Ausgerollt ist er schon einmal, der grüne Teppich. Fleißige Helfer schmelzen momentan noch die letzten weißen Flecken weg. Die gefühlt Sechshundertfünfzigste Auflage unserer Ballinale wird pünktlich Samstag 10:30 eröffnet. Wir laufen aber auch dieses Jahr wieder außerhalb des Wettbewerbs. Darren Aronofsky und Audrey Tautou gucken nicht so genau hin, wenn wir unsere Tragikkomödie vor dem Tor aufführen. Dabei vereinen wir das Beste aus allen Genres. Es wird mehr gelaufen als in „Lola rennt“, mehr geschossen als in „Spiel mir das Lied vom Tod“ und auch das Wetter arbeitet an einem sehenswerten Remake von „Singin‘ in the rain“. Ein buntes Ensemble aus holprigen Klassikern, ungestümen Debütanten und Originalen ohne Untertitel spielt überzeugend für eine kleine Erwähnung im Abspann. Unsere Relevanz mag sich zwar im Aufgebot der Fotografen widerspiegeln, aber dafür hat unser einziger Paparazzi seine Linse besonders gut geputzt. Es lohnt sich also etwas Zeit in Garderobe und Maske zu investieren. Denn am Ende erinnert sich niemand mehr an den Ausgang unseres Films. Aber das Plakat hängt noch lange an der Kopfgrätsche-Litfaßsäule.