Bisher waren wir uns doch einigermaßen einig, dass es kaum etwas Unwürdigeres gibt, als sich bei einem Freistoß hinter die Mauer zu legen, um zu verhindern, dass ein flacher Freistoß ins Tor rutscht? Es hatte immer etwas von der Räuberleiter bei den Kickers. Ein Hack der besonders clever daher kommen wollte und der wahrscheinlich auf irgendeinem kleinen Sportplatz auf Island von Halbprofis erfunden wurde, die nebenher Mathematik studieren. Abends haben sie beim Brennevin theoretisch die Fläche berechnet, die sie damit dem Freistoß-Schützen entgegenstellen und am Spieltag konnten sie so erfolgreich das 1:6 verhindern. Der Sieger sah sich übertölpelt und die Mathe-Boys hatten den viralen Hit fürs Internet gelandet. Ob sie auch berechnet haben, was passiert, wenn man in einem Champions-League-Spiel den größten Fußballer der Welt, der in der Waagerechten aber immer noch die Ecke offen lassen muss, weil seine fußballerische Größe nicht mit seiner Körpergröße korreliert, hinter die Mauer legt? Auf jeden Fall bekommt das Rumgefläze auf der Wiese einen ganz anderen Status. Ein liegender Messi, der bereit ist, sich fürs Team den Arsch wegschießen zu lassen – das ist ikonographisch und wird leider dafür sorgen, dass diese Unart bis auf den letzten Bolzplatz Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 schwappt. Es ist zu erwarten, dass beim nächsten Freistoß sich mehr Freiwillige für den Liegejob finden als für die anstrengendere Aufgabe in der Mauer. Geschweige denn für das Verteidigen in der Mitte. Denn eins ist doch klar: in die Mauer stellt man nicht nur die besten Verteidiger. Und wer sich hinter die Mauer legen muss, hat oft mit Abstand den schlechtesten Defensivwert bei FIFA. Messis Gesichtsausdruck sagte in diesem Moment eindeutig: „Hey Moment, was mache ich eigentlich hier? Der Einzige, der gefährliche flache Freistöße schießen kann, bin doch ich!“ Er konterte das entstandene Bild trotzdem erfolgreich, indem er einfach sein erstes Tor für Paris erzielte und sich nicht den Arsch wegschießen ließ.
Ballonseidenwahl
Die Entscheidungsfindung sollte so langsam abgeschlossen sein. Wenn man morgens aufsteht und seine feinste Ballonseide überstreift, um sich an den Ort, an dem man seine Bürgerpflicht ausübt, zu begeben, sollte man schon die Optionen kennen, die einen dort erwarten. Und man sollte natürlich entscheidungsfähig sein. Wenn man sich erst vor Ort informiert, hält das nur unnötig den Betrieb auf. Die Anzahl der Möglichkeiten ist schließlich überschaubar. Mit der Erststimme entscheidet man sich, mit wem man zusammenspielen möchte. Dabei guckt man einfach: was kann der Andere, was ich nicht kann? Das ist ganz praktisch, weil man dann einen Stellvertreter für all die ungeliebten Aufgaben hat. Die Zweitstimme ist die für die Farben. Hier kann man sich traditionell für eine bunte Koalition aus allen Farben entscheiden oder man zieht halt ein Leibchen über. Besiegelt wird die Wahl spätestens, wenn man eine Ecke des Tores mit dem runden Abstimmungsgerät ankreuzt. Wenn alle gut erkennen können, dass innerhalb der Grenzen der Umrandung markiert wurde, kann man anfangen zu zählen. Dabei kann es schon vorkommen, dass man irgendwann mit dem genauen Zählen nicht mehr hinterherkommt und auf ungefähre Werte ausweicht, mit denen alle leben können. Bei größeren Ungerechtigkeiten tauscht man einfach ein paar Opportunisten mit dem Gegner, die sowieso für die eigene Statistik spielen. Wichtig ist, dann es am Ende ein einigermaßen knappes Ergebnis gibt, so dass jeder in der Elefantenrunde danach das leicht berauschte Ackergefühl von 2005 verspüren kann. Das braucht man einfach, um es auch Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 wieder zu versuchen.
