Die Königsklasse von 2016

Dann werden wir mal die Anwesenheit überprüfen. Wenn ihr euren Namen hört, ruft ihr laut und deutlich „Hier!“. Wer mit dem Schwatzen nicht bis zur Pause warten kann, wird sofort auseinander gesetzt. Und zwar dahin, wo ich euch im Auge habe. Es ist außerdem verboten Spickzettel im Stutzen zu verstecken. Versucht es erst gar nicht. Das gilt als Betrugsversuch und gibt einen Verweis. Mindestens einen Eintrag ins Muttiheft. Auch wer beim Mitspieler abguckt, wird nie selbst lernen, wie man vernünftig mit der Piecke schießt, ohne sich den Fuß zu brechen. Ihr lernt ja schließlich nicht für mich, sondern für das Leben. Und wer das nicht glaubt, der muss sich nur die Enddreißiger angucken, die Samstag 10:30 während eurer Einschulung wie F-Jugendliche über den Platz tollen. Das sollte euch Warnung genug sein. Also werft eure Zukunft nicht weg und arbeitet an euren Kopf(grätsche)noten für Fleiß, Ordnung, Betragen und Mitarbeit, ihr Turnbeutelvergesser. Backt eurem Lehrer auch mal einen Kuchen oder bügelt die Leibchen. Reißt euch einfach mal 12 Jahre zusammen, für mich ist auch die sechste Stunde. Und wer hier meint, er müsste sich zum Klassenclown aufschwingen, kann sich schon mal Mittwoch 18:00 zum Nachsitzen eintragen. Und jetzt: Hefte raus, Klassenkloppe… bzw. arbeit…

Brrring! – Kleinfeld?!

Au! Die Piecke schmerzt wie Sau!
Ich hau‘ ab aus meinem Bau.
Verschließ‘ die Tür, ziehe durchs Revier,
markier‘ hier und da mal, dass ich da war.
Höre Gelaber, radel gerade über die Promenade,
Zeuge einer großen Maskerade.
Große Sporttaschen, grelle Farben, die mir sagen, dass sie frische Leibchen haben.
Gestiken von Gerngesehenen, aber jeder Fuchs weiß,
dass ähnliche Garderobe heute leider nicht mehr Schmutz heißt.
Deshalb schnupper‘ ich, was befindet sich da darunter.
Immer auf der Hut – wie Schlappi darunter!

Jeden Mittwoch (18:00), jeden Samstag (10:30) auf der Jagd,
denn das Rudel tollt, wenn die Kugel rollt!

Eine Pfote am Müsli, eine auf den Tasten,
ein Auge auf’s Geschäft, eines im Strafkasten,
ein Ohr für’s Rudel und eins für den Gegner,
ein Standbein und ein Kopfgrätscher.
Ein Fuchs muss tun, was ein Fuchs tun muss:
Luftloch und Ruhm und pöhlen bis zum Spielschluss.
Das ist mein Ziel, was ich noch nie so klar sah‘.
„Sky-Abo is the limit.“ – Pah! Und wohin schießt der Zaza?!

Oh, wie schön ist Kopfgrätscha

Du hast als Kind schon in Kopfgrätsche-Bettwäsche geschlafen? Und auf der Playsi gibt es für dich nur ein Team? Alle anderen nehmen immer Barca und Messi, aber du liebst die Herausforderung mit Team Kopfgrätsche? Ach komm, das sagst du doch nur so. Und falls du es mal beim Schwedenlauf ins Ziel schaffst, dann ganz bestimmt in einem Kopfgrätsche-Trikot? Langsam glaube ich, du willst dich einschleimen. Na gut, wenn ich Samstag 10:30 auf dem Platz wäre, würde ich dich zuerst in mein Team wählen. Und Mittwoch 18:00 sowieso. Es macht dir hoffentlich nichts aus, wenn wir es verkacken. Du würdest doch niemals in einem anderen Team spielen wollen, oder? In einem das sogar erfolgreich ist? Ach, von dem hattest du als Kind auch Bettwäsche? Ja logisch, irgendwann muss man die ja auch mal wechseln. Ich weiß, was du meinst. Trotz der Tigerentenbettwäsche habe ich irgendwann auch mal in andere Bücher geschaut. Also die Tigerente, der Tiger und der Bär sind ja ganz cool, aber irgendwann müssen die doch mal in Panama ankommen, oder? Ich will zwar nicht Spoilern, aber weder Panama noch die Champions League sind wirklich erreichbar. Fangen wir doch lieber mit was Schmalem an. Und wenn es nur die Ziellinie beim Schwedenlauf ist, dann soll es halt so sein.

