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»Es gibt genügend Bolz- und Fußballplätze, nur bolzt da keiner mehr. Es gibt einfach viel zu viele übergewichtige Kinder, die nur noch Playstation spielen und zuhause vor dem Fernseher sitzen anstatt rauszugehen.«
Das hat jedenfalls Ralf Rangnick bei den Bolzplätzen in seiner Nähe beobachtet. Und dann machen die Profis nach dem Tor noch einen Fortnite-Jubel und tragen auf dem Trikot Werbung für einen Energydrink, mit dem man bis in die Morgenstunden daddeln kann. Wer kann da schon Samstag 10:30 ausgeschlafen und fit sein, um den Bolzplatz zu bevölkern? Allerdings ist der Tipp, dass es in Leipzig noch genügend freie Spielflächen gibt, toll, falls man hier mal wieder keinen Platz findet. Das war zwar in den letzten Wochen kein Problem, aber mit dem Start der Unterderwoche-Saison am Mittwoch 18:00 kann das schon wieder ganz anders aussehen. Da haben die Fortnite- und Playsi-Gamer meist ausgeschlafen. Hier noch ein paar Cheats für die erfolgreiche Zockerei auf dem Bolzplatz:
Mit Kragen aufstellen + Stutzen hochziehen kann man kniehoch einschießen.
Mit der Kombination verträumter Blick zum Horizont + Pike gibt man fair einen Strafstoß zurück.
Wer Schweiß von der Stirn wischt + zwei Finger in die Luft hält, bestellt eindeutig ein Hefe im Kai.
Und für eine Bilderbuchkopfgrätsche ist maximales Abducken + wildes Nackenkreisen nötig.
23. März 2019 – Hohes Bein
D’You Know What I Meme?



16. März 2019 – Völkerball
Die drei ??? und der Katarhund

Ein modernes Mysterium ist seit dieser Woche: welche drei Fragen zu Katar wären für DFB-Präsi Reinhard Grindel denn okay gewesen? Wir werden es wohl nie erfahren. Über Katar wurde bis zu dem Zeitpunkt seines TicTacToe-Abgangs noch nicht geredet. Stattdessen über die neue Klub-WM mit 24 Teams ab 2021. Dabei wird ja auch bei der WM 2022 in Katar eine Aufstockung auf 48 Mannschaften wahrscheinlich. Da ist es dann auch egal, dass die WM im Winter beginnt. Bei der Menge an Teilnehmern können wir damit rechnen, dass spätestens zum Finale Grillwetter herrscht. Da braucht nicht einmal Frostbeule Oli Bierhoff einen Schal. Ist diese Klub-WM jetzt eigentlich noch geiler als die Super-League oder wird das jetzt eher so eine Global-Nations-League, Herr Grindel? Seit dieser Woche testen die deutschen Vereine auf jeden Fall schon einmal wie sich ein kalter Champions-League-Entzug anfühlt. Man kann ja schließlich auch nicht überall dabei sein. Beim Kopfgrätschen Samstag 10:30 dabei zu sein, lastet einige ja schon komplett aus. Der katarische Sklaven-Experte Franz Beckenbauer hat dennoch schon mal den Hut rumgehen lassen. Da sollten doch mindestens 2,7 Mio zusammenkommen. Ob man dafür allerdings heute noch ein Sommermärchen bekommt, ist mehr als fraglich. Es wird ja alles immer teurer. Sogar im Winter. Für 2,7 Mio gibt es doch heute von Neymar maximal das linke Ohrläppchen. Und um DFB-Präsidenten zu vertreiben muss man schon nach 25 Milliarden fragen. Aber vielleicht wechselt immerhin Franck Ribéry nach seinem letzten Spiel in der Champions League ablösefrei nach Katar. Für die 12 Mio brutto Gehalt kann man immerhin erwarten, dass wenigstens er keine dummen Fragen mehr stellt.
