Über den Arbeitskampf zum Spiel

Sportsgenossen! Die Kopfgrätsche wird bestreikt. Jawohl, und zwar unbefristet. Natürlich werden wir wie gewohnt Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 zum Platz kommen. Wahrscheinlich werden wir auch den Ball aufpumpen und die Belegschaft in zwei Schichten teilen. Die erste Brigade wird gut sichtbar die Streikleibchen überziehen. Was dann folgt, wird vielleicht auch den Einen oder Anderen entfernt an Fußball erinnern. Wenn man dann aber den internationalen Vergleich zu CR7 oder Messi zieht, wird man feststellen, dass der Standort Deutschland langfristig Probleme bekommen wird. Solange es bei der Verteilung des Talents keine Annäherung gibt, werden wir auch weiterhin über unsere eigenen Füße stolpern, Bälle ins eigene Tor abfälschen, uns im Strafraum tunneln lassen und falsche Einwürfe ins Aus werfen. Bringt ruhig viele Kinder aus bestreikten Kitas mit, damit sie sehen können, dass man die Trikots der Global Player Barca, Real, Bayern oder TSV Winsen zwar für teures Geld kaufen kann, die Karriere in der Champions League aber nur ganz Wenigen bestimmt ist. Und selbst wenn so ein Streikbrecher wie Messi auf uns zulaufen würde, würden wir nicht umfallen. Wir würden es so talentfrei aussitzen, dass es nicht einmal für einen eigenen Twitterhashtag reicht.

Barfuß oder Stollenschuh

Mit dem ersten Tag des Wonnemonats haben wir einen Extratag zur Regeneration bekommen, um die Auas dieser Woche in die Sonne zu legen. Und in dieser Woche hat es ja so manchen von den Socken gehauen. Da kommt so ein Feiertag gelegen, um noch einmal die Stollen nachzuziehen, den Kiefer einzuhängen, den Rücken einzuknacken, die Nase rauszudrücken, die Frisur in die Stirn zu schieben, das Schussbein festzuschrauben, das Blut von den Handschuhen zu schrubben, die Schutzhand zu waschen und den Elfmeterpunkt zu enteisen. Sogar ich konnte rechtzeitig meine Gedanken entknoten, um diese Spielankündigung zu verfassen. Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 laufen dann all diejenigen auf, die noch ein paar Töppen unter ihr Zahnfleisch schnüren konnten. Ganz sicher nicht dabei: Badman, Robben, Mehrjungfraumann und Blaubarschbube. Die Mannschaft stellt sich quasi von selbst auf. Hauptsache am Ende sind alle in Feierlaune wie nach der dritten Meisterschaft in Folge. Und wer weiß, vielleicht sprintet ja sogar Kloppo vorbei – wenn ihn niemand mit einem Klappstuhl oder Blumenstrauß gestoppt hat.

Himmel, Arsch und Zwirnschaden

Hier die modischen Highlights dieser Woche noch einmal zum Mitsingen:

Als der Boateng traf mit seiner Muskelpracht
da hat Guardiola sich zum Pep gemacht
sogar Fipsi hält ihn für nen Psychopath
nur weil er seine Hose zerrissen hat
Ich weiß es gibt kein Klagen kein ohjemineh
doch es tut so schrecklich weh
denn in der Bild zu sein ist noch viel weniger amüsant
als ein Sonnenbrand oder Brötchen voll Sand.
Das war ihm eine Lehre und es war kein Spaß
drum hört gut zu dann lernt ihr was
bleibt euch selber treu bleibt stehts auf trab
nicht wie Pep, der sich die Hose auf-ge-ri-ssen haaaat.

Am einfachsten und schnellsten auf Trab bleibt ihr Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00.
Wir bitten auf die Garderobbery zu achten.

