Ein tolles Triell, …äh Quartell

Wenn ich Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 auf den Fußballplatz stolpere, hoffe ich auch immer, dass dort nicht junge Spieler auf mich warten, die tatsächlich vorher geübt haben. Man sieht halt immer blöd aus. Der Ball rollt nur so durch die Beine, wenn man denn das Glück hatte hinterherlaufen zu können und es gerade noch rechtzeitig zum Zweikampf zu schaffen. Wobei der Schulhofklassiker des guten alten biblischen Zweikampfes heute als ziemlich boring gilt. Es sollte schon ein modernes Triell sein, damit es etwas Abwechslung bei der Anwendung der Foltermethoden gibt. Good Cop, Bad Cop ist ja bei Verhören schon länger eine etablierte Taktik, um das Gegenüber aus der Reserve zu locken. Und wenn man dabei seine Peiniger unterschätzt, wird man zeitnah am Nasenring durch die Manege geschleift. Aber auch hier hat sich inzwischen der Begriff „Arena“ als Konsens durchgesetzt. Nichts klingt so schön nach Brot und Spielen im staubigen Rund, nach gesenkten fettigen Daumen und gnadenlosen Löwen, die danach die Knochen abnagen. Worauf aber fairerweise sehr genau geachtet wird, ist, dass zum Schluss alle genau die gleiche Zeit hatten, um sich zu blamieren. Das sollten wir auf jeden Fall auch hinbekommen, wenn denn alle pünktlich sind und nicht noch an der Pommesbude trödeln. Dort sich vorzubereiten, hat natürlich etwas Folkloristisches, aber dann darf man sich am Ende nicht wundern, dass einem diese trainierten Rotznasen Knoten in die Beine dribbeln, während man verwirrt versucht sich zu erinnern, welches der drei Tore man verteidigen muss.