensetzen wird. Da ist Loris Karius auf dem Plakat quasi nur ein Fliegenfängerschiss. 
06. Juni 2018 – Horizonterweiterung für die HSV-Uhr
02. Juni 2018 – Ohne Idee

Ein etwas lustloses Foto nachdem wir vorher aber eine alte #Kopfgrätsche-Tradition wiederbelebt haben: 3-gegen-3 quer auf Flaschen-Tore! Und: Ein großes Comeback nach langer Zeit gab es auch (4.v.l.)!
ZZ Top
Bravo. Der Preis für die Kopfgrätsche in Gold geht an … Zinedine Zidane! Und das nicht nur weil er in technischer Vollendung vor 12 Jahren Marco Materazzi auf Brusthöhe mit dem Kopf weggegrätscht hat. Nein, Zizou hat diese Auszeichnung auch aus anderen Gründen verdient. Nach drei Champions-League-Titeln in Folge gibt er auch einmal anderen Sportlern die Chance diesen Titel zu gewinnen. Nachdem das Teamfoto (eindeutig eine Verbeugung vor Kopfgrätsche) offenbarte, dass er wieder die gleichen Spieler aufstellen musste, die tatsächlich die gleichen Posen wie bei seiner letzten Studie wiederholten, ist es an der Zeit, dass auch einmal andere jubeln. Zidane, der da Vinci unserer Zeit, hat sich selbst bis zur Perfektion kopiert. Navas mit dem Wimpel unterm Arm und der Hand auf Casimiros Schulter. Der wiederum mit beiden Händen auf den Knien. Marcelos Hände klammern sich die Oberschenkel seiner Nebenleute. Ganz hinten rechts steht Ronaldo wie sein eigenes Denkmal auf Zehenspitzen und stützt sich auf Benzema auf. Und Toni Kross lächelt wie die Mona Lisa. Aber nun müssen andere kommen und zeigen, dass sie mit diesem Tuschkasten Meisterwerke vollbringen können. Es geht wieder bei Nullnull los. Jeder kann malen. Everyone is an artist. Samstag 10:00 und Mittwoch 18:00 in der Volkshochschule Kopfgrätsche.
2017 und 2018. Sogar die Position der Hände exakt gleich. Verrückt. pic.twitter.com/ZDf4MSHNhH
— Oliver Wurm (@oliverwurm) 27. Mai 2018









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