
Streich und Schön
Als wir hier vor wenigen Wochen Ralf Rangnick zitiert haben, wie er gegen die dicken Kinder von Landau und ihre Playstation wetterte, kam kurz danach die Reue. Nicht weil ich eine Playstation geschenkt bekommen habe, sondern weil Christian Streich kurz darauf die viel bessere Pressekonferenz abgehalten hat. Die Sätze zum Niederknien waren zwar in seinem typischen Idiom, aber gingen direkt ins Herz. Natürlich besteht die Gefahr, dass man in Zukunft Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 nicht nur Nachholspiele der dritten Liga, sondern auch Champions League, Euro League oder Super League-Spiele verpasst. Aber solange jemand den Fußball trotzdem in seinem Inneren so liebt wie Christian Streich, gibt es noch Hoffnung. Er würde wahrscheinlich sogar am Kopfgrätsche-Fußball noch Liebenswertes entdecken und könnte sogar die Krater im Platz romantisch umschreiben. Also statt wie in den letzten 20 Jahren darauf zu hoffen, dass plötzlich ein Scout aus der Premier League auftaucht und unsere verkannten Talente entdeckt, hoffen wir lieber darauf, dass eines Tages Christian Streich kurz am Bolzplatz vorbeiradelt und uns den Ball zurück über den Zaun schießt. Mehr geht nicht. Dass letztes Wochenende Ralf Rangnick mit seiner Brause-Marketingabteilung gegen Streichs Freiburger gewonnen hat, soll am Ende nicht verschwiegen werden. Aber die Laufwege des Fußballgotts sind nun mal unergründlich.
01. Mai 2019 – Heraus zum 1. Mai
24. April 2019 – „W“ wie Winner
20. April 2019 – Kopfgrätsche-History: Germanenball und die 10 Gebote für 11/12
Papa ante Trikotbörse
Osterzeit ist Fußwaschzeit. Traditionell von dem Mann übernommen, der die meisten Fußballtrikots im Schrank hat. Eigentlich könnte nur Gas-Gerd Schröder mit seiner Schalsammlung mithalten. Immerhin wurde er schon mit Schals von Hannover 96, Borussia Dortmund, Schalke und Energie Cottbus meisten in Kombination mit Bratwurst und Flasche Bier auf den VIP-Tribünen gesehen. Im Schrank des Papstes findet man wahrscheinlich von jeder Fußballmannschaft dieser Welt ein Trikot. Bei jeder Audienz gibt es 1 bis 2 neue Jerseys dazu – wahlweise beflockt mit Franziskus, Francisco, Francesco, Francis oder einfach kurz Papa. Nur Greta hatte keins für ihn. Fein säuberlich weggehängt, nachdem es einmal die Kamera gehalten wurde. Sortiert nach Farbe, Land oder Sympathie? Als Argentinier hat er immerhin Messi UND den Messias in seinem Team. Oder lässt er die Trikots rahmen und hängt sie gerade neben das Kruzifix? Eigentlich könnte er jeden Tag ein anderes drunterziehen. Ist ja doch bequemer als ein Kettenhemd. Wir können uns fast sicher sein, dass er am Mittwoch z.B. eins von Tottenham unter der dem Messgewand getragen hat. Der Fußballgott braucht ja kleine Hinweise wohin er seinen Segen verteilen soll. Um diesen gütig zu stimmen, waschen wir unsere Füße für Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 selbst. Und vielleicht geben wir durch unsere Trikotwahl dem Fußballgott den einen oder anderen kleinen Tipp mit auf den Weg.
17. April 2019 – Mondparade
13. April 2019 – Rache für Bürki

Vor 4 Wochen holte sich Vedad Ibisevic im Spiel gegen den BVB eine rote Karte ab, weil Roman Bürki einfach mit seinem Kopf dahin rannte, wo er gerade den Ball hinwarf. Nun hat sich tatsächlich ein Herthaner gefunden, der bereitwillig die Völkerball-Revanche entgegennehmen wollte. Leider hielt er beim Abschlag den Kopf zu hoch, so dass der Ball wie bei einer Newton-Wiege weitere Bälle zum Schwingen brachte. Sorry John.
