Archiv für den Monat: Januar 2019
Die Zehnjahreswertung
Aktuell werden einem ja eine Menge Vorher-Nachher-Bilder in die Timeline gespült. Unter #10yearschallenge / #10yearchallenge zeigen viele, wie sie heute aussehen und vor 10 Jahren aussahen. Wahrscheinlich mit dem Ziel, um sich die Bestätigung abzuholen, dass man sich ganz gut gehalten oder zum besseren entwickelt hat. Oder im Idealfall „überhaupt nicht verändert“ hat. Oft genug werden wir auch gefragt, ob vor 10 Jahren schon gekopfgrätscht wurde. Naja, unter dem Namen zwar nicht, aber es sieht nach dem gleichen Versuch aus, den Ball über den Platz zu schieben. Und natürlich wurde am Ende ein Mannschaftsfoto gemacht, z.B. so eins hier:
Was man leider sagen muss: der Platz ist auf jeden Fall ganz schön alt geworden. Tiefe Narben und Krater finden sich nun auf seiner Oberfläche. Die Farbe blättert in großen Fetzen von den Pfosten und von den ehemals stolzen Holzbänken sind nur noch kleine faulige Stummel übrig. Sorry, man muss es ganz ehrlich sagen: der Zahn der Zeit hat unseren alten Freund wirklich nicht verschont. Aber er hat uns so viele schöne Erinnerungen beschert, dass wir bereitwillig über seine Alterserscheinungen hinwegsehen. Auch diesen Samstag 10:30 werden wir uns wieder brav beim Foto so positionieren, dass wir gekonnt seine Problemzonen kaschieren.
12. Januar 2019 – Salzstreuer
Kopfgrätsche mit Ä!
Seit Jahren gilt Samstag 10:30 als bewährte Kopfgrätsche-Zeit. Auch wenn immer irgendjemand sagt: „Kinners, wir müsse heut e bissche schneller mache, ich hab nett so viel Zeit. Also lasst uns den Käs‘ e bissche schneller runnerkurbele.“ Und nun höre ich doch tatsächlich im Radio (!), dass die UFA am Samstag im KTC Rostock Talente jeglicher Art für diverse TV-Formate castet. Quasi das Talent des Jahres, welches vom lustischen Glückshäschen dann bekanntgegeben wird. Wenn der Dödel nett des Briefchen vergisst. Klassischerweise kann man sich mit einem Lied präsentieren. Entweder „Mein Vati hat drei grunzende Schweine“, „Highway to Hell“ von C&A oder ein Lied von Karel Gott. Das ganze wahlweise in Arizona-Blau oder Kalifornia-Gelb (da sieht man aber immer irgendwie so aus, als hätte man die Gelbsucht). Im richten Licht kommt dann der weiße Rolli auch todschick rüber. Solange man vorher die persönliche Glücksmelodie summt, sollte alles glatt gehen. Ich summe die auch jeden Samstag vor dem Spiel. Es sollte also klappen, dass sich trotz des Castings noch genug Kopfgrätscher zum kopfgrätschen einfinden. Ich bin ja sowieso schon seit 30 Jahren dabei. Nur einmal war ich krank. 39 Fieber. Ich hab gehört, der Henne wollte auch kommen. Also, der ganze Sauhaufen auf Position! Und Gute Nacht!
05. Januar 2019 – Golden Boys
Beware of Tigerkopfgrätsche
Well, über die Feiertage hat man lange nichts vom Brexit gehört. Stattdessen haben wir extra den Briten Dinner for One geschickt, um ihnen mal zu zeigen was für ein Bild wir von ihnen seit Jahrzehnten haben. Komischerweise hat das wohl den Brexit nicht gestoppt. Deshalb haben wir ihnen noch ein paar nette Dinge für die Premier League eingepackt. Beim Gipfeltreffen Man City gegen Liverpool war dann auch ganz schön viel Ex-Bundesliga zu sehen. Pep lauerte hungrig auf das Feiertagsmenü und Kloppo servierte tatsächlich den erwarteten Stolperer. Die beiden Festlandimporte an der Seitenlinie haderten aber mit so mancher Regieanweisung. Butler James aka Freddie Frinton als Trainer wäre dagegen stoisch durch die Coaching Zone getigert. Keiner seiner Spieler hätte sein Gelalle verstanden, aber der Schiedsrichter hätte vermutlich seine Ruhe gehabt. Die Produktion von Dinner for One ist allerdings von 1963 und damit aus einer Zeit als mit dem FC Everton der andere Club aus Liverpool englischer Meister war. Der holte damals den Titel, u.a. weil er eine Rasenheizung im Goodison Park hatte und damit nicht wie seine Mitkonkurrenten unter Spielausfällen im Winter litt. Das nehmen wir uns zum Vorbild und spielen auch Samstag 10:30, während die Bundesliga noch in Dubai am Pool liegt. Hoffentlich kommen alle streifenfrei gebräunt zurück. Der Tigerlook verkauft sich aktuell schlecht in England.




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