22. September 2021 – Das Spiel ist aus(geleuchtet)
18. September 2021 – Stein, Papier, Scherenschlag
Ein tolles Triell, …äh Quartell
Wenn ich Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 auf den Fußballplatz stolpere, hoffe ich auch immer, dass dort nicht junge Spieler auf mich warten, die tatsächlich vorher geübt haben. Man sieht halt immer blöd aus. Der Ball rollt nur so durch die Beine, wenn man denn das Glück hatte hinterherlaufen zu können und es gerade noch rechtzeitig zum Zweikampf zu schaffen. Wobei der Schulhofklassiker des guten alten biblischen Zweikampfes heute als ziemlich boring gilt. Es sollte schon ein modernes Triell sein, damit es etwas Abwechslung bei der Anwendung der Foltermethoden gibt. Good Cop, Bad Cop ist ja bei Verhören schon länger eine etablierte Taktik, um das Gegenüber aus der Reserve zu locken. Und wenn man dabei seine Peiniger unterschätzt, wird man zeitnah am Nasenring durch die Manege geschleift. Aber auch hier hat sich inzwischen der Begriff „Arena“ als Konsens durchgesetzt. Nichts klingt so schön nach Brot und Spielen im staubigen Rund, nach gesenkten fettigen Daumen und gnadenlosen Löwen, die danach die Knochen abnagen. Worauf aber fairerweise sehr genau geachtet wird, ist, dass zum Schluss alle genau die gleiche Zeit hatten, um sich zu blamieren. Das sollten wir auf jeden Fall auch hinbekommen, wenn denn alle pünktlich sind und nicht noch an der Pommesbude trödeln. Dort sich vorzubereiten, hat natürlich etwas Folkloristisches, aber dann darf man sich am Ende nicht wundern, dass einem diese trainierten Rotznasen Knoten in die Beine dribbeln, während man verwirrt versucht sich zu erinnern, welches der drei Tore man verteidigen muss.
11. September 2021 – Nine Eleven (oder doch nur 8?)
Lied vom Ende des Transferfensters
Hast du schon hast du schon gehört das ist das Ende
Das Ende vom Transferfenster, jetzt isses endlich vorbei
Vorbei vorbei, vorbei, vorbei, vorbei, vor-horbei
Vorbei, vorbei, vor vorbei, vorbei
Jetzt isses endlich vorbei
Weißt du noch wir fuhren mit dem Sonnenwagen über das Vereinsgelände
Und wir pflückten das Spielermaterial aus den Kadern aus den Clubs
Und wir waren komplett
Weißt du noch wir regelten zwielichtige Leihgeschäfte übers Geld
Vorbei, vorbei, vorbei, vorbei, vorbei, vor-horbei
Vorbei, vorbei, vor vorbei, vorbei
Jetzt isses endlich vorbei
Weißt du noch
Wir hamm uns alle beflockt und zogen Schwarzmarkttrikots an
Weißt du noch als wir in Polyester gehüllt warn weißt du noch
Beflockt und in Polyester gehüllt und unsre Bäuche unsre kapitalistischen Bäuche
Vorbei, vorbei, vorbei, vorbei, vorbei, vor-horbei
Der Transfermarkt, der alte Schlawiner
Is uns lang genug auf der Sporttasche gelegen
Vorbei, vorhorbei, vorbei, vorbei
Jetzt isses endlich vorbei
Vorbei, vorhorbei, vorbei, vorbei
Jetzt isses endlich vorbei
Is auch lang genug gewesen
Is auch lang genug gewesen
Hast du schon, hast du schon gehört, jetzt isses endlich vorbei
und Samstag zehnuhrdreißig und Mittwoch achtzehnuhr sind wir dabei
08. September 2021 – Natürlich ist am schönsten
Luuk und Luka
Denkt denn auch mal einer an den Classico? Vermutlich nicht. Man muss auf jeden Fall tief ins Archiv des spanischen Fußballs hinabsteigen, um das letzte Duell Real gegen Barca zu finden, bei dem weder Ronaldo noch Messi auf dem Platz standen. Gespielt wird dieses Spiel in Zukunft natürlich trotzdem. Auch wenn die Welt dann vermutlich irgendetwas anderes macht, als kollektiv vor den Schirmen zu hängen. Die treulosen Fans ziehen einfach weiter und folgen dem Zirkus nach Frankreich oder England. Wer ein altes Ronaldo-Trikot aus Manchester-Zeiten noch irgendwo im Schrank liegen hat, kommt vergleichsweise billig aus der Affäre. Aber auch nur, wenn er es nicht öffentlichkeitswirksam im Garten verbrannt hat als Ronaldo schon fast bei ManCity war. Dann kam aber in einem unbeobachteten Moment plötzlich Sir Alex vorbei und beriet Ronaldo um. Hier muss es quasi umgekehrt gelaufen sein zu den Beratungsgesprächen, bei denen die Kinder und Enkel der 96jährigen Oma beim Ausfüllen der Briefwahlunterlagen „helfen“. Also in ungefähr so: Ronaldo: „Wo steht denn ManCity“ Fergie: „Ronaldo, WIR wählen ManUnited!“ Ronaldo: „Nicht City?“ Fergie: “ Nein United, du Bastard!“ Und dann wird er vermutlich Ronaldo einen seiner Schuhe an den Kopf geworfen haben. Der umgekehrte Enkeltrick hat also dafür gesorgt, dass Fußballromantiker, die sich an einen Classico ohne Ronaldo und Messi erinnern können, fast wehmütig werden könnten. An damals als Real noch mit Galaktischen wie Figo, Beckham oder van Nistelrooy spielen musste, um einigermaßen konkurrenzfähig zu sein. Bis Ende Oktober der Classico steigt, wird man sich bestimmt daran gewöhnen, dass Luuk de Jong, Luka Jovic oder wer da sonst noch so mitspielt halt auch mitspielt. Vielleicht denkt man in der Zwischenzeit sogar einmal öfter an Kopfgrätsche Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00.
