
Immer mit dem Herz dabei (siehe Eddy’s T-Shirt).
Uns Uwe macht sich Sorgen. Was, wenn das Gefahrengebiet demnächst auf René Adlers Strafraum ausgeweitet wird? Was, wenn nach dem letzten Strohhalmspiel nicht genug Grillwürste in Hamburg vorrätig sind? Was, wenn das traditionelle Hamburger Grillwetter (8 Grad Regen) nicht mitspielt? Während alle anderen schief und laut im von Pep beruhigten Ruheforst pfeifen, macht sich Uwe Sorgen. Auf der Digitaluhr, die Uns Uwe eigenhändig aus einem DeLorean ausgebaut hat, flackern seit Wochen alternative Spieltermine auf. Aber wer will schon Montag Abend spielen? Sogar die Kopfgrätsche, die sich nur eine halbe Raute leistet, hat mit Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 weitaus attraktivere Spielzeiten abbekommen. Ohne Flutlicht aber dafür mit Regenbögen und Sonnenbrandgefahr. Die Sublocker mit Schutzfaktor Drölfzig sind nicht nur die erste Wahl bei allen, die sich gut genug für Brasilien und Katar wähnen. Er soll sogar Meteoritenschauer abblocken. Der Dino der Liga hat bereits fast alle Vorräte aufgekauft. Also immer schön eincremen, sonst sehen wir bald aus wie die HoWe-Wurstwaren auf dem nächsten Sorrydasswirsverkacktham-Grillfest.
Im Schnelldurchlauf bot der Samstag alle erdenklichen Konstellationen der Kopfgrätsche-Historie. Zwei gegen zwei auf ein Tor, drei gegen drei auf halbem Feld, drei gegen 4 auf ganzem Feld, bis zu einem fünf gegen fünf mit zwei Auswechslern war alles dabei.
Mit Rotkäppchen, Sonnenbrand und Donauwelle wurde angeschwitzt.
Das lockte sogar die Veteranen aus ihren Löchern.
Zur Feier des Tages gab es zudem noch acht Tore von Anker im Anschluss.
Androš hatte es vorher schon herbeitranspiriert.
Und? Seid ihr auch schon aufgeregt? Wenn ja, kann man das gut verstehen. Die Kopfgrätsche wird schließlich am Samstag 2 Jahre alt. Der regelmäßige Fußball am Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 ist natürlich schon viiiiel älter. Nach den Ausgrabungen in meiner Wäschetruhe gehen die Anfänge auf ein erstes aufrechtes Gestolper an einem Ort namens Fliederstadion zurück. Die Experten vermuten die feinen Spuren aus der Lederzeit irgendwo in einem Dschungel aus viel Ackerschachtelhalm und etwas Flieder zwischen Bad Doberan und Kühlungsborn. Die ersten Jahresringe, die der Ball durch die regelmäßigen Abdrücke in meinem Gesicht hinterlässt, müssen wir demnach im letzten Millenium suchen. Aber seit zwei Jahren hat dieser Ritus endlich einen wissenschaftlichen Namen. Passend dazu ist die Website auch seit gestern fast wieder gesund. Der großen Sause am Samstag steht also nichts im Weg – außer eventuell andere gesellschaftliche Verpflichtungen, die gegen Vorlage dieses Textes abgesagt werden dürfen. Statt Topfschlagen und Schokoladewettessen wartet ein launiges Ballspiel. Nonstop-Laola während der Sekt-Trinkpause und ein exklusives Jubiläumsfoto. Wenn im Blumenbouquet der Flieder angewachsen ist, können wir endlich das Sgt. Pepper-Cover nachstellen.