Künstliche Verknappung der Ressourcen

Was wird hier gesucht?
Arbeitslos und eine Flasche Bier, das ist _ _ _, die Scheiße vom Revier.
_ _ _ _ _ _ _ 04 wir pissen euch ins Bier.
Musst du einmal scheißen und hast kein Papier, dann nimm doch die Fahne von _ _ _ _ _ _ _ 04.
Richtig, es muss irgendetwas sein, dessen Gründungsjahr einen naheliegenden Reim auf Bier oder Revier zulässt. Die Kombination mit Fäkalvokabeln bietet sich offensichtlich auch an. Aber seit Böhmi wissen wir ja, dass der erstbeste Reim, der einem so einfallen kann, meistens den größten Ärger bedeutet. Und Beef mit anderen brauchen wir nicht, dafür haben wir ja unsere Mitspieler. Es sei denn, die sind Samstag 10:30 alle bei der Knappenfußballschule und üben da heimlich für Mittwoch 18:00. Dann bleibt dem Rest auf der anderen Seite des Zaunes nur der Stille Protest in Trikots des Erzrivalen. Vielleicht ist aber doch ein kleiner Poetry Slam drin. Mit so subtilen Reimen, bei denen man erst in der Winterpause in Florida oder Dubai kapiert, dass man damit beleidigt wurde. Da trifft es sich doch super, dass der neue Trainer der Blauen aus Bayern kommt. Auf seinen Namen einen Reim zu finden, ist doch mal eine Herausforderung, wenn man nicht die Endung verschluckt. Sonst wäre es ja zu einfach. „Bierl“ und „Revierl“ können wir leider nicht gelten lassen.

Das war Spritze!

Getreu dem olympischen Motto: „Dabeisein ist alles, aber darüber twittern ist noch mehr.“ gibt es wieder einmal mehr Leute, die drüber reden, als Leute, die um Medaillen kämpfen. Dank des IOC wird aber auch das unqualifizierte Kommentieren zum Hürdenlauf auf Weltklasseniveau. Um die offiziellen Hashtags nicht kommerziell zu entweihen, wird die sympathische Spritzensportveranstaltung mit einer Reihe alternativer Hashtags begleitet. Die orthographischen Paralympics produzieren besonders liebenswerte Schöpfungen wie #Olümpia2016 #Rio2014 (besonders bei Weltmeistern beliebt) oder #OlympischeSpüle. Da wird das IOC aber blöd gucken, wenn das nachher im Duden landet. Kopfgrätsche soll ja gerüchteweise auch schon auf der Shortlist stehen. Einigen ist bei diesem Wetter sowieso die Lust auf Sommerspiele vergangen. Die Hertha wähnte sich in Dänemark wohl sogar bei den Winterspielen und fragte sich dauernd „Wo ist Pukki?“. Zum Glück gibt es noch einen Ort auf dieser Welt, wo man nicht soviel reden muss. Da zieht man sich einfach Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 ein Leibchen über, zählt stumm die anwesenden Mitspieler durch, rechnet im Sinn noch 2-3 Nachzügler dazu und stolpert einfach los. Allerdings ist das Laberbedürfnis doch inzwischen so groß, dass jeder Pass mit einem Kommentar geliefert wird. Muss ich doch sofort mal bei Thomas Bach nachfragen, was man dagegen tun kann. Der hat da immer ganz pfiffige Ideen.

Viva la Vita

Sehr geehrte Damen und Herren, anbei finden Sie meinen Lebenslauf, der sicherlich für sich spricht. Gucken Sie bitte nicht allzu genau hin, an einer oder anderer Stelle musste ich kreativ auffüllen.

1979 – 1990: Weitestgehend ballabstinent gelebt. Die F-Jugend übersprungen und direkt auf die Alten Herren vorbereitet.

1990 – 1998: Theoretisches Studium mit Sensible Soccer, Anstoss, Kicker-Sonderheften und den allerbesten Turnieren der Menschheitsgeschichte (Stichwort: Bördi Bördi Vogts).

1998 – 1999: Erstes und letztes Trainingslager in einem Landstrich, wo man seit dem den Fußball zugunsten des Handballs aufgegeben hat.

1999 – 2000: Magische Nachmittage im Fliederstadion, als willkommene Alternative zu DIA-Vorträgen (wahrscheinlich über die Architektur echter Stadien oder so).

2000 – 2004: Urbarmachung des Sumpfes am Kurt-Bürger-Stadions. Kurze Unterbrechung durch eine Sabbatical in der Bundeshauptstadt, um dort den Euro einzuführen (damit Paul Pogba keine 240 Millionen DM kostet).

2004 – 2007: Keine genaue Erinnerung. Irgendwas mit Sommermärchen. Fragt doch den Franz.

