Hihi Ihr Lieben. Willkommen auf meinem Channel. Ihr lest die Kopfgrätsche-Mail. Heute habe ich wieder ein paar tolle Produkte, die ich euch unbedingt empfehlen muss. Wenn Ihr Samstags 10:30 auch immer unter eingeschlafenen Füßen leidet, hab ich genau das Richtige für Euch gefunden. Dieses mathematisch unrunde aber doch sehr ergonomische n-Eck hat eine ganz zarte Lederhaut und massiert total nachhaltig Eure Füße wach. In Kombination mit zwei gleich großen Alurahmen kommt dieser Fußschmeichler optimal zur Geltung. Die Rahmen gibt es im frechen Streifenlook in den Trendfarben der Saison rot und weiß. Die Delüxe-Version aus gebürstetem Alu kostet zwar drei Scheine, aber dafür passt dort auch die doppelte Menge an Großchancen rein. Unter anderem die Chance es doch noch zum Fußballprofi zu schaffen, wenn Ihr Euren Weg geht und Eure Träume niemals aufgebt. Ich jedenfalls habe immer an jeden einzelnen meiner Follower geglaubt. Das war’s auch schon. Wenn es Euch gefallen hat, gebt mir morgen eine Vorlage auf dem Platz oder schreibt eine faule Ausrede in die Kommentare. Auf jeden Fall solltet Ihr Euch unbedingt noch die letzte Folge ansehen und das Waschen der Leibchen abonnieren.
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Die dunkelgelbe Seite der Macht
Was war dieses Kopfgrätsche denn gleich noch mal? Ist das nicht diese Sekte, die leichtgläubige und willenlose Zweibeiner allsamstäglich 10:30 zwingt das warme Bett zu verlassen? Die dann wie Zombies in kurzen Hosen dem prallen Ball hinterherlaufen, als wär er ein frisches Gehirn? Unheimliche Kräfte sind schuld, dass unbescholtene Bürger einer Kleinstadt sich den Weg unaufhaltsam dahin bahnen, wo Pfosten ihr Stöhnen Richtung Fußballgott verstärken. Ab und zu gelingt es mutigen und unerschrockenen Zeitzeugen Fotoaufnahmen von diesem bizarren Schauspiel zu machen. Die Dokumente sind schwer zu ertragen. Die Gesichter von offensichtlich erwachsene Menschen wurden von kindlicher Freude schlimm entstellt. Eine Zusammenrottung des Grauens. Woran das liegt konnte bisher kein Wissenschaftler erklären. Renommierte Forscher machen böse Strahlen aus dem Internet dafür verantwortlich. Wie soll man das nur aufhalten? Da muss jeder Einzelne aktiv werden. Löscht euren StudiVZ-Account, deinstalliert Netscape, kappt euer WLAN-Kabel – solange es noch geht. Steigt jetzt aus bevor es zu spät ist. Oder geht wenigstens dahin, wo ihr niemanden stört.
„Ball?“ „Läuft.“ „Action!“
Ausgerollt ist er schon einmal, der grüne Teppich. Fleißige Helfer schmelzen momentan noch die letzten weißen Flecken weg. Die gefühlt Sechshundertfünfzigste Auflage unserer Ballinale wird pünktlich Samstag 10:30 eröffnet. Wir laufen aber auch dieses Jahr wieder außerhalb des Wettbewerbs. Darren Aronofsky und Audrey Tautou gucken nicht so genau hin, wenn wir unsere Tragikkomödie vor dem Tor aufführen. Dabei vereinen wir das Beste aus allen Genres. Es wird mehr gelaufen als in „Lola rennt“, mehr geschossen als in „Spiel mir das Lied vom Tod“ und auch das Wetter arbeitet an einem sehenswerten Remake von „Singin‘ in the rain“. Ein buntes Ensemble aus holprigen Klassikern, ungestümen Debütanten und Originalen ohne Untertitel spielt überzeugend für eine kleine Erwähnung im Abspann. Unsere Relevanz mag sich zwar im Aufgebot der Fotografen widerspiegeln, aber dafür hat unser einziger Paparazzi seine Linse besonders gut geputzt. Es lohnt sich also etwas Zeit in Garderobe und Maske zu investieren. Denn am Ende erinnert sich niemand mehr an den Ausgang unseres Films. Aber das Plakat hängt noch lange an der Kopfgrätsche-Litfaßsäule.