09. März 2019 – Rutschig
Aus, aus, noch nicht aus
Hey Leute, ich habe jetzt mal eine Nacht drüber geschlafen, um die Ereignisse auch sacken zu lassen. Ich war natürlich von der plötzlichen Entscheidung Samstag 10:30 zu spielen perplex. Ein Kopfgrätscher muss zeitliche Entscheidungen treffen, absolut, das stelle ich auch überhaupt nicht infrage. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr macht mich die Art und Weise, wie die Zeiger der Uhr laufen, einfach sauer. Kein Verständnis habe ich vor allem für diese suggerierte Endgültigkeit der Entscheidung. Wir sind immer noch in der Lage, jeden Tag zu jeder Zeit Fußball zu spielen. Wir haben gemeinsam mit der Kopfgrätsche einen manchmal langen, manchmal kurzen und meist auch unpünktlichen Weg bestritten in den letzten Jahren.Und wenn, kurz nachdem wir von der Entscheidung erfahren, vorgefertigte Statements seitens kopfgrätsche.de und als Fußballmail herausgegeben werden, dann ist das einfach aus meiner Sicht kein guter Stil und hat mit Zeitschätzung dann auch nichts zu tun.Und jetzt zu Euch, liebe Fans der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Ich war immer stolz, eine Armbanduhr zu tragen. Ich habe sie immer aufgezogen. Ich möchte mich bei Euch für die lange Nachspielzeit bedanken. Es war bisher eine unglaubliche Zeitreise mit immer noch 0 Länderspielen und unzähligen tollen Gesichtstreffern. Wer mich kennt, der weiß, ich bin ein Zeitschinder. Ich werde nach vorne schauen. (So ca. 24h.)Wir haben jetzt mit der Kopfgrätsche eine ganz heiße Saisonphase in der wir auch diesen Samstag 10:30 die Zeit verstolpern. Und in diesem Sinne möchte ich Euch sagen: Das Spiel ist noch nicht aus. (Frühestens nach dem letzten Tor.)
02. März 2019 – Knie-Leckie-Selfie
Rechts im #kopfgrätsche-Foto jeweils die Teammitglieder, die gleichzeitig aufgeben mussten, was zur einer ungewöhnlich kurzen Partie führte.
Nach dem Knie-Leckie-Selfie, gab es während der Dritten Halbzeit auch noch leckie Hefeweizen:
Wie ein Bindestrich
Und hier kommt die Aufstellung der englischen Nationalmannschaft für das Eröffnungsspiel der WM 2022 vorgelesen von Bernd Stelter ohne Luft zu holen:
Tor:
Luca Ashby-Hammond
Abwehr:
Kyle Walker-Peters Trent Alexander-Arnold Aaron Wan-Bissaka
Mittelfeld:
Morgan Gibbs-White Ruben Loftus-Cheek
Alex Oxlade-Chamberlain James Ward-Prowse Ainsley Maitland-Niles
Sturm:
Dominic Calvert-Lewin Callum Hudson-Odoi
Trainer:
Shaun Wright-Phillips
Leider passt kein Spielername aufs Trikot, so dass es für jeden Spieler nach dem AKK-Prinzip nur 3 Buchstaben gibt. Ist ja im Fußball gelernt (siehe HSV, VFB, Olé, Olé – nicht zu verwechseln mit Alain-Junior Ollé-Ollé). Die eingesparten Lettern kann man für ein schönes Scrabble-Spiel einsetzen zwischen Jan-Ingwer Callsen-Bracker und Eric Maxim Choupo-Moting. Hoffentlich wird es so legendär wie zwischen Gerhard Mayer-Vorfelder und Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Ein leuchtendes Vorbild für Buchstaben-Sparsamkeit ist der HSV. Auch wenn er parallel einige Trainer bezahlt, so achtet er doch inzwischen darauf, dass Doll, Veh, Fink, Titz oder Wolf nicht zuviele Seiten auf der Entlassungs-Pressemitteilung einnehmen. So bleiben noch ein paar Zeichen übrig für eine Kopfgrätsche-Spielankündigung für Samstag 10:30.