Auf kopflos geht’s los

Vor zwei Tagen war die kleine Fußballwelt noch in bester Ordnung. Kloppo gehörte zu Aki und Susi. Dr. Mull und sein Taxofit-Koffer gehörten auf die Bank des FC Bayern. Martin Winterkorn gehörte zu VW. Und Thomas Tuchel war schon gefühlt Rekordtrainer beim HSV. Seit dieser Woche ist aber nichts mehr so wie es war. Dabei soll uns der Fußball doch Struktur und Kontinuität in unserer wechselvollen Zeit bieten. Aber auch beim Kopfgrätschen muss man inzwischen alle 10 Minuten die Leibchen, den Platz und die Mitspieler tauschen. Das Einzige, was noch einigermaßen sicher scheint, ist der Beginn Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Obwohl das derzeit eher einem fliegenden Start gleicht, nach dem Vorbild des HSV. Da darf auch jeder mal ein paar Spiele machen, pausieren, um dann plötzlich wieder Verantwortung zu übernehmen. Quasi viele kleine Sabbaticals mit der Dauer eines Powernaps. Zwar ohne Lastwagen um den Borsigplatz, aber eigentlich ideal, um sich nicht zu sehr an bestimmte Köpfe zu gewöhnen, bevor sie zu groß werden. Frei nach Kloppo: „Ein großer Kopf muss weg – oder er muss grätschen.“

Salzrandsportart frisch gewischt

Ich glaub, jetzt ist der Winter endgültig ausgewechselt worden. Beim Verlassen des Feldes hat er natürlich wieder den extralangen Weg genommen und unnötig Zeit geschunden. Die Pfiffe von den Rängen haben ihn nicht davon abgehalten, einen Trab in Superzeitlupe zu absolvieren. Immer wieder unterbrochen von Applaus für seine angeblichen Fans. Aber jetzt kann es endlich in kurzer Hose weitergehen. Ein paar Ecken des Platzes müssen schließlich noch vom Moose befreit werden. Der Frühjahrsputz Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 sollte auch die letzten Salzränder von den Augen und Spinnenweben aus den Kniekehlen kratzen. Ich melde mich freiwillig, um in den Strafräumen mal gründlich abzustauben. Aber bevor der IS unsere Website abstaubt, wischen wir lieber noch mal feucht drüber. Falls euch also jemand zu anderen Terminen als Samstag oder Mittwoch aufruft, wurden wir von Profis gehackt. Immer wenn die Seite gerade nicht erreichbar ist, versuchen wahrscheinlich dunkle Mächte unsere Wertegemeinschaft mit subversiven Botschaften zu untergraben, z.B. dass Putzen Frauensache sei. Glaubt ihnen nicht und bohnert mit mir alle analogen und digitalen Plätze frühlingsfrisch. Yalla yalla!

Salto kreuzweise

Darf ich bitten? Das Tanzbein hat allerdings gerade Pause. Das österliche Tanzverbot betrifft wie viele nicht wissen nicht nur den Karfreitag. Nein, auch der Karsamstag, der traditionell ein Tag des gepflegten Abhängens ist, ist musikalisch eingeschränkt. Am Tag der Höllenfahrt ist maximal etwas anständiger Fußball um 10:30 drin. Allerdings ohne laute Tormusik und ohne Samba an der Eckfahne. Das ist nämlich nicht empfehlenswert bei Kreuzschmerzen. Exzessiver Jubel verbietet sich ebenfalls unter uns Gebetsschwestern, vor allem gegen den Ex-Verein. Und auch das Aufwärmen ballermanntauglicher Choreographien von Macarena bis Ententanz müsst ihr euch für Mittwoch 18:00 aufheben. Dann könnt ihr auch wieder die Raupe machen, imaginäre Wiegen schaukeln, Flickflacks turnen, einen Roboter imitieren, unsichtbare Pfeile verschießen, röhren wie Ronaldo, den Zaun erklimmen, die 3 Affen machen, einen Knockout simulieren, den Geißbock knuddeln, am Ohr schrauben, euch in den Teppich einrollen, die Säge machen, die Bruchwegboys covern, die Schuhe putzen, den Diver rutschen und lauthals „Bude!“ schreien. Ich lass mich überraschen.