Schweinskopfball in den Mundwinkel
Geschafft, die Kandidatur ist raus. Hoffentlich kommt das Fax rechtzeitig an. Und hoffentlich haben die bei der FIFA nicht eins von diesen unzuverlässigen Kombigeräten mit integriertem Reißwolf. Diesmal muss es doch klappen mit dem höchsten Amt im Weltfußball. Schließlich kenne ich alle wichtigen Leute. Jedenfalls die, die mir genügend Schweinsköpfe besorgen können. Vielleicht überlegt sich daraufhin Luis Figo noch einmal, ob er wirklich gegen mich antreten will. Und seien wir mal ehrlich, diese ganzen Ex-Profis haben doch keine Ahnung vom Fußball. Sonst wären sie ja nicht Fußballer geworden. Sogar der Kaiser muss mich wählen. Schließlich wurde niemand zum Kopfgrätschen Samstag 10:30 gezwungen. Waren alle freiwillig da und die Bilder beweisen, dass sie ganz viel Spaß hatten. Was es ausmacht, wenn man die Mundwinkel spiegelt. Nun gut, während das Fußvolk dem runden Ding hinterherläuft, widmen sich die Entscheidungsträger dem wahren Fußball. Huch vertippt. Es muss natürlich „der Ware Fußball“ heißen. Solltet ihr mich also nicht auf dem Platz sehen, wisst ihr, dass ich noch Umschläge vorbereiten muss. In die mickrigen Standardgrößen von der Post passt ja nicht mal der Kopf eines Meerschweinchens.
Wir sind das Volksparkstadion
Wer hat an der Endzeituhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät? Was Wissenschaftler aus Washington mit Atomwaffen und Klimawandel begründen, hätte man auch einfacher erkennen können. Die Zeichen, dass die Berliner Fashion Week und der Weltjogginghosentag zusammenfallen, kann niemand mit einem anständigen Aluhut ignorieren. Zur Rettung muss man sich wahrscheinlich einen Bunker in der Imtech-Arena graben. Dort hat man einen guten Blick auf die Endzeituhr. Die Rückbenennung in Volksparkstadion macht aber Hoffnung, dass man dort überleben kann, wenn die Uhr stehen bleibt. Darauf setzt schließlich auch der Dino vor Ort. Jetzt fragt ihr euch: wie kommt man dort hin? Ganz einfach. Einfach am Samstag 10:30 eine einigermaßen passable Figur beim Kopfgrätschen machen. Darauf hoffen, dass ein millionenschwerer Rentner mit einem internationalen Logistikunternehmen aber ohne Fußballverstand das mit seinen trüben Augen sieht. Der gibt dann peinliche Interviews, in denen er öffentlich eure Verpflichtung fordert. Der erpresste Verein gibt euch einen Vertrag und schon habt ihr eine Chance gegen das Armageddon. Allerdings nur, wenn die Verschwörungstheorie falsch ist, dass die Uhr in der Imtech-Arena doch nur der Stromzähler ist.
Medizinball nach Noten
Jetzt sag ich euch mal was. Ich bin fast 2 mal 18 und hab keine Ahnung von Auflaufprämien, Ausstiegsklauseln oder Stammplatzgarantien. Aber ich kann ’ne Spielankündigung schreiben. Zwar nur in einer Sprache, aber dafür in Schönschrift und mit Autokorrektur. Auf ein Leben als Bundesligaprofi hat mich die Schule allerdings nicht wirklich vorbereitet. Mein Weg zum Kopfgrätscher war quasi vorgezeichnet. Zu meinem Glück stand mein Talent dieser Karriere nicht im Weg. Wenn bei euch auch das Bildungssystem versagt hat, kann ich euch das Nachsitzen am Samstag 10:30 nicht ersparen. Die Älteren unter euch werden sich wehmütig an den Samstagsunterricht erinnern. Da können wir noch einmal all die Dinge üben, die traditionell im Kopfgrätsche-Lehrplan stehen. 1. Stunde: Individuelles Warmmachen mit den neusten Tipps vom Physiotherapeuten 2. Stunde: höhere Mathematik beim Aufteilen von 9 Mann auf 2 Mannschaften 3. Stunde: Wahlpflichtfach Unwahrscheinlichkeitsrechnung mit halbhohen, steilen Pässen in den Rücken 4. Stunde: szenisches Spiel bei der Darstellung einer Fußballmannschaft für eine Fotoserie. Den Eckfahnenappell lassen wir diesmal weg. Schreibt euch das in euren Stundenplan und vergesst nicht das Muttiheft für die Bewertung eurer Sozialkompetenz und den Turnbeutel.
