Gnadenbrot und Spiele

Laut meiner absolut repräsentativen Strichliste kommt kaum eine Nachricht in den letzten Tagen ohne das Wort „Umbruch“ aus. Ob politisch, kulturell oder sportlich – überall wird umgebrochen. Zwar ist das neue Jahr schon zu einem Drittel rum, aber jetzt werden die guten Vorsätze wirklich alle auf einmal umgesetzt. Bisher war es ja irgendwie auch noch zu kalt dazu. Aber kaum kommt die Sonne raus, bleibt nichts mehr beim Alten. Frisches Blut muss fließen. Der FC Bayern überlegt sogar schon seine Rentnergang (in der allesamt jünger sind als wir) ins betreute Kicken abzugeben. Und auch bei S04 gibt man den Bremsklötzen im Team die Chance auf einen Frühbucherrabatt. Scheinbar setzt die nahende Urlaubsstimmung plötzlichen Aktionismus frei, damit bis zu den Ferien die Altlasten vom Schreibtisch verschwunden sind. Nur der Gnadenhof Kopfgrätsche stellt sich stur. Verdiente Rumpelfüßler haben hier ihren Stammplatz sicher. Und selbst Malade und chronisch Untalentierte werden hier bis zum letzten Tor durchgeschleppt. Genügsam grasen sie Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 auf ihrer kargen Alm. Und wer in ihre treuen Augen blickt, kann ihnen eigentlich auch nicht den Ball wegnehmen und ihnen sagen, dass sie doch lieber langsam auf Golf oder Boule umsteigen sollen.

13. Mai 2015 – 112 auf Wahlwiederholung

Fußball_Mai_2015_05_13_Bild_02Nach dem Schwarzen Ersten April 2014, war es leider wieder nötig, die 112 zu rufen. Es war eine eigentlich harmlose, nahezu unbedrängte Situation vor dem gegnerischen Tor, als der bis dahin beste Mann auf dem Platz umknickte. Im ersten Moment sah es nicht schlimm aus, fühlte sich vielleicht auch so für den Spieler an, aber Jürgen musste schlußendlich doch routiniert zum Telefon greifen.

Fußball_Mai_2015_05_13_Bild_01Die Freunde von der 112 ließen sich dieses Mal aber deutlich mehr Zeit als sonst und scheiterterten dann auch noch an dem abgeriegeltem Fußball-Käfig. Mit der Trage war da kein Durchkommen.

Letztlich spielten wir bedächtig weiter und wünschen gute Besserung und freuen uns auf ein baldiges Comeback.

Für die #kopfgrätsche-Zukunft noch mal: Immer schön Telefon und Krankenkassenkarte dabei haben.

Über den Arbeitskampf zum Spiel

Sportsgenossen! Die Kopfgrätsche wird bestreikt. Jawohl, und zwar unbefristet. Natürlich werden wir wie gewohnt Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 zum Platz kommen. Wahrscheinlich werden wir auch den Ball aufpumpen und die Belegschaft in zwei Schichten teilen. Die erste Brigade wird gut sichtbar die Streikleibchen überziehen. Was dann folgt, wird vielleicht auch den Einen oder Anderen entfernt an Fußball erinnern. Wenn man dann aber den internationalen Vergleich zu CR7 oder Messi zieht, wird man feststellen, dass der Standort Deutschland langfristig Probleme bekommen wird. Solange es bei der Verteilung des Talents keine Annäherung gibt, werden wir auch weiterhin über unsere eigenen Füße stolpern, Bälle ins eigene Tor abfälschen, uns im Strafraum tunneln lassen und falsche Einwürfe ins Aus werfen. Bringt ruhig viele Kinder aus bestreikten Kitas mit, damit sie sehen können, dass man die Trikots der Global Player Barca, Real, Bayern oder TSV Winsen zwar für teures Geld kaufen kann, die Karriere in der Champions League aber nur ganz Wenigen bestimmt ist. Und selbst wenn so ein Streikbrecher wie Messi auf uns zulaufen würde, würden wir nicht umfallen. Wir würden es so talentfrei aussitzen, dass es nicht einmal für einen eigenen Twitterhashtag reicht.

03. April 2015 – #HowOldRobot

Fußball_April_2015_04_29_How_OldSorry Jürgen, diese Internetseite how-old.net ist nicht sehr vorteilhaft für Dich. Aber tröste Dich, Micha hat es deutlich unvorteilhafter getroffen. Habe das Foto vom vergangenen Mittwoch benutzt.