Shootout-Ergebnis-Service: Der Ball ist unrund …

… und das nächste Spiel ist immer am Mittwoch. Von 18:00 bis die Sonne abpfeift.

Der Ballgorithmus, wo jeder mit muss

Endlich. Ich freu mich ja auf jeden Samstag, besonders auf 10:30. Aber dieses Wochenende freue ich mich ausnahmsweise sogar auf den Sonntag. Dann geht meine Uhr endlich wieder richtig. Das Umrechnen auf Winterzeit nervt nach einem halben Jahr dann doch. Gut, im allgemeinen Optimierungswahn könnte man jedes mal an der Uhr rumdrehen, aber ich bin schon vollauf damit ausgelastet, mich tagtäglich zu optimieren. Nur damit die AppleWatch mit mir zufrieden ist. Die hat mir auch empfohlen, das verlängerte Tageslicht für noch mehr Sport zu nutzen, häufiger mal mit dem Innenrist zu schießen und die Anzahl der Kopfbälle zu reduzieren. Bei der Entscheidung, ob Dienstag oder Mittwoch sich besser für Unter-der-Woche-Kopfgrätschen eignen, hat ein komplizierter Algorithmus mit dem knuffigen Namen „Shuffle“ den Mittwoch ausgespuckt. Ich habe aber leise Zweifel, weil der 100jährige Bauernkalender für Dienstag 18:00 besseres Wetter vorhersagt. Vielleicht muss das dann doch der Schwarm entscheiden. Oder ich steige nachher mal fix mit Doc Brown in meinen Mazda und gucke nach. Damit kann man auch in die Zukunft reisen, weil irgendein Depp vergessen hat im Herbst die Uhr zurückzustellen.

Stick the Krokus to Kopfgrätsche

Ich habe heute einen ungemein wichtigen Termin in meinem Kalender. Frühlingsanfang steht darin. Ganztägig. Muss wohl eine dieser Kick-off-Veranstaltungen sein, bei denen alle beteuern, dass sie ganz viel Bock haben. Da ist es auch egal, ob man kompetent ist, die nötigen Fähigkeiten kann man sich ja im Projektprozess aneignen. Passend dazu stehen z.B. so bunte Pflanzen auf der Wiese. Vorwiegend in gelb, weiß und violett. Samstag 10:30 gucken wir mal wie die reagieren, wenn man da einen Ball drüber rollen lässt. Ob dieser Frühling irgendwas mit Licht und Wärme zu tun hat, kann man nicht mit letzter Gewissheit behaupten. Heute lässt sich die Sonne sogar von mickrigen Erdtrabanten die Butter vom Brot nehmen (unter den Experten auch als Star Crash bekannt). Mit dieser unmotivierten Einstellungen wird sie sich sicher nicht für das WM-Finale Advent 2022 qualifizieren. Besser wir rechnen nicht mit ihr. Gedanklich hat sie scheinbar eh schon die Eurozone verlassen, um dort zu scheinen, wo neue WM-Stadien gebaut werden. Da findet man zwar genug Krösusse, aber kaum Krokusse. Vielleicht sollte man also diesem Frühling nicht zuviel Bedeutung beimessen. Er ist eigentlich nur die Winterpause von morgen.

Der Theodor, der Held, der Held

Was für eine Nacht. Während alles schlief, war ich fleißig und habe hinter den Toren einen halben Theaterfundus vergraben. Man weiß ja nie, wann man das entscheidende Tor schießt. Besser man hat dann prompt das passende Kostüm parat. Auch ein lustiger Hut kann aus so manchem schnöden Abstauber ein Tor des Monats machen. Die B-Note wird ja bisher eher stiefmütterlich behandelt – z.B. von den humorlosen Weicheiern aus der Kreisklasse. Da wird sich nur kurz gerieben und dann weitergemacht. Ihre Verkleidung haben sie meist permanent an den Hals tätowiert. Das spart natürlich Zeit, gibt einem aber wenig Spielraum, wenn morgen ein neuer Kostümtrend aus der Klamottenkiste wiederbelebt wird. Blöder wird es nur, wenn man das Tor am Ende gar nicht trifft. Dann liegen die Masken bis in alle Ewigkeit hinter den Pfosten vergraben. Das wird den Archäologen unlösbare Rätsel aufgeben, weil niemand je den Jubel als Held meiner Jugend gesehen hat. Noch könnt ihr raten, ob ich Samstag 10:30 als Jar Jar Binks, Graf Orlok oder vielleicht sogar als Marcel Reif über den Platz springe. Wenn ich genug Vorlagen bekomme, ist alles möglich.