Ceci n’est pas un Manuel Neuer
Da guckt man aus dem Fenster oder in eine App, wenn man kein vertrauensvolles Fenster hat, und identifiziert einen feuchten Sturm außerhalb der Komfortzone. Wenn wir es positiv sehen, können wir feststellen, dass es dafür angenehm warm ist. In Norddeutschland geht das glatt als Badewetter durch. Für richtigen Winterfußball müsste man schon eine Schneekanone aufstellen. Trotzdem fahren die Bundesligavereine in ihrer Vorbereitung auf die Rückrunde wieder weit weg. Und da der FC Bayern eine besonders schwere Rückrunde erwartet, fährt er auch besonders weit weg. Die Trainingsbedingungen sind in Katar einfach die besten überhaupt. Nebenbei ist das Emirat natürlich noch Großaktionär bei VW/Audi und Pep ihr Markenbotschafter. Immerhin werben sie nicht auch noch für Wiesenhof. Und solange aktuell die Aufmerksamkeit denen gilt, die ihr Trainingslager im Jemen absolviert haben, interessiert das auch kaum jemanden. Zum Glück benötigen wir kein Training. Unsere Art den Fußball jeden Samstag 10:30 zu karikieren beherrschen wir perfekt. Der Fußball hält das aus. Vielleicht ist er deshalb immer noch unsere liebste Religion. Solange man darin so herrlich unprofessionell bleibt, muss man sich nicht an fragwürdige Geldgeber ranwanzen und kann stattdessen seine Ideale in einem feuchten (aber warmen) Orkantief hochhalten. Hat doch auch was für sich.
Kabinenpredigt für draußen
Liebe KopfgrätscherInnen,
Eigentlich sollte hier jetzt die aktuelle Neujahrsansprache folgen. Ein paar warme und motivierende Worte, gespickt mit einigen Schlagworten aus den Twitter-Trends. Leider hat das Sturmtief beim Stoßlüften ganze Arbeit geleistet und die Zettel mit dem ausgedruckten Internet im Hof meines Amtssitzes verteilt. Die ersten Zugvögel bauen sich bereits Nester daraus. Die Seite Neujahrsansprachen.de ist hier von der IT geblockt, so dass ich aus dem Gedächtnis die wichtigsten Fakten über den Äther schicke. „Äther“ wird übrigens das Jugendwort des Jahres 2015. Knapp vor „urst“ und „läuftbeiihnenwerterbabo“. Während die Montage schon mit sinnlosen Demo-Terminen belegt sind, werden die Samstage (10:30) geprägt sein von sinnvoller Fußarbeit. Außerdem wird 2015 keine Fußball-WM den Jahrrückblick retten, auch wenn sich die Damen ganz viel Mühe geben. Was im letzten Jahr außer der WM los war, entnehmen Sie bitte dem Rückspiegel oder dem Browserverlauf. Sorgen Sie schon morgen für frischen Content, damit der Mantel der Geschichte über so manchen Fettnapf wehen kann. Dennoch hat es Christoph sich nicht nehmen lassen, die schönsten Momente noch einmal Paroli laufen zu lassen, damit alle wieder bei Null starten können. Ich möchte mit den Worten des großen Philosophen Olli Schulz schließen: mögen die Höhepunkte eurer Vergangenheit die Tiefpunkte eurer Zukunft sein.