Auch wenn Rugbyspieler widersprechen werden, diese Ei-Form ist doch komisch. Wer schon einmal gegen solch ein unrundes Ding trat, weiß wie unnatürlich diese Ovale rollen. Von dem Gezeter der Kinder ganz zu schweigen, wenn man sie mit einem gezielten Spannstoß über die Wiese treibt. Die Alternative ist von allen Seiten gleich. Das beruhigt und sorgt für eine gewisse Berechenbarkeit. Auch wenn diese Beschreibung auf die Spieler so gar nicht zutreffen will. Darum suchen wir uns die Tage ohne Tanzverbot, an denen sonst keine weiteren feiertagsrelevanten Ereignisse die Konzentration stört. Fußwaschung schadet sicher nie, aber Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 werden die Mauken eh wieder dreckig. Wir sind aber schon froh, wenn niemand Nägel in den Füßen hat. Schließlich brauchen wir viel frische Luft um die Nase und im Spielgerät. Das weiche Dotter suchen wir doch lieber woanders. Die letzten fußballrelevanten Worte zum Fest hat der Prophet Marcus. Passend zu seinem heutigen Albumrelease darf er den Tag ankündigen, der kommen wird: https://www.youtube.com/watch?v=t1xMKUY3g1E
Entgegen anders lautender Gerüchte, laufe ich immer noch schneller als meine Nase. Oder wie Mark Twain sagen würde: „Die Gerüchte über mein Ableben sind reichlich übertrieben.“ Aber wer kurz vor Ostern eine Männergrippe durchleiden muss, weiß, dass in den letzten 2000 Jahren kaum jemand so schlimm dran war. Vielleicht noch dieser Eine da am Holzkreuz. Der hatte ja nicht mal eine Hand frei, um das Taschentuch herauszuholen. Gilt es eigentlich als Foulspiel, wenn man seinem Gegenspieler in die Hacken hustet? Und mit wie viel Stundenkilometern muss ich laufen, um den Rückstoß durchs Niesen auszugleichen? Egal, genug rumgejammert. Die Karwoche muss genutzt werden, um rechtzeitig die Form wiederzufinden. Meistens liegt die lieblos versteckt hinter einem Baum. Samstag 10:30 startet der erste Suchtrupp. Und auch Dienstag 18:00 krabbeln wir solange es hell ist unter die Sträucher, um den Ball zurück ins Spiel zu bringen. Ehe der Hahn kräht, werde ich mein drittes Comeback starten. Auch der Holzkreuztyp ist irgendwann wiedergekommen. Hoffentlich mit einem coolen Zitat von Mark Twain. Oder Olli Kahn (-> siehe auch: Eier).
Praktisch so ein Fahrrad. Damit kommt man immer fix zum Fußballplatz. – Man kommt damit aber auch in der Welt herum. Und so auch der kopfgrätsche.de-Aufkleber!
Wer sich auch noch per Aufkleber als Kopfgrätscher bekennen möchte, bekommt sie u.A. hier oder direkt Dienstags 18 Uhr und Sonnabends 10.30 Uhr auf dem Fußballplatz.
Achso: Danke Sebastian.
Puh. Nach dem letzten Dienstag wissen wir wieder, dass wir keine Maschinen sind und dass es sich empfiehlt immer seine Krankenkassenkarte dabei zu haben. Gerade wenige Wochen vor der WM gibt es jeden Tag neue Krankengeschichten von Weltstars, die tatenlos das Turnier immer näher kommen sehen. Und so wie weiland Khedira den unersetzbaren Capitano ersetzte, läuft sich irgendwo jetzt der Ersatz für Khedira warm. Der Profifußball kennt keine Unersetzbaren. Zum Glück sind wir keine Profis. Jürgen Klopp bekommt zwar alle 3 Tage irgendwie 11 Spieler auf den Platz, aber dabei und danach bekommt sein Gesicht Züge zwischen Brick Top aus Snatch und Fitzcarraldo. Und meistens kann er sogar noch 3 mal wechseln – innerhalb der Aufstellung und innerhalb seines Gesichts. Talent, Spieleranzahl und Gesichtsausdrücke sind bei uns allerdings limitiert. Seit Dienstag ist die Stimmung natürlich nicht die beste, aber wir machen Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 weiter. Nicht weil die Sponsoren sonst sauer sind, sondern weil wir nicht ohne dieses runde Ding können. Und irgendwie müssen wir die Zeit ja sinnvoll rumkriegen, bis André wieder dabei sein kann. Gute Besserung.

Dieses Foto entstand kurz bevor uns eine SMS mit einer schlimmen Diagnose erreichte: „Scheinbein und Knöchel gebrochen. Heute noch OP…“ schrieb André, der etwa eine Stunde vorher mit Blaulicht ins Krankenhaus gebracht wurde.
Das ist der schlimmste Fußball-Abend in der Geschichte der Kopfgrätsche-Gruppe (seit 1999) gewesen. – André verletzte sich bei einem Torschuss bei unserem ersten Freiluft-Dienstags-Spiel der Saison. Während er im Krankenhaus behandelt wurde, haben wir halb im Schock andächtig weitergespielt. Spaß hat das nicht gemacht – aber nun waren wir schon mal da, dann mußte es irgendwie weitergehen. Auch dieses Foto ist das Ergebnis völliger Orientierungslosigkeit: Aua-Knöchel halten als wohlgemeinte Genesungswünsche Richtung André.
Später erwies sich die Verletzung als Waden- und Schienbeinbruch. Noch eine Woche später fragen wir uns alle, wie das passieren konnte.
Zu gern würden wir alle sagen, dass das am 1. April ein Scherz war. Vielleicht ein schlechter Scherz vom Fußball-Gott. Es war auf jedem Fall viel Schmerz für André.
Gute Besserung André.
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