Das #ungegrätscht-Prinzip

Hihi Ihr Lieben. Willkommen auf meinem Channel. Ihr lest die Kopfgrätsche-Mail. Heute habe ich wieder ein paar tolle Produkte, die ich euch unbedingt empfehlen muss. Wenn Ihr Samstags 10:30 auch immer unter eingeschlafenen Füßen leidet, hab ich genau das Richtige für Euch gefunden. Dieses mathematisch unrunde aber doch sehr ergonomische n-Eck hat eine ganz zarte Lederhaut und massiert total nachhaltig Eure Füße wach. In Kombination mit zwei gleich großen Alurahmen kommt dieser Fußschmeichler optimal zur Geltung. Die Rahmen gibt es im frechen Streifenlook in den Trendfarben der Saison rot und weiß. Die Delüxe-Version aus gebürstetem Alu kostet zwar drei Scheine, aber dafür passt dort auch die doppelte Menge an Großchancen rein. Unter anderem die Chance es doch noch zum Fußballprofi zu schaffen, wenn Ihr Euren Weg geht und Eure Träume niemals aufgebt. Ich jedenfalls habe immer an jeden einzelnen meiner Follower geglaubt. Das war’s auch schon. Wenn es Euch gefallen hat, gebt mir morgen eine Vorlage auf dem Platz oder schreibt eine faule Ausrede in die Kommentare. Auf jeden Fall solltet Ihr Euch unbedingt noch die letzte Folge ansehen und das Waschen der Leibchen abonnieren.

Die dunkelgelbe Seite der Macht

Was war dieses Kopfgrätsche denn gleich noch mal? Ist das nicht diese Sekte, die leichtgläubige und willenlose Zweibeiner allsamstäglich 10:30 zwingt das warme Bett zu verlassen? Die dann wie Zombies in kurzen Hosen dem prallen Ball hinterherlaufen, als wär er ein frisches Gehirn? Unheimliche Kräfte sind schuld, dass unbescholtene Bürger einer Kleinstadt sich den Weg unaufhaltsam dahin bahnen, wo Pfosten ihr Stöhnen Richtung Fußballgott verstärken. Ab und zu gelingt es mutigen und unerschrockenen Zeitzeugen Fotoaufnahmen von diesem bizarren Schauspiel zu machen. Die Dokumente sind schwer zu ertragen. Die Gesichter von offensichtlich erwachsene Menschen wurden von kindlicher Freude schlimm entstellt. Eine Zusammenrottung des Grauens. Woran das liegt konnte bisher kein Wissenschaftler erklären. Renommierte Forscher machen böse Strahlen aus dem Internet dafür verantwortlich. Wie soll man das nur aufhalten? Da muss jeder Einzelne aktiv werden. Löscht euren StudiVZ-Account, deinstalliert Netscape, kappt euer WLAN-Kabel – solange es noch geht. Steigt jetzt aus bevor es zu spät ist. Oder geht wenigstens dahin, wo ihr niemanden stört.