Menschen, Bälle, Emotionen
Aus aus aus! Das Jahr ist aus. Obwohl einige vielleicht noch um eine längere Nachspielzeit gebettelt haben. Da war ja auch einiges drin, woran wir uns gern noch einmal erinnern. Na gut, nicht jedes Spiel endete 7:1 und beim DIA-Turnier untersucht die Ethikkommission immer noch, wo die Apple-Watches geblieben sind. Die Kopfgrätsche-Lobby machte sich auf jeden Fall international breit und die Aufkleber kleben inzwischen in fast jedem Winkel der Welt. Das erforderte natürlich auch dass wir keinen Trend aus dem Worldwideweb auslassen, auch wenn deren Halbwertzeit mit dem Schlusspfiff meistens schon überschritten war. Dennoch müssen wir natürlich unter Tränen allen Followern danken, ohne die wir jede Woche Fußballtennis spielen müssten. Die Leibchen wurden in diesem Jahr alle drei Tage gewaschen und der Kunstrasenplatz fleißig umgegraben. Das hat uns den Verlust unserer Sandkiste etwas erträglicher gemacht. Wer sich dennoch mit dem Ausgang dieses Jahres nicht abfinden kann, trifft sich Samstag 10:30 zur großen Wiedergutmachung. Die wirklich letzte Chance noch alles zum Guten zu wenden. Und wer weiß, vielleicht wird es ja so legendär, dass es sogar noch Erwähnung im bebilderten Jahresrückblick findet, den Christoph in den nächsten Tagen hier startet. Viel Spaß dabei und grätscht gut ins neue Jahr!
Jingle Balls
Und? Immer noch keine Idee was man mit dem schlampigen Pass oder der unvollendeten Großchance anfangen soll? Du hast das ganze Jahr gehofft, dass man doch noch etwas Sinnvolles damit machen kann. Aber nun sind sie einfach nur da und passen nicht zur restlichen Einrichtung. Der Keller ist auch schon voll mit ähnlich nutzlosem Plunder, den man ja mal zwischen den Jahren ausmisten kann. Das hattest du dir ja schon Silvester letzten Jahres vorgenommen. Wie auch in den Jahren davor. Also quasi eine liebgewonnene Tradition. Aber auch die kann man jetzt endlich fachgerecht entsorgen. Denn zum Glück findet Samstag 10:30 die große Kopfgrätsche-Weihnachtsfeier statt. Die funktioniert fast wie eine echte Weihnachtsfeier, nur dass wir für unsere Selfies nicht den Kopierer nutzen. Mal gucken, wer beim traditionellen Schrottwichteln meine zu kurze Rückgabe zum Torwart auspackt. Vielleicht kann man die ja am Ende noch gegen einen falschen Einwurf tauschen. Für die genauen Regeln mache ich mich vorher noch einmal schlau. Und ich lese sicherheitshalber noch einmal die Biographie des größten Experten für Weihnachtsfeiern überhaupt: Franz Beckenbauer. Vielleicht weiß er sogar, ob man bei der Fifa auch Schrottwichteln spielt. Aber bestimmt haben die sogar eine eigene Kommission dafür.
Spirit of the Hawkeye
Tooor. Nee, doch nicht. Oder? Warte mal, was sagt die Kamera? Soso, ein billiges Abstaubertor. Mit der Pike fast noch versaut. Schütze, hätte eigentlich abspielen müssen. Aber er braucht die Prämie. Hat hohe Wettschulden bzw. hatte. Und er wünscht sich ein Jogi-Löw-Pflegeset zu Weihnachten. Sagt jedenfalls sein Wunschzettel. Die Auswertung des Eyetrackings zeigt, dass er die Info Samstag 10:30 wahrgenommen hat. Danach hat er erst einmal die Temperaturen auf der Wetter-Seite gecheckt und bei Zalando nach Hallenschuhen gesucht. Der Filter war auf kunterbunt eingestellt. Auf dem abschließenden Mannschaftsfoto fehlt er. Hat dafür ein Bild von einem Teller Königsberger Klopse gepostet. Bisher hat er der Technik eher misstraut. Dabei hat diese sich beim Tennis bewährt und da ist nie ein strittiges Tor gefallen. Früher wurden Tore vor die Linie gezogen oder Flaschen als Pfosten benutzt. Oder auch mal 3 Pflaster zum Spiel mitgebracht, um auch noch die Linse blind zu machen. Bei maximalem optischen Zoom fällt auf, dass der Schütze demnächst die Reihe Rooney, Klopp, Höwedes logisch fortsetzen wird. Schalten wir also die Werbebande schnell mal auf die aktuelle Clinic Aesthetica-Aktion „Zwei Geheimratsecken zum Preis von einer“ um. Das passt noch auf seinen Wunschzettel.
