
Archiv für den Monat: November 2019
Why so serial?
Wie oft spielt so eine Profimannschaft die Woche? Wenn nicht gerade Länderspielpause ist, maximal 1 mal. So wie wir Samstag 10:30. Wenn der Club etwas ambitionierter ist als wir: 2 mal. Aber was macht man dann als Fan an den anderen Abenden? Das haben sich auch findige Streaminganbieter gefragt und hatten eine dufte Idee. Wir machen aus dem ganzen Drumherum eine Dokumentation, bei der der Fan auch an den Abenden, wo die eigenen Spieler beim Friseur, im Tattoostudio oder beim Goldsteak-Wettessen sind, dennoch nicht auf den Fußballzirkus verzichten muss. Darum rennen Kameraleute den ganzen Tag hinter Mannschaft, Trainer, Manager her, spulen mehr Kilometer als jeder Sechser ab und warten darauf, dass etwas Entscheidendes passiert. Bisher musste man aufwändig alle Instastories der Spieler abonnieren, um das zu verfolgen. Jetzt gibt es Fachpersonal, dass wenigstens gute Technik hat und nicht immer nur die selbe einstudierte Selfiefresse einfängt. Söhnke Wortmann hat vor 13 Jahren mit seinem Sommermärchen die Kabinentür sehr weit aufgestoßen. Inzwischen gehört so ein Amazon Prime Team doch einfach mit dazu, wenn man als Verein etwas auf sich hält. Diese Woche lohnte sich das Einschalten der Kamera in London auf jeden Fall, als Tottenham seinen Trainer wechselte und mit José Mourinho ein Villain die Bühne betrat wie ihn jede gute Geschichte braucht. Nach dem Joker ist the Special One der zweite Bösewicht, der dieses Jahr gute Zuschauerzahlen garantiert. Viele haben sich um ihn bemüht, aber nur in London wird das zum Highlight in der neuen Amazon Spurs-Doku. Gotham, Tottenham – ich erkenne ein Muster. Noch eine Saison nur mit einem fachlich guten aber ansonsten eher spröden Trainer wollten sie nach Inside Borussia Dortmund und All or Nothing: Manchester City nicht begleiten. Bitte nicht spoilern, aber wir holen uns schon mal Popcorn…
»Trio …äh Quartett«
Noch nie hat man auf das nächste Literarische Quartett so hingefiebert. Nicht, weil es das letzte mit Volker Weidermann als Marcel Reich-Ranicki sein soll – nein, aber die Menge der Bücher, über die die Bild gerade exklusiv schreibt, lässt Großes erwarten. Erst konnte man wochenlang intime Passagen aus der Aki-Watzke-Biographie erfahren, die jeder als Kloppo-Echte-Liebeserklärungen interpretieren musste. Das Gefühlsleben von Lucien Favre war daraufhin wochenlang von einem ungewöhnlichen Zögern und Zaudern geprägt. Word zählte in Akis Memoiren öfter den Namen Klopp als das Wort „ich“ in Olli Kahns Buch „ICH“. Das wurde vom Quartett auch bisher schändlich übergangen. Ähnlich wie andere Klassiker wie „Ich habs allen gezeigt“ (Stefan Effenberg), „Anpfiff“ (Toni Schumacher) oder der schmuddelig-schwülstige Skandalroman „Alles“ von Bodo und Bianca. Aber an der Neuerscheinung von Mario Basler „Eigentlich bin ich ein Supertyp“ und der kommenden Uli Hoeneß Biographie „Der Brazzo ist ein noch viel größerer Supertyp“ können Christine Westermann und Thea Dorn unmöglich vorbeigehen. Auch wenn es natürlich Schade ist, dass man nicht die Gesichter von Hellmuth Karasek und Sigrid Löffler sehen kann, wenn Uli höchstpersönlich im Quartett anruft und sie auf Linie pöbelt. Vielleicht lädt er sich aber auch gleich selbst zur nächsten Sendung am Nikolaustag ein. Der Matthias Brandt kann doch ein anderes mal in Berliner Ensemble kommen. Der Telefonschreck vom Tegernsee könnte mich auch Samstag 10:30 vertreten, wenn er Lust hat. Lasst ihn nur bitte nicht die Elfmeter schießen.
09. November 2019 – Super8 statt Farbfilm
Anti-Langeweile (RMX)
Die alte Spielankündigung so oft gelesen
grobe Schnitzer zu viele gebaut
zu lange geflankt
zu kurz gepasst
und vor allem zu viel DOPA geschaut
Wir sind rumgerannt
zu viel rumgerannt
zu viel rumgerannt
haben Tore kassiert
Zu viele Spiele nur angeseh’n
zu viel nur hintenrum gespielt
zu wenig getroffen
zu viel daneben
zu wenig Samstage wo’s halb 11 passiert
Wir sind rumgerannt
zu viel rumgerannt
zu viel rumgerannt
haben Tore kassiert
Die selbe Liga zu lange geseh’n
die selben Phrasen zu lange gehört
zu lange gewartet
zu lange gehofft
zu lange die alten Kicker verehrt
Wir sind rumgerannt
zu viel rumgerannt
zu viel rumgerannt
haben Tore kassiert
02. November 2019 – Gelb wegen Laubblasens
Datenrettung – Summer of ’18