01. September 2021 – Abendgruß mit Fuß
19. August 2021 – Schwedenläufchen auf dem künstlichen Rasen

Traditionen müssen gewahrt werden. Auch wenn Corona oder die alten Knochen dazwischen kommen. Kopfgrätsche ist nicht das erste Mal beim Schwedenlauf dabei. Zumindest ein Vertreter hatte versucht das Logo hochzuhalten. Zum Beispiel 2014 und 2015, aber 2018 war dann Schluss. Die Knie wollen nicht mehr. Jetzt zwingt auch noch Corona den Schwedenlauf in die Knie. Beim ersatzweisen Schwedenlauf-BATTLE läuft nun jeder für sich allein. 10 Mal die Strecke zwischen Wismar und der Partnerstadt Kalmar sollen zusammen erlaufen werden.

Und damit die Tradition trotzdem irgendwie weitergeh… laufen kann, ist der Kompromiss aus allem: Alleine laufen; altersgerecht auf dem Kunstrasen, die kurze 5-Kilometer-Distanz … Dabei sein ist alles.
14. August 2021 – Fußballtempel von Wismar-Süd

Smartphones können Vieles heutzutage. Das Nokia 8.3 5G aber eher unfreiwillig.
Es ist das aktuelle James-Bond-Smartphone. Ich pflege immer dazu zu sagen, dass James mit diesem Handy ziemlich aufgeschmissen wäre. Noch wissen wir ja alle nicht, wie der neue Film ausgeht. Gerüchteweise soll das Schrott-Smartphone ja auch aus dem Film rausgeschnitten werden. Hier in diesem #kopfgrätsche-Foto baut es immerhin einen Fußballtempel hinter die Baumwipfel Richtung Wismar-Süd. Guckt mal genau hin – da über dem grazilen Fußball-Kunststück des Kopfgrätsche-Rekordspielers.
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People have the Powerriegel
Der Kraftriegel des Fachkopfgrätschers ist rund. Inzwischen wahrscheinlich komplett vegan weil Tierhaut und Schweineblase zu teuer sind, aber das ist doch egal, wenn sich am Ende das Netz bauscht. Beim VW Betriebssport hat man in diesen Tagen nicht so leicht. Gerade hat man überstanden, dann sich vor dem Spiel beim Gegner für den Schummeldiesel entschuldigen muss, mit dem er nach 3 Tankstopps angereist ist. Dann verrechnet man sich noch ein weiteres mal knapp bei den Auswechslungen und wirft den sicheren Sieg im Pokalspiel weg. Und nun wird in der Betriebskantine die gute alte Currywurst mit Pommes durch ein hippes Sellerieschnitzel mit Zucchini-Nudeln ersetzt. Spätestens jetzt müssen natürlich Autoritäten einschreiten. Oder alternativ kann auch einfach ein gelangweilter Altkanzler mal was in den sozialen Netzwerken dazu posten. Am Ende wird das die Currywurst nicht zurückbringen, aber Acker hat für seine Mitspieler ein letztes mal die symbolische Grätsche für die Galerie ausgepackt. Und wenn man mit der Forderung nach einem Veggieday eine Wahl verlieren kann, warum kann man dann nicht durch die Verteidigung eines Wurstgerichts gewinnen? Olaf Scholz (ja, der aus dem Il Casale) wird am Ende schon wissen, bei wem er sich bedanken muss. Allen, die bisher dachten, dass das Angebot für die diesjährige Bundestagswahl weder Fisch noch Fleisch ist, sollte nun klar sein: die SPD ist die Wurst. Die Wahl am Samstag 10:30 und / oder Mittwoch 18:30 sollte relativ leicht fallen. Wir schummeln nicht nur beim Diesel, wechseln mehr als 6 mal (auch zwischen den Teams) und bearbeiten eine vegane Schweineblase mit Wurstzehen. Wählt uns!