„Ball?“ „Läuft.“ „Action!“

Ausgerollt ist er schon einmal, der grüne Teppich. Fleißige Helfer schmelzen momentan noch die letzten weißen Flecken weg. Die gefühlt Sechshundertfünfzigste Auflage unserer Ballinale wird pünktlich Samstag 10:30 eröffnet. Wir laufen aber auch dieses Jahr wieder außerhalb des Wettbewerbs. Darren Aronofsky und Audrey Tautou gucken nicht so genau hin, wenn wir unsere Tragikkomödie vor dem Tor aufführen. Dabei vereinen wir das Beste aus allen Genres. Es wird mehr gelaufen als in „Lola rennt“, mehr geschossen als in „Spiel mir das Lied vom Tod“ und auch das Wetter arbeitet an einem sehenswerten Remake von „Singin‘ in the rain“. Ein buntes Ensemble aus holprigen Klassikern, ungestümen Debütanten und Originalen ohne Untertitel spielt überzeugend für eine kleine Erwähnung im Abspann. Unsere Relevanz mag sich zwar im Aufgebot der Fotografen widerspiegeln, aber dafür hat unser einziger Paparazzi seine Linse besonders gut geputzt. Es lohnt sich also etwas Zeit in Garderobe und Maske zu investieren. Denn am Ende erinnert sich niemand mehr an den Ausgang unseres Films. Aber das Plakat hängt noch lange an der Kopfgrätsche-Litfaßsäule.

Schweinskopfball in den Mundwinkel

Geschafft, die Kandidatur ist raus. Hoffentlich kommt das Fax rechtzeitig an. Und hoffentlich haben die bei der FIFA nicht eins von diesen unzuverlässigen Kombigeräten mit integriertem Reißwolf. Diesmal muss es doch klappen mit dem höchsten Amt im Weltfußball. Schließlich kenne ich alle wichtigen Leute. Jedenfalls die, die mir genügend Schweinsköpfe besorgen können. Vielleicht überlegt sich daraufhin Luis Figo noch einmal, ob er wirklich gegen mich antreten will. Und seien wir mal ehrlich, diese ganzen Ex-Profis haben doch keine Ahnung vom Fußball. Sonst wären sie ja nicht Fußballer geworden. Sogar der Kaiser muss mich wählen. Schließlich wurde niemand zum Kopfgrätschen Samstag 10:30 gezwungen. Waren alle freiwillig da und die Bilder beweisen, dass sie ganz viel Spaß hatten. Was es ausmacht, wenn man die Mundwinkel spiegelt. Nun gut, während das Fußvolk dem runden Ding hinterherläuft, widmen sich die Entscheidungsträger dem wahren Fußball. Huch vertippt. Es muss natürlich „der Ware Fußball“ heißen. Solltet ihr mich also nicht auf dem Platz sehen, wisst ihr, dass ich noch Umschläge vorbereiten muss. In die mickrigen Standardgrößen von der Post passt ja nicht mal der Kopf eines Meerschweinchens.

Wir sind das Volksparkstadion

Wer hat an der Endzeituhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät? Was Wissenschaftler aus Washington mit Atomwaffen und Klimawandel begründen, hätte man auch einfacher erkennen können. Die Zeichen, dass die Berliner Fashion Week und der Weltjogginghosentag zusammenfallen, kann niemand mit einem anständigen Aluhut ignorieren. Zur Rettung muss man sich wahrscheinlich einen Bunker in der Imtech-Arena graben. Dort hat man einen guten Blick auf die Endzeituhr. Die Rückbenennung in Volksparkstadion macht aber Hoffnung, dass man dort überleben kann, wenn die Uhr stehen bleibt. Darauf setzt schließlich auch der Dino vor Ort. Jetzt fragt ihr euch: wie kommt man dort hin? Ganz einfach. Einfach am Samstag 10:30 eine einigermaßen passable Figur beim Kopfgrätschen machen. Darauf hoffen, dass ein millionenschwerer Rentner mit einem internationalen Logistikunternehmen aber ohne Fußballverstand das mit seinen trüben Augen sieht. Der gibt dann peinliche Interviews, in denen er öffentlich eure Verpflichtung fordert. Der erpresste Verein gibt euch einen Vertrag und schon habt ihr eine Chance gegen das Armageddon. Allerdings nur, wenn die Verschwörungstheorie falsch ist, dass die Uhr in der Imtech-Arena doch nur der Stromzähler ist.