23. Februar 2019 – Cojones
Feine Klinge, grobe Schnitzer
Das Frisörhandwerk hat es nicht leicht. Immer muss man drauf hoffen, dass die Haare, die man abschneidet, auch wirklich wieder nachwachsen. Reich wird man in der Branche höchstens, wenn man Udo Waltz heißt, ansonsten muss man sich meistens mit dem Mindestlohn begnügen. Den einzigen Wachstumsmarkt scheint die Zielgruppe Fußballer zu bieten. Paninibilder von einst beweisen, dass Kicker schon immer zur Frisurenavantgarde gehörten. Die Vokuhila heißt nicht umsonst in anderen Sprachen Bundesliga-hår oder coiffure de footballeur allemand. Das hat man sich hart erarbeitet. Wer in seiner Ausbildung zum Haarstylisten sich also auf das Hauptfach Kickerfrisen spezialisiert, kann wirklich mehr als nur Haare im Kragen hinterlassen. Aktuell achtet die IHK darauf, dass man sauber alle Rückennummern und Sponsorenlogos in die Schläfen rasieren kann. Auch der farbige Rallye-Streifen ist wieder in Mode. Der klassische Irokese wird dagegen schon seit einigen Jahren nicht mehr nachgefragt. Sogar Mario Balotelli trägt ihn jetzt mit Rattenschwänzen. Ganz wichtig für Fußballerfriseure ist natürlich der kreative Name, der ihn als Spezialist für Ballkünstler ausweist. Hier die Top Ten:
1. Der 1. Abschnitt
2. Geheimratseckball
3. Geschnibbelt
4. Zopf zu tief
5. Spitzenreiter
6. Kämmen und Siegen
7. Stutzen
8. 11 mm
9. Vokuhilaola
10. Kopfgrätsche
Wer Samstag 10:30 noch keinen Termin hat, sollte auf dem Platz vorbeischauen. Da geben wir wieder gratis ein paar Frisurentipps und spielen eventuell noch etwas Ball.
16. Februar 2019 – Drive-by-Shooting
»Als wir in der vollen Familienkutsche am #kopfgrätsche-Platz vorbeigondelten, sah man es: „2vs2, quer“.« cw
Springtime for Dribbler
So, jetzt wird jeder Grashalm auf links gedreht und jeder Krümel auf dem Ascheplatz gewendet. Der Sportdirektor hat das Wort und er will reformieren. Der DFB hat trotz schlechter Internetabdeckung schon mehrere Generationen an eSports verloren. Jetzt wird die Bolzplatzmentalität zurückgeholt. Immerhin muss man sagen. Vor ein paar Jahren machte man den Mangel an Straßenfußballern als großen Grund für das schlechte Abschneiden bei Weltmeisterschaften aus. Die Straßenfußballer kamen nicht zurück. Die waren unwiederbringlich ausgestorben. Selbst schuld. Man hatte dem Nachwuchs ja inzwischen überall Bolzplätze hingebaut. Und die Straße war ja inzwischen auch mit Dieseln gut gefüllt. Vor dem Garagentor, das früher ein passables Tor abgab, parkten zwei SUVs. Straßenfußballer müssen demnach so selten wie Kopfgrätscher (Samstag 10:30) sein. Die Bolzplatzkönige sind die nächsten auf der Roten Liste. Ehemalige Käfighelden wie die Boatengs oder Mesut Özil werden insgeheim doch vermisst. Einen größeren Effekt als die Forderungen vom Golden Boy könnten da die #FridaysforFuture haben. Die Schüler trainieren ihren Eigensinn und ihre Beinmuskeln, der ökologische Fußabdruck von eSports gegenüber des Selberkickens kommt auf den Prüfstand, die SUVs verschwinden aus der Auffahrt, die Straßen werden frei zum Spielen. Ach ja, es wird Frühling.
