
Original (oben)
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Orignieller (unten)
Die letzten Tage waren wirklich hart. Das lag vielleicht einerseits daran, dass man zwischen den Mahlzeiten kaum Gelegenheit zum Atmen hatte. Aber noch schlimmer waren die Instagram-Fotodokumentationen aus den protzigen Fußballer-Hütten. Eine Parade des ultraschlechten Geschmacks – ganz egal ob dritte Liga oder Champions League. Bäume größer als bei den Clintons, Kugeln in den Farben des Lokalrivalen und eindeutig zu wenig Lametta. Kinder, Tiere und Spielerfrauen die lustige Geweihe, fusselige Weihnachtsmannmützen und ugly Christmassuits tragen müssen, um von der geschmackvollen Inneneinrichtung abzulenken. Weiß gekachelt plus weiße Ledercouch ist anscheinend immer noch der Wohlfühlen-Trend bei Leuten, deren eigenes Fifa-Profil das wichtigste Möbel ist. Da muss man fast froh sein, wenn die Reise nach Dubai geht und das obligatorische Foto in einer Mall geschossen wird. Die Produkte aus den bezahlten Partnerschaften der angeheirateten Influencerin müssen auf jeden Fall mit aufs Bild. Das Logo des persönlichen Ausrüsters als Baumspitze ist was für wahre Könner. Quasi die Goldpanade auf dem Gänsebratensmoothie. Bei diesen Bildern gewöhnt man sich Fußball ziemlich schnell ab. Versöhnen kann nur eine ehrlich Partie unglamoröser Rumpelfußball am Samstagmorgen 10:30. Wir werden auf jeden Fall ein entlarvendes Beweisfoto machen.
Weihnachten ist Instagram ja besonders unerträglich. Heijeijei. pic.twitter.com/xTrffsakTn
— Klaas Reese (@Sportkultur) December 25, 2019
If there’s a footy game
In your neighborhood
Who you gonna ball?
Kopfgrätscher!
If there’s a saturday
And it don’t look good
Who you gonna ball?
Kopfgrätscher!
I ain’t afraid of no goals
I ain’t afraid of no goals
If you see rolling things
Running through your mead
Who can you ball?
Kopfgrätscher!
A deflected shot
hittin‘ in your face
Ow, who you gonna ball?
Kopfgrätscher!
I ain’t afraid of no goals
I ain’t afraid of no goals
If you ball alone
Pick up the phone
And ball…
Kopfgrätscher!
Wir haben das nicht so richtig hautnah mitbekommen. Wahrscheinlich weil wir gerade gebannt auf die Glitzerjacke von Frank Zander gucken mussten. Aber die Fotografen richteten in dem Moment ihre Linsen auf eine andere Linse, die wiederum auf sie gerichtet war. Und auf die Fans und Frank, die schon zu Spielbeginn nicht nach Hause gehen wollten. Ist ja für die Meisten auch ziemlich weit per Pedes zum Wohnort. Liegt ja nicht gerade zentral in der Stadt das Stadion. Obwohl die Erbauer vielleicht damals gehofft haben, dass die Stadt da schon drumherum wachsen wird. Aber das ist eine andere Geschichte und muss von Guido Knopp erzählt werden. Also doch lieber Öffis oder privater Partybus für An- und Abreise. Schon kurze Zeit nach dem Mexican Standoff mit Kameras kam allerdings die Meldung, dass sich Klinsi damit schon den ersten Skandal geleistet hatte. Das ging fix. Sollten die Buddhas doch erst in der nächsten Woche geliefert werden. In Berlin nicht unwahrscheinlich, dass die dann beim Nachbarn abgegeben werden. Also bei Union. Dabei machte der schwäbische Bäckerssohn (Yes! Der musste sein…) doch den gleichen Mist wie alle anderen in dem Moment. Er hielt sogar das Smartphone quer und umdribbelte so geschickt die Vertical-Video-Falle. Schöner Schwenk. Der Zoom auf uns fehlt leider, aber das kann man verschmerzen. Wir wissen ja dass wir da waren, weil wir doch in dem Moment auch fleißig rumgeknipst haben. Die Kopfgrätsche-Handyhüllen kamen allerdings nicht rechtzeitig an. Werden wahrscheinlich Samstag 10:30 geliefert und dann beim Nachbarn abgegeben.
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