11. August 2021 – La DeFence
07. August 2021 – Ici c’est paar isotonische Getränkepräsentatoren
Lionel Richie
Hat jetzt wirklich auch der letzte Dorfverein Messi den roten Teppich ausgerollt? Ich habe den Überblick verloren. Der Gag ist für den Social-Media-Post quasi Pflicht. Welcome to Aktivist Schwarze Pumpe. Come to Havelse. Willkommen beim geilsten Club der Welt, was natürlich Blaubach-Diedelkopf ist. Von den schlechten Photoshop-Montagen von Messi in den hässlichsten Trikots der Welt ganz zu schweigen. Sogar die Serie Ted Lasso muss damit leben, dass Messis Kopf auf einem Trikot des AFC Richmond durch das Internet geistert, obwohl die Rolle des ballverliebten Südamerikaners schon mit Dani Rojas sehr gut besetzt ist. Deshalb verkünden wir als erste und einzige Rumpelfusspfleger: wir haben jetzt kein absolutes Interessi an Messi. Es hält sich immerhin hartnäckig das Gerücht, dass er wenig für die Defensive macht, selten mal als Torwart aushilft und keine Ahnung hat bei wieviel Grad man die Leibchen wäscht. Wenn er Samstag 10:30 oder Mittwoch 18:30 einen Ball mitbringt, könnte man sich das unter Umständen überlegen. Aber wenn unsere YouTube-Scouts Recht haben, besteht nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass er diesen Ball jemals abspielen wird. Das könnte doch für leichte Spannungen sorgen. Dann könnte Lionel seine Ballzauberei eigentlich auch bequem im Home Office von Rosario aus erledigen. Es würden wahrscheinlich trotzdem ziemlich viele sehen wollen. Offensichtlich möchte er aber noch ein paar Jahre gutes Geld verdienen, so dass man ihn bald in dem Trikot eines neureichen Clubs mit angeschlossener Ölquelle sehen wird, die mindestens 70 Mio € pro Jahr bringt. Die Cleveren photoshoppen also besser mal eine Bohrinsel in die Bucht.
04. August 2021 – Dixi-Tunnel
31. Juli 2021 – Liegewiese
Kopfballpendelpauschale
Der neue Grenzwert ist da. In England durfte ihn diesmal die FA festlegen. Dessen Präsident immerhin Prinz William ist. Und obwohl sein Schädel für einen anständigen Flugkopfball wie gemacht zu sein scheint, begrenzt die FA in England jetzt die Anzahl der Kopfbälle pro Woche. Im Training sollen es für Profis und Amateure maximal 10 sein. Das klingt erst einmal kurios, hat aber einen ernsten Hintergrund. Erstmals haben Studien untersucht, dass viele Fußballer gar nichts für die unglücklichen Interviews am Spielfeldrand können. Man wird wohl tatsächlich nicht schlauer von Kopfbällen und hat ein erhöhtes Risiko im Alter neurokognitive Störungen bis hin zu Demenz und Parkinson zu bekommen. Eine direkte Verbindung konnte bisher nicht nachgewiesen werden, aber sicher kann man da auch von den Erkenntnissen beim American Football lernen. Wer immer noch lieber mit dem Kopf arbeiten möchte, sollte lieber auf die viel verträglichere Kopfgrätsche ausweichen. Sauber ausgeführt, erwischt man Ball und Gegner in einem vorteilhafteren Winkel. Dabei sollte man aber stets Knöchel oder Knie des nicht kopfgrätschenden Gegenspielers im Blick haben. Kommt es zu einem direkten Kopfgrätsche-Duell auf Höhe der Grasnarbe bitte darauf achten, dass die Arme eng am Körper geführt werden. Generell empfiehlt es sich die Bälle im Spiel mehrheitlich flach zu spielen. So minimieren wir signifikant die Kopfbälle zugunsten der Kopfgrätschen. Der Mindestwert für Kopfgrätschen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:30 sollte sich bei mindestens einer pro Spiel einpendeln. Wir werden laut mitzählen.










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