Kann Spuren von Schüssen enthalten
Ultrageheimes Familienrezept für den gelungenen 1. Advent: Man nehme 12 bis 16 gut abgehangene Rumpelfüße (für Großfamilien die Menge verdoppeln). Die Talente abwiegen, von der groben Masse trennen und gut verrühren, so fällt ihre dominante Note kaum ins Gewicht. Die Hälfte der Masse mit Orangenglasur bestreichen. Alles zusammen am Samstag 10:30 in alle 4 Ecken des Platzes ausrollen. Dabei vorsichtig den feinen Puderzucker vom Boden grätschen. Die Glanzstücke mit der bestechenden Rechteckform ausstechen und nicht vergessen mitzuzählen. Nach der Hälfte der Spielzeit die Seiten wechseln, damit alle rundum knusprig werden und im eigenen Saft einkochen. Wenn alles warmgespielt ist, gib mich die Kirsche. Ich kümmere mich gern ums abschließende Sahnehäubchen. Bevor alles verduftet ist, muss natürlich noch ein Foodpic als Serviervorschlag ins Internet gepostet werden. Danach kann das dampfende Backwerk auf dem Nachhauseweg ruhig etwas abkühlen. Wir wünschen viel Erfolg beim Nachbacken und einen guten Appetit. Achtung, Plätzchen können im Verlauf des Advents etwas härter werden.
Junger Mann zum Mitbolzen gesucht
Schluss mit abgestandenem Leitungswasser und Bananen! Jetzt können wir endlich wieder Glühwein predigen. Und seien wir mal ehrlich, 25 Jahre danach können wir auch mal zugeben, dass die Banane besser schmeckt, wenn sie von einer dicken Schokoschicht umgeben ist. Weil die erste Mannschaft des lokalen FC unter der Woche in unserem Wohnzimmer übt, betreiben wir unser Schusstraining demnächst lieber mit dem Karabiner. Vielleicht sind ja Blumen und Luftballons einfacher zu treffen als dieses kleine Fußballtor. Also kommserein, kommseran! Hier gibt es alles, um sich standesgemäß auf einen faulen Abend vor dem Champions-League-Kamin einzustimmen. Wenn die Angst des Torwarts vor 11 Meter Bratwurst erst einmal überwunden ist, zeigen unsere Talente was sie auf der Pilzpfanne haben. Nur am Wochenende Samstag 10:30 müssen wir uns mit herkömmlichen Buden begnügen. Die sind bis auf ein Netz ziemlich leer. Vielleicht hängen wir noch ein paar Lichterketten an die Pfosten und loben einen Riesenteddy als Gewinn für den besten Schützen aus. Wer auch mittwochs Auslauf auf einem großen Platz braucht, darf endlich den Marktplatz nutzen. Für ein effektives Warmmachen mit oder ohne Schuss.