Es geht die Legende, dass alle unsere Daten irgendwann verloren sein werden. Sollte man uns irgendwann ausgraben, nachdem sich die Menschheit selbst ausgerottet hat, wird man eher auf die Höhlenzeichnungen unsererer Vor-Vor-Vor-Vorfahren stoßen, als auf unsere flüchtigen Daten aus Bits und Bytes.
Wie fragil unsere Daten sind, konnte man jetzt an der zerstörten #Kopfgrätsche-Speicherkarte sehen: Verbogen und zerborsten aufgefunden. Wie auch immer geschehen. Aber wusstet ihr, wie so eine SD-Karte von innen aussieht? Der Chip an sich ist recht klein – die Karte drumherum eher der physische Griff, damit der Mini-Chip nicht verloren geht.
Aber keine Angst: Alle darauf verblieben Daten sind gerettet und werden jetzt Stück für Stück hier auf Kopfgrätsche.de veröffentlicht

Datensatz 01: 12. Mai 2018 – Heilige Schei**

Datensatz 02: 19. Mai 2018 – Trik ot Treat

Datensatz 03: 26. Mai 2018 – Brill’iant

Datensatz 04: 16. Juni 2018 – Ausgleich

Datensatz 05: 23. Juni 2018 – Vatertag im Juni

Datensatz 06: 07. Juli 2018 – Nachspiel
Being Salihamidzic
Ich finde wir hatten bisher nur Topspiele. Top, top, top. Wir haben sie hergespielt. War gut. Richtig gut. Ob das auch ohne Ironie geht? Heute nicht. Über Probleme reden? Nein, nein, nein, lass mal. Heute kann man nicht analysieren. Das werden wir auch nicht. Einfach schnell abhaken. Ich bin froh, wenn wir uns irgendwann in die dritte Halbzeit retten. Ob man es diskutieren muss? Nein, geht nicht. Wir haben ein Riesenspiel gemacht. Nein lass mal, 10 Minuten waren gut. Haben Druck gemacht und haben Tore geschossen. Damit muss es auch erledigt sein. Jetzt konzentrieren wir uns auf Samstag 10:30. Die Freude wieder aufs Fahrrad zu steigen und auf eine Runde zum Platz zu strampeln. Auch morgen gilt: Ich bin einfach aus Freundlichkeit rausgekommen. Und jetzt könnt ihr mich auch wieder nach Hause gehen lassen. Okay? Wir werden zum Kopfgrätschen am Samstag, werden uns fürs Spiel vorbereiten, werden versuchen… Ach, komm! Bitte! Also das… Ja, ich hätte… Ich bin da. Aber einfach nur um da zu sein, weil das ist ähm…


Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.