Medizinball nach Noten

Jetzt sag ich euch mal was. Ich bin fast 2 mal 18 und hab keine Ahnung von Auflaufprämien, Ausstiegsklauseln oder Stammplatzgarantien. Aber ich kann ’ne Spielankündigung schreiben. Zwar nur in einer Sprache, aber dafür in Schönschrift und mit Autokorrektur. Auf ein Leben als Bundesligaprofi hat mich die Schule allerdings nicht wirklich vorbereitet. Mein Weg zum Kopfgrätscher war quasi vorgezeichnet. Zu meinem Glück stand mein Talent dieser Karriere nicht im Weg. Wenn bei euch auch das Bildungssystem versagt hat, kann ich euch das Nachsitzen am Samstag 10:30 nicht ersparen. Die Älteren unter euch werden sich wehmütig an den Samstagsunterricht erinnern. Da können wir noch einmal all die Dinge üben, die traditionell im Kopfgrätsche-Lehrplan stehen. 1. Stunde: Individuelles Warmmachen mit den neusten Tipps vom Physiotherapeuten 2. Stunde: höhere Mathematik beim Aufteilen von 9 Mann auf 2 Mannschaften 3. Stunde: Wahlpflichtfach Unwahrscheinlichkeitsrechnung mit halbhohen, steilen Pässen in den Rücken 4. Stunde: szenisches Spiel bei der Darstellung einer Fußballmannschaft für eine Fotoserie. Den Eckfahnenappell lassen wir diesmal weg. Schreibt euch das in euren Stundenplan und vergesst nicht das Muttiheft für die Bewertung eurer Sozialkompetenz und den Turnbeutel.

Ceci n’est pas un Manuel Neuer

Da guckt man aus dem Fenster oder in eine App, wenn man kein vertrauensvolles Fenster hat, und identifiziert einen feuchten Sturm außerhalb der Komfortzone. Wenn wir es positiv sehen, können wir feststellen, dass es dafür angenehm warm ist. In Norddeutschland geht das glatt als Badewetter durch. Für richtigen Winterfußball müsste man schon eine Schneekanone aufstellen. Trotzdem fahren die Bundesligavereine in ihrer Vorbereitung auf die Rückrunde wieder weit weg. Und da der FC Bayern eine besonders schwere Rückrunde erwartet, fährt er auch besonders weit weg. Die Trainingsbedingungen sind in Katar einfach die besten überhaupt. Nebenbei ist das Emirat natürlich noch Großaktionär bei VW/Audi und Pep ihr Markenbotschafter. Immerhin werben sie nicht auch noch für Wiesenhof. Und solange aktuell die Aufmerksamkeit denen gilt, die ihr Trainingslager im Jemen absolviert haben, interessiert das auch kaum jemanden. Zum Glück benötigen wir kein Training. Unsere Art den Fußball jeden Samstag 10:30 zu karikieren beherrschen wir perfekt. Der Fußball hält das aus. Vielleicht ist er deshalb immer noch unsere liebste Religion. Solange man darin so herrlich unprofessionell bleibt, muss man sich nicht an fragwürdige Geldgeber ranwanzen und kann stattdessen seine Ideale in einem feuchten (aber warmen) Orkantief hochhalten. Hat doch auch was für sich.