Im Toleranzbereich
Passend zur ARD Themenwoche Toleranz in TV und Radio fragen auch wir uns mindestens zweimal die Woche: drin oder nicht drin? Pech oder Unvermögen? Sturm oder Abwehr? Bunt oder Leibchen? Licht oder Schatten? Blitz oder Langzeitbelichtung? Und alles ist möglich. Statt „entweder oder“ muss man häufig mit „sowohl als auch“ rechnen. Wer da nicht tolerant ist und seine brennende Mistgabel im Heuhaufen lässt, unterschätzt den Toleranzauftrag des Kopfgrätschens. Hier darf jeder mitmachen. Fußballer mit zwei linken Füßen, aber auch welche ohne linken Fuß. Torwarte ohne Handschuhe, Mitspieler in Jeans und Sandalen. Was auch immer. Ich hab alles schon gesehen. Und keiner wurde mehr als nötig gemobbt. Sogar Menschen, die richtig gut Fußball spielen können, werden toleriert, obwohl sie eindeutig eine Minderheit sind. Und jetzt wo selbst in der ARD der MDR toleriert wird und auch der DFB nicht mehr jedes Anti-Homophobie-Banner abhängt, ist die Toleranz wohl nicht mehr zu stoppen. Man muss sogar damit rechnen, dass sich am Wochenende in Hannover Hooligans und Salafisten in die Arme fallen. Aber man kann ja nicht alle Termine der Themenwoche wahrnehmen. Drum hier die beiden wichtigsten: Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 (!). Aber achtet bitte darauf, dass Verspätungen im Toleranzbereich bleiben. Sonst brennt statt dem Flutlicht nur noch die Mistgabel.
Hammer gezirkelt
Bürger. Privatreisen nach den Sportstätten können ohne Vorliegen von Voraussetzungen (Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse) beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt. Die zuständigen Abteilungen Pass- und Flankenwesen sind angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen, ohne daß dafür noch geltende Voraussetzungen für eine ständige Ausreise vorliegen müssen. Ständige Ausreisen können über alle Grenzübergangsstellen erfolgen. Und wenn ihr euch jetzt fragt, ab wann das in Kraft trifft, muss ich stammeln: Das tritt nach meiner Kenntnis… ist das sofort, unverzüglich. Also spätestens Samstag 10:30 und Mittwoch 18:30. Die Genossen haben Anweisung vom Suchscheinwerfer Gebrauch zu machen, damit man auch sieht wohin man tritt. Falls man die Linie mit Ball übertritt, gibt es je nach Grenze Einwurf, Eckball oder Abstoß. Bitte nicht drängeln und fasst euch kurz. Kein Kellenwechsel oder falscher Acker. Blühende Landschaften aus Kunstrasen warten. Vergesst nicht die blaue Bluse anzuziehen und befolgt das 9. Gebot „Wir Kopfgrätscher treiben Sport und halten unseren Körper sauber und gesund.“ Gez. der Kopfgrätschenratsvorsitzende
Spuk unterm Flutlichtmast
Ich habe ein neckisches Hexagonmuster in meinen Kürbis geschnitzt. Damit gehe ich von Tür zu Tür und werde euch persönlich zum Fußball abholen. Nicht erschrecken. Kann sein, dass ich dabei eine Maske trage. Bei jedem Gespenst, bei jedem Zombie oder jeder Hexe gibt es die Chance, dass ich dahinter stecke. Und wenn ich frage „Süßes oder Saures“, dann will ich weder Schokoladenheuschrecken noch Totenkopf-Gummibärchen. Spart euch den Zucker für den Platz Samstag 10:30 und Mittwoch 18:30. Das ist auch besser für die Zähne, wenn man nicht gerade den Ball in die Fresse bekommt. Aber dieses Kunstblut sieht ja sowieso nur nach Ketchup aus. Also sortiert eure fauligen Gliedmaßen, nehmt den Kopf mit den toten Augen unterm Arm, setzt ihn über das faltige Trikot und schließt euch der Armee der Walking Dead an. Wenn noch jemand „Thriller“ einspielt, könnte aus dem gruseligen Gehumpel auf dem Platz noch ein ganz ansehnlicher Bewegungsablauf werden. Unter der Woche werden sogar noch spooky Lichteffekte zum Bodennebel eingespielt. Da braucht man Nerven wie Drahtseile. Und mindestens zwei Beine. Sonst muss man ins Tor.