Komischerweise wurde mein schiefes Gesicht richtig eingeschätzt, die anderen wohl eher nicht. Die können nicht annäherend so alt sein. Die spielen viel jünger als ich.

Es scheint sich hier um ein Microsoft-Datenkraken-Projekt zu handeln. Sie schreiben selbst dazu „Sorry“, wie verbessern es noch. Na hoffentlich. Denn #kopfgrätsche hält jung!

(Die Hashtags lauten #HowOldRobot und/oder #HowOldNet)

02. Mai 2015 – Es ist ein… Kopfgrätsche!

Fußball_Mai_2015_05_02Ähm… Die Ansage war eigentlich, die typische Wiege-Geste zu machen, um ein neues #kopfgrätsche-Baby zu Grüßen. Aber: Während der Selbstauslöser der Kamera runterzählte, wurde unabgesprochen etwas anderes geboren.
Wir sind glücklich und nennen es Kopfgrätsche.

Trotzdem: Glückwunsch Rick!
Übrigens gab es noch eine Geburt: Während wir Fußball spielten, erreichte uns die Eil-Meldung, dass die neue Nummer vier in der britischen Thronfolge geboren wurde.

Barfuß oder Stollenschuh

Mit dem ersten Tag des Wonnemonats haben wir einen Extratag zur Regeneration bekommen, um die Auas dieser Woche in die Sonne zu legen. Und in dieser Woche hat es ja so manchen von den Socken gehauen. Da kommt so ein Feiertag gelegen, um noch einmal die Stollen nachzuziehen, den Kiefer einzuhängen, den Rücken einzuknacken, die Nase rauszudrücken, die Frisur in die Stirn zu schieben, das Schussbein festzuschrauben, das Blut von den Handschuhen zu schrubben, die Schutzhand zu waschen und den Elfmeterpunkt zu enteisen. Sogar ich konnte rechtzeitig meine Gedanken entknoten, um diese Spielankündigung zu verfassen. Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 laufen dann all diejenigen auf, die noch ein paar Töppen unter ihr Zahnfleisch schnüren konnten. Ganz sicher nicht dabei: Badman, Robben, Mehrjungfraumann und Blaubarschbube. Die Mannschaft stellt sich quasi von selbst auf. Hauptsache am Ende sind alle in Feierlaune wie nach der dritten Meisterschaft in Folge. Und wer weiß, vielleicht sprintet ja sogar Kloppo vorbei – wenn ihn niemand mit einem Klappstuhl oder Blumenstrauß gestoppt hat.

27. April 2015 – Sechs-Jahres-Zeitreise mit Facebook

Fußball_April_2015_04_27_20090426Das kannte ich so auch noch nicht: Facebook zeigte mir, was ich vor sechs Jahren gepostet habe. Natürlich war es ein #kopfgrätsche-Foto.

Damals haben wir noch direkt die Fotos zu Facebook hochgeladen. Das haben wir vor drei Jahren (April 2012) geändert, als www.kopfgrätsche.de an den Start ging, damit die Daten-Krake sich nicht alles einverleibt.

Hier ist jetzt das Original auch in unserem Blog konserviert:Fußball_April_2015_04_27_20090426_OriginalSeltsamerweise ist der 26. April 2009 ein Sonntag gewesen. Warum wir an einem (für #kopfgrätsche sehr untypischen) Sonntagabend gespielt haben, ist nicht überliefert.

Himmel, Arsch und Zwirnschaden

Hier die modischen Highlights dieser Woche noch einmal zum Mitsingen:

Als der Boateng traf mit seiner Muskelpracht
da hat Guardiola sich zum Pep gemacht
sogar Fipsi hält ihn für nen Psychopath
nur weil er seine Hose zerrissen hat
Ich weiß es gibt kein Klagen kein ohjemineh
doch es tut so schrecklich weh
denn in der Bild zu sein ist noch viel weniger amüsant
als ein Sonnenbrand oder Brötchen voll Sand.
Das war ihm eine Lehre und es war kein Spaß
drum hört gut zu dann lernt ihr was
bleibt euch selber treu bleibt stehts auf trab
nicht wie Pep, der sich die Hose auf-ge-ri-ssen haaaat.

Am einfachsten und schnellsten auf Trab bleibt ihr Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00.
Wir bitten auf die Garderobbery zu achten.