Ein Mann wie Steffi Graf
In dieser Woche wurde mit Dirk Nowitzki jemand mit großen Ehren in den Profisportruhestand verabschiedet, der fußballerisch eher auf unserem Niveau unterwegs ist. Okay, er war wohl schon einmal Flankengeber zum Tor des Monats Juli 2016. In einem Monat, in dem bestimmt auch noch ein paar okaye Treffer bei der Europameisterschaft erzielt wurden. Die Flanke passierte allerdings in einem Benefizspiel. Und in solch einem Rahmen hat man den Riesen manchmal seine 2,13m ungelenk auf dem grünen Rasen bewegen sehen. Wir Fußballer fühlen uns deshalb nicht gut dabei, dass er seine Karriere jetzt wegen einer Fußverletzung beenden muss. Mit den Händen war er aber deutlich besser und wählte wohl deshalb einen Sport, in dem man pro Treffer ein bis drei Punkte bekommt. Das ist im Fußball nur bei bestimmten Modi möglich, wenn man mit dem Kopf trifft. Dabei schreckte ihn aber auch nicht ab, dass das Tor nur über einen einzigen runden Pfosten und eine sehr schmale horizontale Torlinie verfügt. Die Schwerkraft sorgt allerdings dafür, dass der Ball nachdem er die Torlinie in voller Umdrehung passiert hat, nicht mehr herausspringen kann. Da spart man sich langjährige Wembleytordiskussionen. Beim Kopfgrätschen (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) sind wir es gewohnt den Platz mit Basketballern zu teilen. Meistens stehen sie allein im Weg rum und zielen auf den Korb. Dabei gucken Sie wie Darter. Wenn der Fußball Ihnen vor die Füße fliegt, bücken sie sich und werfen ihn genervt zurück. Dafür finden Sie es gar nicht witzig, wenn man ihnen ihren Basketball mit einer Superflanke zurückspielt, wie sie Dirk Nowitzki 2016 auf Lukas Podolski geschlagen hat. Vielleicht sollten sie diese mal üben.
10. April 2019 – Kullerball
06. April 2019 – Linksabbieger
Eine kurze Geschichte der Zeit
Natürlich wollte ich gerade mit dem Reinhard einen Uhrenvergleich machen. Das ist ja wohl auch nicht verwerflich, man muss doch wissen wie spät das ist, damit man Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 pünktlich ist. Gerade nach der Zeitumstellung vertut man sich leicht dabei. Er wollte mir seine Uhr aber nicht zeigen. Wahrscheinlich so ein Klassiker mit Mickey-Maus-Ziffernblatt. Uns bleibt bei guter Sicht aber immer noch der Blick auf den Marienkirchturm, um zu erkennen, ob es an der Zeit ist den zweiten Frühling, die dritte Halbzeit oder das letzte Tor auszurufen. Für die durchschnittliche Amtszeit der letzten DFB-Präsidenten reicht allerdings ein Kurzzeitwecker. Was macht eigentlich die Uhr im Stadion des HSV, also der Tagesschau-Arena? Wird die schon langsam hochgefahren? Hoffentlich finden sie beim HSV genug Zeit dafür, zwischen den stressigen Tagen mit Relegation und DFB-Pokalfinale. Vor dem Berliner Olympiastadion steht aber zum Glück auch eine Uhr. Die ist allerdings schon etwas älter und hängt ziemlich hoch neben den olympischen Ringen beim Marathontor. Ist aber nicht digital wie die Uhr am Backofen. Da muss man schon wie Reinhard die Zeiger lesen können. Als ehemaliger ZDF-Mann kennt er auch die Sportstudio-Uhr und bei der fehlen sogar die Ziffern. Viele sehen in ihm zwar schon einen unverzichtbaren Experten bei Bares für Rares. Aber wahrscheinlicher ist doch, dass er nächstes Jahr bei Wetten, dass..? wie Flavor Flav über die Verspätung für das Sportstudio informiert: Thommy ist noch nicht so weit, er braucht noch zweimal 15 Minuten und ein Elfmeterschießen mit blickdichten Brillen Zeit.