09. Februar 2019 – Nur Augen für den neuen Ball
John hat #kopfgrätsche einen neuen Ball auf’s Auge gedrückt. Augenblicklich machte er in „Franks Modus“ augenscheinlich einen guten Eindruck.
02. Februar 2019 – Triple X
4 – 3 – 3 Minus
Begründet sich der Erfolg der BILD-Zeitung darauf, dass sie schon in der BAMS alle Noten für die Spieler der Bundesliga vergeben hatten? Da hat man früher als Kicker direkt beim Bäcker mit der Brötchentüte sein Zeugnis abgeholt. Natürlich konnte man beim Frühschoppen oder nach der Kirche noch fleißig darüber streiten, ob nicht doch eine andere Bewertung zwischen Eins mit Sternchen oder einer glatten Sechs möglich gewesen wäre. Aber das Prinzip Hop oder Top, Schwarz oder weiß, Lorbeerkranz oder Löwenmahlzeit macht halt anschaulich. Heute muss man nicht mehr auf den Sonntag zu warten, um schon in der Halbzeitpause Meisterschale oder Kündigungen zu verteilen. Die Spielerbewertung ist, zwischen den Sternen für den letzten Einkauf bei Lidl oder für die Booking-Unterkunft, auch nur noch ein kurzer Daumendienst. Der Kaiser (nicht der Franz) hat sich damals noch die Mühe gemacht den Daumen noch oben oder unten zu drehen, aber der hatte halt keinen Touchscreen. Bei den ganzen Bewertungen kommt man auch teilweise leicht durcheinander. Meintest du jetzt Christiano Ronaldo den Fußballspieler oder den Flughafen? Und kann ein Mensch mit vielen Instagram-Followern überhaupt an Marktwert verlieren, nur weil der die Kombiwette Platzverweis und Eigentor bedient? Zum Glück halten wir uns auch Samstag 10:30 wieder mit allzu plakativen Bewertungen zurück. Neben den normalen Vorwürfen auf dem Platz, gilt dabei vor allem, dass man teilgenommen hat. Dafür gibt es ein ganz durchschnittliches Lob und ein ermunterndes „weiter so“.
19. Januar 2019 – Blaupause 2009
Die Zehnjahreswertung
Aktuell werden einem ja eine Menge Vorher-Nachher-Bilder in die Timeline gespült. Unter #10yearschallenge / #10yearchallenge zeigen viele, wie sie heute aussehen und vor 10 Jahren aussahen. Wahrscheinlich mit dem Ziel, um sich die Bestätigung abzuholen, dass man sich ganz gut gehalten oder zum besseren entwickelt hat. Oder im Idealfall „überhaupt nicht verändert“ hat. Oft genug werden wir auch gefragt, ob vor 10 Jahren schon gekopfgrätscht wurde. Naja, unter dem Namen zwar nicht, aber es sieht nach dem gleichen Versuch aus, den Ball über den Platz zu schieben. Und natürlich wurde am Ende ein Mannschaftsfoto gemacht, z.B. so eins hier:
Was man leider sagen muss: der Platz ist auf jeden Fall ganz schön alt geworden. Tiefe Narben und Krater finden sich nun auf seiner Oberfläche. Die Farbe blättert in großen Fetzen von den Pfosten und von den ehemals stolzen Holzbänken sind nur noch kleine faulige Stummel übrig. Sorry, man muss es ganz ehrlich sagen: der Zahn der Zeit hat unseren alten Freund wirklich nicht verschont. Aber er hat uns so viele schöne Erinnerungen beschert, dass wir bereitwillig über seine Alterserscheinungen hinwegsehen. Auch diesen Samstag 10:30 werden wir uns wieder brav beim Foto so positionieren, dass wir gekonnt seine Problemzonen kaschieren.











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