23. April 2015 – Amsterdam

Nach Orten wie New York, Paris und Esslingen am Neckar hat jetzt auch Amsterdam seinen eigenen Kopfgrätsche-Aufkleber.
Um es vorweg zu nehmen: www.footballculture.com aus eben diesem Amsterdam ist nicht unser neuer Klamotten-Partner. Die gibt es weiterhin in unserem eigenen Shop.

Danke Sebastian! Hoffentlich habt ihr die Fähre zum Amsterdamer Hauptbahnhof auch noch geschafft.

18. April 2015

Fußball_April_2015_04_18Jetzt können wir es ja sagen: Es lag nicht an Pep. Es war unser #kopfgrätsche-Hilferuf: Jürgen hatte Aua und die beleidigte Leberwurst war auch schon geplatzt. „Mull“ konnte da auch nicht mehr helfen. Er kam zu spät in Wismar angelaufen.

Dabei hatten wir uns vorher ein extra-langes 4-gegen4 drei Stunden lang gegeben. Bei 28 zu 19 haben wir das Zählen aufgegeben.

Auf kopflos geht’s los

Vor zwei Tagen war die kleine Fußballwelt noch in bester Ordnung. Kloppo gehörte zu Aki und Susi. Dr. Mull und sein Taxofit-Koffer gehörten auf die Bank des FC Bayern. Martin Winterkorn gehörte zu VW. Und Thomas Tuchel war schon gefühlt Rekordtrainer beim HSV. Seit dieser Woche ist aber nichts mehr so wie es war. Dabei soll uns der Fußball doch Struktur und Kontinuität in unserer wechselvollen Zeit bieten. Aber auch beim Kopfgrätschen muss man inzwischen alle 10 Minuten die Leibchen, den Platz und die Mitspieler tauschen. Das Einzige, was noch einigermaßen sicher scheint, ist der Beginn Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Obwohl das derzeit eher einem fliegenden Start gleicht, nach dem Vorbild des HSV. Da darf auch jeder mal ein paar Spiele machen, pausieren, um dann plötzlich wieder Verantwortung zu übernehmen. Quasi viele kleine Sabbaticals mit der Dauer eines Powernaps. Zwar ohne Lastwagen um den Borsigplatz, aber eigentlich ideal, um sich nicht zu sehr an bestimmte Köpfe zu gewöhnen, bevor sie zu groß werden. Frei nach Kloppo: „Ein großer Kopf muss weg – oder er muss grätschen.“

14. April 2015 – Der Tag, an dem Jürgen Klopp zurücktrat

Fußball_April_2015_04_15Leichte Schieflage. War ja auch ein Fußballreicher Tag: Erst Labbadia zum HSV. Später dann Klopp weg vom BVB. Dann auch noch Zorniger zum VfB. Und dann auch noch zwei Stunden #Kopfgrätsche-Fußball mit vier Mannschaften auf zwei Plätzen.

Auf dem Foto sind dann nur noch die, die dann nicht mehr unbedingt den FCB in der Championsleague sehen wollten (ungefähr die Hälfte).

Salzrandsportart frisch gewischt

Ich glaub, jetzt ist der Winter endgültig ausgewechselt worden. Beim Verlassen des Feldes hat er natürlich wieder den extralangen Weg genommen und unnötig Zeit geschunden. Die Pfiffe von den Rängen haben ihn nicht davon abgehalten, einen Trab in Superzeitlupe zu absolvieren. Immer wieder unterbrochen von Applaus für seine angeblichen Fans. Aber jetzt kann es endlich in kurzer Hose weitergehen. Ein paar Ecken des Platzes müssen schließlich noch vom Moose befreit werden. Der Frühjahrsputz Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 sollte auch die letzten Salzränder von den Augen und Spinnenweben aus den Kniekehlen kratzen. Ich melde mich freiwillig, um in den Strafräumen mal gründlich abzustauben. Aber bevor der IS unsere Website abstaubt, wischen wir lieber noch mal feucht drüber. Falls euch also jemand zu anderen Terminen als Samstag oder Mittwoch aufruft, wurden wir von Profis gehackt. Immer wenn die Seite gerade nicht erreichbar ist, versuchen wahrscheinlich dunkle Mächte unsere Wertegemeinschaft mit subversiven Botschaften zu untergraben, z.B. dass Putzen Frauensache sei. Glaubt ihnen nicht und bohnert mit mir alle analogen und digitalen Plätze frühlingsfrisch. Yalla yalla!