03. April 2019 – Los Mittwochos
30. März 2019 – Taube, Helm und ein doppelter John
⊗+↓+Δ
»Es gibt genügend Bolz- und Fußballplätze, nur bolzt da keiner mehr. Es gibt einfach viel zu viele übergewichtige Kinder, die nur noch Playstation spielen und zuhause vor dem Fernseher sitzen anstatt rauszugehen.«
Das hat jedenfalls Ralf Rangnick bei den Bolzplätzen in seiner Nähe beobachtet. Und dann machen die Profis nach dem Tor noch einen Fortnite-Jubel und tragen auf dem Trikot Werbung für einen Energydrink, mit dem man bis in die Morgenstunden daddeln kann. Wer kann da schon Samstag 10:30 ausgeschlafen und fit sein, um den Bolzplatz zu bevölkern? Allerdings ist der Tipp, dass es in Leipzig noch genügend freie Spielflächen gibt, toll, falls man hier mal wieder keinen Platz findet. Das war zwar in den letzten Wochen kein Problem, aber mit dem Start der Unterderwoche-Saison am Mittwoch 18:00 kann das schon wieder ganz anders aussehen. Da haben die Fortnite- und Playsi-Gamer meist ausgeschlafen. Hier noch ein paar Cheats für die erfolgreiche Zockerei auf dem Bolzplatz:
Mit Kragen aufstellen + Stutzen hochziehen kann man kniehoch einschießen.
Mit der Kombination verträumter Blick zum Horizont + Pike gibt man fair einen Strafstoß zurück.
Wer Schweiß von der Stirn wischt + zwei Finger in die Luft hält, bestellt eindeutig ein Hefe im Kai.
Und für eine Bilderbuchkopfgrätsche ist maximales Abducken + wildes Nackenkreisen nötig.
23. März 2019 – Hohes Bein
D’You Know What I Meme?



16. März 2019 – Völkerball
Die drei ??? und der Katarhund

Ein modernes Mysterium ist seit dieser Woche: welche drei Fragen zu Katar wären für DFB-Präsi Reinhard Grindel denn okay gewesen? Wir werden es wohl nie erfahren. Über Katar wurde bis zu dem Zeitpunkt seines TicTacToe-Abgangs noch nicht geredet. Stattdessen über die neue Klub-WM mit 24 Teams ab 2021. Dabei wird ja auch bei der WM 2022 in Katar eine Aufstockung auf 48 Mannschaften wahrscheinlich. Da ist es dann auch egal, dass die WM im Winter beginnt. Bei der Menge an Teilnehmern können wir damit rechnen, dass spätestens zum Finale Grillwetter herrscht. Da braucht nicht einmal Frostbeule Oli Bierhoff einen Schal. Ist diese Klub-WM jetzt eigentlich noch geiler als die Super-League oder wird das jetzt eher so eine Global-Nations-League, Herr Grindel? Seit dieser Woche testen die deutschen Vereine auf jeden Fall schon einmal wie sich ein kalter Champions-League-Entzug anfühlt. Man kann ja schließlich auch nicht überall dabei sein. Beim Kopfgrätschen Samstag 10:30 dabei zu sein, lastet einige ja schon komplett aus. Der katarische Sklaven-Experte Franz Beckenbauer hat dennoch schon mal den Hut rumgehen lassen. Da sollten doch mindestens 2,7 Mio zusammenkommen. Ob man dafür allerdings heute noch ein Sommermärchen bekommt, ist mehr als fraglich. Es wird ja alles immer teurer. Sogar im Winter. Für 2,7 Mio gibt es doch heute von Neymar maximal das linke Ohrläppchen. Und um DFB-Präsidenten zu vertreiben muss man schon nach 25 Milliarden fragen. Aber vielleicht wechselt immerhin Franck Ribéry nach seinem letzten Spiel in der Champions League ablösefrei nach Katar. Für die 12 Mio brutto Gehalt kann man immerhin erwarten, dass wenigstens er keine dummen Fragen mehr stellt.













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