Kabinenpredigt für draußen

Liebe KopfgrätscherInnen,
Eigentlich sollte hier jetzt die aktuelle Neujahrsansprache folgen. Ein paar warme und motivierende Worte, gespickt mit einigen Schlagworten aus den Twitter-Trends. Leider hat das Sturmtief beim Stoßlüften ganze Arbeit geleistet und die Zettel mit dem ausgedruckten Internet im Hof meines Amtssitzes verteilt. Die ersten Zugvögel bauen sich bereits Nester daraus. Die Seite Neujahrsansprachen.de ist hier von der IT geblockt, so dass ich aus dem Gedächtnis die wichtigsten Fakten über den Äther schicke. „Äther“ wird übrigens das Jugendwort des Jahres 2015. Knapp vor „urst“ und „läuftbeiihnenwerterbabo“. Während die Montage schon mit sinnlosen Demo-Terminen belegt sind, werden die Samstage (10:30) geprägt sein von sinnvoller Fußarbeit. Außerdem wird 2015 keine Fußball-WM den Jahrrückblick retten, auch wenn sich die Damen ganz viel Mühe geben. Was im letzten Jahr außer der WM los war, entnehmen Sie bitte dem Rückspiegel oder dem Browserverlauf. Sorgen Sie schon morgen für frischen Content, damit der Mantel der Geschichte über so manchen Fettnapf wehen kann. Dennoch hat es Christoph sich nicht nehmen lassen, die schönsten Momente noch einmal Paroli laufen zu lassen, damit alle wieder bei Null starten können. Ich möchte mit den Worten des großen Philosophen Olli Schulz schließen: mögen die Höhepunkte eurer Vergangenheit die Tiefpunkte eurer Zukunft sein.

Menschen, Bälle, Emotionen

Aus aus aus! Das Jahr ist aus. Obwohl einige vielleicht noch um eine längere Nachspielzeit gebettelt haben. Da war ja auch einiges drin, woran wir uns gern noch einmal erinnern. Na gut, nicht jedes Spiel endete 7:1 und beim DIA-Turnier untersucht die Ethikkommission immer noch, wo die Apple-Watches geblieben sind. Die Kopfgrätsche-Lobby machte sich auf jeden Fall international breit und die Aufkleber kleben inzwischen in fast jedem Winkel der Welt. Das erforderte natürlich auch dass wir keinen Trend aus dem Worldwideweb auslassen, auch wenn deren Halbwertzeit mit dem Schlusspfiff meistens schon überschritten war. Dennoch müssen wir natürlich unter Tränen allen Followern danken, ohne die wir jede Woche Fußballtennis spielen müssten. Die Leibchen wurden in diesem Jahr alle drei Tage gewaschen und der Kunstrasenplatz fleißig umgegraben. Das hat uns den Verlust unserer Sandkiste etwas erträglicher gemacht. Wer sich dennoch mit dem Ausgang dieses Jahres nicht abfinden kann, trifft sich Samstag 10:30 zur großen Wiedergutmachung. Die wirklich letzte Chance noch alles zum Guten zu wenden. Und wer weiß, vielleicht wird es ja so legendär, dass es sogar noch Erwähnung im bebilderten Jahresrückblick findet, den Christoph in den nächsten Tagen hier startet. Viel Spaß dabei und grätscht gut ins neue Jahr!

Jingle Balls

Und? Immer noch keine Idee was man mit dem schlampigen Pass oder der unvollendeten Großchance anfangen soll? Du hast das ganze Jahr gehofft, dass man doch noch etwas Sinnvolles damit machen kann. Aber nun sind sie einfach nur da und passen nicht zur restlichen Einrichtung. Der Keller ist auch schon voll mit ähnlich nutzlosem Plunder, den man ja mal zwischen den Jahren ausmisten kann. Das hattest du dir ja schon Silvester letzten Jahres vorgenommen. Wie auch in den Jahren davor. Also quasi eine liebgewonnene Tradition. Aber auch die kann man jetzt endlich fachgerecht entsorgen. Denn zum Glück findet Samstag 10:30 die große Kopfgrätsche-Weihnachtsfeier statt. Die funktioniert fast wie eine echte Weihnachtsfeier, nur dass wir für unsere Selfies nicht den Kopierer nutzen. Mal gucken, wer beim traditionellen Schrottwichteln meine zu kurze Rückgabe zum Torwart auspackt. Vielleicht kann man die ja am Ende noch gegen einen falschen Einwurf tauschen. Für die genauen Regeln mache ich mich vorher noch einmal schlau. Und ich lese sicherheitshalber noch einmal die Biographie des größten Experten für Weihnachtsfeiern überhaupt: Franz Beckenbauer. Vielleicht weiß er sogar, ob man bei der Fifa auch Schrottwichteln spielt. Aber bestimmt haben die sogar eine eigene Kommission dafür.