2007: Einrichtung einer elektronischen Benachrichtigung über die geplanten Spieltermine. Zweiter Platz mit Team „Reich“ beim 1. DIA-Turnier „Reich und Schön“ (Stichwort: Kapitalismuskritik)

2007 – 2012: Extrem individuelle Technikschulung bei revolutionären Trainingsmethoden  wie Fußballtennis und Franks Modus (Vorbild: Trainingsgruppe 2 Hoffenheim).

2012 – heute: Etablierung einer Marke, die nicht mal klebrige Brause (maximal klebrige Aufkleber) braucht, um Leuten das Gefühl zu geben, hier würde wirklich organisiert Fußball gespielt. Deaktivierung der Kommentarfunktion.

Die Geschichte wird fortgeschrieben Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Melden Sie sich nicht bei mir. Ich melde mich bei Ihnen.

23. Juli 2016 – Veteranenwetter

Ein Samstag im Zeichen der Geburtstagskinder. Nicht nur Senol feierte seinen Ehrentag auf dem Platz. Der Geburtstag ihrer Mutter sorgte auch für das unerwartete Wiedersehen mit den Brüdern Artjom, Sascha und Anton, die früher regelmäßig Samstag mit uns aufm Gummi zockten. Zur Feier des Tages und weil der Sommer endlich für ordentlich Hefedurst sorgte, durfte das Kai wieder die dritte Halbzeit ausrichten. Nastrovje!

Come to Kopfgrätsche pls!

Der Transfer von XY zu Z ist nahezu perfekt. Steht also ziemlich sicher bevor. Eigentlich ist schon alles fix. Und irgendwann wird das auch öffentlich. Vielleicht heute noch. Oder morgen. Auf jeden Fall vor der Reise nach Fernost. Oder währenddessen. Oder danach. Aber spätestens am Deadlineday. Die Wahrscheinlichkeit kann auf 150% gesetzt werden. Das ist so sicher wie sonst nix. Sagt die Bild. Und die hat es von der Sportbild gehört. Die wiederum hat es irgendwo auf Twitter gelesen. Und da folgt ja XY ja bereits seit einem halben Tag dem Busfahrer von Z. Ein todsicheres Indiz. Die bessere Hälfte von XY hat doch letztens auf Instagram dieses Foto gepostet, wo im Hintergrund unscharf ein Möbelwagen zu sehen war. Und in ihrem Horoskop stand doch auch, dass eine große Veränderung ansteht. Also wer diese Zeichen nicht erkennt, der ist echt zu blöd, 1 und 1 zusammenzuzählen. Sicherheitshalber mache ich noch ein YouTube-Video mit XYs besten Szenen zu Rummelbummsmusik und schreibe ein halbes Dutzend mal „Come to Z pls!“ in die Kommentare. Dann läuft das schon. Und wer hat es am Ende schon vor allen gewusst. Na? Na? Siehste. Nur diese Termine Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 halten mich leider davon ab, das Sommerloch noch mit weitere Fasttransfers anzureichern. Ein paar Stunden, in denen das Internet leider ohne weitere breaking Wasserstandsmeldungen auskommen muss. Aber keine Angst, ich hole danach alles nach. XY wird es mir bei seinem ersten Torjubel für Z danken.

Jäger des verlorenen Götzes

Was raschelt denn da? Da hinten hinterm Tor muss etwas sein. Soll ich da mal hinlaufen? Womöglich versteckt sich da dieses langgesuchte Talent, mit dem ich endlich in der Battle Arena Samstag 10:30 bestehen kann. Das Prestige Level vor Ort ist ja nicht ohne. Mal gucken wie viele Gegner die Arena diesmal verteidigen. Aber mit ein paar Mitstreitern können wir dort bestimmt bestehen. Wiederbelebung mit einem Hefe-Trank im Anschluss nicht ausgeschlossen. Bis dahin muss ich mein Talent noch etwas trainieren – von Pokémon Götze 2016 auf Pokémon Götze 2013 ist es ein weiter Weg. Vor allem sollte man es nicht nach Mitternacht füttern. Der Pokémon-Trainer im schwarzgelben Pikachu-Anzug würde ihm sogar alle Kohlenhydrate streichen, um auf die nötigen Wettbewerbspunkte zu kommen. Aber das lohnt sich. Pummelfeen-Pokémon sind angeblich stark gegen Kampf, Drachen und Unlicht (ist das dasselbe wie Flutlicht?). Gift-Pokémon, die sie mit Pfiffen und melodischen Schmähgedichten bekämpfen, zwingen sie aber wieder nachts vor den Kühlschrank. Ich lauf da auf jeden Fall gleich mal rüber und schieße einen Ball ins Gebüsch. Damit dieses Kicklee in meinem Rucksack endlich ausschlüpft, renne ich sogar manchmal nach einem Ballverlust mit zurück. Vielleicht hilft das auch Dienstag 18:00, falls die Arena wie in dieser Woche wieder von diesem roten Team verteidigt wird.