Hattrick mit „F“
Meine Damen und Herren, deshalb haben wir viel zu tun. Doch alles wird nicht klappen, wenn unsere Spieldaten nicht transportiert werden können. Deshalb ist es gut, dass es eine Rundmail gibt, dass es ein „Adressbuch Netztreffer“ gibt und dass wir, wie Herr Höttges vorhin sagte, in einer vernünftigen Mischung der drei „F“ – Fallrückzieher, Foulspiel und … Was war das Dritte, Herr Höttges (siehe auch: Höttges, Horst-Dieter)? Das ist mir jetzt entfallen. Das weiß er selber nicht mehr. Na gut. Es war etwas ganz Einfaches. Weißt du es noch, Alexander? Nein. Fallrückzieher, Foulspiel – und dann? Nein, es war nicht Freistoßspray. Flankenwechsel? Fliegenfänger? Fahrstuhlmannschaft? Ich würde sagen… Fußball! Ja, Fußball! Fußball Samstag 10:30 und Mittwoch 18:30. Da werden wir auch wieder auf eine vernünftige Mischung der drei „L“ zurückgreifen können – Laufbereitschaft, Leibchen und … Was war das Dritte, Herr Woest? Das ist mir jetzt entfallen. Das weiß er selber nicht mehr. Weißt du es noch, Swen? Nein. Laufbereitschaft, Leibchen – und dann? Nein, es war nicht Libero. Ich würde sagen… Licht! Ja, Licht! Hoffentlich vergesse ich die drei „K“ nicht.
21. Oktober 2014 – FC Kopfgrätsche gg. FC Bayern
English for Liferunners
Sowas! Noch eine weitere englische Woche. Wieder mit Spielen im Samstag-Mittwoch-Rhythmus. Was für ein Wahnsinn. Niemand nimmt Rücksicht auf die Kopfgrätscher, die schon die gesamte WM, die Sommerpause und die Wiesn-Saison durchgespielt haben. Jetzt auch noch die Herbstferien und der Advent. Jedwede Erschöpfung und allerlei Wehwehchen werden konsequent ignoriert. Es geht einfach immer weiter. The show must run on for all life runners (und das bedeutet komischerweise nichts für den Lebenslauf). With 100% Ballbesitz, wenn man beide Mannschaften zusammenrechnet. Ohne die totale Rotation um alle Achsen ist das kaum möglich. Ein Karriereende vor 67 ist quasi garantiert. Nur damit der Fußball in einem besonders schillerndem Licht präsentiert wird. Damit sieht man ihn wenigstens gut, auch wenn die Gestalten auf den Fotos nur noch ein Schatten ihrer selbst zu sein scheinen. Gnadenlos seid ihr auch wieder Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 für die Startelf nominiert, um das Feld der Ehre abzuernten. Der Boden will schließlich auch für den Winter bereitet werden. Damit dort ja nichts nachwächst, wird einfach Hardcore durchgespielt. Nicht einmal die Winterpause kann uns stoppen. Im Gegenteil, je glatter der Boden, desto länger die Grätsche.
Kurzsichtig
Was fällt momentan noch schneller und häufiger als Robben? Richtig, das Laub. Damit der gemeine Kopfgrätscher nicht zusätzlich in das Motivationsloch fällt, hilft es ihm über den Fußball hinaus weitere Aktivitäten anzubieten. Mit dem Herbst in den Knochen kann man sich ruhig mal seinen anderen Talenten zuwenden. Was man halt sonst noch so machen kann, wenn es draußen früh dunkel ist und der Tag erst halb vorbei. Beim Stricken kann man z.B. prima das Wollknäuel jonglieren. Oder wie wäre es die schönsten Kopfgrätsche-Fotos als Nudelbilder nachzukleben? Kopfgrätsche-Veteran Lennart hat neben seinen flinken Füßen auch ein ein paar geschickte Finger, mit denen er talentiert umzugehen weiß. Nach dem Samstagskick 10:30 lohnt sich deshalb noch ein anschließendes Auswärtsspiel beim Filmfest. Ab 14 Uhr gibt es dort das Kurzfilmprogramm mit einem Animationsfilm-Hattrick des Bombers aus Bernau. Im Dunkel des Kinosaals gewöhnt man zudem gut die Lichtverhältnisse, die denen Mittwoch 18:00 nicht ganz unähnlich sind. Der Unterderwoche-Kick ähnelt daher momentan auch eher einem Kurzfilm. Aber vielleicht gelingt es uns ja bald daraus wieder eine abendfüllende Beschäftigung zu machen.

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